Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

10.1.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

AFCO-Sitzung

Die nächste Ausschusssitzung für konstitutionelle Fragen des Europäischen Parlaments (AFCO) tagt am 26. Januar 2022 in Brüssel, dieses Mal allerdings hybrid.

Die EUROPA-UNION ist gerade dabei zu planen, diese Ausschusssitzung mit einer eigenen Veranstaltung zu begleiten. In dieser deutschsprachigen Begleitveranstaltung soll in die Thematik eingeführt, die unterschiedlichen Positionen der europäischen Parteifamilien dargestellt und auch über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Entwürfe diskutiert werden.

Es ist sehr erfreulich, dass fast an allen Ecken und Enden an unserem Europa gearbeitet wird. Und auch die offizielle Konferenz über die Zukunft Europas wird weiter fortgesetzt. So können wir bei den kommenden 6. Hertensteiner Gesprächen sicherlich mit viele neuen und bestimmt auch sehr interessanten Ideen und Vorstellungen aufwarten, die wir dann in unseren eigenen Gesprächskreisen weiter ausdiskutieren werden.

Citizens’ Convention

Selbst über den Jahreswechsel hinweg arbeiten Föderalisten, auch in einer neuen Initiative für einen europäischen Bundesstaat, nämlich in der Federal Alliance of European Federalists, an einer neuen Verfassung für Europa.

Krankheitsbedingt habe ich mich dabei letztendlich ausgeklinkt, verfolge das Ganze dennoch weiterhin mit sehr großem Interesse. Auch wenn dieser gerade entstehende Verfassungsentwurf nie von den Unionsbürgern angenommen werden wird, geschweige denn von deren parlamentarischen Vertretern, so ist diese Initiative doch mehr als begrüßenswert und zeigt eindeutig, dass die Zeit für einen europäischen Bundesstaat mehr als überreif ist.

So haben sich 71 Europäer aus 22 Staaten, wobei doch so einige kein EU Mitgliedsstaat sind, zusammengefunden und diskutieren über eine gemeinsame Verfassung für Europa. Schon alleine diese Diskussionen sind es wert, solche Vorhaben zu initiieren.

Und wenn es den Mitgliedern der Federal Alliance of European Federalists gelingt, das Endprodukt in Europa bekannt zu machen, dann ist dies sicherlich eine sehr gute Werbung für unsere Idee der Vereinigten Staaten von Europa.

Wenn auch Sie an solch einer inhaltlichen Arbeit interessiert sind, dann bietet Ihnen die EUROPA-UNION Heilbronn die jährlichen Hertensteiner Gespräche an. Und wenn Ihnen diese zusagen, können wir Sie gerne an weitere entsprechende Gesprächs- und Diskussionszirkel weiterempfehlen. Die meisten davon finden allerdings auf Englisch, Französisch oder Italienisch statt.

Jeder einzige dieser Gesprächskreise trägt mit dazu bei, dass die Europäische Idee weiter in den Gedanken und Vorstellungen unserer Mitbürger erhalten bleibt und sie erhöhen zudem die Chance, dass der europäische Bundesstaat doch noch für alle Unionsbürger zum wünschenswerten Ziel wird, welches man dann auch bei den eigenen Volksvertretern immer öfters und wirksamer einklagt.

Factory-Outlet-Center

Eigentlich sollte man doch jedem, der versuchen möchte, in Heilbronn mit neuen Angeboten sein Geld zu verdienen, den roten Teppich ausrollen. Und Outlet-Center stehen schon seit langen Jahren in der Gunst von sehr vielen Mitbürgern, manche pilgern sogar regelmäßig in die Outlet-Mekkas, die inzwischen in fast jedem Bundesland vorhanden sind.

So wäre bestimmt auch in Heilbronn eine solche Ansiedelung für alle Seiten von Vorteil gewesen. Auf jeden Fall ist es ein Faktum, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, und unsere Stadt könnte frischen Wind durchaus vertragen.

