Kaiserstraße | © Shutterstock

25.3.02022 5 (1)

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Steile These

Seit Jahrzehnten frage ich mich, warum gerade SPD und Gewerkschaften unser Bildungssystem ruinieren? Dabei ist es doch völlig verständlich. Haben beide „Institutionen“, die sich dem vermeintlichen Volkswohl verschrieben haben, doch sehr schnell feststellen müssen, dass ihnen die gut genährten Arbeiter reihenweise davonlaufen. Eine halbwegs gesicherte Anhängerschaft gewinnen sie nur noch bei solchen Arbeitsplatzinhabern, deren Wohl und Wehe an einem staatlich gelenkten Arbeitsmarkt hängt — aber auch hier wildern bereits schon die anderen Parteien.

Deshalb müssen sich SPD und die Gewerkschaften, genau so wie die Sozialverbände und Hilfsorganisationen auch, selber verstärkt um ihre zukünftigen Wähler und Kunden kümmern, da eine funktionierende Marktwirtschaft langsam aber sicher nicht nur die Armut abschafft, sondern auch ganz folgerichtig die abhängige Lohnarbeit.

Deshalb setzen die Parteiideologen schon sehr lange alles daran, nicht nur ein ausreichend großes Prekariat zu schaffen, sondern dies auch für alle Zeiten festzuzementieren!

Und wie kann man das am besten erreichen? Ganz einfach, indem man das öffentliche Bildungssystem sabotiert sowie Intelligenz, Leistung, Eigeninitiative und Fleiß als die neuen Todsünden einer Gesellschaft etabliert.

Dumme und bequeme Menschen werden ein gutes Mitgliederpotential bilden, das sich darüber freut, dass Ihnen die SPD und die Gewerkschaften regelmäßig Almosen anbieten — und diese haben aus ihren Fehlern gelernt, denn zu gut darf es „ihren Kunden“ dabei nicht mehr gehen, sonst gucken diese einmal über den Tellerrand hinaus.

Und was habe ich daraus gelernt?

Traue keinem Menschen, der seine eigene Existenz auf der Notlage anderer Menschen aufbaut!

Parkplätze

Seit 2015 frage ich mich immer wieder, warum man in Heilbronn (z. B. Südbahnhof oder Neckarbogen) keine ausreichenden Parkplätze vorsieht und schafft. Und ich frage mich dies nicht nur selbst, sondern regelmäßig auch unsere Stadträte. Gerade vor Neubauvorhaben (z. B. Hochgelegen), denen unsere Stadträte zustimmen müssen.

Meine entsprechenden Hinweise, dass jede neue Wohnung sicherlich mehr als einen Stellplatz benötigt und dies auch noch die kommenden Jahre so sein wird, und es deswegen zwingend sei, dass man bei der Planung je Wohnung mindestens 1,5 Parkplätze (Stellplatzschlüssel) mit einbezieht, wird von den von mir diesbezüglich angesprochenen Stadträten immer mit dem Hinweis abgelehnt, dass sie darüber keine Entscheidungsbefugnis hätten, da dies im Landesrecht eindeutig festgelegt sei — ergo, unsere Stadträte nur hilflose Erfüllungsgehilfen eines größeren Ganzen sind.

Heute darf ich nun in der Heilbronner Stimme das Folgende lesen:

„Im ersten Bauabschnitt, berichtet Jan Fries, habe der Stellplatzschlüssel bei 0,6 gelegen. Für den zweiten Bauabschnitt sei der Schlüssel auf 0,8 angehoben worden, gebaut würde nun aber letztendlich mit dem Schlüssel von 0,5 Stellplätzen pro Wohnung. Zusätzlich, betont Fries, könne die geplante Quartiersgarage Stellplatzbedarfe abdecken.“

Heilbronner Stimme (25.03.2022: 31)

So wie sich das Ganze nun darstellt, haben unsere Stadträte doch ein Wörtchen mitzureden. Denn letztendlich entscheiden diese darüber, wer Geld oder andere Vorteile vom Staat erhält und wer die Zeche dann zu bezahlen hat. Besser wäre, unsere Stadträte würden sich darüber Gedanken machen, wie man Probleme gelöst bekommt und zukünftige Herausforderungen zu meistern sind. Nur für Entscheidungen, wer verdienen darf und wer nicht, benötigen wir keine Parlamente (!) — auch keine Gemeinderäte.

