Euro Banknoten

Auf die Schnelle 5 (3)

Beitragsfoto: Euro Banknoten | © Pixabay

Wir alle, ob Bürger dieses Landes oder Mensch, der, aus irgend welchen Gründen auch immer, hier lebt, zahlen an den Staat Steuern. Um das auf den Punkt zu bringen: selbst ein Obdachloser, der, mit Almosen finanziert, seine Flasche Bier im Supermarkt kauft, zahlt dabei Steuern.

Der Staat benötigt Steuern, um seine originären Aufgaben zu erfüllen und das dafür notwendige Personal zu bezahlen.

Über die beiden folgende Punkt könnte man jetzt durchaus streiten, zum einen, was die originären Aufgaben des Staates eigentlich sind und zum anderen, für wen der Staat diese Leistungen bereithält.

Faktum ist aber, dass der Staat Steuern, Abgaben und Gebühren von uns allen einzieht, um seine Aufgaben sicherstellen zu können, dazu gehört bei uns auch ein Umverteilungsapparat, um die „Schwächeren“ unter uns zu alimentieren.

Ein weiteres Faktum ist, dass Steuern, Abgaben und Gebühren beständig, und dass zudem noch die Staatsschulden in exorbitante Höhen steigen, also unser Staat permanent mehr ausgibt als er einnimmt – auch wenn dies in jüngster Zeit gerne schöngerechnet wird.

Faktum ist auch, dass wir alle darunter zu leiden haben, aber besonders jene, die zu wenig Einkommen besitzen, um sich durch Steueranwälte entlasten zu können, aber zu viel, um selbst in den Genuss von so einigen „Ausschüttungen“ des Staates zu kommen – dies führt zu immer größerem Unmut in unserer Gesellschaft.

Das wesentliche Faktum aber ist, dass der, wie ich ihn in anderen Beiträgen bereits benannt habe, Umverteilungsapparat außer Rand und Band geraten ist und wir längst die Kontrolle darüber verloren haben.

Das bedeutet für uns alle, dass wir immer mehr Steuern, Abgaben und Gebühren zahlen müssen, letztendlich so viel, dass alle unsere Einnahmen und Vermögen an den „Staat“ gehen oder zumindest von ihm kontrolliert werden, und wir dann vom Verteilungsapparat – je nachdem wie wir uns verhalten oder wie wir vom Verteilungsapparat eingeteilt werden – Gelder erhalten, um „leben“ zu können – damit ist der Sozialismus durch die Hintertüre verwirklicht worden.

Der Verteilungsapparat hat den Schuldigen dafür, besser gesagt, den Sündenbock, schon längst ausgemacht, nämlich den Kapitalismus, der bei uns doch alles „heruntergewirtschaftet“ hat. Als nächstes werden es dann noch die freiheitlichen Gedanken sein, welche den Verteilungsapparat an sich in Frage stellen; das sind dann die Revanchisten.

Verstehen Sie mich bitte jetzt nicht falsch: ein Sozialstaat und eine Umverteilung sind notwendig und richtig!

Mein Punkt ist, dass sich die Umverteilung derart ausgeweitet und gestaltet hat, dass ich diese Auswüchse nur noch als Umverteilungsapparat bezeichnen kann, der längst nicht mehr seine ureigensten Aufgaben erfüllt, aber dafür unser Gesellschaftssystem insgesamt in Frage stellt.

Was wäre zu tun?

Wir Bürger müssen wieder die Kontrolle zurückgewinnen, dazu gehört in erster Linie die Kontrolle über die Staatsfinanzen.

Nicht der Staat kontrolliert dabei unsere Finanzen, demnächst sogar durch die digitale Währung, die uns völlig gläsern macht, wobei wir dies auch noch durch neue Gebühren bezahlen müssten, sondern wir alle müssen kontrollieren können, wie viel „unser“ Staat einnimmt (hic: Soli) und vor allem dann auch, für wen oder was er unsere Gelder ausgibt.

Um die Kontrolle zurückerlangen zu können, müssen wir in erster Linie dafür sorgen, dass der Personalkörper des Umverteilungsapparats möglichst klein gehalten wird.

Dazu müssen wir die Institutionen des Apparats zusammenführen und reduzieren, und zudem die Verknüpfung von staatlichen und privaten Hilfen wieder auftrennen.

Dazu müssen wir es auch aushalten, dass die uns allen so lieb gewonnenen „Hilfen“, wie z. B. Baugeld, Kindergeld, Solarzulage, Pendlerpauschale zumindest auf den Prüfstand gestellt werden.