Leider hat sich nun der Gemeinderat gegen eine solche Ansiedelung entschieden und mit entsprechenden Verkaufsflächenbegrenzungen auch künftigen Versuchen größerer Firmen, in Heilbronn Fuß zu fassen, den Riegel vorgeschoben.

Der allseits so beliebte „zentrenrelevante Einzelhandel“, bei uns vor allem die vielen Nagelstudios, Friseurläden und Döner-Buden, werden es unseren Gemeinderäten sicherlich danken.

Bauvorhaben

Sehr Erfreuliches weiß heute die Heilbronner Stimme zu berichten (10.01.2022: 28), denn zukünftig sollen unsere Gemeinderäte etwas früher als sonst üblich über relevante Bauvorhaben informiert werden.

Dass die Stadtverwaltung den Gemeinderat öfters vor vollendete Tatsachen stellt, konnte selbst ich schon mehrfach hören, genauso wie die Verwaltung unsere Bezirksbeiräte kaum bei Entscheidungen mit einbeziehen soll.

Die Ursache für dieses, nun auch in der Heilbronner Stimme thematisierte, Manko soll gewesen sein, dass sowohl der Planungsbeirat als auch die, später eingerichtete, Gestaltungskommission zu selten einberufen worden sind.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass diese Verbesserungsabsichten auch nach der kommenden OB-Wahl weiterhin aufrechterhalten und vielleicht sogar umgesetzt werden. Wenn dies gelingt, müssten bereits im Verlauf diesen Jahres die entsprechenden Klagen der Bezirksbeiräte und des Gemeinderats signifikant weniger werden.

Geburtstag des Tages

Annette von Droste-Hülshoff


Mendelart

Philippes Sechzigster 5 (3)

Beitragsfoto: Galerie MendelArt 2022

Wir werden alle älter, und so war es auch nicht zu vermeiden, dass wir im Freundeskreis schon vor ein paar Jahren die ersten 60. Geburtstage feiern konnten. Aber dieses Jahr häuft es sich doch ein wenig. Den Anfang machte gestern Philippe Mendel, den wir mit seiner Familie 1998 im Zuge unseres Umzuges nach Müllheim kennenlernen durften.

Und so ließen wir es uns auch nicht nehmen, ihm an seinem Ehrentag ganz spontan einen Besuch abzustatten. Nicht überraschend war es, dass wir ihn in seiner Galerie vorfanden, wo er an, zumindest für mich, neuen Projekten arbeitete.

Für mich ist es einfach eine schöne Sache, einem Künstler über Jahre hinweg beobachten zu können und dabei mit anzusehen, wie er seine Fertigkeiten immer mehr verfeinert und dabei, über mehrere Phasen hinweg, zu einem ganz eigenen Stil findet.

Auch wenn ich immer wieder sehr und zwar positiv überrascht bin, mit welchen ganz neuen Ideen Philippe um die Ecke kommt, und mir diese auch meistens sehr gefallen, bin ich aber weiterhin immer noch sein größter Fan, wenn es mit um seine „Horizonte“ geht. Meine bessere Häfte schwärmt weiterhin von seinen Häuserbildern, die er unter „Catalunya“ zusammenfasst.

Natürlich aber stand zu seinem 60. der Künstler selber im Vordergrund, und so hatten Dorothea und Nastassja doch so einige Leckereien vorbereitet. Und da Philippe inzwischen auch Großvater ist, konnten wir gleich auch noch Amélie mit bewundern, deren Papa, Camille, wir schon etwas länger nicht mehr gesehen hatten. Der Rest der Familie war leider, beruflich oder COVID-19 bedingt, nicht mit anwesend, so dass wir wohl auf eine weitere Gelegenheit warten müssen, um wieder in Gänze auf dem Laufenden zu sein.

Heinrich, Bettina, Dorothea und Philippe | © Nastassja

Kurzer Einschub: 21 Jahre zuvor beim Abschied von Müllheim

Abschiedsabend am 9. Dezember 2000

Ich hatte es schon in meinem Beitrag über MendelArt erwähnt, dass ein Besuch dieser Galerie durchaus eine Reise in den Südschwarzwald wert ist. Um Ihnen diesen Besuch noch etwas schmackhafter zu machen, hat mir Philippe zugesichert, dass er Ihnen 10 % auf jedes Bild gibt, wenn Sie ihm mitteilen, dass Sie aufgrund meiner Empfehlung nach Müllheim gefahren sind.

