Göttingen

26.9.02025 5 (3)

Beitragsfoto: Göttingen einmal anders

Zumutung

Aktuell erhalte ich wieder verstärkt E-Mail von Studenten. Der Hintergrund dafür ist einfach, sie möchten um ihre Klausurnoten feilschen. Wenn man nichts lernt und in Folge davon auch nichts kann, dann sind erst einmal alle anderen schuld und man versucht zu retten, was noch zu retten ist.

Schlimm, weil ich von Anfang an mit offenen Karten spiele und die Studenten vom Tag 1 an wissen, wie meine Klausuren entworfen, geschrieben und korrigiert werden. Feilschen kommt dabei nicht vor!

Da ich aber inzwischen davon ausgehen muss, dass die Masse der durchgefallenen Studenten auch das nicht verstehen kann, finde ich mich damit ab, dass ich wieder doch so einigen Studenten deren eigene Klausur zur Einsicht vorlege, nur um dann erneut mitzuerleben, wie diese einfach die Klausurfragen nicht verstehen können. Von deren eigenen Antworten ganz zu schweigen.

Eine Zumutung ist es aber, dass ich trotz mehrfachen Erklären und Intervenieren noch solche E-Mail erhalte.

„Hallo … Ich möchte bitte für Projektmanagement eine Klausureinsicht machen.“

Student, 2. Semester in Deutschland

Vermischtes

Heute ein Käffchen zusammen mit Detlef Stern. Schwerpunktthema: Betriebssysteme.

Schon immer mache ich unterwegs Schnappschüsse, meist um Dinge festzuhalten, die mich überraschen oder etwas außergewöhnlich sind. Eine solche Sammlung habe ich jüngst beim Ausmisten meines kleinen Hausservers gefunden. Ein paar Bilder davon werde ich sicherlich hier im Blog wieder verwenden.

Das heutige Foto stammt aus Göttingen, wo ich nach einer Besprechung im Mai 2017 noch mit ein paar guten Bekannten ein Abschlussbier nahm. Die Toilette der Kneipe war dann ein Schnappschuss wert, an die Kneipe selbst kann ich mich schon längst nicht mehr erinnern. Gerne nehme ich Hinweise über den Sinn und Zweck einer solchen Einrichtungsausstattung entgegen.

Da gibt es tatsächlich Menschen, die mich auf den Social Media vermissen. Nichts für ungut, aber ich vermisse dort nur ein paar wenige von jenen, die ich ansonsten aufgrund eines anderen Kontinentes kaum bis gar nicht mehr zu Gesicht bekomme. Der eigentliche Grund, warum ich vor den Social Media mit Social Media experimentierte. Dann aber geschah mit jenen Social Media, welche die Menschenmengen nur so anzogen genau das, was mit Menschenmengen schon immer geschieht, sie wurden alles außer sozial.

Dabei ist es schon seit gut 80 Jahren Gewissheit, dass man Menschen nur föderal organisieren kann, wenn man mit diesen Gutes erreichen möchte.

Pete Hegseth, der Mann fürs Grobe in der aktuellen US-Regierung hat tatsächlich die gesamte US-Militärführung einbestellt. Eine sehr außergewöhnliche Maßnahme. Ich sehe nur drei Gründe dafür. Erstens, man möchte sie alle exekutieren und die USA damit militärisch enthaupten. Zweitens, man möchte sie alle auf einmal entlassen, was ähnliche Turbulenzen verursachen würde, oder drittens, man möchte sie für den endgültigen Vollzug der Machtergreifung gewinnen. Lassen wir uns einmal überraschen.

E-Book

Bin bereits am neuen E-Book über die Hertensteiner Gespräche. Die letzten drei sind auf meiner Bücherseite zu finden. Es war von vornherein klar, dass dies eine Lektüre für absolute Polit-Nerds sein wird. Was ich aber nicht wusste ist, dass bisher laut epubli von den ersten beiden nur je zwei Exemplare gekauft wurden, davon je eines von mir selbst und vom dritten kein einziges — digitale Raritäten sozusagen.

Damit gebe ich diese Bücher eigentlich nur für mich selbst heraus. Und deshalb nutze ich das neue E-Book über die Hertensteiner Gespräche, um mir einmal die Kindle-Welt etwas näher anzuschauen.

Die Kosten für diese E-Books trage ich selber. Im Falle, dass damit einmal tatsächlich Geld verdient wird, landet dies in der Vereinskasse.

Dennoch ist es für unseren Verein ein Gewinn, weil die Bücher in Frankfurt und Leipzig für die kommenden Jahrhunderte hinterlegt bleiben und zudem inzwischen kostenfrei online-Werbung für die Hertensteiner Gespräche und die EUROPA-UNION machen.

Die jeweiligen Protokollanten motiviert es vielleicht sich als „Buchautor“ zu üben und wer weiß, vielleicht findet der eine oder andere dann am Schreiben sogar Gefallen.

Für mich ist es eine gute Gelegenheit, um mir die verschiedenen Arten und Vertriebsmodelle von E-Books einmal etwas näher anzuschauen, was ich sonst wohl nicht machen würde. Auf alle Fälle kann ich später mit gutem Gewissen mitreden, wenn das Thema auf E-Books kommt.


