Kinobesucher

23.7.02026 4.4 (7)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Blog-Welten

Nächtens mal ganz tief in ein paar Blog-Welten eingetaucht. Das ist für mich wie das Stöbern in einem fremden Bücherregal. Sehr schnell wurde ich mir dabei der Unendlichkeit von Blogs bewusst: zwar gibt es nicht einmal endlich unendlich viele Blogs, was aber mir als einzelnem Leser völlig egal sein kann, da meine eigene Unendlichkeit bereits bei ein paar tausend Blogs anfangen dürfte.

Ich konnte wunderbare Blogs entdecken und laß mich bei dem einen oder anderen Blog sogar fest. Schnell stellte ich dabei fest, dass meine eigene Blogroll — welche von mir zudem schon etwas länger ausgedünnt wurde — nicht einmal einen Sekundenblitz dieser Welten abdecken kann. Unterhalb meiner Blogroll befinden sich unter der Überschrift Blog-Welten auch schon etwas länger und aktuell drei Links, die einen in die Fülle dieser Art der Kommunikation einsteigen lassen — sehr wahrscheinlich könnte ich hier auch unendlich viele Hyperlinks einfügen.

Wer auch nur etwas Freizeit sinnvoll verbringen möchte, dem empfehle ich einmal ganz unverbindlich durch die Blog-Welten zu surfen, was dem einen oder anderen Leser zudem erspart ganze Bibliotheken (kleiner Insider) mit in den Urlaub zu verfrachten.

Mich ernüchtern meine Touren durch die Blog-Welten immer wieder aufs Neue, denn kaum glaube ich, dass mir mein eigenes Blog ganz gut gelungen wäre, muss ich feststellen, dass unzählige andere Blogger noch viel bessere Blogs anbieten können.

Am Ende meiner nächtlichen Tour bedauere ich ein klein wenig, dass ich diese nicht mitgeplottet habe und somit hier nicht aufführen kann. Was vielleicht sogar der falsche Weg wäre. Wer noch keinen Einstieg in seine eigenen Blog-Welten gefunden hat, der kann gerne meine Blogroll und die Hyperlinks darunter nutzen, um sich in der Unendlichkeit zu verlieren.

Ich würde mich allerdings sehr darüber freuen, wenn die Leser wieder hier zu meinen Blog zurückkehren.

Vermischtes

Stefan Roses Blog-Beitrag „Im Bockshorn“ von gestern thematisiert u. a. den Spahn-Rücktritt, den Song „Keine Angst“ und „wie Rechte dieses Land inzwischen auch ohne parlamentarische Mehrheiten bereits prägen“. Gut, dass er auch noch den Artikel 20, Abs. 4 des Grundgesetzes (GG) zitiert.

„Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

grundgesetz (Artikel 20, Abs. 4)

Gerade ist der Europäische Brief N° 91 vom Juli 2026 erschienen. Das Thema: „Die europäische Zukunft der Ukraine führt über eine Reform der Union.“ Dass die EU reformiert gehört, das dürften selbst deren Feinde wissen. Und so ist es weiterhin nur die Frage, wie diese Union reformiert werden muss, und für uns Föderalisten dazu noch, wie bekommen wir die Mehrheit unserer Mitbürger dazu, dass auch diese sich auf den Weg in Richtung europäischer Bundesstaat begeben.

Bei uns in der Stadt wurde wieder einmal eine Provinzposse aufgedeckt. Nicht einmal ein Stadiönchen für einen nicht einmal drittklassigen Fußballverein bekommt unsere Stadtverwaltung gebacken. Was mich in Bezug auf die Turmstraße nun etwas beruhigt, denn bisher dachte ich, dass es sich dabei um bloßen Unwillen handelt. Nun dürfte auch dies geklärt sein: nackte Unfähigkeit! — eine gute Überleitung zum nun folgenden Film.

Suburra

Manche haben schon vom Lustviertel des alten Roms gehört. Dank Andreas kenne ich nun auch den Film gleichen Namens, der von Stefano Sollima 2015 verfilmt wurde.

Ich möchte nicht zu viel verraten, deshalb nur, dass mir der Film von Anfang bis zum Ende gefallen hat. Auch dürfte nun die Frage geklärt sein, warum Politiker unbedingt wiedergewählt werden möchten.

