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23.4.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Vermischtes

Mit 94 Stundenkilometer in einer 40er-Zone erwischt, ggf. gibt es nun für diesen Raser ein Fahrverbot. Bei uns nimmt man solche Straftaten erst ab mindestens einem unschuldigen Toten etwas ernst. Hoffen wir nun einmal nicht, dass es der jüngst erwischte 13-Jährige mit seinem frisierten E-Scooter war.

Es gibt sie noch die guten Nachrichten. Die Bundeswehr darf jetzt doch wohl beim European Secure Software Definded Radio (ESSOR)-Programm mitspielen. Bereits seit mehreren Jahren wird an der Entwicklung von einheitlichen digitalen Wellenformen zur Übertragung von Sprache und Daten für den militärischen Einsatz in der EU und in der NATO gearbeitet — deutsche Firmen und Steuergelder waren von Anfang mit dabei.

Bisher wurden die Wellenformen von den Herstellern der nationalen militärischen Funkgeräte eigens für ihre jeweilige Technik entwickelt und behinderten damit die Kommunikation zwischen den verbündeten Streitkräften. Nun besteht durchaus Hoffnung, dass auch die Bundeswehr in ein paar Jahren digitale und kompatible Funkgeräte bekommt.

Hoffen wir einmal darauf, dass bis dahin kein bayerischer Hersteller von Baby-Telefonen in Schieflage gerät und die Bundeswehr dann dessen Technologie verwenden muss.

Gestern Abend gönnte ich mir noch den jüngsten Film von Mélanie AuffretLes Petites Victoires“ (2023). Julia Piaton gefiel mir dabei wesentlich besser als noch bei „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu ?“ (2014) oder in „Qu’est-ce qu’on a encore fait au Bon Dieu ?“ (2019), zwei Filme, die hier schon einmal Thema waren.

Aber es war Michel Blanc, der mich als Emile begeisterte. Wer allerdings nach dem Film meint, dieser zeige, dass es sich lohnen würde ein netter Mensch zu sein, der dürfte den Film nicht so ganz richtig verstanden haben. Emile wird weiterhin auf seine große Liebe warten und Alice wird bestimmt irgendwo in Deutschland von einem Raser überfahren.

Nicht umsonst dürfte Mélanie Auffret mit dem Namen Emile auf das Buch „Émile ou De l’éducation“ (1762) von Jean-Jacques Rousseau angespielt haben.

Rundschreiben

Bereits heute habe ich mein monatliches Rundschreiben verschickt. Im Mai gibt es gleich zwei Europatage und inzwischen gleich sogar mehrere Europawochen — die Inflation lässt auch hierbei grüßen.

Die Leserzahlen nehmen weiterhin ab, was aber ganz gut ist, da ich ansonsten zu einem Bezahlmodell wechseln müsste. Und auch hier gilt, es kommt nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität der eigenen Leserschaft an. Wer nun erwartet, dass ich den Inhalt des Rundschreibens hier wieder mit einstelle oder zumindest auf das Rundschreiben verlinke, der wird nun vielleicht ein klein wenig enttäuscht sein.

Meine Aufräumaktion entwickelt sich so langsam aber sicher zu einem ganzheitlichen Erlebnis; wer das Rundschreiben lesen möchte, der kann es gerne abonnieren — zumindest so lange wie ich kein entsprechendes Bezahlmodell benötige.

Schwerpunkt des heutigen Rundschreibens ist der Europa-Ball, für den ich nochmals zu werben versuche. Interessant dabei, dass ich bereits schon zwei telefonische Abmeldungen vom Ball bekam — das Rundschreiben wird gelesen.

In den letzten Wochen war der Europa-Ball vereinsintern ein Thema, wobei wir feststellten, dass Heilbronn für einen Tanzball entweder eine viel zu kleine Stadt ist oder einfach nicht über eine entsprechende Bürgerschaft verfügt — Letzteres korreliert ganz gut mit dem Bildungsstand und den Wahlergebnissen.

Was ich sehr bedauere, aber nicht ändern kann. Und was man nicht ändern kann, das sollte man mit der entsprechenden Gelassenheit hinnehmen. Auf alle Fälle aber werden die Ballteilnehmer erneut einen wunderbaren Abend verbringen können — wohl zum letzten Mal in Heilbronn.

