Männergrippe

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Beitragsfoto: Männergrippe | © Shutterstock

Fundamentals

Das Buch von Frank WilczekFundamentals – Ten Keys to Reality“ (2021) gehört eindeutig mit zu jenen Büchern, die man gelesen haben sollte. Dieses Buch nur als ein weiteres Physikbuch zu bezeichnen, wäre absolut zu kurz gesprungen.

Indem uns Frank Wilczek den aktuellen Stand der Physik darlegt, erklärt er uns so ganz nebenbei die Welt; ergo eher ein Werk der Philosophy als ein Buch für Physiker. Besonders seine Feststellung auf Seite 218 hat zumindest für mich eine sehr aktuelle Fragestellung definitiv geklärt.

„People do make choices, and their bodies are subject to the rules of matter. … Free will and physical determination are complementary aspects of reality.“

Frank Wilczek, Fundamentals – Ten Keys to Reality (2021: 218)

Ich bin versucht, noch mehr Frank Wilczek zu zitieren, lasse dies aber bleiben und verweise auf das Buch. Mein Exemplar strotzt nur so vor Unterstreichungen und Randbemerkungen und wird mich sicherlich noch sehr lange weiter beschäftigen.

Bildungspolitik

Dass Bildung und Politik nicht mehr das sind, was sie ursprünglich einmal waren, ist eine ganz normale gesellschaftliche Entwicklung. Unsere Bildungspolitik hingegen hat bei uns schon länger orwellsche Züge angenommen, wobei die Universitäten — einst der ganze Stolz einer „Nation der Dichter und Denker“ — nur noch ein Abklatsch höherer Bildung sind.

Und so ist es nun auch ganz folgerichtig, dass jetzt auch unsere Hochschulen promovieren dürfen. Sobald sich dies dann halbwegs bewährt hat, steigern wir unseren Bildungsstand noch weiter, indem sämtliche Kindergärten das Promotionsrecht erhalten und die jeweiligen Gemeinderäte zu Promotionsverbänden ernannt werden.

Das Endziel unserer Politik ist völlig eindeutig: wer nach dem Kindergarten keine Windeln mehr benötigt, ist damit habilitiert, und wir Deutschen sind wieder Weltmeister im Dichten und Denken!

Männergrippe

Die Normalität scheint so langsam aber sicher in Deutschland wieder einzuziehen, denn innerhalb nur weniger Monate hat mich nun bereits die zweite Männergrippe erwischt — dank COVID-19 war ich zwei Jahre lang davon verschont geblieben, was wieder einmal bezeugt, dass alles seine zwei Seiten hat.

Für meine besser Hälfte sind die Zeiten einer Männergrippe nicht die besten, denn ich komme dabei immer wieder auf die interessantesten Ideen, die ich dann auch sofort in einer Art „Nacht-und-Nebel-Aktion“ umzusetzen beginne. Detlef Stern konnte bereits feststellen, dass ich u. a. das Forum hier geschrottet habe, was nicht besonders schlimm ist, da es kaum genutzt wird. Weniger schlimm ist der Crash meiner Gallerien, denn auf diese greife bisher nur ich zu.

Besser verlief hingegen die Überarbeitung der EUROPA-UNION Vereins-Website, welche von den Nutzern bisher nur positive Kritiken erfährt. Und so wünscht sich meine besser Hälfte nun nichts sehnlicher als dass ich, möglichst bald wieder völlig hergestellt, meinem ganz normalen Tagesablauf folge und nicht auch noch damit beginne, in ihren Aufgabengebieten zu wildern.


Dame mit Hut

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Beitragsfoto: Dame mit Hut | © Shutterstock

Bahn-Provinz

Alexander Hettich von der Heilbronner Stimme kommentierte bereits am 28. Juni 2022 die dilettantischen Versuche unserer für die Misere verantwortlichen Politiker Heilbronn wieder halbwegs vernünftig an das Bahnnetz anzuschließen.

„Die neu Realität heißt: Verbesserungen der jahrzehntelang vernachlässigten Infrastruktur sind möglich und wohl auch finanzierbar. Sie haben aber bei Weitem nicht die Strahlkraft eines ICE- oder IC-Anschlusses. Vielmehr sollen sie das bringen, was der Fahrgast jetzt schon erwarten dürfte: einen Bahnverkehr ohne ständige Verspätungen. Besonders ernüchternd ist, dass auch mit schwindelerregend hohen Investitionen die Züge nur minimal schneller werden.“ 

Alexander Hettich, Heilbronner Stimme (28. Juni 2022, 21:42 Uhr) 

Jetzt rächt es sich, dass unsere Volksvertreter uns zwar jahrelang diesbezüglich das Blaue vom Himmel versprochen, aber in Stuttgart, Bonn und Berlin immer ganz anders abgestimmt haben.

