Pflanzen

21.4.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Pflanzen & Blüten

Vermischtes

Mal etwas Positives. Mein nächster Florenz-Aufenthalt ist durchgeplant und -gebucht. Zum ersten Mal rein privat — auch ich bin lernfähig. In einer asozialen Welt sozial zu sein ist einfach eine blöde Idee — Christentum und Humanismus waren gestern, wenn überhaupt jemals.

Inzwischen bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass Fachvorträge nur für Fachpersonal sein dürfen. Und wenn jemand daran teilnehmen möchte, dieser vorab zwingend ein Minimum an Kenntnissen nachgewiesen haben muss. Als Ausnahme lasse ich weiterhin die Politik gelten — dort ist einzig und alleine das Gewähltwerden ausschlaggebend.

Wegen technischer und Umstellungsproblemen, Leseschwierigkeiten aber auch sonstigen Herausforderungen warte ich weiterhin auf eine nötige Zuarbeit von städtischen Behörden und Institutionen. Die Heilbronner Lösung ist dabei einfach: wir schaffen weitere Behörden und Strukturen. Was aber auch etwas Positives für unsere Stadt haben wird, denn in ein paar Jahren besteht die gesamte Kernstadt nur noch aus Behörden, Banken und Versicherungen. Die dort verbliebenen Kindergärten und Lokale dienen dann nur noch der reinen Selbstversorgung.

Gestern habe ich kurz entschlossen versucht einen Baum zu fällen. Dieser besitzt eine erstaunliche Standfestigkeit und überlebte sogar die letzte Nacht. Heute gilt es nun, ihn zu Fall zu bringen. Die folgenden Aufräumarbeiten werden mich sicherlich eine Weile auf andere Gedanken bringen.

Bloggen

Warum noch bloggen, das fragen sich immer mehr Blogger in meinem Umfeld — wieder einmal. Und auch Detlef Stern überlegt aktuell, ob er nun seine lange Woche einstellt oder nicht.

Aber auch ich werde immer skeptischer, vor allem weil die Blogs, die ich bereits seit Jahren gerne lese, immer professioneller werden. Ok, auch ich habe früher meine Rechtschreibung via Duden etwas korrigieren lassen — eine Unart, die ich noch aus meinem Berufsleben übernommen hatte. Heute korrigiere ich meine Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler nur noch, wenn mich ein Leser darauf aufmerksam macht oder ich es später dann doch noch selber feststelle.

Ich lehne es aber vehement ab, mir durch andere oder auch nur durch eine künstliche Intelligenz beim Denken und Schreiben helfen zu lassen. Und schon gar nicht möchte ich Produkte lesen, die nicht zu 100 % vom Autoren stammen, dafür ist mir meine Zeit einfach zu schade. Was wohl nun alles in allem zu einer neuen Skepsis führt — vielleicht aber zeichnet sich nur ein Generationenwechsel bei uns Bloggern ab.

Da für mich selbst das Bloggen Teil meines Denkprozesses ist, werde ich damit sicherlich weitermachen. Die Frage ist nur, ob noch in dieser Art und Weise. Hätte ich die technische Kompetenz von Detlef, wäre mein Blog schon längst in meinen Zettelkasten oder eine andere Art von digitalem System abgewandert. So bleibe ich wohl beim Bisherigen, aber reduziere dabei die Austausch- und Kommunikationsmöglichkeiten weiter.

Aktuell denke ich darüber nach, auch meine allerletzten Social Media — sogar das Anti-Social Medium — nach Nirwana zu schicken und selbst darüber, die Kommentarfunktion stillzulegen. Die letzten Blogger meiner Generation sollten sich nach all den Jahren über ihre jeweiligen Blogs hinweg austauschen können — dafür gibt es sogar gleich mehrere Plug-ins.

Und auch die „Meta-Blogs“, die die Beiträge anderer Blogs sammeln und weitergeben, sind für mich nicht das Gelbe vom Ei — zwar sehr bequem und sicherlich Reichweite fördernd, stehen sie dennoch im vollen Gegensatz zur ursprünglichen Blog-Idee.

Wie heißt es so schön in einer Werbung für die kommenden Blogger: „Du denkst Dir Deinen Blog und Deine Software und wir machen für Dich den Rest. Danach musst Du nur noch die Millionen-Euro monatlichen Gewinn einstecken.“

Studieren

Heute kamen gut 30 Studenten zur Vorlesung, maximal finden sich bis zu 40 Studenten in meinen Vorlesungen ein. Eigentlich nichts besonderes. Heute haben zwei Studenten Fragen gestellt, einer bezüglich des Inhaltes und einer hatte eine organisatorische Frage. Was mich nun aber doch etwas erstaunt ist, dass sich zur kommenden Klausur gleich 100 Studenten angemeldet haben.

