JEF Treffen 2007

Junge Hüpfer 4.2 (44)

Beitragsfoto: JEF Treffen 2007 | © Bettina Kümmerle

Meine Leser dürften es bereits wissen, ich bin allergisch gegen alles und jeden, der meint und dies auch sehr höflich ausgedrückt, mir den Mund verbieten lassen zu müssen. Für die freie Meinungsäußerung und ich behaupte dabei nicht, selbst die Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben (!), habe ich schon des öfteren sehr große eigene Nachteile in Kauf genommen.

Selbst wenn ich inzwischen ein alter weißer Mann bin, war ich auch einmal ein junger Hüpfer und ein sehr dummer noch dazu. Noch bevor ich mein Abitur in der Tasche hatte, war ich Mitbegründer und lokaler Vorsitzender einer politischen Jugendorganisation und zudem bereits bei den Erwachsenen etabliert.

Meine ersten politischen Niederlagen musste ich erleiden als ich die Altersgrenze bei Jugendorganisationen auf 21 Jahre festzurren wollte und dies beginnend in der eigenen Partei. Sehr schnell hatten auch dort die Grenzalter (30 – 35 Jahre) das Sagen und richteten in Folge davon zumindest „meine“ damalige Parteijugend zugrunde. In diesen Jahren gab es auch bei uns bereits eine JEF, welche damals nur noch aus sehr alten Männern und Frauen bestand, die gerne reisten.

Erst meine heutige bessere Hälfte konnte als junge Dame die JEF vor Ort wieder zu einem schlagkräftigen Jugendverband machen, der es auch verdiente, eine politische Jugendorganisation zu sein. Und zu meinem völligen Erstaunen zeigte sie mir, dass man auch in seinen Zwanzigern noch politische Jugendarbeit machen kann. In dieser Zeit rückte ich tatsächlich von meiner selbstgesetzten Obergrenze ab, was ich heute bedauere.

Meine jahrzehntelange Erfahrung zeigt mir, dass es auch in Jugendorganisationen Ausnahmen geben muss und kann, diese aber nur dann gezogen werden dürfen, wenn die Alternative die Auflösung des betroffenen Verbandes wäre. Zwei Beispiele hierfür: meine bessere Hälfte verblieb bei der JEF bis zum Endalter in der Funktion als Landesschatzmeisterin, nur um den Untergang des Landesverbandes zu vermeiden. Sie war in dieser Zeit schon sehr lange fester Bestandteil des Kreisvorstandes der EUROPA-UNION. Der aktuelle JEF-Kreisvorsitzende, ebenfalls fest im Kreisvorstand der EUROPA-UNION verankert, hält die Stellung, nur um die JEF vor Ort zumindest papiermäßig am Leben zu erhalten.

In all den Jahrzehnten lernte ich in der JEF und ich kenne diese von der Orts- bis auf die Europaebene, ab der Landesebene aufwärts nur drei weitere JEF kennen und schätzen, denen ich eine ehrliche und auch erfolgreiche Jugendarbeit attestieren kann. Ansonsten meist nur selbstverliebte Ausbläser mit Hoffnung auf vermeintliche Bürgermeister- oder Abgeordnetenkarrieren.

Inzwischen staune ich nur noch Bauklötze darüber, wie sich ewig pubertierende Grenzalter und dies ganz besonders in den politischen Jugendorganisationen und -parteien aufplustern und den echten Erwachsenen die Welt erklären möchten!

Worüber ich mich zugegeben bei einem 17-Jährigen noch so richtig freuen würde, mich spätestens aber bei einem Endzwanziger fragen muss, was dieser überhaupt die ganze Zeit selbst gemacht hat? Und ganz besonders darüber, was ein Grenzalter überhaupt mit Minderjährigen zu tun haben möchte? Als 17-Jähriger fand ich es einfach nur widerlich, wie sich ein 34-Jähriger an uns Jungs heran wanzte — für eine eigene Karriere, nicht einmal in einem ehrenamtlichen Verband, reichte es ihm auch später nicht.