Duo

21.4.02024 5 (4)

Beitragsfoto: Bérengére Le Boulair und Christiane Reiling

Fenster

Beginnen wir einmal mit etwas Erfreulichem. Nach fast 20 Jahren wird die Fenstererneuerung bei der Grünewaldschule endlich fortgesetzt; dafür sind nun 1 Million Euro fällig. Noch im Sommer soll die gleich daneben liegende Neckartalschule abgerissen und deren Neubau dann mit der Grünewaldschule zu einem Campus zusammenwachsen. Das hört sich schon einmal ganz gut an. Hoffen wir nun darauf, dass danach beide Schulen zumindest den aktuellen Forderungen an Bildungseinrichtungen genügen werden — die Lehrer und Schüler hätten es verdient.

Inzwischen will man die Container an den Dammschulen als Ausweichquartier für die Neckartalschüler nutzen. Bleibt zu hoffen, dass der Gemeinderat danach den Mut und das Geld aufbringt, die Container entsorgt und an deren Stelle die Dammschulen zu einem zeitgemäßen Schulzentrum, einschließlich der notwendigen Sport- und Schwimmhallen ausbaut. Alte Gemäuer nur etwas aufzuhübschen reicht schon lange nicht mehr! Zumindest aber zieht es dann weniger, wobei wir schon längst hätten erkennen müssen, dass Zugluft das geringste Problem heutiger Bildungsbemühungen ist.

Konzertabend

Kaum wieder auf dem Dampfer, konnte ich gestern Abend einer Einladung der Amicale des Français de Heilbronn folgen und wurde sogleich mit einem deutsch-französischen Konzertabend über die Freundschaft belohnt. Dieser fand interessanter Weise in der Aula der Fritz-Ulrich-Schule statt, was mich nun schon wieder zum Wahlkampf führt, nämlich, dass man in Heilbronn einmal darüber nachdenken könnte, wie man bei uns Bildung und Kultur besser in Übereinklang bringt und nicht beständig nur darüber, wer an was etwas verdienen darf und wer nicht!

Der gestrige Konzertabend hatte das Motto „zusammen & auseinander“ und wurde von den beiden exzellenten Künstlerinnen Bérengére Le Boulair und Christiane Reiling bestritten. Erstere eine begnadete Violinistin und die andere eine ebensolche Cellistin. Sehr spannend wie die beiden Musikerinnen ihre eigenen Erfahrungen des deutsch-französischen Zusammenlebens musikalisch aufgearbeitet und verarbeitet haben und dabei ihre eigenen Biografien verschmolzen, nicht nur musikalisch.

Ihre Improvisationen der Musik deutscher wie auch französischer Komponisten ein Gedicht! Gesangs- und Tanzeinlagen sowie das Rezitieren von Texten und dies alles in einer gut gewählten Kulisse, machten den Abend zu einem ganzheitlichen Freundschaftserlebnis. Die guten Pausengespräche des Abends rundeten diesen zusätzlich ab.

Mein Lob geht and die beiden Musikerinnen, mein Dank an die Amicale des Français, die mir diesen wunderbaren Abend erst möglich gemacht hat. Was wieder einmal zeigt, wie stark das bürgerschaftliche Engagement in Heilbronn verwurzelt ist und bleibt, trotz der unsäglichen Versuche diese mehr als lobenswerten Bemühungen von uns Bürgern immer wieder im Keime zu ersticken!

Kant

Wohl dem aktuellen Wahlkampf geschuldet, gingen 300 Jahre Kant fast an mir vorbei. Was nun die Frage nach den wahren Schwerpunkten aufwirft, wobei wir schon wieder bei Kant wären. Kant begegnete mir nicht nur während meines Studiums, sondern auch im Laufe meiner militärischen Ausbildung und erneut als ich mich näher mit dem Föderalismus beschäftigte. Sein in den letzten beiden Kontexten wohl bekanntestes Werk „Zum Ewigen Frieden“ habe ich bereits vor vielen Jahren in eine etwas lesbarere Form gebracht. Auf alle Fälle aber sollte man seine erste Kritik, die an der reinen Vernunft zumindest einmal angelesen haben, was mich wieder zu meinem eigenen Studium führt.

Seit wenigen Tagen liegt nun die aktuelle Ausgabe von The Federalist Debate (immer noch in Folie eingeschweißt) neben meinem Rechner. Diese zitiert eigentlich schon immer Immanuel Kant mit den Worten: „The establishment of a perfect civil Cobsititution depends on the problem of governing the external relations among states through law.“ Und auch eine richtige Tageszeitung bemüht sich schon seit gestern mehr Verständnis für Kant zu erzeugen und erinnert gleich mit drei Artikeln an dessen 300sten Geburtstag: Wider die Selbstverkleinerung des Geistes (Jürgen Kaube, FAZ, 20.4.2024), Der Unendliche (FAZ, 20.4.2024) und Der Unendliche II (FAZ, 21.4.2024), wobei ich erst heute dazu kam, diese Beiträge zu lesen.

