Kreidetafel

Forum für Patrone 4.2 (5)

Beitragsfoto: Kreidetafel | © Pixabay

Um es meinen potenziellen Patronen etwas schmackhafter zu machen, überlege ich mir gerade, ob ich nicht in meinem Forum ein exklusives Unter-Forum ausschließlich für meine Unterstützer schaffen soll.

Aufs Erste betrachtet, finde ich diese Idee ganz prickelnd, und manche Menschen mögen das Exklusive ganz bestimmt. Zudem bietet dies die Möglichkeit, um die Chatham House Rule auch einmal richtig sinnvoll anzuwenden.

Bevor ich mich jetzt aber wieder einmal daran mache, um dieses Unter-Forum tatsächlich in die Tat umzusetzen, möchte ich gerne doch noch die eine oder andere Meinung von meinen Lesern dazu haben. Auch werde ich dann nochmals eine Nacht darüber schlafen — wahrscheinlich erspart mir das dann auch eine Menge Arbeit.

Ich denke dabei nur an meinen Kalender. Kaum hatte ich mich nach mehreren wenig erfolgreichen Versuchen dazu entschlossen, auf digitale Kalender zu verzichten, da das Arbeits- / Nutzenverhältnis nicht gerade sehr prickelnd war, kamen auch bereits die ersten Anfragen, ob ich nicht doch wieder einen solchen einrichten könne.

Ich habe mich dazu erneut breitschlagen lassen, nur um erneut festzustellen, dass genau jene, die so einen Kalender dringend benötigen und deshalb auch gerne wieder hätten, genau jene sind, die nun darauf überhaupt nicht zurückgreifen — wieder einmal.  

Ich will mich aber nicht beklagen — selber schuld! Und so lasse ich den Kalender einfach einmal „online“; vielleicht finden sich ja ganz neue Nutzer, die für sich daraus einen Vorteil ziehen können.

Deshalb nun auch meine Skepsis für ein eigenes Unter-Forum — warten wir es aber einmal ab, denn nur wer es immer wieder versucht, wird überhaupt eine Chance haben, neue Dinge in Gang zu bekommen.

Jetzt sind meine Leser gefragt. Und wenn das mit dem exklusiven Forum klappt, dann kann ich zusätzlich gerne noch exklusive Blog-Beiträge anbieten — schreiben tue ich eh gerne („nur tun tut man nicht“, würde jetzt eine inzwischen etwas ältere Bekannte sagen; ob die überhaupt noch existiert?) 

Fragen über Fragen …

„To learn which questions are unanswerable, and not to answer them: this skill is most needful in times of stress and darkness.“

Ursula K. Le Guin, The Left Hand of Darkness (1987: 164) 

Ewige Flamme

Dem unbekannten Leser 5 (5)

Beitragsfoto: meine ewige Flamme | © Shutterstock

Über meine Leser weiß ich nicht sehr viel. Dies ist auch den permanenten Hinweisen von Detlef Stern geschuldet, der mich gerne daran erinnert, dass man nicht alles macht, auch wenn man es könnte. Dabei spielt er nicht auf ein moralisches Grundprinzip an, sondern erinnert mich immer wieder an die zunehmenden Auswüchse unserer Datenschutzgrundverordnung.

Manche meiner Leser antworten ab und zu auf meine Beiträge dabei aber sehr gerne per E-Mail oder bei einem persönlichen Treffen. Wenige nutzen die durch das Weblog bereitgestellten Möglichkeiten und schreiben einen entsprechenden Kommentar, beteiligen sich im jüngst bereitgestellten Forum oder hinterlassen mir eine Notiz auf dem Blog. Andere Leser wiederum haben ein Abonnement abgeschlossen und werden per E-Mail über neue Blog-Beiträge informiert.

Und das sind die Leser, über die ich mir selber ein eigenes Bild machen kann — übrigens ein sehr positives!

Die große Masse meiner Leserschaft bleibt für mich aber weiterhin im Dunkeln des Internets verborgen. Ich kann hier nur aufgrund von Zugriffszahlen und Länderzuordnungen bzw. den Aufrufen meiner „internationalen“ Weblog-Seiten erkennen, dass es diese Leser gibt. Auch werde ich darin, dass es diese Leser tatsächlich gibt, durch Anfragen von Werbefirmen und Dienstleistern bestätigt, die ansonsten von meinem Weblog keine Notiz nehmen würden.

Deshalb widme ich diesen Blog-Beitrag dem unbekannten Leser und entzünde für diesen stellvertretend für alle anderen das obige „ewige“ Licht.

Lieber unbekannter Leser!

Danke, dass es Sie gibt. Zwar weiß ich nicht, wer Sie sind oder wo Sie leben und arbeiten, dennoch dürften wir doch so einiges an Gemeinsamkeiten haben. Zumindest denken wir über unsere Welt sowie uns selber nach und hören dazu auch gerne die Meinungen anderer.

Ich wurde jüngst von Thomas Michl, einem meiner Leser, den ich persönlich kenne und sehr schätze, gefragt, was denn meine Erwartungshaltung an die Leser wäre? Ich teile dabei seine Meinung, dass sehr viele Mitbürger kritisch-reflektierend unterwegs sind. Leider aber nutzt dies der Gesamtheit wenig, wenn diese ihre Erkenntnisse oder Zweifel meist für sich behalten.