Aufräumen

Aufräumarbeiten haben für mich durchaus etwas Entspannendes. Heute ein wenig im Garten für Ordnung gesorgt und seit gestern auch wieder hier im Blog. Seit ich meine Blogroll entschlacke und meinen RSS-Reader ausmiste, wird es etwas ruhiger um mich herum.

Sowohl gute als auch schlechte Nachrichten erreichen mich weiterhin früh genug. Und die unzähligen Nichtnachrichten aus den Medien werden damit verstärkt ausgefiltert. Diesbezüglich hörte ich gestern einen guten Meinungsbeitrag im Deutschlandfunk. Der Beitragende wies korrekt darauf hin, dass die Neuigkeit, es gibt keine Neuigkeiten über den Ostseewal, nicht wirklich eine Neuigkeit sei und schon gar keine nennenswerte Information.

Auch ich muss mir dabei an die eigene Nase fassen, denn ich müsste es eigentlich wissen, dass man auch echte Informationen nicht einfach nur so weiterleitet und schon gar nicht retweetet oder gar -trötet; das nennt man gerne digitalen Lärm.

Aber was macht man nicht alles, um berühmt zu werden. Meist wurde schon alles gesagt, aber nicht von jedem. Und so müssen sehr viele einfach zu allem ihren eigenen Senf dazugeben, am liebsten dabei zu jenen Dingen, von denen sie völlig ahnungslos sind. Und im Falle, dass sie selbst erkennen, dass sie keine Kenntnis vom Thema haben und schon gar keine eigene Meinung, dann gibt es zumindest aber immer noch ein Like oder eine Weiterleitung. Und hierbei helfen die Social Media am allerbesten, deswegen wohl deren große Beliebtheit.

Die Weblogs sind da noch eine völlig entspanntere Art und Weise, um ins Internet zu schreiben, allerdings nur dann, wenn man zuerst für sich selber schreibt und dabei auch der Versuchung widersteht, die eigenen Blog-Beiträge wie Tweets ins Internet zu lärmen — an entsprechenden Hilfsmitteln dürfte es nicht mehr fehlen.

Blogs sollten wie Pflanzen im Garten sein. Man geht dort zwanglos spazieren und bleibt ggf. an einer einen ansprechenden Blume, Strauch oder Baum stehen. Wenn einem das, was man sieht gefällt, guckt man beim nächsten Spaziergang wieder einmal vorbei oder auch nicht. Den Pflanzen dürfte beides egal sein.

Im Falle, dass man aus seinem Blog eine Nutzpflanze machen möchte, dann sollte man diesen richtiger Weise in eine Zeitung, ein Magazin oder gleich in ein Radio- oder Fernsehprogramm umwandeln — dann aber mit allem, was dazugehört.

Im Falle, dass man mit seinem Blog in allen Gärten wildert, sollte man nicht böse darüber sein, wenn manche zu der Auffassung gelangen, dass es sich dabei nur um Unkraut handelt.

Nachtrag 24.4.2026

Heinz Wittenbrink machte mich auf auf das Rundschreiben „Own Your Web – Issue 18: Curators“ (23.4.2026) von Matthias Ott aufmerksam. Passt wie Faust auf Auge.

„Sanabilibus aegrotamus malis; ipsaque nos in rectum genitos natura, si emendari velimus, juvat.“

Seneca, De ira (Buch II, Kap. XIII)

Blogger

31.3.02026 4.5 (8)

Beitragsfoto: Blogger | © cottonbro studio auf Pexels

Lästern

Schon etwas länger folge ich dem Blog „Live aus dem Rantgebiet“ und dies obwohl ich von anonymen Beiträgen und Blogs nichts halte — die kommen bei mir sogar noch hinter KI-Geschriebenem. Dann aber finde ich es immer wieder durchaus amüsant, wie die Autoren sich dort einzelner Themen annehmen und dabei auch ihre „Lieblingsblogger“ durch den Kakao ziehen.

Nun aber gibt es eine ganz neue Entwicklung, ähnlich wie früher bei Fefe (Felix von Leitner), bloß weiterhin rein anonym. Man soll den Autoren nun Stoff und Blogger liefern. Die Autoren schimpfen gerne und völlig zurecht auf KI-Blogs, wo aber liegt nun der Unterschied, ob ich KI oder andere Autoren für mich arbeiten lasse?

Die anonymen Autoren werden es sicherlich wissen.

