Kinobesucher

Nostalgie pur 5 (4)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Eigentlich hätte ich wieder einmal Lust zum Ablästern. Was man halt so bekommt, nachdem man im Schwimmbad war. Überhaupt nichts gegen die Neckarhalde! Einmal richtig saniert und nicht weiter zerstückelt, wäre diese sicherlich eines der schönsten Schwimmbäder Deutschlands. Und auch über das Personal vor Ort kann man nicht klagen. Wenn dann noch die vielen ungewaschenen Nichtschwimmer fehlen, ist die Neckarhalde Erholung pur. Deswegen möchte man seitens des Gemeinderats und der Stadtverwaltung dieses Heilbronner Kleinod ebenfalls kaputtmachen. Nein, ich lästere heute nicht ab und schwelge dafür lieber in Erinnerungen, bekam ich vor Kurzem in einem meiner Chat-Räume — die echten Social Media — ein Foto aus einem TGV geschickt. Inzwischen dürften die Fahrgäste in Paris angelangt sein — ist ja nicht die Deutsche Bahn! Als wir das letzte Mal zusammen in Paris waren, waren diese noch Kleinkinder.

Manche meiner Blog-Leser mögen Filme, hätte ich dies nur vorher gewusst, gäbe es heute meine Film-Website sicherlich noch; diese hatte in den Nullerjahren gut 1 000 tägliche Zugriffe, was ich damals ganz gut fand. So lange bis ich feststellte, dass es Millionen sein müssten, um sich am Markt etablieren zu können.

Ein Vorteil vom Elternsein ist, dass man Spiele spielen und Filme sehen kann, die man als Erwachsener nicht einmal annähernd in Erwägung zöge. Und so konnte ich u. a. die Serie „Scooby-Doo“ nachholen, welche mir in meiner Jugend vorenthalten blieb.

Und da mich Andreas Lochner jüngst über ein paar Ecken hinweg an den Film „Antropophagus“ (1980) erinnerte, welchen ich dank eines mutigen Kinobesitzers Anfang der 1980er-Jahre anschauen konnte, was mich wiederum an den Film „El laberinto del fauno“ (2006) erinnerte, welchen ich irrtümlich, weil mein Spanisch bereits sehr eingerostet war, für einen Kinderfilm hielt, den man mit den Buben „Home Alone“ anschauen könnte — darüber hatte ich hier im Blog schon einmal berichtet.

Was mich nun wieder an einen Film erinnert, den wir zusammen als Familie gleich mehrfach gesehen haben. Einen Film, den man als Erwachsener wohl kaum anschauen wird, was tatsächlich ein Fehler wäre: „George of the Jungle“ (1997); wer die drei erwähnten Filme kennt, der wird durchaus Ähnlichkeiten feststellen.

Sam Weisman führte Regie. Brendan Fraser ist der Held George des Films und dürfte wohl nie mehr so gut wie in diesem Film ausgesehen haben. Leslie Mann spielt die Berufstochter Ursula ebenfalls ganz gut. Thomas Haden Church dürfte als Lyle van de Groot dabei seine Traumrolle gefunden haben.

Mehr zum Film verrate ich jetzt nicht. Egal wie alt, man hat auf alle Fälle gute 90 Minuten Unterhaltung pur und kann sich den Film auch noch ein zweites Mal ohne Probleme anschauen.

Vor lauter Nostalgie habe ich nun das Lästern völlig vergessen. Bevor ich nun doch wieder damit beginne, greife ich lieber zum Buch.

Nachtrag 12.8.2026

Mit diesem Meisterwerk dürfte ich mindestens einen Nerv getroffen haben. Deswegen lege ich sogleich mit einer Filmadaption nach, die mir bisher noch nicht bekannt war.

P. S.

Wer heute die Einladung der Heilbronner Diakonie im Briefkasten vorfindet, der weiß was Größenwahn bedeutet — was geschieht, wenn man über viel zu viel Geld verfügt!


Gespräche

10.8.02026 5 (8)

Beitragsfoto: Werbebanner

Hertenstein

Am Wochenende warb ich noch mit einem extra Rundschreiben für die kommenden Hertensteiner Gespräche. Inzwischen haben wir alle vorgesehenen Gesprächskreise mit Themen und Moderatoren besetzt und auch das Podium der gemeinsamen Diskussionsrunde dürfte feststehen. Beim Thema warten wir bis zum Schluss, um möglichst tagesaktuell zu sein.