„Es braucht Mut, sich dieses Verstandes zu bedienen. Wer ihn aufbringt, wird reich belohnt.“ 

FAZ, 21.4.2024

Immanuel Kant wurde wie meine Großmutter mütterlicherseits auch, in Königsberg geboren, allerdings ein paar Jahre eher, nämlich am 22. April 1724. Noch heute ist uns sein Leitspruch Sapere aude geläufig (hic!) und man kann es nur jedem empfehlen, ganz besonders den eigenen Studenten, denen damit vieles sehr viel einfacher gelingen könnte. Was mich nun wieder daran erinnert, meine kommende Vorlesung vorzubereiten, aber zumindest demnächst darüber nachzudenken, ob das Ganze überhaupt wirklich Sinn macht — wenn da nicht die Käffchen und guten Gespräche mit Detlef Stern wären und sein freundschaftlicher Hinweis, dass man nur etwas könne, wenn man es bereits auch erfolgreich gelehrt hat. Wobei wir jetzt schon wieder bei Kant angelangt sind:

„Vom leeren Raum kann es keine Erfahrung, auch keinen Schluss auf das Objekt derselben geben. Von der Existenz einer Materie belehrt zu sein dazu bedarf ich Einfluss einer Materie auf meine Sinne.“

Immanuel KAnt, Gesammelte Schriften

Stadtwald

16.1.02024 4.6 (5)

Beitragsfoto: Stadtwald

Unverständnis

Wie kann man nur, wie z. B. die Menschen in Iowa, einen Kriminellen und Totalitaristen zum Spitzenkandidaten einer der ältesten demokratischen Parteien überhaupt wählen? Nachweislich ist Donald Trump alles das, was man als ehrbarer Bürger einfach nicht ist. Hinzu kommt noch seine kriminelle Veranlagung, die ihn insgesamt zu einem würdigen Hitler-Nachfolger macht — dessen Buch wohl das einzige ist, das er jemals selbst gelesen hat. Auf alle Fälle kennt er es und dessen Autoren und gibt vor, es nie gelesen zu haben, was nach trumpscher Denkweise eine Bestätigung für dessen Lektüre ist.

Ein Grund für die Wahl Trumps könnte sein, dass der GOP-Parteiapparat über die Jahre hinweg völlig verwahrlost ist und selbst nur noch aus Kriminellen besteht, die einzig und alleine ihr eigenes Land ausplündern wollen, zumindest so lange, wie es dort noch etwas zu holen gibt.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass sich die braune Masse, die es wie in Deutschland seit spätestens den 1920er-Jahren gibt, die GOP als Sammelbecken für all ihre Unterabteilungen und Splittergruppen auserkoren hat. Wenn dem so wäre, dann muss auch bei uns die eine oder andere Volkspartei mächtig aufpassen, dass sie nicht z. B. von einer WerteUnion gekapert wird.

Auf alle Fälle aber steht fest, dass wer heute noch einen Donald Trump für gut befindet oder gar wählt, einfach kein guter Mensch sein kann. Und Frauen, die Trump wählen, dürften gar zu einer ganz anderen Spezies gehören — einem Homo burka.

Schnee

Heute hat es tatsächlich etwas geschneit. Und als ich mich gerade über ein paar Fahrer amüsieren wollte, die kaum einen Hügel hinaufkamen, lag ich schon selber auf der Straße. Zurück zu Hause, nutzte ich gleich die Gelegenheit, um mir bei einem Experten etwas Rat zu holen. Nicht, dass ich demnächst noch im Stadtgarten oder gar im Alten Friedhof in Schwierigkeiten gerate — es könnte ja weiter schneien.

Luke Nicholas ist immer eine gute Adresse, wenn man sich Ratschläge für etwas schlechteres Wetter holen möchte. Und wer weiß, vielleicht schneit es bei uns einmal gleich zwei Tage hintereinander.

Erfreulich

Als ich mich mal wieder etwas mehr den Vereinsroutinen widmete, konnte ich feststellen, dass sich inzwischen doch so einiges bei unseren Verwaltungen zum Positiven wendet. So betreiben inzwischen die Bundesländer ein gemeinsames Registerportal und bezeugen damit, dass man auch föderal gut zusammenarbeiten kann, wenn man dies nur möchte.

Die Freien Wähler Heilbronn sind dort auf alle Fälle richtig eingetragen und bei der EUROPA-UNION Heilbronn konnte ich feststellen, dass ich dringend nachsteuern muss. Und schon hat sich das Registerportal für mich gelohnt!

Weniger erfreulich ist, als ich mich vor Kurzem digital mit meinem neuen Reisepass ausweisen wollte und mir die Gegenstelle mehrfach versicherte, dass mein Reisepass defekt sei. Dieses Problem werde ich wohl nur dadurch beheben können, dass ich beim Heilbronner Rathaus um einen Termin bitte, dort dann persönlich erscheine und hoffentlich auf einen Mitarbeiter stoße, der dafür Verständnis hat, dass ich meine teuren Ausweise auch tatsächlich nutzen können möchte. Noch besser wäre es allerdings, wenn dieser dann auch eine Lösung für mein Problem anbieten kann.