Da es sich bei meinen Vorlesungen weder um Raketenwissenschaft oder gar um neuzeitliche Philosophie handelt, dürfte diese Diskrepanz auch völlig in Ordnung gehen, denn die Studenten müssen in der Klausur nur nachweisen, dass sie von der Thematik schon einmal etwas gehört, besser noch darüber schon einmal etwas gelesen haben.

Was nun doch etwas für meine Vorlesungen spricht, ist die Tatsache, dass jene, die mich regelmäßig hören eine höhere Bestehensquote bei der Klausur haben und dies über die vergangenen Semester hinweg.

Was mich dabei stört ist eher die Tatsache, dass ich völlig unnötiger Weise schlechte Klausuren mit korrigieren muss. Mit etwas mehr studentischem Willen liefen mir die Korrekturen viel einfacher von der Hand. Schlechte Klausuren kosten mich gut doppelten Aufwand, was den Studenten allerdings völlig egal sein dürfte.

Und da es keine Fachgespräche mit den Studenten gibt, freue ich mich immer wieder über den Austausch mit Detlef Stern. Dieser fragt sich schon etwas länger, warum Studenten heute überhaupt noch studieren wollen.

Wer glaubt sich über YouTube-Videos und LLM Wissen aneignen zu können, der glaubt auch an Globuli und den Nürnberger Trichter.

Vorlesungen sind ein Angebot, um mit „Wissenden“ ins Gespräch zu kommen und über den Austausch mit diesen Unterstützung und ggf. auch Hinweise für das eigene Lernen zu erhalten. Vorlesungen sind nur Hilfestellungen, um das eigene Lernen zu verbessern. Wissen und Erfahrung muss sich jeder selbst aneignen.

Das Problem unserer Welt ist dabei, dass die Masse der Menschen kein eigenes Wissen und keine eigene Erfahrung mehr benötigt, um als Verbraucher ein glückliches Leben führen zu können. Was allerdings bei viel zu vielen zu einer Art Hybris führt.

Heute sind die meisten davon überzeugt, dass, wenn sie auch nur einen Computer anschalten können, sie der kommende Bill Gates sind. Besser noch, wenn sie in ein heutiges Auto steigen, das eigentlich keinen Fahrer mehr benötigt, sie mindestens Formel-1-Rennfahrer seien.

Und so dürfte es sich inzwischen um ein gesamtgesellschaftliches Problem handeln.


Jammern

19.4.02026 5 (9)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Jugendwahn

Angeregt von ein paar Diskussionen der letzten Tage, wobei ich sowohl mit alten Herren wie auch mit jüngeren Menschen sprach, komme ich wieder auf ein unschönes Thema zu sprechen: politische Jugendorganisationen. Die meisten Menschen unterliegen einem Jugendwahn. Menschen, die älter als ich sind, versuchen mit allen Mitteln, jugendlich zu sein und machen sich dabei selbst zum Narren. In Florenz konnte ich über 70-Jährige schmunzeln, die wie Zwanzigjährige gekleidet, in Begleitung von 30-jährigen Damen in oder aus Autos stiegen, die selbst Teenagern Probleme bereiten würden. Aber jeder so, wie er es möchte.

Echte Probleme bereiten mir die Mittelalten in „meinem“ Verband, die auf Teufel komm raus als Jugendliche gelten wollen. Auch wenn ich Verständnis dafür habe, dass sie unbedingt Karriere machen möchten, so habe ich kein Verständnis dafür, dass sie dies auf Kosten anderer versuchen.

Inzwischen mehren sich die Aussagen von Mitgliedern unter 35 Jahren, dass sie keine Angehörigen unserer „Jugendorganisation“ sein möchten. Was ich sehr gut verstehen kann, denn auch ich wollte spätestens als 19-Jähriger voll und ganz zu den Erwachsenen zählen. Inzwischen dürfen 16-Jährige wählen und zählen damit politisch betrachtet ganz offiziell zu den Erwachsenen. Leider gibt es aber in meinem Verantwortungsbereich schon lange keine Jugendlichen mehr. Für potenzielle Mitglieder zwischen 14 und 21 Jahren stellen wir aber sehr gerne einen Jugendbeauftragten zur Verfügung; wobei meine Erfahrung zeigt, dass dieser nicht älter als 34 Jahre sein darf.

Was aber das Problem unserer Mitglieder unter 35 Jahren nicht löst, die schon immer inklusiv denken und als vollwertige Mitglieder handeln und agieren. Denn unser Verband sieht für diese ganz automatisch eine Zwangsmitgliedschaft bei den JEF vor.