Aber selbst wenn man jahrzehntelange Untätigkeit mit „schwindelerregend hohen Investitionen“ beheben würde, käme ein anderes Problem auf uns zu, nämlich dass das Heilbronner Hauptbahnhöfle und sein Umfeld sowie sämtlichen Zu- und Abfahrtstraßen längst nicht mehr für einen solchen Verkehr ausgelegt sind.

Um dies zu korrigieren, benötigen wir noch weit mehr Finanzmittel und Jahrzehnte für den Um-, Aus- und Neubau der entsprechenden Infrastruktur — die bisher für eine stolze Autostadt und heutige Fahrradstadt ausgelegt ist oder noch wird.

Versorgungsposten

Gestern haben sich nur 9 von 40 Stadträten gegen eine Weiterbeschäftigung von Agnes Christner als Heilbronner Bürgermeisterin ausgesprochen. Damit hat sich ihre Aussage wieder einmal bestätigt, dass „es … die beste Entscheidung meines Lebens [war], nach Heilbronn zu kommen“. Dies mag zwar für sie persönlich zutreffen, für Heilbronn war und ist es allerdings kein Gewinn.

Und so bleibt mir nur die neun Stadträte für ihre Entscheidung zu beglückwünschen. Und auch den zwei Enthaltungen darf man wohl einen Rest an Gewissen zusprechen.

Agnes Christner wird dies alles sicherlich nicht weiter stören, auch nicht, dass sie nach acht Jahren Aufenthalt in Heilbronn nur 27 Stadträte für sich gewinnen konnte. Für uns Bürger wäre es dabei sehr interessant zu wissen, wie viele Stadträte gegen ihre eigene Überzeugung votierten.

Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass durch den Gemeinderat damit erneut einer weiteren Vergreisung der Stadtspitze Vorschub geleistet wurde — wie man dadurch Studenten für Heilbronn gewinnen oder gar begeistern möchte, bleibt weiterhin ein sehr großes Heilbronner Geheimnis.

Bildungscampus

Nachdem ein Aldi-Markt einer geplanten Erweiterung des Bildungscampus am Europaplatz im Norden im wahrsten Sinne des Wortes im Wege stand, kommt jetzt gemäß einem Bericht in der Heilbronner Stimme (01.07.2022: 30) eine sogenannte Westerweiterung. Und dazu soll nun der Media-Markt verschoben werden. Auch könnte es eine neue Brücke über den Neckar in Richtung Neckarbogen geben, die man übrigens bereits auf älteren Plänen des Neckarbogens schon einmal gesehen hat. Wenn ich den Zeitungsbeitrag von Tanja Ochs richtig verstanden habe, soll es zusätzlich auch eine Brücke hin zum Bestandscampus geben.

Auf jeden Fall aber wird im neuen Campusteil das Wohnen, Einkaufen und Feiern möglich sein, womit man versuchen möchte, auch nach den Vorlesungen und am Wochenende etwas mehr Schwung in den Bildungscampus zu bekommen — ob dies letztendlich die Studenten dazu bewegt, auch außerhalb der Vorlesungszeiten in Heilbronn zu verweilen, bleibt abzuwarten.

Sicherlich aber werden weitere 7 000 Studenten und die zu ihrer Betreuung notwendigen Campus-Beschäftigten ein Gewinn für Heilbronn sein.


Wasser eines Pools

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Beitragsfoto: Schwimmbad | © Anncapictures auf Pixabay 

Eigentlich könnte die Neckarhalde eines der schönsten Schwimmbäder Deutschlands sein, eigentlich. Und wohl nur dann, wenn man nicht sein gesamtes Leben in Heilbronn verbracht hat, bemerkt man den langsamen Zerfall dieses Kleinods. Ohne jegliche Notwendigkeit wird dieses Bad seit Jahren immer wieder verkleinert und zudem auch seine Infrastruktur, wo immer man nur kann, zurückgebaut oder einfach nur dem Lauf der Zeit überlassen.