Allerdings dürfte die Bunga Bunga-Zeit der italienischen Regierung doch um einiges wilder gewesen sein. Aktuell hat die Forza Italia, so wie Silvio Berlusconis damalige Partei heute heißt, nur noch ca. 10 % der Sitze im italienischen Parlament. Unvergessen bis heute aber Karima el-Mahroug.


Blogger

15.6.02026 5 (3)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Ministerien

Aktuell erleben wir es wieder einmal, wie sich unsere Ministerien neu schütteln müssen. Dies geschieht bei uns in Baden-Württemberg alle fünf Jahre und unabhängig davon, ob es nun eine neue Regierung gibt oder nicht.

Ein paar Politiker haben eine Idee und schaffen neue Ministerien, wieder einmal. Damit haben diese Menschen ihre Arbeit getan. Nun aber müssen sich Zehntausende Menschen ganz neu organisieren, umziehen und umbenennen, womöglich noch — wenn tatsächlich politisch gearbeitet wird — im laufenden Betrieb. Die unzähligen Websites, Briefköpfe und Adressverzeichnisse müssen ebenfalls den nun neuen Verhältnissen angepasst werden.

Ganze Referate befinden sich inzwischen wieder einmal auf der Suche nach ihrem neuen Ministerium. Dabei ist noch nicht einmal sichergestellt, dass die Umgliederung von vor fünf Jahren abgeschlossen wurde. Dazu kommen jetzt noch die vielen ganz neuen Mitarbeiter, die noch gar nicht mit berücksichtigt waren. Und auch hierbei weiß keiner, ob die ganz neuen Mitarbeiter der letzten Legislaturperiode überhaupt im Apparat angekommen sind. Oder gar wie viele bei den regelmäßigen Umstrukturierungen bereits auf der Strecke blieben und seither bis zu ihrer Pensionierung oder Rente völlig auf sich gestellt in Stuttgart herumirren — wahrscheinlich wurde so die Heimarbeit erfunden; all jene, die ihre Arbeitsplätze nicht mehr finden aber noch in Lohn und Brot der Regierung stehen, fallen unter die Rubrik Heimarbeiter.

Und wir Bürger wundern uns, warum in der Politik nichts geschieht: Politiker arbeiten per se nichts und deren Mitarbeiterstab lebt und arbeitet in einem Wanderzirkus. Das lustige dabei ist, keine Regierung benötigt dazu zwei oder mehr Regierungssitze; das schaffen unsere Politiker bereits in der Villa Reitzenstein.

Brandmauer

Ich kenne Brandmauern seit meiner frühesten Jugend und auch die Durchlässe, die es schon immer gab. Politisch wurde der Brandmauerbegriff bei uns eigentlich von der Union und als Abgrenzung gegen den Linksextremismus ins Spiel gebracht; sozusagen als Forderung an SPD, Grüne und FDP, sich nicht mit der Linken einzulassen.

Früher, vor dem Zweiten Weltkrieg dürfte es allerdings tatsächlich bereits etwas Ähnliches gegeben haben, als sich nämlich die SPD entgegen den heutigen Unionsparteien und den ehemaligen Liberalen nicht zu einer Zusammenarbeit mit den Rechtsextremen eingelassen hat. Und dieser Blick in die Geschichte dürfte nun der Union genügen, um die Brandmauer als „linken Kampfbegriff“ zu geißeln.

Deshalb ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich die Union bis vor Kurzem noch nie eine Brandmauer gesetzt hat, und schon gar nicht hin zum Rechtsextremismus. Erst als ein paar Unionsgranden wegen der aktuellen Entwicklung völlig die Nerven verloren haben und sich die greisen Parteiverantwortlichen nicht mehr daran erinnerten, dass es rechts von der Union nichts geben kann (Franz Josef Strauß), setzte sich die Union selber eine Brandmauer nach rechts. Nur um kurz darauf festzustellen, dass sie diese im eigenen Garten errichtete.

Und da Verantwortungsbewusstsein und Union zwei Welten sind, die sich schon sehr lange nicht mehr begegnen, musste nun eine Lösung her. Die Grünen, die Linken, die SPD, der Bürger, aber selbstverständlich nicht die Union sind schuld daran!

Das funktioniert bei der Union immer und garantiert diesen Parteibuchdenkern immer wieder höchste Regierungsämter. „Selbst nie Schuld zu sein“ ist nämlich das deutsche Kulturgut schlechthin.

