Alan Parsons

29.7.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Alan Parsons Platte aus dem Jahr 2022

Styx

Jetzt bin ich doch schneller bei Styx gelandet als vorgesehen, wohl der Tatsache geschuldet, dass ich nicht alleine wohne. Und erstaunlicher Weise habe ich doch noch mehr Platten dieser Gruppe als vermutet.

Mein viel zu früh verstorbener Vetter Kenneth hat mich bereits Mitte der 1970er-Jahre auf diese Gruppe aufmerksam gemacht; nur ein wenig älter als ich war sein Musikgeschmack mir bereits um Jahrzehnte voraus. Neben Boston gefielen mir damals auch Styx ganz gut und so hatte ich sehr früh Platten wie „Man of Miracles“ (1974) oder „The Serpent is Rising“ (1973) auf meinem Plattenteller, was meine Freunde und Schulkameraden nicht sehr erfreute. Erst als die Platte „Cornerstone“ (1979) in der Tanzschule hoch und runter gespielt wurde, wollten meine Freunde meine Styx-Platten am liebsten gleich ständig ausleihen.

Und so hat es mich heute nun gefreut, dass ich doch noch mehr Styx-Platten wiedergefunden habe als vermutet — auch die Platte „Cornerstone“ und gegen die hat selbst meine bessere Hälfte nichts einzuwenden. Wenn mich mein Mut nun nicht verlässt, dann lege ich später noch die Platte „The Serpent is Rising“ auf.

Turmstraße

Anstatt die Turmstraße, wie bereits seit Jahrzehnten versprochen, in einen halbwegs anständigen Zustand zu bringen, verprasst man jetzt die Transferzahlungen des Landes, indem man alle möglichen Menschen damit beschäftigt, diese kleine Straße noch weiter zu vergewaltigen — was musste diese Straße alleine zu meinen Lebenszeiten bereits alles über sich ergehen lassen und jetzt dient sie dazu, um unsere Steuergelder nur noch so aus dem Fenster zu schmeißen.

Unsere angehenden Berufspolitiker loben das als Bürgerbeteiligung und absolut demokratisch. Ich sehe nur, dass in der Turmstraße seit gut 50 Jahren nichts geschieht und sich dabei Generationen von städtischen Mitarbeitern, Gemeinderäten, Beratern, Künstlern oder sonstige Experten beraten und sündhaft teuere Pläne geschmiedet haben. Ok, manche Experten durften ein paar Liter Farbe auf dem Boden verschmieren und mindestens eine Firma hat sich wohl mit einer Art Holzbaracke dumm und dämlich verdient.

Man sollte uns Bürgern doch mal aufführen, wie viele Millionen Euro an Steuergeldern dafür in den vergangenen 50 Jahren bereits völlig sinn- und zweckfrei aufgewendet wurden. Mich würde es nicht wundern, wen man dafür die Turmstraße bereits mehrfach hätte vergolden können.

Kleine Freuden

Als ich meinen Blog-Beitrag über Alan Parsons Project im Januar 2021 schrieb, hätte ich niemals daran gedacht, dass ich heute eine nagelneue Alan Parsons Platte auf meinem Plattenspieler liegen habe.

Und da die elf dort zu findenden Lieder sämtlich auch hörbar sind, kann ich einen sehr angenehmen Abend verbringen. Einzig mit der Pressung der Platte bin ich nicht so zufrieden, ich musste sie richtig auf den Plattenteller zwingen und zudem ist sie etwas zu wellig. Dafür ist die Plattenhülle aber ganz gut gelungen.

Und selbst nach dem zweiten Hören gefällt mir die Platte „From the New World“ recht gut. Und wenn jetzt niemand meckert, dann lege ich noch die alten Platten von Alan Parsons Project auf. Und wenn dann alle bereits zu Bett gegangen sind, beende ich den Abend mit ein paar alten Pink Floyd Platten.