Vor Kurzem hat sich die Heilbronner Stimme noch gewundert, dass in Heilbronn der Breitensport zwar gut aufgestellt — was ich stark bezweifle — aber kaum Leistungssport zu finden sei. Das liegt sicherlich daran, dass in Heilbronn alles, was mit Leistung, Einsatz oder bürgerlichem Engagement zu tun hat, seitens einer ganz bestimmten Heilbronner Clique kaputtgemacht wird. Und so wird auch die Neckarhalde zu einem Opfer absolut verfehlter Heilbronner Stadtpolitik und Mauscheleien.

Längst vorbei sind die Zeiten, wo man noch von weit her kam, um in der Neckarhalde einen vergnüglichen Tag zu verbringen, Zeiten, wo man eigens ein weiteres Bad eröffnete, um möglichst vielen Heilbronnern Wassersport und eine Freizeitgestaltung am Pool zu ermöglichen — längst vergangene Zeiten, wo sich Bürgermeister und Stadtverwaltung noch um das Wohl von uns Heilbronnern gekümmert und gesorgt haben.

Jahrzehnte ist es her, wo man sich als Rettungsschwimmer oder Schwimmmeister nur darum Sorgen machen musste, ob und wo die jungen Damen ihr Bikini-Oberteil nun tragen dürfen oder müssen oder auch nicht.

Wie schon in mehreren Beiträgen (z. B. Heilbronner Badespaß) geschrieben, habe ich mich nach meiner Rückkehr, weil von befreundeten Schwimmmeistern und Rettungsschwimmern gebeten, auch wieder um den Zustand der Heilbronner Bäder gekümmert, mich selber wieder als Rettungswache und Schwimmaufsicht eingesetzt und mich darüber hinaus mit völlig uneinsichtigen städtischen Angestellten herumgeärgert. Zugegebener Maßen war ich von meiner Zeit in Ulm etwas verwöhnt, aber dort legt man einfach weiterhin Wert auf Ordnung und Sauberkeit und vor allem darauf, dass jene Bürger, die sich sportlich betätigen möchten, auch eine Chance dazu bekommen. Leider setzt man in Heilbronn den Schwerpunkt eher auf die Anzahl und Verfügbarkeit von Weinausschänken jeglicher Art und möglichst bequeme Besäufnisse.

Das hat sicherlich auch etwas mit Bildung zu tun, wobei man in Heilbronn stolz darauf ist, dass „Bildung nicht anstrengend sein darf“ (SPD) und man daran glaubt, dass, wenn man eine Art „Bildungs-Disneyland“ (Detlef Stern) an den Europaplatz stellt, wir damit so etwas wie eine Universitätsstadt seien. Unsere Stadt hat sicherlich sehr viele Vorzüge, leider gehören zeitgemäße Bildungs- und Sportstätten sowie ein echter Bahnanschluss nicht dazu!

Bezeichnend für unseren Gemeinderat und die Stadtverwaltung ist, dass man zum einen die Stadtfontäne außer Kraft setzt, um die Weintrinker am Neckar nicht zu stören und zum anderen Fachleute, die in anderen Städten bereits ihre Inkompetenz unter Beweis gestellt haben, für städtische Aufgaben nach Heilbronn holt. Was mich nun wieder zur Neckarhalde kommen lässt.

Heute ging ich mit meiner bessere Hälfte in die Neckarhalde, rein um der Gesunderhaltung willen — was übrigens bei mir inzwischen medizinisch notwendig ist. Mein Jüngster war schon vorausgegangen, weil er seine üblichen gut 2 000 Meter abspulen wollte. Dort angekommen erkannte ich sofort am Eingang, dass wir wieder Heilbronner Verhältnisse haben, die Dame an der Kasse tat mir leid.

Schon auf dem Weg in die Umkleide und Duschen hörte ich das Fluchen der Badegäste, darunter auch zwei (wahrscheinlich) Afghanen und ein Südosteuropäer, was wieder einmal beweist, dass Anstand, Kultur und Bildung nichts mit der Ethnie zu tun haben. Die Duschen waren völlig überfüllt und auch mit Menschen, die überhaupt nicht wissen, wie man duscht oder was die Funktion einer Dusche überhaupt ist — einfach nur ekelig!

Auf dem Weg zum Becken verstand ich dann die Äußerung eines Mannes zu seinem Sohn oder Enkel, dass sie nach dem Duschen am besten gleich wieder gehen, denn sämtliche Becken waren mit Menschen überfüllt, die dort offensichtlich meist nur herumstanden und manche dabei auch rauchten. Selbst die beiden abgesperrten Bahnen für Schwimmer wurden entsprechend missbraucht. Gelächelt habe ich, als ich die Versuche meines Jüngsten sah, wie er sich am Hindernisschwimmen versuchte.