Gleich morgen hören wir von der Union, dass die Linken die Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet haben und die Union bis heute für deren Erhalt kämpft.

Vermischtes

Heute Morgen eine sehr angenehme Fahrt mit dem meseno-Bus. Mal schauen, wer von uns beiden länger durchhält.

Danach habe ich mir den aktuellen Europäischen Brief angeschaut. Man merkt nun, dass es wie bisher nicht weitergehen kann. Ob man daraus allerdings die richtigen Konsequenzen zieht, dürfte weiterhin bezweifelt werden.

Gestern Abend konnte ich dann doch noch ein wenig das Tanzbein schwingen. Und da die letzten beiden Vorlesungen vor der Klausur nur noch für eventuelle Fragen der Studenten und aus einer kleinen Präsentation der Letztsemester besteht, hielten sich auch meine entsprechenden Vorbereitungen in Grenzen.

Längst sind jene Zeiten vorbei, wo man sich mit Interessierten zu tiefergehenden Gesprächsrunden treffen konnte, oder als gar Jüngere von den Erfahrungen der Älteren profitieren wollten. Spannend dabei, dass dies bereits Hunderte von Generation vor mir beklagten. William Gibson soll in einem seiner Romane das Folgende festgestellt haben: „The future is already here – it’s just not evenly distributed.“ Dies dürfte aber auch für die Vergangenheit zutreffen, wobei viel zu viele weiterhin in derselben leben.

Unsere Welt bzw. Welten dürften weit komplexer und damit noch schwieriger sein als wir es allesamt vermuten. Die einzige Konstante dabei dürfte der Mensch sein, der sich gekonnt der Evolution entzogen hat — Wort und Schrift sind dafür verantwortlich zu machen.

Und was sich nicht verändert, das zerfällt und dies von ganz alleine. Die Rettung soll nun auch noch aus der Werbung kommen: Artificial intelligence. Wohl wenigen noch bekannt, es geht darum eigentlich nur um Automatisierung und Roboterisierung; das menschliche Leben soll noch einfacher werden als es bereits schon ist.

Von Intelligenz sprechen wir dabei schon lange nicht mehr, denn diese benötigt man eigentlich und alleine, um existentielle Probleme lösen zu können. Die Philosophie dürfte dabei nur ein Selbstzweck sein, da man Intelligenz, wenn sie nicht gerade gebraucht wird, einfach beschäftigen muss — sonst drückt diese von ganz alleine den Notaus-Knopf.

Aber vielleicht sind wir gerade die Zeitzeugen — zumindest jene, die in der Gegenwart leben — dafür, wie sich unsere Spezies nach gut 10 000 Jahren Evolutionsverzicht selbst abschafft. Damit dürfte dann die menschliche Intelligenz eine Sackgasse im Universum gewesen sein.

Sicherlich wird es weitere Intelligenzen geben, wobei wir diese kaum erkennen werden können. Und diese sind sicherlich ähnlich wie die unsrige entstanden. Ob diese Intelligenzen es dann schaffen oder gar geschafft haben, ihre ureigene Intelligenz nachzubauen, wird zumindest von mir stark bezweifelt.

Für die allermeisten Wesen in unserem Universum dürfte es Grenzen geben, die man wenn überhaupt nur in eigenen Gedankenexperimenten überwinden aber niemals realisieren werden kann. Und schon begeben wir uns von der Philosophie hin zur Religion.

Auf gut Deutsch: wir errichten gerade in Heilbronn einen riesigen Tempel — wo die Menschheit wieder einmal einen ganz neuen Gott anbetet. Und auch an diesen KI-Gott muss man einfach glauben, denn wissen wird man es nie.

Vor gut 2 000 Jahren galt bereits das Erste Gebot, aber die goldenen Kälber waren für uns schon immer viel verlockender.


Hund

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Beitragsfoto: Hund

Weltwirtschaftsforum

Eine echte Institution, welche 1971 von Klaus Schwab aus der Taufe gehoben wurde. Eigentlich sollte inzwischen jedem klar sein, dass es immer besser ist, miteinander zu reden als gegeneinander in den Krieg zu ziehen, nicht einmal in Wirtschafts- oder Kulturkriege.