Nachtrag 1. April (kein Scherz!)

Hier findet man nun Richtigstellung und Erklärung von Anon. Es kann alles so einfach sein.

Vermischtes

Zum Tagesbeginn gleich ein Nichtkäffchen mit Detlef Stern. Danach Vorlesung, welche nahtlos in eine Klausureinsicht überging. Beide Veranstaltungen gut besucht und die Klausureinsicht die beste, die ich an der Heilbronner Hochschule je hatte. Es ging dabei in erster Linie um die Inhalte und nicht um die Noten, welche von mir noch nie diskutiert wurden. Vielleicht hat es sich nach all den Semestern auch so langsam herumgesprochen.

Ein Gespräch mit zwei Studenten fand ich besonders gut und freute mich dann auch, als ich hörte, dass beide die letzte Statistikklausur bestanden haben. Nun dürfte meine Klausur keine Herausforderung mehr darstellen.

Gestern Abend zog Andreas Lochner noch einen gemeinsamen Konzertbesuch fest — ich bin nun einmal gespannt darauf, wer dort älter ist, die Band oder die Zuhörer?

Das mit den Syrern und dem deutschen Kanzler wird keine Liebe mehr. Was mich aber mehr interessiert ist, wie Markus Söder überhaupt in die USA kam? Wir werden es wohl nie erfahren. Genau so wie wir nie wissen werden, wer den neuen Cowboy-Hut gekauft hat und ob er diesen mit nach Bayern nimmt? Spannend, was der bayerische Ministerpräsident tatsächlich von „seinem“ Land hält, wenn er lieber als Cowboy oder gar als Shrek durch die Gegend tobt. Was aber vielleicht doch für etwas Geschmack spricht: wirklich alles außer Lederhose und Dirndl.

Rundschreiben

Heute wurde ich daran erinnert, dass es wieder Zeit sei, um mein monatliches Rundschreiben zu verschicken. Da ich dieses noch vor dem 1. April machen wollte, musste es nun etwas schneller als sonst üblich gehen — gut, dass mir das Schreiben nicht schwer fällt. Für mitlesende Studenten: das ist wie beim Lesen auch, beständiges Übung über Jahrzehnte hinweg macht es möglich.

Auch in den düstersten Zeiten gibt es immer wieder Dinge, die uns Menschen noch hoffen lassen. Nehmen wir zum Beispiel die „No Kings“-Bewegung in den USA, welche landesweit Hunderttausende US-Bürger regelmäßig auf den Straßen friedlich vereint. Und auch in Europa gibt es Lichtblicke. Lassen Sie uns hier nach Ungarn schauen, wo es nach gut 16 Jahren „gelenkter“ Demokratie tatsächlich zu einem Regierungswechsel kommen — am 12. April ist es so weit und Ungarn könnte sich zurück auf den Weg nach Europa begeben.

Ob USA, Polen, Türkei oder Ungarn, man kann eines dabei erkennen, nämlich, dass es für demokratische Parteien unmöglich ist, selbst wieder zurück zur Demokratie zu finden, wenn sie erst einmal den Rubikon überschritten haben. Es hilft dabei auch nichts, wenn man darauf pocht, dass es nicht der Rubikon, sondern der Fluss Lethe gewesen sei! 

Sobald sich die Wähler wieder mehrheitlich und eindeutig für unsere Demokratie entscheiden, werden diese demokratischen Parteien keine Glaubwürdigkeit mehr besitzen, das sieht man an der AKP und der PiS, es wird der Fidesz so ergehen und auch die GOP wird sich nie wieder erholen können. Die dort verbliebenen demokratischen Mitglieder werden sich in neuen Parteien neu erfinden müssen. Auch die DZP hat sich nie wieder von ihrem Sündenfall erholt.

Was wirklich nicht erstaunt, wenn man noch den Hinweis von Martin Luther kennt: „Wer mit einem Dreck rammelt, er gewinne oder verliere, so geht er beschissen davon.“ (Äsop-Übersetzung von 1530). Eine Feststellung an die man sich erinnern sollte, wenn man völlig geschichtsvergessen in Deutschland von Mauern aller Art fabuliert, was doch nur verschleiert, dass man sich selbst vor dem Rubikon befindet. Und so müssen auch bei uns in Deutschland alle demokratischen Parteien erkennen, dass es keinen Schritt mehr zurück geben wird, wenn man erst einmal am anderen Ufer steht.