Dass meine Einschätzung nicht nur eine Einzelmeinung ist zeigt der Zustand unserer JEF ganz deutlich auf, wo sie vor Ort kaum noch junge Menschen mit beiden Füßen auf dem Boden gewinnen kann.

Meine beiden Söhne, seit ihrem 14. Lebensjahr selbst JEF, haben sich entgegen dem Engagement der eigenen Eltern immer der JEF gegenüber höflich distanziert verhalten — beide stehen aber auch mit beiden Beinen auf dem Boden und hatten mit spätestens 20 ihre Pubertät bereits hinter sich, auch politisch.

Die wenigen jungen Erwachsenen, die sich in unserem EUROPA-UNION Kreisverband aktiv einbringen, sind eigentlich nur JEF, weil es ein Doppelmitgliedschaftsabkommen gibt. Und sie sind im Kreisvorstand verankert, weil sie sich engagieren, nicht weil sie JEF sind. Bei uns im Verein spielt das Alter aber auch nur eine einzige Rolle: ab 14 Jahren darf man bei uns als vollwertiges Mitglied mitmachen und mit spätestens 80 Jahren muss man alle eigenen Vereinsfunktionen abgegeben haben.

Und wenn ich schon einmal beim Lästern bin, dann gleich noch ein paar Erlebnisse mit der JEF aus meiner Zeit als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION.

Mit der Übernahme meines Amtes musste ich feststellen, dass die JEF inzwischen eine Zeitung „Treffpunkt Europa“ vermarktet, dessen Namen unser Verein seit Jahren offiziell nutzte und nun auch — neue Besen kehren bekanntlich gut — für ein eigenes Mitgliedermagazin nutzen wollte. Und so wandte ich mich 2005 ganz offiziell an die Herausgeber, um eine für beide Seiten gangbare Lösung zu finden. Auf die Antwort warte ich noch heute!

Als gewählter UEF-Delegierter musste ich feststellen, dass eine junge Dame aus „meinem“ Kreisverband, die ich nur vom Papier her kannte, an allen Ebenen und Beschlüssen vorbei plötzlich dort in Brüssel tätig wurde. Sie verschwand dann auch wieder so wie sie gekommen war.

Als Kreisvorsitzender wurde ich auf einer eigenen Veranstaltung von einer stolzen Mutter (kein Mitglied) darauf angesprochen, dass ihre Tochter eine wichtige Rolle im JEF-Bundesvorstand spielen würde. Noch heute weiß ich nicht, wie diese junge Dame dorthin kam. Auf alle Fälle aber war sie nicht auf lokaler Ebene präsent oder gar engagiert. Schräg wurde es aber dann, dass mir nun diese Mutter nicht nur die Welt erklären wollte, sondern auch wie ich einen EUROPA-UNION Kreisverband zu führen hätte.

Als ich sowohl für den Kreisverband als auch für den Landesverband eine Lösung für unsere Websites gefunden hatte, lag mir die JEF in den Ohren, dass man dies viel moderner und besser machen könne. Ich lies mich überzeugen und wechselte alles auf WordPress, weil dann die JEF nach deren eigenen Worten diese Arbeit mit übernehmen könnte. Auch darauf warte ich noch heute!

Als ich für mein Buch „Europa ist für alle da!“ recherchierte, durfte ich sehr deutlich zur Kenntnis nehmen, dass JEF-Bundesvorstandsmitglieder mit einfachen Kreisvorsitzenden der Mutterorganisation nicht verkehren — nur mit Bundesvorstandsmitglieder, am besten mit Mandat im Europäischen Parlament.

