Spaziergang

23.5.02024 4.3 (6)

Beitragsfoto: Spaziergang | © Bettina Kümmerle

Grundschule

Ich bin immer wieder ganz baff wie unsere Stadtverwaltung und der Gemeinderat selbst von den normalsten Entwicklungen völlig überrascht und überrumpelt werden. Aber noch weit mehr sind alle Verantwortlichen darüber überrascht, dass unsere Schulen nach gut 70 Jahren baufällig und veraltet sind. Oder gar, dass wenn Heilbronn beständig wächst, was uns seit seit Jahrzehnten von der Politik wie ein Mantra vorgebetet wird, auch noch zusätzliche Kindergärten und Schulen benötigt.

Völlig baff bin ich jetzt aber dann doch, wenn unsere Gemeinderäte plötzlich feststellen (Heilbronner Stimme, 23.5.2024: 26), dass es auch zu wenig Schulsportplätze, -hallen und Schwimmbäder gibt!

Denn diese schließen sie seit Jahren am liebsten für Parkplätze oder BUGA-Beete — dafür ließen sie sich doch so gerne feiern. Oder sie machten Schwimmbecken wie in Böckingen dicht, weil sie damit kurzfristig Gelder einsparen konnten. Noch schlimmer, sie machten aus unserem Hallenbad ganz bewusst ein Spaßbad, weil Biertrinken und Pizzaessen im ehemaligen Sportbecken für unsere Gemeinderäte weit attraktiver ist als der Jugend das Schwimmen beizubringen oder gar den Leistungsport zu fördern.

Der OB bringt das Ganze wieder einmal auf den Punkt. Es sind für ihn immer die anderen Schuld, dieses Mal wenigstens „nur“ Baden-Württemberg: „Das Land regiert in die kommunale Politik hinein.“

Aber was bleibt dem Land denn anderes übrig, wenn Heilbronner Gemeinderat und Stadtverwaltung die schnöde Arbeit weiterhin verweigern und einzig und alleine darauf bauen, dass Dieter Schwarz alles richten wird? — Demokratie geht anders!

Personenkult

Eine lebendige Demokratie bedarf keines Personenkults und selbst erfolgreiche Unternehmen und Unternehmungen gucken nach vorne anstatt zurück. Wer weiß woher er kommt, muss nicht ständig zurückblicken, sondern kann sich voll und ganz auf die Zielerreichung konzentrieren und dies vor allem im Hier und Jetzt.

Und so freut es mich, dass es weitere Menschen gibt, die ähnlich denken und kaum bis kein Verständnis dafür haben, dass wir unser Rathaus mit Porträts Toter oder anderen Devotionalien vollstopfen. Rathäuser sind keine Museen, sondern der Hort gelebter Demokratie. Wenn man dort Personen an die Wand hängt, dann höchstens die aktuellen Ansprechpartner.

Deswegen freut es mich auch, dass sich Brigitte Fritz-Kador so tatkräftig dafür einsetzt, das Porträt von Dr. Hans Hoffmann aus dem Rathaus entfernen zu lassen; gestern gab sie mir einen entscheidenden Hinweis.

Und so werden heute die Freien Wähler ganz offiziell das Entfernen dieses besagten Porträts beantragen und wenn notwendig, eine Abstimmung im Gemeinderat initiieren. Zudem regen die Freien Wähler nun ganz offiziell an, dass sich der Gemeinderat zu einem Konzept für die Ausgestaltung des Rathauses Gedanken macht und anstatt antiquierter Porträts Wechselausstellungen Heilbronner Schulen an den Rathauswänden zur Schau stellt.

Als kleine Zugabe wünschen sich die Freien Wähler, dass man die Porträts aus der Neuzeit, die über keinen historischen Wert verfügen, da diese völlig aus der Zeit gefallen sind, zugunsten Heilbronner Obdachloser versteigert werden — dann müssten diese nicht wie derzeit bei Starkregen in der Kreissparkasse oder Volksbank Schutz suchen.

Verschiedenes

Bei der gestrigen Fahrt mit dem meseno-Bus konnte ich Herbert Burkhardt dabei beobachten, wie er auch in der Südstadt Freie Wähler-Broschüren verteilte. Als ich später dann für meine Eltern in der Südstadt Besorgungen machte, verteilte Herbert immer noch Broschüren. Wahlkampf macht nicht nur Spaß, sondern ist, wenn man diese Sache etwas ernst nimmt, auch ganz anstrengend. Auf alle Fälle bin ich sehr froh darüber, dass es Freie Wähler wie Herbert gibt, die meiner bessere Hälfte und mir beim Verteilen der Broschüren in der Kernstadt helfen.

Abends gingen dann meine bessere Hälfte und ich auf die Strecke in Richtung Neckarbogen und verteilten dort Broschüren. Je länger wir unterwegs sind, umso mehr müssen wir feststellen, dass wir auch mit Hilfe nicht alle Straßen und Gassen der Kernstadt ablaufen werden können. Dazu bedarf es weit mehr Helfer als ich gewinnen konnte — aber wir verfügen auch längst nicht über die notwendige Anzahl an Broschüren, um nur annähernd jeden für Werbung freigegebenen Briefkasten bedienen zu können.