Sollte ich dann immer noch nicht genug haben, werde ich vielleicht noch nach Tommy Shaw kramen, den ich bereits von meinen Styx Platten her kenne. Und für Sonntag habe ich mir dann noch fest vorgenommen Antonín Dvořáks „Aus der neuen Welt“ zu hören, denn von dieser Symphonie will Alan Parsons zu dieser Platte inspiriert worden sein.


Newport Beach

5.6.02022 5 (1)

Newport Beach | © Bettina Kümmerle

Hamlet

Gestern durfte ich mir den Hamlet als Opernaufführung anschauen. Zugegebener Maßen wusste ich bis dahin nicht, dass es überhaupt eine entsprechende Oper gab. Hätte ich aber vorher etwas nachgedacht, wäre es mir bestimmt ungewöhnlich vorgekommen, dass ein so populäres Theaterstück, welches seit gut 400 Jahren aufgeführt wird, nicht auch als Opernversion vorliegen würde.

Und so konnte ich gestern lernen, dass es neben der von der Metropolitan Opera aufgeführten Oper Hamlet, welche von Brett Dean bereits 2017 in Australien uraufgeführt wurde, weitere Opern gibt. Dass sich die Metropolitan Opera für die Version von Brett Dean entschied, darf als Anhalt dafür gelten, dass es wohl nicht nur sehr schwierig ist, gerade dieses Bühnenstück zu einer Oper zu machen, sondern auch, dass es Brett Dean bisher wohl am besten gelungen ist.

Auf jeden Fall aber war die Musik nicht nur gewöhnungsbedürftig, sondern sie forderte die Sänger bestimmt auch heraus. Der Dirigent Nicholas Carter ließ in einem Interview durchblicken, dass es auch für ihn eine Herausforderung war, die er rückblickend aber gerne angenommen hat.

Ich konnte während der Aufführung immer wieder nur die Sänger bewundern, wie diese den Text und die Musik in Übereinklang brachten und dabei auch noch mehr Gestik und Bewegung zeigten als in Opern sonst so üblich. Mir gefiel die Brenda Rae dabei als Ophelia am besten. Die Einbindung von Rosencrantz und Guildenstern in das Stück halte ich für weniger gelungen — dafür können die beiden Sänger aber nichts — und die eine oder andere Slapstick-Einlage wird dem Hamlet als Stoff auch nicht gerecht.

Bezeichnend für die Oper war eine Unterhaltung vier älterer Damen nach der Opernaufführung, die ich belauschen konnte. Nachdem diese allesamt die Oper in den höchsten Tönen gelobt hatten, fragte plötzlich die älteste ihre Freundinnen: „Und hat Euch das Ganze gefallen?“

Neuland

Mit sehr großem Erstaunen musste ich heute lesen, dass jetzt auch vermeintlich interessierte Mitmenschen die Informationstechnik als Basiswissen für künftige Generationen einordnen und damit de facto das „Neulandgeschwätz“ der üblichen Deutschland-, Europa- und Demokratiezerstörer zum guten Ton machen. Selbstständiges Handeln und Denken wird immer unpopulärer — es reicht voll und ganz, wenn man mit irgendwelchen Zertifikaten und Abschlüssen herumwedeln kann, und dabei kommt es nicht einmal mehr darauf an, ob man diese auch tatsächlich erworben hat.

Und so ist es bei uns mit der Informationstechnik wohl so, wie es damals bereits mit der Demokratie in Mecklenburg der Fall war. Gerne zitiere ich diesbezüglich — nein, nicht Otto von Bismarck, sondern den Sozialdemokraten Franz Starosson, der mit seiner Aussage im Schweriner Landtag „Auch in Mecklenburg endlich wird die Demokratie Herr sein, hier bei uns in einem Lande, von dem man gesagt hat, dass alles 500 Jahre später kommen will.“ das Ganze bereits vor über 100 Jahren und dies — aus heutiger Sicht — für unser gesamtes Land auf den Punkt brachte. Otto von Bismarck machte aus den 500 Jahren politisch korrekt 50 Jahre und zeigte damit, dass er schon damals seine Mitbürger besser kannte, denn das mit den „50 Jahren hinter der Zeit“ kommt bei uns auch heute noch ganz gut hin — auf jeden Fall, was die Informationstechnik anbelangt.