Douglas Adams hat dies sehr treffend in seinem Hörspiel „Per Anhalter durch die Galaxis“ formuliert, indem er ganz beiläufig erwähnte, dass noch kurz bevor die Vogonen unsere Welt zerstörten, ein Mensch die Lösung für sämtliche Probleme des Universums gefunden hatte. Und er lässt uns dann noch wissen, dass diese Lösung nicht „42“ ist.

Da ich Sie, lieber unbekannter Leser, nicht kenne, fällt es mir schwer, auch eine Erwartungshaltung an Sie zu formulieren. Aber freuen würde ich mich darüber, wenn Sie — wenigstens ab und zu — aus der Deckung kommen und Ihre Meinung zu den hier im Weblog angebotenen Meinungen, Vermutungen und Behauptungen kundtun.

Denn wenn wir Menschen etwas sind, dann eine Art von Kommunikationsraum, der dadurch existiert, dass möglichst viele unterschiedliche Meinungen und Ansichten aufeinandertreffen, sich aneinander reiben und wir dadurch trotz oder gerade wegen der daraus entstehenden Konflikte langsam, aber sicher ein gemeinsames Bild von der aktuellen Realität erhalten.

Und je besser wir miteinander kommunizieren, umso besser ist das aktuelle Bild von unserer eigenen Realität.

Lieber unbekannter Leser, ich weiß, dass dies nicht einfach ist, ganz besonders dann, wenn man selber seine eigenen Gedanken ins World Wide Web stellt, das diese zwar aufnimmt, aber auch wie ein Blitzableiter gleich ins digitale Nirwana weiterführt.

Und so freut es mich weiterhin, dass ich weiß, dass es Sie gibt. Und hoffe, dass manche meiner Gedankengänge Sie auch zum Widerspruch anregen und Sie dadurch für sich selber das Eine oder Andere neu denken können.

„Dürfte ich das Unwort des Zeitalters bestimmen, so käme nur eins in Frage: kommunizieren. Ein Autor kommuniziert nicht mit seinem Leser. Er sucht ihn zu verführen, zu amüsieren, zu provozieren, zu beleben. Welch einen Reichtum an (noch lebendigen) inneren Bewegungen und entsprechenden Ausdrücken verschlingt ein solch brutales Müllschluckerwort! Mann und Frau kommunizieren nicht miteinander. Die vielfältigen Rätsel, die sie einander aufgeben, fänden ihre schalste Lösung, sobald dieser nichtige Begriff zwischen sie tritt. Ein Katholik, der meint, er kommuniziere mit Gott, gehört auf der Stelle exkommuniziert. Zu Gott betet man, und man unterhält sich nicht, sondern man empfängt eine Heilige Kommunion. All unsere glücklichen und vergeblichen Versuche, uns mit der Welt zu verständigen, uns zu berühren und zu beeinflussen, die ganze Artenvielfalt unserer Regungen und Absichten fallen der Ödnis und der Monotonie eines soziotechnischen Kurzbegriffs zum Opfer. Damit leisten wir dem Nichtssagenden Vorschub, das unsere Sprache mit großem Appetit auffrisst.“

Bodo Strauß , Der Untenstehende Auf Zehenspitzen (2004: 41)

Europastammtisch

Europastammtisch 4.3 (6)

Nach meinen letzten erfolglosen Versuchen, das Forenschreiben wieder etwas populärer zu bekommen, hatte ich vor Kurzem noch mein letztes Forum geschlossen. Und kaum war dies geschehen, kamen schon die ersten Anfragen, ob man es nicht nochmals probieren könne.

So habe ich jetzt ein Forum hier auf meinem Weblog eröffnet, das mich kaum noch Arbeit kosten wird und auch weniger zeitintensiv in der Betreuung sein wird. Zudem spart es Energie und Kosten, da ich das Forum auf einem bereits bestehenden System betreibe — sozusagen ein grüneres Forum.

Und die Problematik mit den vielen Hacks und Spams konnte ich nun auch etwas mildern, da mein Weblog von der technologischen Struktur her besser abgesichert ist. Auch habe ich den Forenzutritt von Anfang an limitiert.

Jetzt liegt es an den Weblog-Lesern, ob sie dieses neue Angebot nutzen möchten oder nicht. Und die alten Forennutzer können sich bei Bedarf erneut engagieren.

Um das Ganze übersichtlicher zu gestalten, beabsichtige ich, die Themenvielfalt langsam aufwachsen zu lassen, sodass sich die regelmäßigen Nutzer, ob Leser oder Diskutant, besser an die neue Umgebung gewöhnen können. Wohin sich diese Themen letztendlich aber bewegen werden und über was dann tatsächlich auch diskutiert werden wird, das liegt wieder an jenen Nutzern, die sich dabei auch aktiv einbringen werden.

Wer sich das jetzt etwas genauer anschauen möchte, der findet das Forum gleich in der Navigation unter Forum oder ruft die alte und weiterhin bestehende Domain „europastammtisch.eu“ auf. Diese Domain ist auch der Grund dafür, dass dieses Forum „Europastammtisch“ genannt wird.

Selbstverständlich sind auch alle Europastammtischler recht herzlich willkommen, um sich hier auch virtuell auszutauschen, so wie auch die Teilnehmer der Hertensteiner Gespräche. Und wenn ein Heilbronner zudem gerne ein lokales Thema diskutieren möchte, bietet dieses Forum ebenfalls bereits einen eigenen Platz dafür an.

„I never knew any debatable point not maintained on both sides by unanswerable arguments …“

Letitia Elizabeth Landon, Romance and Reality (1831: Volume II, Chapter 21)