Deswegen sind wir guter Dinge, dass wir bis zur kommenden Woche alle unsere Broschüren an die Mitbürger verteilt haben; unsere Mitstreiter in den Heilbronner Stadtteilen dürften schon jetzt damit fertig sein.


München

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Beitragsfoto: München | © Bettina Kümmerle

Verschiedenes

Seit Anbeginn unterstützt die EUROPA-UNION Heilbronn die Europawahlkampagne des Staatsministeriums und hat immer dafür gesorgt, dass Heilbronn mit in diese Tour de Ländle aufgenommen wird. Der Auftakt fand dieses Mal in Stuttgart statt, wobei dort auch die EUROPA-UNION Heilbronn mit vertreten war; ich habe darüber bereits berichtet. Aus Kostengründen und weil es auch immer schwieriger wurde, die Fahrer für den Bus zu gewinnen, hat man dieses Jahr auf einen Bus verzichtet und geht nun mit einer Ape-Tour auf Reisen, wobei die neue Attraktion ein Kaffeewagen ist — der dort gereichte Kaffee schmeckt besonders gut und wird zudem kostenfrei serviert.

Am 31. Mai 2024 macht die Ape-Tour nachmittags in Heilbronn auf dem Kiliansplatz Halt; die EUROPA-UNION wird dort traditionell mit einem Info-Stand vertreten sein. Dieses Mal macht sogar die Heilbronner Stadtzeitung (15.5.2024: 2) Werbung für dieses Ereignis — meine Leser wird es sicherlich nicht wundern, dass in diesem Artikel die EUROPA-UNION keine Erwähnung findet.

Apropos Kaffee, das mit dem Käffchen zusammen mit Detlef Stern hat gestern nicht geklappt; dafür bekam ich aber von Valentin Weber und einer seiner Kolleginnen Verstärkung bei meiner Vorlesung. Leider wird es auch mit dem Käffchen am Freitag nichts werden; der Grund ist naheliegend. Dafür werde ich aber wieder in der Dammgrundschule vorlesen — wir sind gerade beim Räuber Hotzenplotz und ich habe es tatsächlich vergessen, wie die Geschichte ausgehen wird.

Aber bis Freitag kann ich mich noch gedulden, denn zwischenzeitlich halten mich die Freie Wähler-Broschüren auf Trapp und wenn es klappt, dann kann ich auch noch das Tanzbein schwingen. Zudem soll es weitere Klagen gegen uns Freie Wähler geben — völlig an den Haaren herbeigezogen. Ich warte hierbei aber erst einmal ab, bis ich diese auf dem Tisch habe. Das mit diesen Klagen und Nörgeleien macht so wenig Spaß wie der Bürokram, den ich aktuell mit der GEMA zu erledigen habe.

Parkhaus

Der Neckarbogen hat jetzt auch eine Quartiergarage und man darf davon ausgehen, dass mindestens ein weiteres öffentliches Parkhaus noch dazu kommen wird. Was keinen verwundert und so auch sicherlich in den ersten Planungen zum Neckarbogen mit Berücksichtigung fand, noch bevor „Experten“ mit dem Umbau diese neuen Stadtteils begannen. Das Parkhaus macht einen sehr guten Eindruck. Allerdings bringt es Simon Gajer (Heilbronner Stimme, 15.5.2024: 23) gleich auf den Punkt: „Die Mischung macht die Mobilität aus, das verdeutlicht dieses Parkhaus eindrucksvoll. Bleibt nur ein Manko: Zur Mischung gehört ein guter Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr.“

Die ursprünglichen und auch notwendigen Planungen für den ÖPNV wurden wohl mit Amtsantritt des OB eingestellt, wobei man nun versuchte, den Neckarbogen zu einer Waldsiedlung à la SED für Heilbronner VIP umzugestalten. Die Realitäten haben inzwischen die Hirngespinste einiger besonders wichtiger Heilbronner zunichte gemacht, man wird nun wohl und ganz folgerichtig auch im Neckarbogen verstärkt auf den sozialen Wohnungsbau zurückgreifen müssen, zumindest wenn man das ganze Viertel noch halbwegs zeitgerecht entwickeln möchte.

Wie schon erwähnt, dann benötigt man sicherlich noch eine weitere Quartiergarage und ganz besonders eine Anbindung an den ÖPNV, der dann hoffentlich über die Paula-Fuchs-Allee beidseitig an die Stadt angebunden wird. Zum guten Schluss wären wir dann wieder bei den ursprünglichen Planungen für die Weiterentwicklung unserer Stadt, wobei der Neckarbogen ein Bestandteil von vielen ist, der sich dabei möglichst gut in die Reststadt integriert — eine Ghettobildung passt nicht ins 21. Jahrhundert und schon gar nicht nach Europa!