Schlimm dabei aber nur, dass die JEF-Bundesebene seit spätestens 2018 völlig von der Kreisebene abgehoben agiert und nur dann von sich Reden macht, wenn die JEF auf EUD-Bundesebene halbgare Ideen durchgesetzt bekommen möchte und diese dann am liebsten von oben herab auf die Kreisebene zur Umsetzung befohlen werden sollen.

Seit dieser Zeit brilliert die JEF auch nur noch dann, wenn das „Gendern“ für alle zur Pflicht werden soll oder sie selbst jemanden kennen, der gerne ein neues Verbandslogo gestalten und verkaufen möchte.

Als wir echten Erwachsenen endlich mit Florenz eine gute und europäische Lösung für unsere Vereinsarchive gefunden hatten, schoss die JEF in Baden-Württemberg dazwischen und beschloss für sich eine nationale Lösung — nun muss man zumindest das JEF Archiv unseres eigenen Kreisverbandes als verschollen abschreiben.

Inzwischen gehe ich als Kreisvorsitzender davon aus, dass es nur noch eine Zusammenarbeit mit der JEF gibt, wenn sich einzelne JEF-Vorstandsmitglieder davon einen persönlichen Vorteil versprechen — z. B. Redezeiten oder andere Gelegenheiten zur Selbstvermarktung.

Der JEF geht es schon länger nicht mehr um die Sache oder gar die Europäische Idee. Deshalb findet man die JEF immer weniger auf der Kreisebene, wo tatsächlich weiterhin die Basisarbeit und auch der Austausch mit der Mutterorganisation wie auch mit der Bevölkerung stattfindet.

Wenn sich die JEF noch in die Niederungen verirrt, dann ganz offensichtlich nur, wenn es große bis großartige Kampagnen gibt, wo die Hoffnung besteht, dass man als „Germany’s Next Top Modell“ entdeckt werden kann, zumindest aber eine möglichst große Partei auf einen aufmerksam wird.

Und so freue ich mich schon aufs kommende Wochenende, wo mir bestimmt wieder ein paar pubertierende Drückeberger erklären möchten, dass unsere richtige Jugend Wehrdienst leisten muss!

Als Jugendlicher forderte ich selbst noch die Erhöhung der Wehrpflichtzeiten und leistete danach auch ganz folgerichtig meinen Wehrdienst ab! Viele von der damaligen politischen Konkurrenz forderten dies auch, drückten sich mit allen Mitteln vor dem Wehrdienst und profilieren sich noch heute als Polit-Promis, die sehr gerne andere in den Tod schicken.

Wer nun am Wochenende und dies ganz besonders im JEF-Grenzalter wieder einmal große Töne spuckt, der sollte sich doch erst einmal überlegen, was er im echten Leben so machen möchte, anstatt anderen Erwachsenen und mir wieder einmal die Zeit zu stehlen.

Es gibt keinen einzigen für unseren Verband sinnvollen Grund, warum JEF-Vertreter beim EUD-Bundeskongress sein müssen. Wer ein echter Bundesdelegierter sein möchte, der kann sich gerne in den jeweiligen Landesverbänden zur Wahl stellen. Nur zum Schaulaufen und um künftig sehr einfach in den Bundesvorstand (Präsidium) aufzurücken, nur weil man bereits einmal im JEF-Bundesvorstand war, ist erbärmlich und schreckt Jugendliche mit echtem Potenzial nur ab!

Wer ganz oben mitspielen möchte, der sollte zuerst einmal auf Kreisebene nachgewiesen haben, dass er willens und auch fähig ist, sich mit den Mitgliedern vor Ort, unserer Basis, auseinanderzusetzen und Erfolge für unseren Verband einfahren zu können. Unsere Teenager dürfen sich dabei gerne bei der JEF üben, die dann Erwachsen gewordenen sollten aber besser bei der EU einsteigen.

Die ewig Pubertierenden haben schon zu meiner Zeit nur Schäden angerichtet!

