Schwimmbad

Heilbronner Badespaß 5 (1)

Beitragsfoto: Schwimmbad | © Pixabay

In meiner Jugend wurde Heilbronn, gerade von Menschen aus Norddeutschland, gerne mit Hanau verwechselt, weil diese Mitbürger unsere Stadt nicht kannten und folglich das Nummernschild „HN“ der Stadt Hanau zuordneten.

Beginnend mit der BUGA, wohl aber eher seit wir regelmäßig in allen Medien als COVID-19 Ausnahmegebiet Erwähnung finden, muss man sich um die Bekanntheit unserer Stadt wohl keine Sorgen mehr machen; man könnte dies sogar ausbauen und uns als das deutsche Ischgl bewerben. Beim Schnee können wir zwar nicht mithalten, aber mit unseren Kneipen egalisieren wir dieses Manko ohne Weiteres — und dem Après-Ski wird schon länger eine höhere Gewichtung zugesprochen.

So kam es letztes Wochenende dazu, dass Freunde von außerhalb die Gunst der Stunde nutzten, um sich die Stadt mit der höchsten COVID-19 Inzidenz einmal genauer anzuschauen und sich dabei selbst über die möglichen Gründe ein Bild zu machen.

In der anschließenden Diskussion kamen schnell Bildung und fehlendes bis mangelhaftes Sozialverhalten der Bewohner zur Sprache, aber auch die offensichtlichen Mängel an städtischen Kontrollen.

Neu für mich war dabei die Beobachtung, dass sich am Wochenende etliche Jugendliche über die Zäune Zutritt zu den Heilbronner Bädern verschafft haben. Das erklärt auch die Berichte von Schwimmern, dass an den Becken kaum bis keine Schwimmbänder mehr vorhanden, obwohl die Becken nicht hinreichend belegt waren. Ich vermute hier, dass die Schwarzbader diese Bänder für Eintrittsbänder halten und einmal ergattert, nicht wieder zurückgeben.

Diese Beobachtung erklärt nun aber auch, warum ich in den letzten Jahren immer wieder vollbekleidete Personen im Außenbecken des Soleos beobachten und mir bisher keinen Reim daraus machen konnte.

Unabhängig davon, wie man zum Schwarzfahren oder -baden steht, ist es gerade in der heutigen Situation tatsächlich eine Frage von Leben und Tod, denn kein Schwimmer geht davon aus, dass er sich das Becken und die Beckenränder bzw. Liegewiesen mit Dutzenden junger Menschen teilt, die über keine vorherigen COVID-19 Testung verfügen und damit potentielle Super-Spreader sind.

Und wie damals in Ischgl ist Ignoranz und fahrlässiges Wegschauen keine gute Lösung!

Was kann man machen?

Ab sofort teilt man in allen Heilbronner Bädern bei der Zutrittskontrolle die Armbänder aus, die seit ein paar Jahren im Soleo zur Zeiterfassung verwendet werden. Und sobald ein Badender über kein solches Band verfügt, wird er aus dem Bad verwiesen. Zumindest solch eine Kontrolle sollte unserer Stadtverwaltung die Gesundheit von uns Heilbronnern wert sein!

„Es ist eine andere Welt, in der man zwischen »Freiheit« und »Freizeit« nicht unterscheiden kann, »Gesellschaft« sagt und »Zielgruppe« meint, von einem »Konzept« spricht und nicht einmal eine »Idee« besitzt, von einer »Idee« spricht und nicht einmal einen Einfall hat.“

Roger Willemsen, Deutschlandreise (2012 [2002]: 69)

Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

21.6.02021 5 (1)

Lesepate

Ab morgen ist es wieder soweit und ich lese, nun aber immer dienstags, in meiner alten Grundschule vor. Neu ist auch, dass Lehrer und Schüler, nach ein paar Jahren in Containern, wieder in ihrem alten Schulgebäude sein dürfen. Ich bin schon jetzt darauf gespannt, wie sich das renovierte Schulgebäude weiterentwickelt hat? Noch hoffe ich, dass die Grundschule nun auch endlich im digitalen Zeitalter angekommen ist, was nach gut 30 Jahren Internet für alle schon einmal ein guter Anfang wäre.

Zum Vorlesen verwende ich dennoch weiterhin, ganz traditionell, die guten alten Bücher. Sollte man die Bücher inzwischen aber auch an die digitale Wandtafel projizieren können, könnte ich es mir dann doch vorstellen, auch auf E-Books zurückzugreifen.

Regionalwahlen

Das Ergebnis der gestrigen Regionalwahlen in Frankreich lässt sich am besten mit einem Bonmot von Coluche erklären.

„Si voter changeait quelque chose, il y a longtemps que ça serait interdit.“

Coluche

Dieses Gefühl, durch Wahlen nichts mehr verändern zu können, hat gestern dazu geführt, dass mindestens 66 % der französischen Wahlberechtigten dieser Regionalwahl ferngeblieben sind; eine Entwicklung, die sich auch in anderen demokratischen Ländern feststellen lässt. Ohne jegliche Frage spiegeln sich darin auch jene Mitbürger wider, denen selbst das Wählen gehen schon zu viel der Mühe wert ist, oder denen gar alles egal ist, so lange sie ihre Grundbedürfnisse decken können.