Und wir Demokraten, ob nun parteilich organisiert oder auch nicht, müssen uns insgesamt darüber klar werden, wo wir uns selbst sehen und dies dann auch kundtun — Demokratien, selbst in den USA, werden nicht durch eine schweigende Mehrheit gerettet! Zu unser alle Glück haben wir (noch) keine US-amerikanischen Verhältnisse, aber man kann, wenn man nur möchte auch bei uns bereits den Rubikon erblicken! 

Die Probleme dieser Welt, nehmen wir nur Umwelt, Ukraine, Iran und die daraus resultierenden wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Folgen, können nur noch von uns Demokraten mindestens jenen in Europa, den USA, Kanada, Australien und Japan gemeinsam auch nur halbwegs behoben werden. 

Inzwischen sind die Probleme so gewaltig, dass es keine Insellösungen mehr geben wird und unser durchaus erfolgreiches — sicherlich aber auch reformbedürftiges — Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell in Gänze in sehr großer Gefahr ist. Die Alternativen sind da, werden z. B. in China, Nordkorea, Kuba oder der Russischen Föderation mehr oder weniger erfolgreich gelebt — ich behaupte aber auch nicht mehr lange — wobei die Kosten für die dort lebenden Menschen mehr als gewaltig sind, weit größer als in den noch so schlecht verwalteten Demokratien.

Es ist nun wirklich, nach all den Jahrzehnten des Experimentierens, Abwartens und Hinhaltens an der Zeit, dass wir Demokraten und ganz besonders wir Europäische Föderalisten zwar nicht auf die Barrikaden gehen, aber zumindest lautstark und nachhaltig von unseren Politikern und Mitbürgern wieder mehr Demokratie und noch mehr Europa einfordern, aber auch selbst dafür ein klein wenig mehr machen als wir es bisher gewohnt waren.

Am Europatag der Europäischen Union veranstaltet die EUROPA-UNION Heilbronn den wohl letzten Europa-Ball in Heilbronn. Bündnis 90/Die Grünen, CDU und ÖDP werden dort mit einem Informationsstand vertreten sein. Und auch der Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold wird Flagge zeigen! Platz für weitere demokratische Parteien ist vorhanden.

Was noch fehlt, das sind nicht nur viele von unseren Mitgliedern, sondern auch weitere für Demokratie und Europa Begeisterte. Spätestens seit dem Wiener Kongress wissen wir, dass ein Tanzball viel mehr ist als reines Tanzen. Schon alleine das Rahmenprogramm macht diesen Abend unvergessen. Hinzu kommen die vielen guten Gespräche und die Informationen, die man alleine schon durch die dort anwesende Vielfalt gewinnen kann. Der Schwerpunkt aber ist dabei, dass wir Europäer durch einen Ball im Herzen Heilbronns Flagge zeigen — noch können wir die Mehrheitsmeinung durch Bälle und weitere Gesprächsveranstaltungen kundtun. Es wäre sehr schade, wenn wir alle bald ähnlich wie in den USA eine verlorene Demokratie zurückgewinnen müssten!

Weiterhin in der Hoffnung, dass sich die aktuellen Gefechtshandlungen in Nahen Osten begrenzen lassen und unsere ukrainischen Verbündeten ihre Stellungen halten können, wünsche ich unseren ungarischen Nachbarn einen fulminanten Sieg der Demokratie, der den Rest Europas wieder in bessere Bahnen lenken wird und allen Totalitaristen zeigt, dass wir Demokraten noch längst nicht abgewirtschaftet haben! 


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Fußballspieler

25.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Fußballspieler beim Einwurf |© Pixabay

Vermischtes

Wie wir heute lesen können, macht sich die AfD für die CDU hübsch. Es könnte aber auch weiterhin nur so sein, dass die Grenzen zwischen beiden Parteien fliesend sind. Früher™ traten CDUler auch noch gerne bei den Freien Wählern an, wenn sie in der eigenen Partei kaum eine Chance auf ein Wahlamt hatten.