Nun auch etwas neugieriger geworden, habe ich mal im Landesrecht nachgeschaut und stelle Ihnen den entsprechenden Paragraphen hier einmal vor:

§ 37
Stellplätze für Kraftfahrzeuge und Fahrräder, Garagen

(1) Bei der Errichtung von Gebäuden mit Wohnungen ist für jede Wohnung ein geeigneter Stellplatz für Kraftfahrzeuge herzustellen (notwendiger Kfz-Stellplatz). Bei der Errichtung sonstiger baulicher Anlagen und anderer Anlagen, bei denen ein Zu- und Abfahrtsverkehr zu erwarten ist, sind notwendige Kfz-Stellplätze in solcher Zahl herzustellen, dass sie für die ordnungsgemäße Nutzung der Anlagen unter Berücksichtigung des öffentlichen Personennahverkehrs ausreichen. Statt notwendiger Kfz-Stellplätze ist die Herstellung notwendiger Garagen zulässig; nach Maßgabe des Absatzes 8 können Garagen auch verlangt werden. Bis zu einem Viertel der notwendigen Kfz-Stellplätze nach Satz 2 kann durch die Schaffung von Fahrradstellplätzen ersetzt werden. Dabei sind für einen Kfz-Stellplatz vier Fahrradstellplätze herzustellen; eine Anrechnung der so geschaffenen Fahrradstellplätze auf die Verpflichtung nach Absatz 2 erfolgt nicht.

(2) Bei der Errichtung baulicher Anlagen, bei denen ein Zu- und Abfahrtsverkehr mit Fahrrädern zu erwarten ist, sind Fahrradstellplätze herzustellen. Ihre Zahl und Beschaffenheit richtet sich nach dem nach Art, Größe und Lage der Anlage regelmäßig zu erwartenden Bedarf (notwendige Fahrradstellplätze). Notwendige Fahrradstellplätze müssen von der öffentlichen Verkehrsfläche leicht erreichbar und gut zugänglich sein und eine wirksame Diebstahlsicherung ermöglichen; soweit sie für Wohnungen herzustellen sind müssen sie außerdem wettergeschützt sein.

(3) Bei Änderungen oder Nutzungsänderungen von Anlagen sind Stellplätze oder Garagen in solcher Zahl herzustellen, dass die infolge der Änderung zusätzlich zu erwartenden Kraftfahrzeuge und Fahrräder aufgenommen werden können. Satz 1 gilt nicht bei der Teilung von Wohnungen sowie bei Vorhaben zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch Ausbau, Anbau, Nutzungsänderung, Aufstockung oder Änderung des Daches, wenn die Baugenehmigung oder Kenntnisgabe für das Gebäude mindestens fünf Jahre zurückliegen.

(4) Die Baurechtsbehörde kann zulassen, dass notwendige Stellplätze oder Garagen erst innerhalb eines angemessenen Zeitraums nach Fertigstellung der Anlage hergestellt werden. Sie hat die Herstellung auszusetzen, solange und soweit nachweislich ein Bedarf an Stellplätzen oder Garagen nicht besteht und die für die Herstellung erforderlichen Flächen für diesen Zweck durch Baulast gesichert sind.

(5) Die notwendigen Stellplätze oder Garagen sind herzustellen

1. auf dem Baugrundstück,
2. auf einem anderen Grundstück in zumutbarer Entfernung oder
3. mit Zustimmung der Gemeinde auf einem Grundstück in der Gemeinde.

Die Herstellung auf einem anderen als dem Baugrundstück muss für diesen Zweck durch Baulast gesichert sein. Die Baurechtsbehörde kann, wenn Gründe des Verkehrs dies erfordern, mit Zustimmung der Gemeinde bestimmen, ob die Stellplätze oder Garagen auf dem Baugrundstück oder auf einem anderen Grundstück herzustellen sind.

Landesbauordnung für Baden-Württemberg (LBO) in der Fassung vom 5. März 2010

Antidemokraten

Es wäre ein grober Fehler anzunehmen, dass selbst in der erfolgreichsten Demokratie alle Bürger Demokraten sind. Wahrscheinlich ist es sogar so, dass die erfolgreichen Demokratien nicht nur Antidemokraten aus allen Ländern anziehen, sondern mehr noch, ideale Brutstätten für ganz neue Antidemokraten sind. Dies konnten wir jüngst in den USA besonders gut beobachten, und die meisten von uns sind heute noch darüber geschockt.

Wahrscheinlich ist dies aber zwingend notwendig, denn, wenn alle gut wären, gäbe es das Gute ganz folgerichtig gar nicht mehr. Und so kann man nur ein guter Demokrat sein, wenn man zu jeder Zeit die Wahl hat, auch ein Antidemokrat sein zu können.