Übrigens, ich warte noch heute auf die gleich mehrmals so großspurig versprochene Realisierung der Europawahlkampagne 2024! — die kommenden Wahlen zum Europäischen Parlament finden erneut 2029 statt, nicht das es noch heißt, ich gäbe keinem eine zweite Chance.

Nachtrag 12.10.2025

Wer meint, mit Anfang 30 noch jung zu sein, der möchte bestimmt auch mit Mitte 30 in den Vorruhestand. Als ich mit einem Kameraden, beide damals so um die 30, während eines Lehrgangs für ein Bier in eine Dorf-Disco wollte, meinten die jungen Damen vor Ort lapidar: „Jetzt kommen die schon zum Sterben hierher.“

„Aus diesem Morast deutschbeseelter Bräsigkeit heraus steigt gerade eine hirntotgeborene Generation von nazisstischen TikTok-Arschgesichtern mit Ansprüchen bis zum Mond bei gleichzeitiger plakativer Ungebildetheit, die in verkrustete Unternehmen einsteigt, deren Charaktermasken im Management sich gegenseitig immer noch die gewohnten Regenwaldduschen aus Boni, Tantiemen und Optionen zuschanzen und die in ihrer abgehobenen Selbstzufriedenheit eher an volkseigene DDR-Betriebe erinnern als an globale Wettbewerber.“

Betonflüsterer (26.10.2025)

Hafenmarktturm

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Beitragsfoto: Hafenmarktturm mit Café

Schrott

Gleich vorangestellt, ich mag Schrott und dies schon immer! Gestern verwendete ich diesen Begriff ganz spontan in einer Diskussion und deshalb nun auch hier. Hintergrund ist, dass ein junger Mann unser Europa gestärkt sehen wollte. Der Realitätsverlust in unserer Gesellschaft macht nicht einmal mehr vor jungen politisch und gesellschaftlich interessierten Männern halt.

Die völlige Verblendung, Verdrängung und Ignoranz der Berufspolitik greift wie die Masern um sich! Was meines Erachtens wesentlich mit dazu beiträgt, dass die Spinner und Verbrecher von AfD und BSW bei uns überhaupt einen Fuß auf den Boden bekommen — war gestern aber eine ganz andere Diskussion.

Es gibt sie tatsächlich noch, nicht nur Menschen, die weiterhin hart arbeiten und dazu auch noch Steuern zahlen oder gar Politiker deren Aussagen man weiterhin Glauben schenken kann, sondern auch junge Männer, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden und auch noch ihren Mann stehen können!

Meine beiden Jungs sind mir bereits schon länger geistig und körperlich völlig überlegen und das ist nicht nur richtig, sondern auch gut so! Nur so können Gesellschaften überhaupt funktionieren. Beide haben freiwillig ein soziales Jahr absolviert und einer zusätzlich noch seinen Wehrdienst; ganz ohne Frage sind beide auch ehrenamtlich unterwegs.

Dann aber gibt es leider auch den „Schrott“, und mit diesem kann man eine Gesellschaft weder bewegen, noch am Leben erhalten und schon gar nicht unser Europa stärken!

Vor Kurzem wurde ich von halbstarken Schülern herausgefordert. Wir haben uns auf Liegestützen geeinigt. Als alter kranker Mann konnte ich mehr Liegestützen machen als die fünf voll im Saft stehenden Jugendlichen.

Und so reden wir einmal nur von ein paar körperlichen Eckdaten und lassen das gesellschaftliche und politische Engagement einmal ganz außen vor. Vielleicht interessiert es heute noch einen jungen Menschen, gerne auch junge Damen, was man so mindestens können müsste, wenn man einen Beitrag zur Stärkung unseres Landes oder gar unseres Europas leisten möchte — nur schwätzen zählt dabei nicht!