Für heute habe ich genug gerechnet, Listen befüllt und Rechnungen geschrieben. Morgen ist auch noch ein Tag. Längst sind die Zeiten vorbei, wo ich so lange am Schreibtisch blieb, bis alles erledigt war. Manchmal ging schon wieder die Sonne auf und ich war dabei mit meiner kleinen Welt zufrieden. Später nutzte ich die Nachstunden eher, um an meinen Büchern oder im Blog zu schreiben, was eine ganz andere Qualität besitzt, da man dies alleine nur für sich selbst macht.

Heute nutze ich die Nachtstunden eher fürs Bingen oder mit einer guten Lektüre. Was ich jedem empfehlen kann, bevor man sich darüber beklagt, dass man nicht ein- oder durchschlafen könne. Als wir noch das Land der Dichter und Denker waren, soll es gar üblich gewesen sein, dass die Menschen ihre Nacht in Ruhe- und Arbeitszeiten aufteilten und man zweimal je Nacht ins Bett ging. Was dann wohl auch zum Mittagsschläfchen führte, eine Eigenart, die noch heute gerne beibehalten wird.

Auf alle Fälle aber wäre ich nie ein guter 9-to-5-Jobber geworden; zu unflexibel und viel zu langweilig! Lustig dabei, dass man genau diese Jobs künftig durch KI und Roboter ersetzen wird! Wer sich als Mensch in Formen pressen lässt, der verdient es einfach nicht anders.

Habe ich bestimmt auch hier schon einmal erwähnt: „Alle Menschen zerfallen, wie zu allen Zeiten so auch jetzt noch, in Sclaven und Freie; denn wer von seinem Tage nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sclave, er sei übrigens wer er wolle: Staatsmann, Kaufmann, Beamter, Gelehrter.“ (Friedrich Nietzsche, 1878).

In meiner Jugend war ich mal Borussia Mönchengladbach-Fan, dann aber haben sie mit dem Fußballspielen aufgehört. Mit dem FC Bayern München konnte ich selbst zu meinen Münchner Zeiten nichts anfangen, mit dem VfB eher schon — durfte einmal ein paar von deren Spielern drangsalieren, was durchaus etwas verbindet. Mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem HSV bin ich kameradschaftlich verbunden und Fortuna Düsseldorf gehört seit Kurzem gewisser Maßen sogar zur Familie, zumindest ein Ultra. Hingegen Real Madrid wurde mir befohlen und als guter Soldat habe ich mir sogar deren Devotionalien schenken lassen.

Basketball ist dennoch der bessere Mannschaftssport, gleich gefolgt von Rugby und Football.

Krieg

Der Ukrainekrieg wabert weiter vor sich hin, kaum hat die Ukraine ein paar Quadratkilometer Gelände zurückerobert, schon starten die Russen eine neue Offensive. So lange die Ukrainer standhalten, läuft alles weiterhin nach Plan — so schlimm dies auch für die Betroffenen sein mag. Aber das ist Krieg!

Der beste Verbündete Putins, Donald Trump, hat derweil ganz ohne Plan eine zweite Front im Iran eröffnet. Auf alle Fälle sichert dies nun den Russen die Finanzierung ihres Krieges gegen die Ukraine und macht nicht nur die Familie Donald Trumps reich. Was erklären könnte, warum auch die Bundesregierung wieder verstärkt auf Öl und Gas setzt — es erhöht die eigenen Gewinnmargen.

Wieder einmal ein schönes Beispiel, warum Kriege geführt werden, nämlich um den eigenen wirtschaftlichen und politischen Untergang zu verschleiern oder um sich persönlich zu bereichern, meist aber beides zugleich — es geht immer ums Geld („It’s all about the money“).

Und ob dazu nun auch US-Truppen oder gar NATO-Alliierte verheizt werden müssen, reine Nebensache. Als Soldaten haben wir von unseren Politikern und Mitbürgern immer wieder hören müssen, dass wir als „Zivilversager und potentielle Mörder“ doch etwas Besseres hätten lernen können und, dass es nun „an der Zeit sei, zumindest wieder das Sterben zu lernen“.

Sobald aber unsere lieben Mitbürger befürchten müssen, dass es ihnen ggf. selber an den Kragen gehen könnte, sind wir Soldaten wieder höchst beliebt und man entlohnt uns durch beifälliges Klatschen, ähnlich wie die Ärzte und Pfleger während COVID-19. Am besten, sobald wir im Sarg nach Hause kommen, denn das spart richtig Geld.