Und um wieder auf uns Deutsche zu sprechen zu kommen, wir wurden sowohl 1945 als auch 1989 nicht freiwillig und dabei ganz bestimmt auch nicht glühende Demokraten. Zu diesen beiden „Zeitenwenden“ waren die bereits vorhandenen Demokraten, in West wie Ost, ein ganz kleine Minderheit, von denen bei der weiteren Ausgestaltung der Demokratie die wenigsten dann auch selbst zum Zuge kamen.

Die meisten von uns konnten dies ganz gut in den 1990er-Jahren mitverfolgen, wie die aussichtsreichsten Kommunisten der DDR über Nacht in sämtliche Ämter der bundesdeutschen Demokratie gehievt wurden und selbst bis heute noch den demokratischen Diskurs mitbestimmen.

Wir haben aus den Fehlern der Bundesrepublik der 1950er bis 1970er-Jahre nichts gelernt, denn dort wurden wenigstens ein paar Nationalsozialisten immer wieder einmal aus ihren demokratischen Ämtern entfernt. Dies ist unseren kommunistischen Mitbürgern bis heute erspart geblieben.

Sehr gut konnten wir — auf jeden Fall die älteren unter uns — auch mitverfolgen, wie die Antidemokraten sich in die demokratischen Parteien völlig integrierten, teilweise über Jahrzehnte hinweg, und dann, in Wellen sozusagen, immer wieder durch Neugründungen am linken oder rechten Rand zu glauben meinen, dass ihre Zeit erneut gekommen sei.

Und deshalb muss man, ob man will oder nicht, zur Kenntnis nehmen, dass das demokratische Parteienspektrum der Bundesrepublik Deutschland kleiner ist als man allgemein anzunehmen glaubt. Ich habe selbst sehr lange gebraucht, um diese Tatsache akzeptieren zu können, nämlich, dass es rechts der CSU keine demokratische Partei geben kann und auch keine demokratische Partei links der SPD — einmal von ein paar verirrten, vielleicht auch nur verwirrten, Gestalten abgesehen, die diesen antidemokratischen Parteien ein demokratisches Mäntelchen umhängen sollen.

Das wirklich Interessante an dieser Angelegenheit ist, dass es wohl kaum noch — Victor Orban und Co einmal abgesehen — Politiker oder Parteien gibt, die ganz offen so richtig und aus voller Überzeugung zu ihrer antidemokratischen Einstellung stehen.

Nämlich damit lassen diese Antidemokraten vermuten, dass inzwischen wohl in unseren Gesellschaften die Demokratie — und dies nach all den vergangenen Jahrzehnten — tatsächlich mehrheitsfähig geworden ist, und diese Antidemokraten uns Wähler nur noch durch täuschen und tricksen wieder davon abbringen zu können glauben.

Geburtstage des Tages

Arturo Toscanini, Béla Bartók und Aretha Franklin


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

24.3.02022 5 (1)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Luncheon

Heute durfte ich an einer sehr informativen Vortragsveranstaltung zum Thema „The Länd im UK“ teilnehmen. Seit November 2021 hat Baden-Württemberg im Vereinigten Königreich eine Art eigene Landesvertretung. Was bereits dazu führte, dass auch die Bayern im Januar 2022 nachzogen und etwas Ähnliches in London etablierten.

Die baden-württembergische Vertretung hat zwar ebenfalls ihren Sitz in London, möchte aber mit ihrem Personal verstärkt von den WeWork Räumlichkeiten in ganz Großbritannien aus königreichweit arbeiten. Damit kommen diese Mitarbeiter den Bedarfen unserer Landespolitik und Verwaltungen entgegen, deren Reisetätigkeiten nicht nur auf London beschränkt sein werden, denn irgendwann haben unsere Volksvertreter und Beamten sich an den Londoner Sehenswürdigkeiten satt gesehen und beginnen damit, auch die weiteren Attraktionen des Vereinigten Königreichs zu erkunden.

Und wenn dann sämtliche Politiker und Verwaltungsmitarbeiter Baden-Württembergs das Vereinigte Königreich von oben bis unten ausführlich bereist, dann wird „the Länd“ sicherlich auch einen guten Bekanntheitsgrad bei unseren britischen Nachbarn erzielt haben.

Inwieweit unsere lokalen Firmen und Unternehmen davon profitieren werden, habe ich allerdings noch nicht so ganz verstanden — wahrscheinlich aber soll die Tourismusindustrie bei uns das werden, was bisher die Maschinen- und Autoproduktion war.