50 Liegestützen (keine Ehestandbewegungen!) sollten drin sein, zehn Klimmzüge muss jeder Mensch hinbekommen, 5 000 Meter sind in nicht länger als 23 Minuten zu laufen und die 100 Meter in weniger als 14 Sekunden. Als Mann muss man eine 5 kg Kugel aus dem Stand über die sieben Meter wuchten und auch locker über 1,30 Meter hüpfen können. Und wie gesagt, dass sind Mindestvoraussetzungen und überhaupt noch keine Leistung! Das sind die Grundvoraussetzungen, die Abholpunkte von denen man aus jungen Menschen einen Gewinn für unsere Gesellschaft machen könnte. Der Rest ist Schrott oder wie es in den Medien jüngst so gerne geschrieben wird Kanonenfutter.

Kommen wir noch ganz kurz zu den geistigen Mindestvoraussetzungen, hier sieht es tatsächlich etwas besser aus, allerdings sind wir hier ebenfalls nicht mehr wettbewerbsfähig.

Die jüngst von mir korrigierte Klausur an der Hochschule würde meine damalige Deutschlehrerin zum Ausruf verleiten: „Alles Analphabeten!“ Auf Deutsch lesen und schreiben zu können ist weniger als eine Mindestvoraussetzung für eine Hochschule aber auch für einen späteren Beruf. Die tatsächliche Mindestvoraussetzung ist, dass man dies mindestens auch auf Englisch kann. Erst ab drei Sprachen beginnt tatsächlich so etwas wie Sprachkompetenz!

In der vorletzten Klausur mussten die Hochschüler 120 x 120 ohne Taschenrechner rechnen. Keine 30 % der Studenten waren erfolgreich. Die Mindestvoraussetzung für alle ist dabei das kleine Einmaleins, ohne das keine Gesellschaft wirklich funktionieren kann. Nicht rechnen können, kann man auch nicht durch einen noch so guten Bachelorabschluss ersetzen, wobei ich mich frage, wie man überhaupt Student werden konnte!

Also, wie wollen diese jungen Menschen überhaupt unser Europa stärken oder gar selbstständig verteidigen?

Faktum ist es, dass die Masse unserer Frauen und Männer überhaupt nicht wehrfähig ist!

Faktum ist es, dass die Masse unserer Frauen und Männer nicht wehrwillig ist!

Faktum ist es auch, dass unsere Gesellschaft in keiner Weise gleichberechtigt ist! Gleichberechtigung gibt es bei uns nur im Unrecht. –> Sobald die Wehrpflicht wieder greift, sind alle bei uns Frauen oder Sonstiges, bis auf die üblichen Deppen. Oder gar Politikerkinder und damit von jeglicher Pflicht befreit!

Faktum ist es zudem, dass man es Eltern nicht zumuten kann und darf, den einzigen wehrfähigen und vielleicht auch wehrwilligen Sohn für eine Gesellschaft zu opfern, die es einfach nicht mehr wert ist, um verteidigt zu werden.

Was bleibt uns übrig? Hier die Alternativen!

  • Wladimir Putin in den Hintern kriechen,
  • Donald Trump in den Hintern kriechen,
  • Sehr schnell geeignete Ausländer (gut 1 Million!) zu Soldaten und deutschen Staatsbürgern machen sowie unsere Streitkräfte zu roboterisieren,
  • Erstmals in unserer Geschichte und dies ganz schnell in Deutschland eine wehrfähige Demokratie etablieren, in der alle Menschen gleich sind und noch dazu ohne eine einzige Ausnahme ihrem Land dienen. —> man darf doch einmal träumen dürfen!

Vermischtes

Beim Stöbern in meiner Blogroll bin ich auf einiges Interessantes gestoßen. Wie z. B. auf die Website Floor 796; eine etwas andere Art von Wusselbild. Auf alle Fälle kann man damit seine Zeit ganz gut totschlagen, wenn es nicht noch einen Schrank aufzubauen gäbe. Felix Schwenzel fand derweil heraus, dass sich die Menschen bereits vor dem Mobiltelefon und den Social Media nichts mehr zu sagen hatten.

