Buffet

Man ist, was man liest. 5 (6)

Beitragsfoto: Buffet | © Jörg Möller auf Pixabay

Gerade habe ich mal wieder bei Ludwig Feuerbach nachgeschlagen, der in „die Naturwissenschaft und die Religion“ Folgendes feststellt.

„Wollt ihr das Volk bessern, so gebt ihm statt Deklamationen gegen die Sünde bessere Speisen. Der Mensch ist, was er ißt.“

Ludwig Feuerbach (1982:367)

Den Nachsatz mit den Vegetariern habe ich dabei mal weggelassen, weil es wohl zu einer ganz neuen Diskussion führt. Wer das Ganze jetzt aber genauer ergründen möchte, dem empfehle ich: Werner Schuffenhauer, Ludwig Feuerbach, Gesammelte Werke, Bd. 10, Kleinere Schriften III (1846-1850), Akademie-Verlag Berlin, 2. Aufl. 1982.

Auch wenn ich Feuerbachs Aussage heute noch voll und ganz nachvollziehen kann, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass diese Thematik inzwischen längst ganz andere Dimensionen angenommen hat.

Marco Ferreri brachte es bereits 1973 in „La Grande Bouffe“ für die Besserverdienenden unter uns auf den Punkt. Keine 40 Jahre später können wir davon ausgehen, dass es inzwischen zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem eskaliert ist. Das große Fressen findet inzwischen überall statt und die Sünde wird allerorten mit Völlerei bekämpft.

Inzwischen gibt es dafür sogar ganze Schifffahrtslinien, die alleine dem Zwecke der Völlerei dienen, und auf deren Schiffen das Begleitprogramm nur der besseren Verdauung geschuldet ist; hier hat man ganz offensichtlich von Ferreri gelernt.

Und für jene, die sich solche Orgien nicht leisten können oder mögen, gibt es Junk-Food und Zuckerbomben, die sicherstellen, dass wir Menschen bereits sogar in die Gewichtsklasse von Flusspferden vorstoßen können.

Wie bereits gesagt, der Mensch ist weiterhin, was er isst, nur helfen bessere Speisen offensichtlich nicht allzu sehr gegen die Sünde, und schon gar nicht zur Besserung des Volkes.

Deswegen empfehle ich statt der besseren Speisen einfach bessere Bücher und behaupte, dass man ist, was man liest.

La Grande Bouffe 1973

„Education is what survives when what has been learned has been forgotten.“

B. F. Skinner, in New Scientist (21. Mai 1964)

Müllbehälter

PAL-Filter 5 (6)

Beitragsfoto: Müllbehälter | © Selena Gallagher auf Pixabay 

Der von mir immer noch sehr verehrte Douglas Adams schuf in seinem Werk „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ unter anderem ein „Somebody Else’s Problem field“, hier bei uns etwas besser als PAL-Feld bekannt, und gab damit vielen seiner Leser Einiges zum Nachdenken mit.

Klaus Kusanowsky schrieb dazu am 5. Dezember 2011 eine PAL-Feld-Analyse der Internetanarchie.

Für mich selbst entwickelte ich das PAL-Feld zu einem PAL-Filter weiter, den ich nunmehr bei allen digitalen Posteingängen, und dies gleich nach dem SPAM-Filter, zusätzlich anwende. Analog greife ich weiterhin auf das bewährte Ablagesystem P zurück; wobei P für Papierkorb steht.

Als ein Beispiel hierfür möchte ich das so leidige wie zumindest meines Erachtens auch völlig überflüssige Problem einer „gendergerechten“ Sprache anführen, das außer ein paar Esoterikern vielleicht, die damit wohl ihre eigene Existenz begründen müssen, keinen anderen Menschen wirklich interessiert, und ganz im Gegenteil, nur jegliches Arbeiten oder gar eine vernünftige Kommunikation erschwert.

Selbst Sprachwissenschaftlern sollte es klar sein, dass Sprachen sich eigentlich immer weiter vereinfachen, und schon alleine die Versuche den Dativ oder den Genitiv zu erhalten an die Grenzen des Menschenmöglichen stoßen.

So verorte ich als Laie diese neue „Sprachhomöopathie“ einfach einmal dem altbekannten Neusprech zu und lehne diese von ganzem Herzen ab.

Deshalb gilt: sollten Ihre Schreiben, Posts oder E-Mail von mir nicht zeitgerecht beantwortet werden, weisen Sie mich bitte einfach darauf hin, einmal in meinem PAL-Filter nachzuschauen.


Joseph Beuys, war auch 2011 in einer Ausstellung in Heilbronn zu hören

„He attacked everything in life with a mix of extraordinary genius and naive incompetence, and it was often difficult to tell which was which.“

Douglas Adams, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy

Hand

Mein Lieblingsgedicht 5 (3)

Beitragsfoto: Hand | © Pixabay

Alte Schulfreunde können sich vielleicht sogar noch daran erinnern, denn es hing bereits sehr prominent in meinem Jugendzimmer. Letztendlich war es sogar dafür ausschlaggebend, dass ich Latein dem Französischen bei der Sprachwahl in der Schule den Vorzug gab.

In all den Jahren habe ich viele Übersetzungen meines Lieblingsgedichtes gefunden, nicht nur ins Deutsche, sondern auch ins Französische und Englische. Aber keine dieser Übersetzungen hat mich wirklich überzeugt. Und eine eigene Übersetzung möchte ich schon gar nicht anbieten, da mein altes Schullatein dafür bei Weitem nicht ausreichen dürfte.

Ich habe das Gedicht auch einmal auf eine Website zusammen mit anderen Gedichten gestellt, und dort wurde es von den Lesern in den Jahren 2010 bis 2013 zum meist gelesenen Gedicht gekürt.

Jetzt hoffe ich, Sie wirklich ein wenig auf dieses Gedicht neugierig gemacht zu haben. Es stammt von Publius Aelius Hadrianus und wurde so um das Jahr 100 herum verfasst.

Animula, vagula, blandula

Hospes comesque corporis 

Quae nunc abibis in loca

Pallidula, rigida, nudula, 

Nec, ut soles, dabis iocos.

Publius Aelius Hadrianus
Publius Aelius Hadrianus 

„When you explain poetry, it becomes banal. Better than any explanation is the experience of feelings that poetry can reveal to a nature open enough to understand it.“

Philippe Noiret als Pablo Neruda in Il Postino (1994)