Trotz erster Abmeldungen sind wir inzwischen bei 90 Teilnehmern angelangt und ich hoffe nun darauf, dass wir die 120 Teilnehmergrenze erreichen werden. Einen ganzen Tag lang mehr oder weniger aktiv mitzudiskutieren ist in der heutigen Zeit kaum noch vergnügungssteuerpflichtig. Auch dürften die jeweiligen Aufmerksamkeitsspannen dazu kaum noch ausreichen. Umso mehr ist es eine große Freude und zudem auch ein Signal, dass Demokratie bei uns doch noch ganz gut funktioniert, wenn so viele Menschen aus nah und fern zu diesen Gesprächen kommen und dann auch noch Freude daran haben.

Für uns Organisatoren sind zudem die Gespräche im Vorfeld sehr aufschlussreich. Spannend dabei auch wie sich die Themen Jahr für Jahr verschieben. Noch spannender für mich, wer über die anvisierten zwölf Jahre mitzieht. Auch spannend, wer sich inzwischen so alles verabschiedet hat. Bei manchen habe ich großes Verständnis, wie z. B. für Hans Müller, der heute seinen neunzigsten Geburtstag feiern kann und mir glaubhaft versichert, dass nun ein gesamter Tag der Diskussion zu viel für ihn ist. Weniger Verständnis habe ich für jene, die nur ihr eigenes Ego zur Schau stellen oder nur mit dabei waren, weil es ihre Wähler so wollten.

Für junge Menschen waren zwölf Jahre schon immer eine sehr lange Zeit, manche lassen sich davor auch viel zu schnell abschrecken. Für uns ältere Menschen sind zwölf Jahre nur ein kleiner Augenblick und wieder einmal viel zu schnell vorbei.

Vermischtes

Das Wochenende bot gleich mehrere gute Gespräche, wie zum Beispiel unser Europa-Kegeln; so ganz nebenbei hatte ich ein paar ganz gute Würfe. Gespräche kann man aber wesentlich verbessern, alleine dadurch, dass man diese auch verschriftlicht. Als erster Schritt können Blogs dienen, am Ende müssten es aber Bücher sein. Wobei Bücher immer mehr aus der Mode kommen, denn diese werden inzwischen wie viel zu viele Weblogs auch von einer KI geschrieben.

Man hat mir angeboten wieder einmal bei den Hertensteiner Gesprächen Protokoll führen zu wollen. Nette Geste, klappt aber auch nur dann, wenn alle Beteiligten mitspielen. Und bis auf die ersten Male hat es dann nicht mehr geklappt — die KI ist wohl noch nicht soweit, um hierbei aushelfen zu können.

Heute habe ich eine Website gefunden, die Daten gut aufbereitet zur Verfügung stellt. Das Niedrigwasserinformationssystem gibt einen bundesweiten Überblick und könnte damit auch interessierten Bürgern eine Hilfe sein. Auf alle Fälle aber finde ich es richtig und gut, wenn grundlegende Daten öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

Dass das Wasser nun auch bei uns knapp wird, interessiert uns alle nur soweit, weil die Wasserstände inzwischen die Lieferketten der Industrie gefährden. Wir bekommen unsere Getränke aus dem Supermarkt und damit ist die Welt für die meisten von uns in Ordnung. Auch verbieten unsere Regierungen rein aus wahltaktischen Gründen heraus noch nicht das Autowaschen, was so manche Regierungspartei in eine existentielle Krise führen würde. Aber mit der Gefährdung von ganzen Wirtschaftskonzernen, die ohne Transferzahlungen und Staatsaufträge schon lange nichts mehr gebacken bekommen, haben sie uns Staatsbürger wieder: die Lkw dürfen nun auch wieder sonntags fahren und mit dafür sorgen, dass wir noch schneller und noch weniger Grundwasser haben werden. Als nächstes dürfen die Landwirte die letzten Bäche leerpumpen, um ja ihre Exporte nach China am Laufen halten zu können.

Und damit unsere Wirtschaftspolitik so richtig gut wird, wirbt die zuständige Ministerin bald weltweit bei wasserintensiven Wirtschaftszweigen um eine Ansiedelung in Deutschland — entsprechende Subventionen gibt es obendrauf. Das dafür nötige Geld wird dazu mit neuen Steuern und Abgaben erwirtschaftet , wie z. B. einer Besteuerung von E-Autos, Solaranlagen und, damit man das Ganze auch nur halbwegs ein wenig Sinn macht, das Wasser für uns Bürger.

Pause

Eigentlich wollte ich ein Weile nichts mehr schreiben und habe mich sogleich in „Les Confessions“ von Jean-Jacques Rousseau vertieft, welche in ganz zufällig beim Entmisten einer Büchersammlung entdeckte. Das Buch liegt mir zwar nur in einer Übersetzung von Alfred Semerau vor, aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul. Die meisten anderen Bücher werden in Kürze im Altpapiercontainer landen.