Ein netter Herr von Voltino meinte soeben, nach dem Europa-Ball sei vor dem Europa-Ball und so sind wir tatsächlich nicht die Einzigen, die so denken. Meine bessere Hälfte und ich haben inzwischen die Ballnachbereitung abgeschlossen, jetzt muss nur noch das Archiv gefüttert werden. Das haben wir uns für das kommende Jahr vorgenommen, da wir dann wieder nach Florenz fahren werden.

Damit sind nun auch die Vorbereitungen für den Europa-Ball am 9. Mai 2026 offiziell aufgenommen. Die Eckdaten stehen schon, auch die bewährte Tanzband ist wieder mit dabei. Dieses Mal werden die 33 Tische wieder mit acht Plätzen bestückt, weil es einfach bequemer ist und dies auch besser zu unseren eigenen Vorstellungen von einem Tanzball passt. Und es gibt sie schon, die Frühbucher! Die ersten Plätze sind tatsächlich schon weg.

Die Absprachen wegen des Essens und der Getränke sind erfolgt. Es gibt u. a. nun einen eigenen Europatag-Europa-Ball-Cocktail. Auch die Nu Bar an der Harmonie ist informiert und so gucken wir mal, wie sich diese in unser Vorhaben einbinden lässt. Weitere Mitmacher sind bei uns stets willkommen!

Auch die ersten Wetten laufen bereits: wird die Harmonie dieses Mal zum Europa-Ball beflaggt sein? Dagegen spricht, dass der Europa-Ball genau am Europatag stattfindet, was der Stadtverwaltung sicherlich unlösbare Probleme bereitet. Ich gebe jetzt nicht bekannt, wie ich gewettet habe, bin mir aber sicher, dass die Kiste Champagner meine ist!

Schön heute zu sehen, wie das Kaffeeangebot auf dem Hafenmarktturm genutzt wird. Leider hatte ich noch keine Zeit, um mir das betreffende Café etwas näher anzuschauen.

So ganz nebenbei bin ich auch in der Vorbereitung meines Ausstellungsbesuches in Trier. Es soll tatsächlich Menschen geben, die stolpern einfach so in Ausstellungen. Ursula hat mir eine erste Ausstellungsrezension geschickt. Völlig irre dabei, dass man den römischen Legionären vor gut zwei Tausend Jahren Kriegsverbrechen vorwirft; aber vielleicht ist mir auch nur das damalige Kriegsvölkerrecht nicht so richtig geläufig.

Völlig krank wird es dann allerdings, wenn man zeitgleich das Massaker an Frauen und Kindern auf dem Nova-Festivalgelände in Israel als palästinensischen Freiheitskampf verklärt — hier sollte unsere Gesellschaft insgesamt dringend nachjustieren!

Sobald ich heute wieder ein wenig unaufgeregter bin, nachdem ich die eine oder andere unschöne Information verarbeitet habe, muss ich mich an mein monatliches Rundschreiben wagen. Es gilt wieder ein paar Termine bekanntzugeben.

Lustig dabei, wenn ich sicherlich gut gemeint darauf hingewiesen werde, dass man doch mehr Veranstaltungen anbieten müsse, die Teilnehmer aber nicht in ausreichenden Zahlen zu den Veranstaltungen kommen. Vor Jahren habe ich dabei noch an mir selbst gezweifelt, heute weiß ich, dass man jedem Individuum seine ganz persönliche Veranstaltung backen muss, diese ihm dann an seinem Wunschort und zu seiner Wunschzeit anbietet, dabei aber flexibel genug ist, um Ort und Zeit sehr kurzfristig noch zu ändern, weil diesem Individuum dann doch noch etwas Wichtiges dazwischen kommt.