Dies wird sicherlich von uns allen dann mehr Engagement und Verantwortung verlangen, aber es wird uns langsam aber sicher wieder die Kontrolle über unseren eigenen Staat zurückgeben, und dann auch ganz neue Möglichkeiten, z. B. wie wir selber glauben, uns und jenen unter uns, die weniger Glück hatten oder auch nur weniger Engagement zeigten, absichern zu müssen.

Denn wir Bürger leben nicht für den Staat! Wir leben für uns, und der Staat ist dabei ein Werkzeug, um unser aller Leben möglichst angenehm zu machen – nicht umgekehrt.

„There will never be a really free and enlightened State until the State comes to recognize the individual as a higher and independent power, from which all its own power and authority are derived, and treats him accordingly.“ 

Henry David Thoreau, On the Duty of Civil Disobedience (1849)

Europaplatz Heilbronn

Europaplatz 5 (2)

Beitragsfoto: Europaplatz Heilbronn

Heilbronn hat einen Europaplatz, auch wenn dies den Ortsunkundigen und sogar vielen Heilbronner Bürgern selbst nicht sofort ins Auge sticht.

Nach langem Bohren ist es der EUROPA-UNION Heilbronn und den Jungen Europäischen Föderalisten bereits 1971 gelungen, dass die Stadt Heilbronn ihren damaligen Mannheimer Kreisel in Europaplatz umgetauft hat. Damit war Heilbronn in Sachen Europa den meisten deutschen Städten um einiges voraus; nicht nur deshalb erhielt Heilbronn in dieser Zeit offiziell vom Europarat die Europaflagge überreicht, welche übrigens auch nicht mehr zu finden ist.

Seit gut zwei Jahren nun werden Mitglieder der EUROPA-UNION Heilbronn immer öfters von interessierten Bürgern genau darauf angesprochen, nämlich warum man zum einen mit dem Europaplatz so stiefmütterlich umgeht und zum anderen, warum man seitens der Stadt das Thema Europa so sehr verhalten thematisiert.

Auch die EUROPA-UNION Heilbronn erhielt bisher auf eigene entsprechende Nachfragen keine oder nur mangelhafte Auskünfte von der Stadtverwaltung oder den Mitgliedern des Gemeinderats.

In Heilbronn finden sich auch ansonsten wenige Zeichen, Schilder oder Symbole, die sich zu unserem gemeinsamen Europa bekennen. Mir persönlich ist nur ein Schild bekannt, das darauf hinweist, dass die damit gekennzeichnete Institution seitens der Europäischen Union gefördert wird. Darüber hinaus kann man die Europaflagge eigentlich nur dann sehen, wenn Behörden bei gesetzlichen Feiertagen dazu gezwungen werden, neben der Landes- und Bundesflagge auch die Europaflagge zu hissen.

Drei sehr positive Ausnahmen dieser Regel sind mir dennoch bekannt. Seit den BUGA-Tagen flattert die Europaflagge auf dem Insel-Hotel freudig im Wind, und ein Heilbronner Pfarrer sowie ein Zahnarzt aus Heilbronn haben jeweils vor ihrem Haus eine eigene Europaflagge aufgezogen.

Dabei wäre es doch so einfach, wenigstens auf dem Europaplatz eine Europaflagge prominent wehen zu lassen. Ich spreche schon gar nicht mehr von einem entsprechenden Schild, welches auch von Auto-, Bus- oder Radfahrern zu erkennen und zu lesen wäre. Oder gar einer Schautafel mit weiteren Erklärungen, welche übrigens zu den unterschiedlichsten Themen im Rahmen der BUGA zuhauf in Heilbronn aufgestellt wurden.

Und nur wahrhafte Fantasten träumen in Heilbronn von einem entsprechenden Kunstwerk, welches den jüngst sanierten Europaplatz in ganz neuem Glanz präsentieren könnte.

Nachtrag:

Da ich inzwischen von mehreren Lesern gefragt wurde, wie ich mir denn selber so ein Kunstwerk vorstellen würde und mir dabei besonders der Humor der Fragenden gefällt, gebe ich nun auch gerne meine Vorstellung preis:

Das Kunstwerk wäre ein durch Laser erzeugter 3D-Effekt, welcher direkt über dem Platz eine Europa zeigt, welche je nach derzeitiger Lage der EU mehr oder weniger gekonnt einen Stier nach Rodeoart reitet.

Und das Ganze schon alleine der Sichtbarkeit wegen überlebensgroß.

Nachtrag:

Zumindest die Verantwortlichen des Insel-Hotels haben inzwischen reagiert, die Europa-Flagge leider wieder eingeholt und durch die deutsche ersetzt, was grundsätzlich nicht schlecht ist, aber auch wieder so normal, dass es kaum eine Aussagekraft hat. Übrigens, das Steigenberger Graf Zeppelin in Stuttgart hat dies weit intelligenter gelöst, dies ist aber auch eine ganz andere Preisklasse.