Ich war sicherlich alles andere als ein guter, fleißiger oder zumindest ein angenehmer Schüler, aber selbst ich musste Ende der 1970er-Jahre feststellen, dass es ohne Informationstechnik in meinem Leben nicht gehen wird. Und so nahm ich wohl oder übel an einem Computerkurs in der Schule teil. Der Schulcomputer war damals — würde mich auch nicht mehr wundern, wenn noch heute — ein schreibtischgroßer Wang mit 64k Arbeitsspeicher. Und wer ein gutes Verhältnis zum Lehrer hatte, der konnte sich den selbst geschriebenen Computer-Code auch ausdrucken lassen, was damals zumindest für die normaleren Menschen eine absolute Notwendigkeit war.

Und leider behielt ich mit meinen damaligen Befürchtungen recht, denn spätestens ab den 1990er-Jahren kam kein halbwegs produktiver Mensch in der Arbeitswelt mehr ohne Grundkenntnisse in der Informationstechnik aus. Notgedrungen führte dies in unserer Gesellschaft zu einer ganz neuen Art von Beschäftigten, jenen, die ein gesamtes Berufsleben über verbringen konnten, ohne zumindest überhaupt jemals den Unterschied zwischen Faxgerät, Kopierer oder gar Shredder zu kennen, von der Programmierung oder Nutzung weiterer Hilfsmittel einmal ganz abgesehen — Microsofts Solitär oder den Moorhuhn-Shooter lasse ich nicht gelten, auch wenn diese der Grund dafür waren, dass der eine oder andere Chef bzw. Abteilungsleiter unbedingt immer den neuesten Rechner auf dem Schreibtisch stehen haben musste.

Und spätestens seit sich herumgesprochen hat, dass man das Internet auch für Facebook, YouPorn oder die Planung des kommenden Urlaubs nutzen kann, ist es bei uns üblich, dass zumindest auch jeder „Büroarbeiter“ — der schwarze Schimmel — einen PC auf dem Schreibtisch haben muss. Übrigens, das war bei uns bereits vor 20 Jahren der Fall!

Deshalb, um zum Anfang zurückzukommen, fehlt mir jedes Verständnis, wenn man propagiert, dass die Informationstechnik Neuland sei oder Teil des Grundwissens künftiger Generationen werden muss. Ich bin davon überzeugt, dass wer heute keine Datenbank selber programmieren oder zumindest in Betrieb nehmen kann, der hat zumindest in unseren Behörden nichts zu suchen und sollte schnellstens entlassen werden!

Geburtstag des Tages

Pancho Villa


Briefmarke mit Gaetano Donizzetti und seiner Oper Lucia di Lammermoor

22.5.02022 4.7 (3)

Beitragsfoto: Briefmarke Lucia di Lammermoor | © Shutterstock

Weblog

Manchem Leser dürfte es bereits aufgefallen sein, dass ich das Layout wieder einmal verändert habe. Die meisten Leser kommen via E-Mail oder RSS auf meine Seiten, und so habe ich die Startseite wieder etwas entschlackt.

Zudem habe ich — und dies gefällt bestimmt Detlef Stern — im Backend viele kleine Helferlein entfernt. Dies macht das Ganze einfacher und weniger zeitaufwendig. Und sollte ich kein neues Tool oder Gadget finden, das wieder einmal meine Neugierde weckt, dann bleibt meinen Lesern nichts anderes übrig, als sich mit diesem Layout abzufinden.

Selbstverständlich kann man mir aber auch entsprechende Kritik oder Vorschläge zusenden, und wer möchte, dies gerne auch im Forum thematisieren.

Lucia di Lammermoor

Gestern überraschte mich meine Tante mit einem Ticket für eine Aufführung von „The Met: Live in HD“. Gaetano Donizettis Lucia gehört schon etwas länger zu den Standards wohl jeder Oper, und so war ich dieses Mal mehr als erstaunt, was die Metropolitan Opera aus diesem Stück gemacht hat.