„Wenn ich nicht besser bin, so bin ich wenigstens anders. Ob die Natur wohl oder übel daran tat, die Form zu zerstören, in die sich mich gegossen hatte, kann man erst beurteilen, nachdem man mich gelesen hat. “

Jean-Jacques Rousseau, Die Bekenntnisse (1782-1789)

Dann aber holte mich meine bessere Hälfte ins echte Leben zurück und wir guckten zusammen „Get Away“ (2024) von Steffen Haars an. Nick Frost ist wie immer sehenswert. Seit „Paul“ (2011) gefällt er mir eigentlich in all seinen Filmen. Auch nicht schlecht Aisling Bea und Maisie Ayres. Der Film wird Andreas Lochner sicherlich gefallen!

Während ich diese Zeilen schreibe, gucken wir uns einen weiteren Film mit einer Katze und Mark Wahlberg an. Könnte sein, dass ich darauf nochmals zurückkomme.

Aber wieder zurück zum nichts mehr Schreiben — zumindest temporär. Detlef Stern hat nach einem gemeinsamen Käffchen am Freitag mit seinen Wochenrandnotizen vom 8.8.2026 nachgelegt.

Auf alle Fälle vertiefe ich mich doch wieder lieber in ein paar Bücher — wenn man mich nicht wieder triggert.


Weinberg

Käferburg 5 (4)

Beitragsfoto: Weinberg

Es gab einmal einen Weinberg, der wurde in den 1980er-Jahren stillgelegt, weil die Reben für damalige Verhältnisse abgewirtschaftet hatten. Ende der 1980er-Jahre war es dann für mich Gelände, für das ich zahlreiche Ideen hatte. Anfang der 1990er-Jahre wurde er dann ein naturnaher Garten, wobei ich wusste, dass Boden gut 30 Jahre benötigt, um sich von unserer Landwirtschaft zu erholen.

Seit dem letzten Jahr gucke ich mir das Gelände wieder etwas genauer an. Gute 30 Jahre Unberührtheit führten dazu, dass sich Hartriegel und ein paar Wildkirschen ansiedeln konnten. Das Roden macht zwar Spaß, mehr geht allerdings weiterhin nicht; sähen und pflanzen vergebliche Liebesmühe.

Da sich bereits eine ganze Menge Altholz angesammelt hat, versuche ich mich immer wieder an Tothecken. Und nun auch an einer Käferburg. Eine 30 bis 60 cm tiefe Kuhle in den Boden buddeln für einen Infanteristen sicherlich kein Problem. Fehlanzeige! Nach ein paar Tagen erreichte ich maximal 20 cm Tiefe und stellte dabei fest, dass Stahlbeton mehr Lebensqualität verspricht als Weinbergboden. Neben totem Boden fand ich nur Plastik, jenes Plastik, das unsere Winzer schon seit Jahrzehnten so gerne mit untergraben — dürfte wohl billiger als Kies sein.

Heute habe ich nun ein wenig improvisiert und die Käferburg steht — nur die Harten kommen in den Garten! Ich bin zwar noch im Besitz eines Sprengscheins, habe dann aber doch darauf verzichtet durch Sprengungen die notwendige Tiefe zu erreichen. Inzwischen soll es plastikfressende Mikroben geben und so besteht Hoffnung, dass sich bei mir nun auch Betonkäfer ansiedeln.

Vor auch wieder ca. 20 Jahren hatte ich ein paar gute Gespräche mit einem deutschen Großbauern in Afrika. Er erklärte mir frank und frei sein Erfolgsrezept. Ankauf von unberührter Natur. Völlige Ausbeutung des Bodens und jährliche Kontrollen seiner Qualität. Sobald diese unter ein bestimmtes Limit gelangte, Motivation der lokalen Behörden ein Landwirtschaftsprojekt für die Einheimischen aufzulegen. Parzellierung und Verkauf des toten Bodens mit maximalem Gewinn. Danach Neukauf von unberührter Natur. Noch zweimal und er wollte sich in der Schweiz zur Ruhe setzen.

Unsere Wengerter setzen sich traditionell im Gemeinderat zur Ruhe, denn die sind wenigstens Lokalpatrioten. Mit dem toten Boden darf ich mich noch eine ganz Weile rumärgern — obwohl, Herausforderungen halten jung, ein Sitz im Gemeinderat sicherlich nicht.

Fun Fact am Rande. Plötzlich treibt wieder eine Rebe im ehemaligen Weinberg. Profis in der Verwandtschaft ließen mich wissen, dass es sich dabei um eine Unterlagsrebe handelt. Sollten einmal Trauben erscheinen sind die sicherlich aus Stahl oder gar aus Plastik.