Und so ging ich als Erstes zu den Schwimmmeistern, wobei ich erneut feststellen musste, dass einige davon nicht einmal die Mindestanforderungen an einen Schwimmmeister erfüllen — das war und ist seitens der Stadtverwaltung schon immer höchst fahrlässig! Die ersten beiden verstanden mein Anliegen schon gar nicht, was bezeugt, dass sie von ihrer Aufgabe keine Ahnung haben — das ist seitens der Stadtverwaltung kriminell!

Dann traf ich einen Schwimmmeister, der wusste, was er zu tun hätte und sicherlich auch könnte, aber sein resignierter Blick verriet alles. Solch einen Blick hatte ich zuletzt bei afrikanischen Soldaten gesehen, die verheizt und vor Jahrzehnten auch bei Fremdenlegionären, bevor sie zu Helden wurden, und man wird aktuell diese Blicke bei ukrainischen Soldaten sehen können, die mit fehlender Bewaffnung und Ausrüstung nur noch darauf warten, bis sie von russischen Granaten zerfetzt werden.

Für solche Blicke bedarf es normalerweise Kriege, die Heilbronner Bürgermeister und Abteilungsleiter schaffen dies ganz offensichtlich bei ihren Mitarbeitern bereits zu Friedenszeiten! Auf alle Fälle attestiere ich der heute für den Einsatz der Schwimmmeister verantwortlichen Person die größte Widerwärtigkeit, die ich jemals außerhalb von Kriegs- und Einsatzgebieten gesehen habe.

Wer so mit seinem Personal umgeht, der ist wirklich das Letzte, was auf Gottes Erdboden herumkräucht! Da ich nicht der Einzige war, der schwimmen wollte (musste!), versuchte ich mit weiteren Schwimmern wenigstens eine Bahn halbwegs freizubekommen, und auch hier muss ich attestieren, dass das Problem nicht die Herkunft ist, sondern ganz und alleine ein Bildungsproblem und in Heilbronn dazu noch ein Aufsichtsproblem (!), nämlich, dass sich, angefangen beim OB die Stadtverwaltung permanent weigert, ihre originären Aufgaben zu erfüllen.

Für sehr teueres Geld überall bunte Bändchen hinzuhängen, die zudem noch die Umwelt weiter schädigen, reicht nicht aus, um eine Stadt zu verwalten. Dazu benötigen wir Menschen, die wissen, was die eigentlichen Aufgaben einer Stadtverwaltung sind und diese dann auch erfüllen wollen!

Und so gelangen mir ein paar Runden, wobei bessere Schwimmer mir sogar den Vortritt ließen. Dann aber sprang mir ein übergewichtiger Bursche ins Kreuz und ich, als ich es gerade geschafft hatte, wieder Luft zu bekommen, dessen Schwester vor den Kopf, was den Vater dazu motivierte, mich auch noch verprügeln zu wollen. Als ich mich erhob, an einem Ende kann man im Becken stehen, trollte er sich aber, was mir wieder einmal zeigt, dass Asozialität und Feigheit einfach zusammengehören.

So konnte ich mein Hindernisschwimmen weiter fortsetzen, wurde dann aber gestoppt, als mir ein Kotbrocken vor die Schwimmbrille schwamm — was mich als in Heilbronn groß gewordener Rettungsschwimmer zwar nicht schockte, aber mir für heute die Lust am Schwimmen endgültig nahm. Und auch meine bessere Hälfte hatte kurz darauf genug, nur der Jüngste bestand darauf, sein Streckenziel zu erfüllen — nur die wirklich Harten kommen in den Garten.

Und so warteten wir noch eine Weile eingehüllt in Rauchschwaden, bis wir dann alle zusammen diese Tragödie verließen. Und nachdem ich nun diese Zeilen geschrieben habe, geht es mir auch schon wieder etwas besser.

Und so beende ich diesen Beitrag mit einem Vergleich — dieses Mal aus aktuellem Anlass mit Frankfurt. Eine Großstadt zeichnet sich darin aus, dass man zumindest versucht, einen OB wieder loszuwerden, wenn man feststellt, dass dieser der Stadt schadet. In Heilbronn hat man alles getan, dass der OB unsere eigentlich ganz schöne Stadt noch weiter abwirtschaften kann.

„OB in Freiburg zu sein, ist immer noch mein Traumjob. Das bedeutet ja nicht, auf dem Sonnendeck zu liegen und sich Caipirinhas bringen zu lassen.“

Dieter Salomon, Stuttgarter Zeitung (18. November 2006)