„We’ll always have Paris.“

Humphrey Bogart als Rick Blaine in Casablanca (1942)

Mensch

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Beitragsfoto: Mensch | © Subham Shome auf Pixabay 

Es gibt sie tatsächlich und auch immer wieder, nämlich Menschen, die andere Menschen nicht nur inspirieren können, sondern diesen auch selber vorleben, wie man das eigene Leben führen könnte, wenn man nur wollte.

Das Schöne daran ist, dass jeder Mensch im Laufe seines Leben solche Menschen findet, die für ihn dann auch Inspiration sind. Glück haben dabei jene, die diese Menschen in ihrem eigenen Umfeld ausmachen können. Noch mehr Glück diejenigen, die mit diesen Menschen auch selber Umgang haben, und sich quasi gleich vor Ort – im Hier und Jetzt – inspirieren lassen können.

Die meisten Menschen finden solche Inspiration wahrscheinlich aber bei Menschen, die schon lange nicht mehr unter uns weilen, aber welche durch Erzählungen oder mit eigenen Büchern weiterhin andere begeistern können und ihnen helfen, das eigene Leben auch einmal mit anderen Augen zu betrachten.

Über die Zeit hinweg ändern sich nicht nur bei den meisten Menschen die eigenen Einstellungen, sondern damit auch die Personen, welchen sie Einfluss auf das eigene Denken und Schaffen zusprechen.

Manche dieser Personen sind für den einzelnen Menschen aber so bedeutend, dass sie diesen das gesamte Leben hinweg als Inspiration und Vorbild erhalten bleiben.

Ich selber frage mich regelmäßig, welcher Mensch zum einen für mich als Inspiration dienen kann und zum anderen auch eine Art Vorbild sein könnte. Sehr interessant dabei ist, wie diese Personen im Laufe meines Lebens gewechselt haben, aber auch, welche bis heute für mich von Bedeutung sind.

Gleich hier finden Sie solche Menschen aufgelistet, wobei ich versuche, zudem eine Begründung mitzugeben. Aber wie schon gesagt, diese Auflistung wird sich bis zuletzt immer wieder ändern.

Sollte diese Aufstellung den einen oder anderen Leser „inspirieren“, würde mich dies sehr freuen.

  • Jesus von Nazaret
    Meine Begründung findet sich im Neuen Testament
  • Siddhartha Gautama
    Seine Lebensgeschichte hat mich schon immer fasziniert
  • Sunzi
    Einer der bedeutendsten Strategen und Autor von „Die Kunst des Krieges
  • Mark Aurel
    Philosoph und Autor von „Selbstbetrachtungen“
  • Augustinus von Hippo
    Christ und wegweisender Denker
  • Miyamoto Musashi
    Vorbildlicher Soldat, sehr bedeutender Stratege und Autor von „Das Buch der Fünf Ringe
  • Martin Luther
    Christ und Retter der christlichen Kirchen insgesamt
  • Immanuel Kant
    Philosoph und Autor von „Zum ewigen Frieden
  • Helmuth von Moltke, der Ältere
    Vorbildlicher Soldat und bedeutender, wie auch sehr erfolgreicher, Stratege
  • Mahatma Gandhi
    Überzeugender Pazifist
  • Henry Ford
    Wegweisender Unternehmer
  • Aldous Huxley
    Schriftsteller und Autor von „Schöne neue Welt“
  • Friedrich Nietzsche
    Philosoph und vielseitig interessierter Mensch
  • Charlie Chaplin
    Regisseur und Komiker, lässt einen zugleich lachen und weinen
  • Konrad Adenauer
    Staatsmann und vorausschauender Politiker
  • Altiero Spinelli
    Europäer durch und durch
  • George Orwell
    Schriftsteller und verzweifelter Europäer
  • Franz Kafka
    Schriftsteller, der zum Denken anregt
  • Sophie Scholl
    Man muss keine Kampfmaschine sein, um sich gegen das Unrecht zu stellen
  • Dag Hammarskjöld
    Staatsmann und Autor von „Zeichen am Weg“
  • Albert Einstein
    Genie und Mensch zugleich
  • Jean Monnet
    Brillanter Institutionalist mit dem Herzen am rechten Fleck
  • Antoine de Saint-Exupéry
    Schriftsteller und Soldat
  • Coco Chanel
    Unternehmerin, die es geschafft hat, dass ich auch einmal über Mode nachdachte
  • Ralf Dahrendorf
    Wissenschaftler und waschechter Liberaler
  • Jean-Claude Juncker
    Staatsmann, Mensch und Europäer durch und durch

„But the life that no longer trust another human being and no longer forms ties to the political community is not a human life any longer.“

Martha Nussbaum, im „O Magazine“ (November 2003)