Und wenn man dann eine solche höchst individuelle Veranstaltung tatsächlich hinbekommen hat, beklagt sich genau dieses Individuum darüber, dass so wenig andere Individuen anwesend wären. Ich mag Menschen einfach! Sonst würde ich schon sehr lange den Götz von Berlichingen geben; wobei ich vor langer Zeit eine sehr nette Unterhaltung mit dem letzten Götzen im Heilbronner Offizierskasino hatte und weiß, dass heute nicht einmal ein Götz von Berlichingen von diesem Recht Gebrauch machen würde.

Europahaus

Gestern Mittag bereits nach Stuttgart, um bei der Vorbereitung der Stallwächterparty zu unterstützen. Abends kamen dann die ersten Gäste und viele alte Bekannte. Diese Veranstaltung ist eigentlich eine sehr gute Gelegenheit, um in der Europa-Community Verbindungen zu knüpfen. Ich hingegen freue mich dabei nur noch auf alte Bekannte und habe jedes Mal eine ganze Menge Spaß. Auch wenn ich hinterher wieder alles mit aufräumen muss — ich gehöre einfach zu den Handwerkern.

Dieses Mal waren weniger Heilbronner als sonst üblich mit dabei. Dass mein Jüngster mit hinzukam, eine positive Überraschung. Eine weitere, dass Ursula Hecht zum Schluss mit anpackte. Florian Ziegenbalg war dann noch bis ganz zum Schluss mit dabei.

Mein Schwerpunkt des Abends, die Bewerbung der 9. Hertensteiner Gespräche. Manchmal muss man seine Mitbürger einfach nerven, um ein paar Schritte weiter zu kommen. Erfreulich auch der Austausch über die Kinder mit einer guten alten Bekannten, eigentlich aber nicht so mein Thema. Überraschend zudem, so ganz nebenbei eine Europaabgeordnete für mein Wintersemester gewinnen zu können. Jetzt gilt es nur noch die jeweiligen Terminkalender zu harmonisieren und dabei auch noch die Auflagen der Behörden zu beachten.


Konzert

Musikvideo zum Tag 5 (6)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Während unser Jüngster aus Florenz ein sehenswertes Foto nach dem anderen schickt, selbst eines aus meinem dort favorisierten Hotelzimmer, gucke ich zu wie 87 von 92 Studenten hier in Heilbronn eine Klausur schreiben, sammle die Ergebnisse ein und bereite mich schließlich darauf vor, die Klausur in den kommenden Tagen zu korrigieren.

Und während ich dies vorbereite, bekomme ich eine E-Mail von Ruth Meyer aus Florenz zugesandt, die sich bei uns in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet und dies nicht nur mit Stil, sondern auch noch mit einem die E-Mail begleitenden Song der Rolling Stones.

„Time Waits for No One“ ist ein Lied aus 1973 und befindet sich auf der Platte „It’s Only Rock ‘n Roll“ (1974). Es erinnert nicht nur mich stark an den Song „Waiting on a Friend“, der bis heute übrigens mein Lieblingstitel dieser Band ist.

„Yes, star crossed in pleasure the stream flows on by
Yes, as we’re sated in leisure, we watch it fly …
Drink in your summer, gather your corn
The dreams of the night time will vanish by dawn“

Und zum Schluss dann doch noch mein Lieblingslied von den Stones … „Waiting on a Friend“ findet man auf der Platte „Tattoo You“ (1981), die sich noch heute auf meinem Plattenteller dreht.

Inzwischen warte ich nicht einmal mehr auf einen Freund, sondern nur noch darauf, doch noch einmal eine richtig anständige Klausur lesen zu dürfen … So ändern sich die Zeiten!

In der Zwischenzeit hat meine bessere Hälfte italienische Antipasti aufgetischt und Freunde helfen uns dabei, dass diese nicht schlecht werden.

„Don’t need a whore, I don’t need no booze, don’t need a virgin priest. But I need someone I can cry to, I need someone to protect.“

The Rolling Stones (1981)