Bühnenblick

40 Jahre 5 (6)

Beitragsfoto: Bühnenblick

Wie bereits hier im Blog erwähnt, feierten wir Unionsbürger — zumindest ein paar davon — am 9. Mai 40 Jahre Europatag der Europäischen Union. In meiner Funktion als Kreisvorsitzender habe ich diesen Tag „geerbt“, nämlich von meinen beiden Vorgängern im Amt Friedlinde Gurr-Hirsch und Walter Dörr übernommen. Seit 1989 war ich selber mit dabei, zuerst in tragenden Rollen (aka Bänke und Tische schleppen) und später dann mit in der Leitung und Organisation.

In diesen 40 Jahren gab es gleich mehrere Veranstaltungsorte für den Europatag in Heilbronn, zuerst versuchte man sich auf dem Marktplatz, dann etablierte sich der Europatag auf dem Gaffenberg, bevor ihn die Stadtverwaltung auf den Kiliansplatz umzog. Dort konnten wir dann gut drei Jahrzehnte den Europatag feierlich begehen, so lange bis dem OB und dem Gemeinderat diese Veranstaltung für die Weltraum-, KI- und Universitätsstadt Heilbronn zu popelig wurde. Während COVID-19 fand er dann sogar zweimal online statt und einmal in der Tanzschule Brenner, bevor wir den Schritt in die Harmonie wagten, um den Europatag doch wieder zu dem zu machen, was er für viele Heilbronner mit oder ohne Zuzugsgeschichte tatsächlich ist, nämlich ein Tag zum Feiern.

Gestern zu seinem 40. Jubiläum feierten wir den Europa nun zum dritten Mal in der Harmonie. Sehr erfreulich, dass sich zu dieser Gelegenheit jahrelange Mitstreiter einfanden. Erwähnenswert die ehemalige Leiterin von Grupo Raza Petra López Pérez de Swiebocki, die mit ihrer Gruppe fast von Anfang an mit dabei war. Und aus der Politik kamen ebenfalls zwei jahrelange Wegbegleiter, welche trotz persönlicher Differenzen mit mir als Mensch ihren Weg in die Harmonie fanden: Evelyne Gebhardt und Josip Juratovic. Letzterer sorgte zusammen mit seiner Frau dafür, dass die SPD mit beim Europa-Ball vertreten war. Lobenswert das Engagement von Bündnis 90/Die Grünen, die mit zwei Vertretern beim Ball vertreten waren und damit zeigten, dass deren Partei gut mit politischer Verantwortung umgehen kann und umzugehen weiß. Erfreulich das Engagement von Volt, die zum einen den personell best besetzten Informationsstand beim Ball hatten und sich zum anderen auch als Ballteilnehmer sehr wohl fühlten. Zum ersten Mal mit dabei die ÖDP mit drei und der Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold ebenfalls mit drei Vertretern, darunter Thomas Michl, dem ich zum ersten Mal auf einem Treffpunkt Europa begegnete.

Als Vorgruppe zum Europa-Ball fungierte erneut der Deutsch-Afrikanische Verein, der schon alleine durch seine Zusammensetzung die Vorstellungen von Josip Juratovic, wie sich Vereine mit Zuzugsgeschichte aufstellen sollten, erfüllte. Und Mladost Bosne zeigte mit einer Ausstellung von Landestrachten exemplarisch wie bunt unser Europa tatsächlich ist. Die Überraschung des Abend kam allerdings von zwei Ballteilnehmern, die es sich nicht nehmen ließen und in einer inzwischen sehr seltenen Tracht das Tanzbein schwangen.

Das Ballprogramm wurde einem 40. Jubiläum mehr als gerecht! Die Ballettschule Kerstin Brenner eröffnete mit einem Wiener Walzer, wobei der Spitzentanz von gleich sechs Damen die Ballgäste regelrecht begeisterte. Danach jagte in den Tanzpausen eine Darbietung die andere. Azahar Flamenco Gitano, die bereits seit Treffpunkt Europa Zeiten die Gäste begeistern, überraschte mich mit einer Zugabe, die ich nie vergessen werde, denn sie holten die Tänzerinnen der Grupo Raza mit auf die Tanzfläche und beide Gruppen zeigten gemeinsam wie fesselnd und begeisternd der Flamenco ist. Aber auch alleine begeisterten die Damen von Grupo Raza die Ballgäste.

Die Tänzerinnen von Mladost Bosne, deren Trainer Semin Bristina ich noch als Tänzer beim Treffpunkt Europa kenne, faszinierten mit Tänzen aus der Region Sandzak. Die Tänzerinnen von Majidah’s Tribe, welche zum zweiten Mal am Europa-Ball teilnahmen, zogen das Publikum mit einem Säbeltanz in ihren Bann. Gegen Ende des Ballabends boten Kerstin und Klaus Brenner noch eine Charleston-Darbietung, die doch einige Tänzer überlegen ließ, diesen Tanz mit in ihr eigenes Repertoire aufzunehmen.