Wie wir inzwischen sehen können, hilft diese Zwangsmitgliedschaft unserem Verband nicht mehr so richtig, sie dient einzig und allein nur noch dazu, um Karrieristen auf Kosten anderer Mitglieder ein Podium zu bieten. Unser Jugendwahn hat schon längst dafür gesorgt, dass die echte Jugend unter den Tisch gekehrt wurde oder verständlicherweise mit alten Menschen, die sich als Jugendliche gerieren, einfach nichts anzufangen weiß — sich wahrscheinlich sogar vor diesen ekelt.

Wir müssen dringend unseren Jugendwahn beenden — das wäre inklusiv gedacht (!) — und uns dafür wieder mehr um unsere eigene Jugend kümmern! Selbstverständlich auch bereits zuvor um unsere Kinder!

Durch dieses Kümmern werden diese Menschen zu engagierten Erwachsenen, die es überhaupt nicht nötig haben als Mittdreißiger auf der Jugendwelle zu reiten und schon gar nicht, um sich später mit Ende 50 an 20-Jährige heranzuwanzen.

Vermischtes

Gestern durfte ich ein paar guten Gesprächen beiwohnen, wobei ich aber, wenn ich näher darüber nachdenke, bei der einen oder anderen Diskussion völlig anderer Meinung bin. Wer in Gremien mitarbeiten möchte, der muss auch Verantwortung übernehmen! Die jüngst angedachte Lösung, Verantwortung auf möglichst viele Schultern zu verteilen, um selber keine mehr übernehmen zu müssen, ist ein Holzweg! Entscheidungen haben immer Konsequenzen, auch für einen selbst. Wer dies verneint, der soll und darf keine Entscheidungen treffen.

Im Anschluss noch kurz entschlossen die Enkeltochter besucht. Heute geht es dann wieder an die Vorbereitung der kommenden Vorlesung.

Erfreulich, dass es inzwischen auch mit den Koalitionsverhandlungen vorangeht. Spannend ist für mich dabei, wie man Europa im Koalitionsvertrag verankern möchte.

Gratulation

Als ich gestern Abend wieder von einer spontanen Tour de Pfalz zurück war, fand ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „20 Jahre“ von Detlef Stern in meiner Timeline. Die Zeit fliegt, so sagt man zumindest; es könnte aber auch sein, dass es diese gar nicht gibt und wir mit diesem Konstrukt nur Ordnung in unsere eigenen Gedanken und Vorstellungen bekommen möchten.

Gedanken in Blogs zu fassen, dürfte auch noch künftig eine gute Sache sein, zumindest so lange es noch die eigenen Gedanken sind. Manche Blogger haben bereits selbst das eigene Denken einer sogenannten KI überlassen.

Sehr schade wäre es, wenn es keine lange Woche mehr gäbe; von mir aus darf es gerne auch eine kurze (kleiner Insider) sein. Darüber, warum Effizienz das Denken töten soll, könnte man bestimmt einen Blog-Beitrag schreiben. Einig dürften wir uns aber darin sein, dass künstliche Intelligenz das Denken gerade jener tötet, die schon lange mit dem Denken aufgehört haben, vorausgesetzt, dass diese Menschen jemals damit begonnen haben.

Die Auffassung einiger Blogger, dass KI einfach nur ein weiteres Tool sei, kann ich auf alle Fälle nicht teilen.


Dom

Florenz 5 (6)

Beitragsfoto: Domblick

Florenz ist immer eine Reise wert. Das meinen zumindest täglich bis zu 70 000 Touristen, die durch die Innenstadt pilgern. Städte stehen und sterben mit ihren Besuchern von außerhalb, das dürfte schon immer so gewesen sein. Die Florentiner haben sich ganz gut mit ihren Besuchern arrangiert und dürften dabei auch noch den einen oder anderen Euro verdienen.

Dieses Mal bestand unsere Reisegruppe aus sieben Personen wobei die An- und Abreise von sechs erneut mit einem Bus absolviert wurde und die siebte Person den Luftweg wählte; Getrennt marschieren, gemeinsam schlagen (Moltke). Wir nutzten dabei erneut die Gelegenheit, um einen Kleinbus auf Herz und Nieren zu prüfen. Dieses Mal kam er aus Südkorea und überraschte auf ganzer Linie positiv. Die Ausstattung sehr zeitgemäß, die verbaute Technologie mir fast etwas zu schulmeisterlich. Das Nageln des Motors brachte dafür etwas Nostalgie zurück. In Florenz fanden wir dann heraus, dass es das gleiche Modell auch als E-Auto gibt. Unser Diesel musste je einmal zwischengetankt werden, was beim 2022 verwendeten Fahrzeug nicht nötig war. Interessant wäre zu wissen, ob beim E-Auto eine Tankfüllung gelangt hätte.