Donizettis Musik kann man zwar immer wieder hören aber nach all den Jahren sind sowohl die Geschichte als auch Lucias „Wahnsinnsszene“ — vielleicht von der Maria Callas Aufführung einmal abgesehen — nichts, was mich vom Hocker reißen könnte. Aber weit gefehlt! Was das Ensemble der Met aus der doch inzwischen etwas angestaubten Oper gemacht hat, ist einfach bewundernswert.

Nadine Sierra brillierte als Lucia und Artur Ruciński schaffte es, einen bezaubernden Bösewicht auf die Bühne zu bringen. Die Stimme von Javier Camarena als Edgardo war hervorragend, und der sehr kurzfristig eingesprungene Christian Van Horn zeigte, was Profis so alles können (müssen).

Aber all das wäre bestimmt wieder nur eine weitere Lucia di Lammermoor gewesen, wenn nicht Simon Stone aus dieser alten Geschichte etwas ganz Neues gemacht hätte, nämlich die Oper nicht nur in die heutige Zeit transferiert sondern diese dann auch genau so aufführte, wie man Opern heute eigentlich aufführen sollte.

Und das alles noch aus bequemen Sitzen heraus betrachtet und mit einer guten Übersetzung der Lieder versehen, ohne Wenn und Aber eine sehr gelungene Sache!

Spaziergänge

Auf meinen Runden durch altbekannte Stadtviertel und sehr viele Neubaugebiete kann ich feststellen, dass funktionierende Stadtverwaltungen ein Segen für jede Gemeinschaft sind. Gerade in Kalifornien treffen Reichtum und Armut sehr oft aufeinander und manche Straßenzüge trennen im wahrsten Sinne des Wortes Welten.

Sehr erfreulich ist dabei, dass selbst die ärmsten Gegenden ordentlich und vor allem sauber sind. Man hat zumindest im Orange County erkannt, dass Ruhe und Ordnung die Grundlagen für jeden städtische Entwicklung sind. Ohne Frage gibt es auch hier sehr viele Obdachlose, die allerdings kaum negativ auffallen und weder betteln noch einen Fußgänger belästigen.

Und inzwischen hat Kalifornien für sich auch die Mülltrennung entdeckt, wobei die vielen unterschiedlichen Wertstoffbehältnisse, die nun vor jedem Haus oder den vielen neuen Appartement-Komplexen zu finden sind, in mir heimatliche Gefühle wecken.

Einzig die Tatsache, dass das Klima hier um einiges wärmer ist zeigt, dass ein Recyling-System, das bei uns in Mitteleuropa ohne Probleme funktionieren könnte, hier doch noch etwas Nachsteuerungsbedarf hat. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass man dies sehr schnell in den Griff bekommen wird.

Und so genieße ich weiterhin auf meinen Spaziergängen die sauberen Straßen und die vielen damit einhergehenden privaten Verbesserungen an den Häusern und Gärten.

Am besten gefällt mir allerdings das hier altbewährte System der Straßenreinigung, wobei jede Straße mit einem Schild versehen ist, wann die Kehrmaschine vorbeikommt und man seine Autos zuvor zu entfernen hat. Und sollte ein Nachbar einmal meinen, sich nicht daran halten zu müssen, ist auch sofort die Polizei und ein Abschleppwagen zur Stelle.

Gedicht des Tages

Mein Gedicht zum Tage stammt von Philip Larkin und wurde von ihm bereits im Februar 1960 geschrieben. Veröffentlicht wurde es erstmals 1964 in seinem Gedichtband „The Whitsun Weddings“.

As Bad as a Mile

Watching the shied core
Striking the basket, skidding across the floor,
Shows less and less of luck, and more and more

Of failure spreading back up the arm
Earlier and earlier, the unraised hand calm,
The apple unbitten in the palm.

Philip Larkin, Februar 1960

Geburtstage des Tages

Arthur Conan Doyle und Käthe Gries