Bis zum 23. Januar 2026 besteht für unsere Führungselite nun eine gute Chance, um in angenehmer Atmosphäre das eine oder andere wieder in die richtigen Bahnen zu bekommen.

Wahrscheinlich aber bleiben sie allesamt beim Champagner und den Austern sowie ihren persönlichen Social Media-Auftritten. Emmanuel Macron konnte bereits mit seiner Sonnenbrille punkten. Ursula von der Leyen konnte derweil wieder einmal mit einer Ankündigung punkten. Sie stellte eine „unerschrockene“ Reaktion der EU in Aussicht. Gibt es überhaupt eine einzige Ankündigung von der Leyens, die jemals auch nur halbwegs umgesetzt wurde?

Ich gehe jetzt bingen!

Vermischtes

Menschen, die mit mir ab und zu politisch oder kulturell unterwegs sind, denen dürfte das heutige Titelfoto geläufig sein. Mich soll es daran erinnern, dass ich eigentlich auch hier kürzertreten möchte.

So ganz nebenbei habe ich ein neues Blog entdeckt „Live aus dem Rantgebiet“. Ziemlich amüsant. Leider hat der Blogger keinen Arsch in der Hose und bleibt anonym; einzig seine Unterstützung für Terry Pratchett lässt er durchblicken. Wenn man wie ich mit offenem Visier kämpft, bleibt es nicht aus, dass man regelrecht drangsaliert wird. Das gehört aber mit dazu und macht das Bloggen erst so richtig spannend.

Spätestens zur FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft kriechen wir alle Donald Trump in den Hintern. Und bis zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft dürfen sämtliche Despoten dieser Welt machen, was sie wollen. Ok, das dürfen diese schon heute — nur während der WM interessiert uns das noch weniger als bisher, nämlich überhaupt nicht.

Und damit unsere Ignoranz doch noch etwas länger andauert, hat der DFB bei der FIFA seine Wunschgegner gekauft: Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador. Könnte durchaus geschehen, dass deren Spieler bis dahin verhungert sind. Was uns aber auch nicht viel weiterhilft, denn Fußballweltmeister wird dieses Jahr Donald Trump.

Heute kann man erfahren, dass man in Heilbronn der AfD nicht die Harmonie verbieten kann. Wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob die Harmonie überhaupt ausreicht, um dort alle Heilbronner AfD-Begeisterte unterzubringen. Auch konnte man erfahren, dass man Solvay in Bad Wimpfen nicht verbieten kann, die Umwelt zu schädigen und Menschenleben zu gefährden. Das ist bei uns einfach so.

Cojones

Eigentlich wollte ich zumindest heute nichts posten, da mir meine eigene Seelenruhe inzwischen immer wichtiger wird. Und dann kommt da Gavin Newsom um die Ecke …

Gleich nach dem Aufstehen hatte ich wieder einmal eine Petition, Forderung oder sonst irgendetwas Bedeutungsloses mit unterzeichnet, das uns Europäern vielleicht doch einmal die Vereinigten Staaten von Europa bringen wird.

Das Ganze scheitert wie bereits die letzten achtzig Jahre weiterhin an zwei Dingen. Erstens an einer fehlenden Demokratiebegeisterung von uns Unionsbürgern und zweitens am Fehlen ausreichend kompetenter Volksvertreter. Zusammen ergibt dies eine Melange, die letztendlich wieder in den einen oder anderen Krieg führen wird.

Das eigentliche Wunder dabei ist, dass die Schrecken der beiden Weltkriege dafür gesorgt haben, dass kein Mensch so etwas nochmals erleben wollte. Nun, da die letzten Zeitzeugen langsam aber sicher verschwinden, gibt es für dieses Wunder keine Grundlage mehr.

Unsere Gesellschaften sind inzwischen so weichgespült, dass selbst die allerletzten Berufspolitiker wie Donald Trump oder seine europäischen Abziehbilder von uns gewählt werden und selbst dann, wenn diese nachweisbar korrupt, kriminell oder völlig unterbelichtet sind.

Wir Demokraten wählen wirklich alles und jeden. Hauptsache, wir haben unsere eigene Ruhe und regen zudem damit unsere lieben Nachbarn auf!

Im Umkehrschluss wählen wir alle jene nicht, die die Welt zumindest ein klein wenig besser machen könnten, denn dann wäre es um unsere Lieblingstugenden geschehen: Neid und Missgunst!