Die Alpenüberquerung dieses Mal ohne Schnörkel und der Aufenthalt in Florenz ohne weitere Abstecher, einmal vom traditionellen Fiesolebesuch abgesehen. Dafür gab es drei Tage lang Florenz pur, zu Fuß, mit dem Auto, mit dem Bus und mit der Straßenbahn.

Der Hintergrund unserer Fahrt war allerdings wieder ein ehrenamtlicher, denn wir transportieren Dokumente ins Archiv und trafen dort auf gute alte Bekannte. Da unsere diesjährige Gruppe noch nicht in Gänze das Archiv kannte, ergriff Dieter Schlenker die Gelegenheit und führte die Gruppe durch das Archiv und seine Gebäude. Erfreulich, dass Ruth Meyer die Gelegenheit nutzte und uns im Archiv traf.

Die Anfahrt zum Archiv etwas abenteuerlich. Wir nutzten die Fahrzeugnavigation und gaben dieses Mal die Adresse des offiziellen Eingangs ein. Der Navigation waren die Ausmaßes unseres Busses wohl nicht so ganz geläufig, aber wir kamen dann doch am richtigen Eingang an; die Jahre zuvor nutzten wir noch den alten Eingang, was uns immer eine Fahrt durch den Park ermöglichte.

Auf dem Gelände der Villa angekommen, bog ich einmal falsch ab und wir kamen fast bis in die Kantine. Die letzte Biegung hätte ich mit ein klein wenig Rangieren auch noch geschafft, allerdings waren die Türen dann doch für den Bus nicht breit genug.

Die Historischen Archive der Europäischen Union sind immer einen Besuch wert und dieses Jahr ganz besonders, weil das European University Institute sein 50-jähriges Bestehen feiert. Hierzu gibt es am 8. Mai 2026 einen Tag der offenen Tür, der es allen Interessierten ermöglicht, um auch einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können.

Zum Abschluss gab es dann noch eine Tour nach Fiesole, wo wir auf etruskischen, griechischen, römischen und langobardischen Spuren wandelten. Die Krönung der Abschluss in meiner Lieblingskneipe, wo wir auch den Sieg von Peter Magyar feierten.

Da unsere Gruppe ganz neu zusammengestellt war, u. a. mit Leonhard Reinwald und Semin Bristina, verließen wir ab dem folgenden Tag meine ausgetretenen Wege und fanden zumindest für mich doch noch Neues in Florenz, darunter eine Dachterrasse, die vielleicht noch mehr Charme hat als jene von den Uffizien — das Essen dürfte auf alle Fälle aber besser sein.

Da Florenz für jeden Geschmack etwas bieten kann, wurde es keinem Gruppenmitglied langweilig. Da mein für meine bessere Hälfte und mich geplanter Museumsaufenthalt sprichwörtlich ins Wasser fiel („geschlossene Gesellschaft“, was ich so auch noch nicht kannte), improvisierten Semin und ich ein wenig und besuchten ein anderes Museum, während meine bessere Hälfte ein paar Läden unsicher machte.

Von Semin inspiriert reaktivierte ich meine Google-Rezensionen und versuchte so ganz nebenbei mit ihm Schritt zu halten — ein vergebliches Unterfangen.

Neu für mich auch, dass unsere gemeinsamen Frühstücke immer damit begannen, was Donald Trump so in der letzten Nacht von sich gegeben hat. Erstaunlicher Weise schafft es dieser Mensch, sich jeden Tag erneut unterbieten zu können. Im Negativen scheint unsere Welt grenzenlos und unendlich zu sein. Wenn es ihn so oder so dereinst nicht mehr gibt, wird sich dies wohl wie das Ende der Truman Show (1998) anfühlen.

Jedem der Mitfahrer fiel und dies ganz ungefragt auf, wie sauber die gesamte Stadt ist. Die Florentiner haben erkannt, dass dies nicht nur für sie selbst viel angenehmer ist, sondern auch mit zum guten Renommee der Stadt beiträgt. Für uns Deutsche wohl unverständlich: Städte müssen nicht dreckig sein.

Auch bemerkenswert wie man den öffentlichen Nahverkehr für alle, ob Einheimische oder Fremde, sehr bequem gestaltet hat. Man steigt in den Bus oder die Straßenbahn und hält seine Debit- oder Kreditkarte an einen kleinen Automaten und das war es schon. Gäbe es das bei uns, würde ich auch ab und zu mit dem Bus fahren.

Noch besser, einfach nur Google aufmachen und man weiß, wann der benötigte Bus kommt, wo er gerade fährt und welchen Bus oder welche Bahn man als nächstes besteigen muss — keine einzige App oder sonstigen Programme sind vonnöten.


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