Wie bereits beim Treffpunkt Europa auch, stellte beim Europa-Ball Marion Amman mit KunST 07 und ihren zahlreichen Gruppen „das Gerüst“ des gesamten Rahmenprogramms. Die Tänzerinnen von TSL Purple, TSL Maroon, TSL Peaches und von TSL Saphir boten den Ballgästen wieder ein Programm der Spitzenklasse.

Und wie in den beiden Jahren zuvor auch, stellte die Tanzband Happyness Voice unter Leitung von Andreas Cranen sicher, dass kein Tanzwunsch unberücksichtigt blieb und alle Tänzer voll und ganz auf ihre Kosten kamen. Über ausreichend Tanzfläche, um die eigenen Tanzkünste in Gänze auszuloten, fehlte es nicht und so zeigte auch dieser Europa-Ball, wie Tanzbälle eigentlich aussehen sollten.

Leider zeigte er aber auch, wie wenig wir Tänzer heute noch selbst trainiert sind und wie schnell wir alle aus der Puste kommen, wenn die Tanzfläche unendlich weit zu sein scheint. Das Schöne am Ball war dabei, dass die Ballgäste aus den beiden vorangegangene Bällen gelernt und sich entweder ihre Tänze besser einteilten oder tatsächlich vorab etwas mehr trainiert hatten. Auf alle Fälle blieb die Tanzfläche bis zum Schluss als der Europa-Ball mit der Europahymne endete nicht gänzlich leer.

Für die EUROPA-UNION war dieser vierte Europa-Ball zum 40. Jubiläum des Europatages ein Meilenstein. An der Notwendigkeit solch einen Tag feierlich zu begehen hat sich in den vergangene vier Jahrzehnten, wie bereits auch in den vier Jahrzehnten davor, nichts geändert. Geändert hat sich nur die Bereitschaft unserer Mitbürger, diesen Tag feierlich begehen zu wollen.

Wir Europäische Föderalisten in Heilbronn haben alles uns erdenklich Mögliche versucht, um diesen Tag in unserer Stadt zu erhalten. Wie es aber bereits schon Miguel de Cervantes wusste, gegen Windmühlenflügel lässt es sich einfach nicht ankämpfen!

Und so bleibt mir nur, auf einen wundervollen und bezaubernden Abend zurückzublicken. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Harmonie inzwischen mehr als vorbildlich. Und dank dem Betriebsamt hat es dieses Mal auch mit den Europaflaggen geklappt, die bei gutem Wetter wunderbar vor der Harmonie flatterten — Europaflaggen sind in Heilbronn immer eine Seltenheit und nur dann zu finden, wenn es der Stadt von Berlin aus explizit angeordnet wird.

Nicht nur unsere Partnervereine mussten sich auf den Europa-Ball vorbereiten und so waren meine bessere Hälfte und auch ich bereits im Vorfeld beschäftigt. Erfreulich, dass wir am Europatag selbst doch einige Mitstreiter hatten, die dafür sorgten, dass der Tanzball so reibungslos verlaufen konnte. Natalie Krayl, die wir seit Familienfest- und Treffpunkt Europatagen her kennen, war wieder mit vor Ort. Oliver Durst übernahm dieses Mal die Beleuchtung. Leonhard Reinwald, Franz Schirm und Semin Bristina übernahmen mit die tragenden Rollen. Erfreulich auch, dass doch so einige unsere eigenen Mitglieder zum Europa-Ball gekommen waren. Ich hoffe, dass ich mich bereits vor Ort bei jedem einzelnen dafür bedanken konnte. Aus Mannheim war zudem der Kreisvorsitzende Peter Schulze mit Gattin angereist, um mit uns Heilbronnern den Tag zu begehen.

Nun gilt es noch die Nacharbeiten zu erledigen und die Wunden zu lecken. Auch hier schlägt heutzutage die Bürokratie heftiger zu als man es sich nur vorstellen kann.

Manchmal ist es ganz gut, wenn man auch für sich selbst ein paar kleine Erlebnisse schafft. Seit 1984 (kleiner Insider) habe ich einen ganz speziellen Tick, nämlich an den unmöglichsten Orten zu picknicken. Früher™ einmal hatte ich dazu sogar einen eigenen Picknickkorb im Kofferraum meines Autos.

Seit den 1990er-Jahren war es eine heruntergefallene Seilbahngondel in Sarajewo, in der ich mein ausgefallenstes Picknick hatte — ich konnte damals einfach nicht am Treffpunkt Europa teilnehmen. Bis gestern war dieses Erlebnis nicht wirklich zu übertreffen.