Wie man nun lesen darf, müssen sich wohl auch Soldaten darauf einstellen, dass sie ihre eigenen Ehepartner, die nicht arbeiten können und manchmal auch nicht dürfen, noch verstärkter als sonst üblich ver- und absichern müssen. Die vom Bund ehemals bereitgestellten Wohnungen für die umzugspflichtigen Soldaten sind schon längst von Behörden unter der Hand fremdvergeben. Und für den Nachwuchs Kindergärten oder passende Schulen am neuen Standort zu finden, rein persönliches Schicksal.

Nur für den Fall, dass hier jemand fragt, warum man die Ränge bereits in Friedenszeiten nicht füllen kann — von geeignetem Personal einmal ganz zu schweigen. Wer will als Bürger schon freiwillig in den Augen seiner Mitbürger ein „rechtsradikaler Vergewaltiger“ sein?

Manche Blogger meinen, dass der Ukrainekrieg in den Medien viel zu kurz käme. Zumindest wir Soldaten wissen um die schreckliche Tragik auch dieses Krieges, aber auch, dass dieser „alternativlos“ ist.

Gerade jene, die diesen Krieg vermeintlich nicht wollen, hätten ihn schon lange beenden können. Dazu müsste man einfach nur sämtliche Wirtschafts- und sonstige Beziehungen zur Russischen Föderation abbrechen — das würde aber die eigenen Einkommen schmälern und ggf. den eigenen Wählern ein paar Unannehmlichkeiten bereiten. Was ist dagegen schon das schreckliche Schicksal von ein paar Hunderttausend ukrainischer Frauen und Kinder? Von den unzähligen Soldaten einmal ganz zu schweigen! — It’s all about money, stupid!

Blogger

Kaum habe ich über Altherrenblogger geschrieben und schon muss ich bei Stefan Rose lesen, dass Chris Kurbjuhn nicht weiter schreiben wird. Die allermeisten Uraltblogger sind schon etwas länger von uns gegangen, nun lichten sich auch die Reihen der Altherrenblogger immer mehr.

Der Lauf des Lebens halt. Passend, es regnet. Heute war mir mein Tag bereits schon vorab unangenehm, denn ich hatte die leidigen Familiengeschäfte auf heute verlegt. Und da die Anmeldungen zum diesjährigen Europa-Ball ebenfalls schleppend verlaufen, fügt sich der Tag so langsam aber sicher zu einem zusammen, auf den man später nicht so gerne zurückblicken wird.

Man soll den Tag aber nie vor dem Abend loben und so gibt es zumindest wieder etwas zum Bloggen. Auch passend wäre nun ein Rezept oder eine Restaurantempfehlung, was bei mir aktuell aber nicht erfolgen wird.

Valentin Trentin hat sein Blog vor Kurzem ebenfalls eingestellt und mit Detlef Stern diskutiere ich letztens immer wieder auch darüber, ob ich für mich nicht doch einmal eine Blogpause einlegen sollte — ich könnte dafür wieder verstärkt meinen Zettelkasten füttern oder das eine oder andere bereits fast vergessene Buchprojekt wieder aufgreifen.

Dann aber lese ich wieder Blog-Beiträge von Uraltbloggern wie David Wertheimer, was mich allerdings gerade heute auch wieder zumindest ein klein wenig sentimental stimmt, vor allem, wenn ich daran zurückdenke, wie ich selber in den 1990er-Jahren beruflich bedingt ins Internet schrieb und dachte, dass dies doch gar keine schlechte Idee für einen ganz privaten Zeitvertreib wäre.

Dann brachte mich ein Mitarbeiter auf die Idee, dass man damit doch ganz gut Geld verdienen könne und in Folge davon darf ich auf doch so einige sehr glorreich gescheiterte Internet-Projekte zurückblicken — aber auf alle eher mit einem lächelnden Auge.

Im Gegensatz zu meinem damaligen Mitarbeiter war mir Geld nie so richtig wichtig und so bin ich am Abend meiner eigenen Blogger-Zeit wieder voll und ganz zu den Anfängen zurückgekehrt, nämlich eine gute Technologie auch für den eigenen Zeitvertreib zu nutzen — wobei ich immer mehr daran denke, dass unsere damalige Software für diese Zwecke viel besser war als es die heutige ist. Was daran liegen könnte, weil wir uns alles selber zusammengebastelt oder gar zusammengetauscht hatten und das eigene Serverlein noch in der Wohnung glühte.


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