Auf jeden Fall lädt seine Galerie zum Stöbern ein und ich finde, dass man nicht nur sehr überrascht darüber ist, mit welcher Vielfalt an Kunst Philippe aufwarten kann, sondern, dass man immer auch selber etwas findet, das man ruhigen Gewissens mit nach Hause nehmen kann.

Und wenn man ganz bestimmte Ideen oder Vorstellungen hat, dann kann man mit Philippe auch darüber sprechen, ob er diese umsetzen kann. So habe ich heute bei ihm ein Bild gefunden, das Angela Merkel als schwäbische Hausfrau im Schwarzwaldkostüm zeigt. Von wem dieser Auftrag stammt, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

Weit besser haben mir aber seine neuen Schwarzwaldlandschaften gefallen.

Sie können Ihren Besuch im Atelier MendelArt ganz einfach über E-Mail oder Telefon +49 7631 173259 avisieren.

„Ma définition d’une œuvre d’art serait, si je la formulais : Une œuvre d’art est un coin de la création vu à travers un tempérament. Que m’importe le reste. Je suis artiste, et je vous donne ma chair et mon sang, mon cœur et ma pensée.“

Émile Zola, Mes Haines (1893 [1866]:25)

Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

7.1.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

Datenautobahn

Erfreuliches berichtet heute die Heilbronner Stimme (07.01.2022: 26), nämlich, dass nun alle Heilbronner Schulen in städtischer Trägerschaft über einen schnellen Glasfaser-Internetanschluss verfügen. Damit bekommen unsere Schulen endlich Teile einer Infrastruktur, die sie schon im letzten Jahrtausend hätten haben müssen.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Schulen daraus auch für den Unterricht profitieren können und möglichst viele Lehrer und Schüler ins digitale Zeitalter führen werden.

Schade nur, dass unsere Verwaltung ihren ureigenen Verpflichtungen — dazu gehört auch die schulische Infrastruktur — nur noch dann nachkommt, wenn es von oben herab verordnet und zudem finanziert wird. Wenn dies ein grundsätzlichen Problem bei unseren Kommunen ist, sollte man darüber nachdenken, ob man diese nicht von dieser Aufgabe und Verantwortung entbindet.

Bundespräsident

Das Amt des Bundespräsidenten war schon mit unserer Staatsgründung aus der Zeit gefallen, und die letzten Bundespräsidenten haben dieses Amt eher nicht aufgewertet, sondern ganz im Gegenteil, allen Bundesbürgern vor Augen geführt, dass es sich dabei nur um einen Versorgungsposten oder, positiv betrachtet, um die Krönung eines politischen Lebenslaufs handelt — praktikabler wären Fuß- und Handabdrücke auf der Friedrichstraße, von mir aus gerne auch Sternchen mit dem entsprechenden Namen.

Dem Großteil unserer Bevölkerung sind unsere Bundespräsidenten nur deshalb bekannt, weil sie gerade mit einer Nebenfrau, dann doch einmal mit der Ehefrau oder erneut mit der Ex durch die Länder tingeln.

Wenn man aber schon am Wahlamt des Bundespräsidenten festhält, was übrigens jedes Mal eine sehr teure Angelegenheit ist, dann sollte man auch das Mindestmaß an Demokratie einhalten. Und dieses Mindestmaß an Demokratie ist, dass die Wähler — in diesem Falle die weit über 1 200 Köpfe zählende Bundesversammlung, einem extra dazu einberufenen Gremium von gewöhnlichen Pornosternchen bis hin zu gescheiterten Unternehmern — auch eine Alternative haben.