Nun aber habe ich ein ganz neues Picknick-Highlight. Als die Vorbereitungen im Theodor-Heuss-Saal der Harmonie fast abgeschlossen und dieser völlig leer war, noch bevor die Band zum Aufbau kam, nutzte ich die Pause und picknickte zusammen mit meiner besseren Hälfte auf der Bühne — hat was!

Soll einer nochmals behaupten, dass Europatage keinen Erlebniswert hätten!


Fediverse Reactions



Feiernde Menschen

Verein & Mitglied 5 (4)

Beitragsfoto: Feiernde Menschen | © Shutterstock

Ein Verein ohne Mitglieder geht nicht, zumindest kenne ich keinen solchen. Irgendwann glaube ich einmal gehört, vielleicht auch gelesen zu haben, dass es bei uns mindestens sieben Menschen, ob natürliche oder juristische scheint dabei egal zu sein, bedarf, um einen Verein zu gründen.

Ein Verein gibt sich dann eine Satzung, in der das Vereinsleben grundsätzlich geregelt wird. Diese Satzung ist dabei nicht in Stein gemeißelt und kann unter bestimmten vorab festgelegten Kriterien geändert werden. Bei uns in Deutschland gibt es dann noch den Fall, dass das Gesetz Satzungsänderungen zwingend macht.

Vereine dürften wie Afrika sein, man liebt sie oder man hasst sie. Ein dazwischen gibt es, wenn man zu sich selbst ehrlich ist, nicht. Bei uns dürften die Menschen Vereine lieben, denn es gibt weiterhin sehr viele davon.

Manche Menschen, so wie ich auch, glauben daran, dass zumindest bei uns Vereine nicht die Familien die Basis der Demokratie sind. Wo sonst sollen Menschen Demokratie lernen? In unseren Familien bestimmt nicht.

Wie gesagt, jeder Verein hat Mitglieder und die meisten Vereine definieren sich dabei selbst über deren Anzahl. Auch ich unterliege noch heute diesem Phänomen, obwohl ich es inzwischen längst besser wissen müsste.

In jedem Verein dürfte es drei Arten von Mitgliedern geben. Die passiven Mitglieder, die den Verein aus Gründen auch immer unterstützen möchten und zumindest jährlich ihren Mitgliedsbeitrag entrichten. Ich behaupte dabei, dass ein Verein, der von seinen Mitgliedern keinen Beitrag einzieht, auch kein Verein ist — dies ist schon alleine unserem Gesellschaftssystem geschuldet.

Die zweite Mitgliedsart dürften jene Mitglieder sein, die aus ihrer Mitgliedschaft im Verein einen persönlichen Vorteil ziehen und sich ansonsten nicht in Vereinsangelegenheiten einbinden wollen und schon gar nicht lassen. Hierzu zähle ich auch jene Vorstandsmitglieder, darunter selbst Vorsitzende, die außer ein Pöstchen zu besetzen, nicht weiteres beitragen — diese Art der Mitgliedschaft findet man viel zu oft gerade bei unseren Berufspolitikern.

Die dritte Art der Mitgliedschaft sind die aktiven Mitglieder und darüber dürfte ich hier im Blog bereits doch so einiges geschrieben haben. Wobei ich unter aktiven Mitgliedern jene verstehe, die sich aktiv für den Verein und nicht für sich selbst einbringen.

Am besten ist es meines Erachtens, wenn man sich anfangs für die Idee, welche hinter dem Verein steht, begeistert und diese dann auch durch eine Vereinsmitgliedschaft unterstützt. Schon alleine damit leistet man sehr viel für den Verein.

Manche interessieren sich schon ein wenig mehr, gerade bei Sport- und Musikvereinen dürfte dies der Fall sein, und schauen und dies ganz folgerichtig danach, wie sie aus ihrer Vereinsmitgliedschaft einen Mehrwert für sich selbst schaffen können.

Sie beginnen sich selbst zu engagieren und ins Vereinsleben zu integrieren. Daraus entwickelt sich langsam aber sicher eine aktive Mitgliedschaft im Verein und über kurz oder lang wird man vom Vorstand immer öfters eingebunden.

Für viele aktive Vereinsmitglieder ist dann die Wahl in den jeweiligen Vorstand eine folgerichtige Entwicklung, wobei ich auch doch so einige aktive Mitglieder kenne und in manchen Vereinen auch selber bin, die diesen Entwicklungsschritt dann doch nicht gehen möchten, aus den unterschiedlichsten Gründen heraus.