Jetzt aber wieder die Keule herauszuholen und ein Nichtwähler-Bashing zu betreiben, ist die falsche Reaktion! Wir müssen anerkennen, dass der Wähler auch ein echtes Ergebnis seiner Wahl sehen möchte, und nicht frustriert feststellen muss, dass, egal wie er abstimmt, sich rein gar nichts ändert.

Schauen wir auf unsere letzte Bundestagswahl 2017 — die Wähler wollten eine neue Regierung und bekamen erneut die GroKo. Und auch das Ergebnis der kommenden Bundestagswahl lässt sich schon jetzt absehen: wir werden zwar eine neue aber eine GroKo (schwarz-grün) erhalten. Auch die allgemein anerkannt unfähigen Minister werden im Amt bleiben und nur teilweise durch neue Minister ersetzt, deren notwendige Kompetenz sich schon jetzt nicht erkennen lässt.

Und selbst wenn man sich die Mühe macht und die entsprechenden Wahlprogramme liest, wird man keine größeren Veränderungen erkennen können — wobei Wahlprogramme bekannter Maßen nach der Wahl ebenfalls keine Rolle mehr spielen; diese werden bestenfalls durch Koalitionsverträge ersetzt, an die sich ebenfalls keiner mehr gebunden fühlt.

Leider waren auch sämtliche Anregungen und Hinweise an alle Wahlberechtigten immer wieder wählen zu gehen, aber im Zweifel die eigene Stimme ungültig zu machen und dadurch ein eindeutiges Zeichen zu setzen, ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. So werden unsere Berufspolitiker und ihre Parteien weiterhin jenen die Schuld geben, die nicht wählen gehen oder gar für Anti-Demokraten stimmen.

Besser wäre, nach der Bundestagswahl eine Minderheitsregierung zuzulassen und die notwendige Änderungen und Gesetze in heftigen politischen Gefechten im Bundestag auszutragen. Dies würde auf jeden Fall wieder das Interesse der Wählerschaft wecken, Bürger und die Parteien erneut polarisieren und bei den nächsten Wahlen hoffentlich dafür sorgen, dass es zu einer regierungsfähigen Partei bzw. Koalition kommt, die sich mit einer kompetenten und streitbaren Opposition auseinandersetzen muss.

Damit hätte der Wähler wieder echte demokratische Alternativen und das gute Gefühl, durch Wahlen etwas verändern zu können.

Website des Tages

Summer Solstice Indigenous Festival [Website nicht mehr vorhanden]

Seit 1996 wird in Ottawa das Summer Solstice Indigenous Festival als ganzheitliches Kultur-Event gefeiert. Ein Fest der Vielfalt ähnlich unseres Treffpunkts Europa in Heilbronn — dem Austragungsort geschuldet, ein wenig größer und umfangreicher als bei uns. Anlass ist bei diesem Fest die Sommersonnenwende.

Geburtstag des Tages

Jean-Paul Sartre


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

20.6.02021 4.5 (2)

Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

Solidaritätslüge

Wenn uns die Pandemie eines gelehrt hat, dann jenes, dass es zumindest bei uns in Europa keine Solidarität gibt. Solidarität ist eine Lüge wie die Mär über die Gerechtigkeit, bei der man jedoch davon ausgehen kann, dass es diese tatsächlich nach dem Tode gibt.

So kennt die propagierte Solidarität, bis auf die Verkünder und deren Handlanger, nur Verlierer, zum einen all jene, die sie tatsächlich immer wieder einmal nötig hätten und nie erhalten und zum anderen all jene, die für diese versprochene Solidarität Tag ein und Tag aus buckeln oder gar jeden Cent mehrfach umdrehen müssen, damit sie ihre Steuerschuld noch bezahlen können, um im Namen dieser Solidarität einen überdimensionierten Umverteilungsapparat am Leben zu erhalten.

Dass nicht nur ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin, zeigt sich ganz gut darin, dass jene Organisationen und Parteien, die seit Jahrzehnten diese Solidaritätslüge aufrechterhalten, langsam aber sicher aus unserer Mitte verschwinden und zu einer Randerscheinung werden.

Fußball

Auch wenn ich mich über den gestrigen Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Fußball sehr gefreut habe, verstehe ich es noch immer nicht, warum unsere Politik diese Spiele überhaupt zugelassen hat. Dass die UEFA das möchte, ist überhaupt keine Frage, denn dieser Club ist in meinen Augen nichts mehr anderes als eine weitere korrupte und reformbedürftige Vereinigung alter Männer.

Schlimmer noch ist das Bild, das Europa in die Welt sendet: völlig übersättigte und geimpfte Europäer schmeißen eine Party nach der anderen, während rings um Europa herum Menschen an COVID-19 und mangelnden Ressourcen zugrunde gehen.

Aber vielleicht regelt sich das nach den aktuellen Exzessen in Budapest und Co. von ganz alleine, so dass auch in Europa wieder mehr Menschen, völlig unnötiger Weise, mit neu verteilten „Mutanten“ in überfüllten Krankenhäusern ein mehr oder weniger spektakuläres Ende finden.

Website des Tages

monthly – Mark Rober teaches

Die beiden Youtube-Videos, in denen Mark Rober für Eichhörnchen Wellness-Parcours baut, muss man einfach gesehen haben. Aber auch sonst ist der ehemalige NASA-Ingenieur bemüht, vor allem jüngeren Menschen — nicht nur Eichhörnchen (!) — die Wunder der Technik vorzustellen und dabei deren Interesse und Verständnis für Technologie zu wecken.