Und damit die Bundesversammlung auch Alternativen hat, gibt es im Bundestag gleich mehrere Parteien der unterschiedlichsten politischen Richtungen mit eigenen Vorstellungen und Ideen für unsere Bundesrepublik. So dürfte es nicht schwer sein, dass diese entsprechende Kandidaten ins Rennen bringen und damit deutlich machen, dass es beim Amt des Bundespräsidenten tatsächlich noch um politische Inhalte und Vorstellungen geht.

Das Aufstellen eines „Einheitspräsidenten“ ist so etwas von DDR — man will es selbst einfach nicht glauben!

Was jetzt nicht heißen soll, dass ich gegen die Wiederwahl von FrankWalter Steinmeier wäre, so heißt unser aktueller Bundespräsident nämlich, denn diese ist die für uns alle kostengünstigste Alternative.

Man stelle sich nur vor, die Parteien wechseln die Bundespräsidenten regelmäßig nicht nur zu den normalen Zeiten, sondern bei Eigenbedarf schon etwas früher — die Kosten überstiegen jedes Königshaus.

Impfpflicht

Die Notwendigkeit des Erreichen einer sogenannten Herdenimmunität, um die COVID-19 Pandemie in den Griff zu bekommen, steht außer Frage. Dass diese am besten mit Impfungen erzielt werden kann ebenfalls nicht.

Aber muss man dazu tatsächlich das Instrument der „Pflicht“ bemühen? Ich behaupte nein, denn eine Pflicht ist bei uns in Deutschland überhaupt nicht durchzusetzen. Dies haben wir zum letzten Mal bei der Wehrpflicht erleben müssen!

Und die Diskussion um die Notwendigkeit einer Impfpflicht zeigt uns doch sehr, sehr deutlich, dass wir nicht nur ein Land der Egomanen geworden sind, sondern auch einen Dummheitsdurchschnitt erreicht haben, der uns allesamt mehr gefährden wird als jede Pandemie.

So gibt es auch nur wenige Gründe die für eine Impfpflicht sprechen. Erstens Allmachtsfantasien von ein paar Berufspolitikern, zweitens das Bedürfnis der restlichen Berufspolitiker wieder einmal völlig sinnlosen Aktionismus zu heucheln und drittens und dies ist der eigentliche Grund, einen weiteren Apparat zu schaffen, der sehr viele Parteimitglieder und deren Familienangehörige in Lohn und Brot bringt; zumindest werden damit bestehende Ministerien und Verwaltungen mit dann meist völlig überflüssigem Personal angefettet, wahrscheinlich aber läuft es auf einen zusätzlichen Verwaltungsapparat hinaus, der bei der nächsten Pandemie mit der Aufgabe absolut überfordert sein wird — so wie unsere Gesundheitsämter und das Amt für Katastrophenschutz schon heute.

Die Gründe gegen eine Impfpflicht sind eher praktikabler Natur. Man sollte nur etwas verordnen, was man auch durchsetzen werden kann. Und eine Impfpflicht lässt sich in Deutschland nicht durchsetzen, zumal wir zumindest anfangs, wenn wir dies tatsächlich durchsetzen wollten, dafür keine ausreichenden Ressourcen haben — und auch später werden diese Ressourcen nicht nach Notwendigkeit, sondern alleine politisch begründet nicht oder halbwegs zur Verfügung gestellt werden. Das konnten wir bei der Wehrpflicht so wunderbar beobachten.

Zudem muss man sich fragen, ob die Durchsetzung, die dann Polizei und Gerichte zusätzlich belastet und in letzter Konsequenz auch die schon jetzt überfüllten Gefängnisse überfordert, den Preis einer Impfpflicht wert sind.

So wird schon alleine die Macht des Faktischen dazu führen, wie bei der Wehrpflicht zuvor, dass außer einer gewaltigen Ressourcenverschwendung nicht viel mehr dabei herauskommen wird.

Praktikabler wäre es, wenn jeder Impfverweigerer aufgefordert wird, eine entsprechende Patientenverfügung zu unterschreiben (das alleine trennt die Spreu vom Weizen!) und unsere Parlamente für Impfverweigerer entsprechende Triage-Anweisungen an die Krankenhäuser erlassen.

Geburtstage des Tages

Émile Borel und Philippe Mendel