Jene Mitglieder, die letztendlich in den Vorstand gewählt werden, waren damit idealer Weise bereits vorab aktiv und sollten dies auch weiterhin bleiben. Wobei es mir bewusst ist, dass es immer eine Ausnahme gibt, nämlich die Nur-so-da-Vorstandsmitglieder, und dies aus ganz unterschiedlichen Vereinsinteressen heraus begründet.

Die Gefahr dabei ist, dass es immer mehr Nur-so-da-Vorstandsmitglieder gibt, was letztendlich keinem Verein guttut. In manchen Vereinen dürfte der gesamte Vorstand aus solchen Mitgliedern bestehen, wobei diese sich dann gerne darüber wundern, dass es insgesamt immer weniger Vereinsmitglieder gibt.

Ironischer Weise versuchen gerade diese Vorstände das Problem dadurch zu beheben, dass sie immer mehr Nur-so-da-Vorstandsmitglieder in den Vorstand berufen oder gar wählen lassen, was dazu führt, dass damit nur noch die Anzahl der Vorstandsmitglieder zunimmt.

Spannender Weise ist dies heutzutage kein ausschließliches Vereinsphänomen mehr, was vielleicht die eine oder andere gesellschaftliche Entwicklung erklären könnte.

„Mitgliedschaft in einem Verein

Wer in einen Verein eintritt, schließt als Mitglied mit dem Verein einen Vertrag. Minderjährige unter 18 Jahren, die in einen Verein eintreten wollen, müssen – von Ausnahmefällen abgesehen – von ihren Erziehungsberechtigten vertreten werden.

Die Satzung des eingetragenen Vereins muss Bestimmungen über den Ein- und Austritt der Vereinsmitglieder treffen. Mitglied des Vereins ist, wer den Verein mitgründet oder später in den Verein eintritt. Die Mitgliedschaft in einem Verein ist nicht übertragbar und nicht vererblich. Die Ausübung der Mitgliedschaftsrechte kann nicht einem anderen überlassen werden.

Durch den Eintritt in den Verein wird das neue Mitglied Träger von Rechten und Pflichten. Diese ergeben sich entweder aus der Satzung oder beispielsweise aus Benutzungsordnungen, die häufig von Sportvereinen erlassen werden. Zudem verpflichtet sich das neue Vereinsmitglied, die mit der Mitgliedschaft verbundenen Beitragspflichten zu erfüllen.

Der Verein ist in der Regel frei in seiner Entscheidung, ob und wen er als neues Mitglied aufnehmen will. In der Vereinssatzung können bestimmte Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft festgelegt werden (zum Beispiel ein Mindestalter oder ein bestimmter Beruf). Ausnahmen bestehen etwa bei Vereinen, die für die berufliche oder wirtschaftliche Existenz eines Einzelnen von besonderer Bedeutung sind. Für solche Vereine kann ein Aufnahmezwang bestehen.“

Serviceportal BAden-Württemberg (25.1.2026)

Blitz

Einigendes Band 5 (3)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Schon etwas länger frage ich mich, wie nationalistische, faschistische und nationalsozialistische Bewegungen und Parteien aus allen Herren Ländern so ohne mir nichts dir nichts zusammenarbeiten können.

Auch wie es diese allgemein bekannten antidemokratischen Kräfte immer wieder schaffen, nicht nur bei den Demokraten, sondern auch bei den vermeintlich linken Totalitaristen Verbündete zu generieren.

Der blanke Haß auf alles Demokratische dürfte als Begründung zu kurz gesprungen sein; zudem wohl auch kaum tragfähig genug, um über Jahrzehnte hinweg gemeinsame Machenschaften zu initiieren, zu tätigen und zu decken.

Dieses gemeinsame Band dürfte nun mit dem Österreicher Marius Robert Fortelni (aka Jeffry Epstein) gefunden worden sein. Ich meine damit nicht die gewerbemäßige Ausbeutung junger Damen, denn das ist auch heute noch eine unbestritten überparteiliche und überkonfessionelle Disziplin.

Nein, es geht dabei um das wohl Jahrtausende alte Band der Pädophilie, ob mit Knaben oder kleinen Mädchen, das dürfte heutzutage keine Rolle mehr spielen. Und spätestens seit Josef Fritzl wissen wir, dass dabei auch Familienbande keine Bedeutung mehr haben; aber besser als Donald Trump in einem Interview zusammen mit seiner Lieblingstochter konnte er es auch dieser Verbrecher nicht ausdrücken.

Dieses einigende Band der Pädophilie zieht sich durch unsere gesamte Welt und lässt sogar Regierungen zusammenarbeiten, von denen man es nie für möglich gehalten hat.

Und glaubt man eine Frage beantwortet zu haben, kommt mindestens auch schon wieder die nächste aufs Tablett. Warum spielen spätestens seit Adolf Hitler Wien und sein Umland immer wieder eine solch große Rolle dabei?