Für Europa

Während in anderen Städten zumindest während der Europawoche beflaggt wird, schweigt man im Heilbronner Rathaus Europa weiterhin tot. Wenn es nach der Verwaltung und ihrem Gemeinderat geht, dann wurde Heilbronn einzig und alleine von zwei Menschen geschaffen, nämlich einem Milliardär und dessen Oberbürgermeister. Und so ist es auch kein Wunder, dass es im Rathaus in Sachen Europa nur leere Versprechen und hohle Worte gibt — dafür aber eine Nazigedenkstätte, gleich neben dem SPD-Fraktionszimmer.

Sehr erfreulich hingegen ist es und da muss ich die Heilbronner Stimme tatsächlich wieder einmal loben, dass wir seit ein paar Tagen verstärkt gut recherchierte Artikel und Meinungsbeiträge über Europa lesen können; Christoph Donauer ist dabei besonders zu erwähnen. Unsere Tageszeitung hat sich während der Europawoche und im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament nicht nur Gedanken darüber gemacht, wie man Demokratie und in meinen Augen auch eine notwendige europäische Einigung thematisieren kann, sondern beleuchtet dabei die Vor- und Nachteile wie auch die unterschiedlichen Sichtweisen ganz gut. Und alleine dies kann man als positiv für unser Europa werten!

Ganz besonders gefällt es mir dabei, dass man mich in meiner Funktion als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION vor ein paar Tagen interviewt hat. Das letzte Interview ist schon eine ganze Weile her — aus dem Juli 2011 — und drehte sich um Stuttgart 21 — damals hätte ich es nie vermutet, dass auch dies ein sehr langwieriges Thema werden wird.

Dieses Mal durfte ich meine Meinung und Überzeugung zu einem europäischen Bundesstaat kundtun. Das Interview führte Christoph Donauer (Heilbronner Stimme, 15.5.2024: 3) und ich war zugegebener Maßen gespannt darauf, wie er das etwas längere Interview zusammenfassen wird. Ich halte seinen Artikel für sehr gut gelungen. Deswegen erlaube ich es mir, diesen hier im Blog zu veröffentlichen.

Dem Heilbronner Rathaus und seinen aktuellen Insassen wünsche ich derweil mehr Mut zur Demokratie und zu Europa sowie ein wenig mehr Interesse für die Bedürfnisse und Wünsche von uns Heilbronner Bürgern.


Cäcilienbrunnen

25.12.02023 5 (5)

Beitragsfoto: Cäcilienbrunnen

Spieleabende

Seit Freitag wird wieder verstärkt gespielt. Die meisten Spiele dürften meinen Lesern inzwischen bekannt sein — uns werden sie auch nicht langweilig. Meine bessere Hälfte guckt sich gerade ein neues Spiel etwas näher an. Der Rest der Familie hatte sich derweil zum Alte-Filme-Bingen entschieden.

Leicht übernächtigt ging es deshalb heute auf den Spaziergang. Und fast hätte ich vergessen, die gestrige Christvesper mit Dekan Christoph Baisch in der Kilianskirche zu erwähnen. Volles Haus und kurzweiliges Programm.

Spaziergang

Dieses Mal ging es auf meine alte Lauf- und Hundestrecke und ich wurde nicht enttäuscht, denn fast zum Schluss konnte ich noch das obige Foto schießen. Eine der wenigen Europaflaggen, die man in Heilbronn so findet. Und dabei profitiert gerade Heilbronn doch ganz gewaltig von der Europäischen Union — kein Zukunftsprojekt in unserer Stadt, ob IPAI, Universität, Hochschule oder Neckarbogen, wo keine EU-Fördermittel drin stecken!

Zum Leidwesen vieler Heilbronner wird dies aber ganz bewusst von der Stadtspitze wie auch vom Gemeinderat geheim gehalten. Regel Nummer eins und zwei: man spricht nicht über europäische Fördermittel — da ist und bleibt man weiterhin geschlossen deutschnational und wundert sich später darüber, wenn die AfD nach 1945 wieder stärkste Fraktion im Gemeinderat wird.

Nights in White Satin

Zum Jahresende einmal ein Lied von The Moody Blues aus dem Jahr 1967; das hier gezeigte Video wurde ebenfalls 1967 in Paris aufgenommen. Die „Moodies“ gründeten sich bereits 1964, brachten bis 1972 acht Alben heraus, pausierten von 1973 bis 1978, schafften bis 1999 weiteren sieben Alben und lösten sich 2021 endgültig auf.

Nights in White Satin, wobei Justin Hayward den Song schrieb und auch sang, stammt von ihrer zweiten Platte „Days of Future Passed“, dessen Plattentitel ganz gut zum Jahreswechsel passt.

Interessanter Weise wurde Nights in White Satin, das auch als Single-Auskopplung zu kaufen war, erst 1972 ein Erfolg. Inzwischen wurde das Lied auch des öfteren gecovert, aber niemand hat dies so gut gemacht wie Bettye LaVette.

Eigentlich wäre dies eine ganz gute Herausforderung für Sebastian Schaffer — was meinst Du dazu?