Internet

Ende 2014 zogen meine Frau und ich von Ulm nach Heilbronn zurück und mit uns auch unser Internetanschluss. Dies war das Einfachste, weil uns unser Provider ungern aus dem Vertrag entlassen wollte. Allerdings dauerte es bis 2021 bis dieser Provider uns die in Ulm vorhandenen und auch für Heilbronn zugesicherten 50 Mbit/s halbwegs kontinuierlich sicherstellen konnte.

Mit diesen 2022 nun meistens auch vorhandenen 50 Mbit/s bin ich im Bekanntenkreis noch ganz gut unterwegs und lasse doch so manchen Rechner von Bekannten bei mir „updaten“, weil es einfach schneller geht. Dennoch träume ich immer noch, was das Internet anbelangt, von unserer Zeit in Polen, denn der dortige Internetanschluss war auch noch für heutige Verhältnisse eine sehr feine Sache. Und auch in Afrika war die Netzabdeckung und Geschwindigkeit schon vor Jahren besser als z.B. gerade gestern in Untergruppenbach oder noch vor ein paar Monaten in Horkheim, als ich auf verfügbares mobiles Internet sehr dringend angewiesen war — ich fuhr damals in Horkheim mit dem Auto durch das Dorf, bis ich tatsächlich eine Stelle fand, um eine belastbare Verbindung aufbauen zu können.

Und so hat mich heute Joachim Friedl von der Heilbronner Stimme (24.03.2022: 26) mit der folgenden Information sehr überrascht.

„90,7 Prozent der Haushalte im Landkreis Heilbronn haben eine Breitbandversorgungsrate von mindestens 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Damit liegt der Landkreis im landesweiten Vergleich um 1,7 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt von 89 Mbit/s. In Heilbronn verfügen 85,6 Prozent der Haushalte über eine Versorgungsrate von mindestens 100 Mbit/s. Damit liegt die Stadt im landesweiten Vergleich 3,4 Prozentpunkte unter dem Landesdurchschnitt.“

Heilbronner Stimme (24.03.2022: 26)

Ich vermute so langsam, dass ich tatsächlich in einem Paralleluniversum lebe und werde diese Frage hoffentlich bald bei einer Tasse Kaffee mit Detlef Stern näher erörtern können.

Heute ist ein guter Tag! — Dank der gesetzlichen Verpflichtung der Provider, das Bezahlte nun auch bereitzustellen. Jahrelang durften diese sich mit Knebelverträgen und durch Betrug am Kunden dumm und dämlich verdienen.

Lesepate

Gestern haben mir „meine“ Kinder in der Dammschule richtig Freude bereitet, denn sie konnten allesamt mit guten Fortschritten beim Lesen aufwarten. Ganz offensichtlich hatten sie während der letzten Woche verstärkt geübt und dies trug hörbare Früchte.

Es ist einfach immer wieder eine Freude, die Fortschritte der Grundschüler bei deren ersten Gehversuchen im Schulalltag miterleben zu können. Dabei bleibt es nicht aus, dass man ab und zu auch über die eigene Schulzeit nachzudenken beginnt; bei mir selber war die Begeisterung spätestens in der siebten Klasse verflogen. So hoffe ich, dass „meine“ Schüler ihre Begeisterung für die Schule und besonders für das Lernen etwas länger als ich aufrechterhalten werden können.

Diese Hoffnung wird durch die heutigen Lehrer gestärkt, deren Engagement mit dem der Lehrer zu meiner Schulzeit nicht mehr zu vergleichen ist. Hierbei muss ich Oliver G. inzwischen voll und ganz Recht geben; ohne Frage ist die Qualität der Lehrer bei weitem eine bessere als zu meiner eigenen Schulzeit. Dafür aber haben die Lehrer heute mit weit größeren Herausforderungen zu kämpfen.

Ich bin mir dabei noch nicht so ganz sicher, ob die größte Herausforderung für unsere Lehrer bei der Elternschaft oder der Schulverwaltung und dem Kultusministerium liegt. In Heilbronn kommen noch suboptimale Schulträger hinzu. Die Kinder alleine hätten unsere Lehrer ohne weiteres ganz gut im Griff!

Ich finde, dies ist eine gute Gelegenheit, um mich einmal bei den Lehrern für deren Einsatz und Engagement zu bedanken. „Meine“ Lehrerin macht ihre Sache auf jeden Fall ganz gut, und ich bin mir sicher, dass ihre Schüler sie so gerne in Erinnerung behalten werden, wie ich meine erste Klassenlehrerin Frau Pfeiler.


Website des Tages

Breitbandmessung

Leider ist es inzwischen bei uns so, dass Firmen ihre Versprechen und Zusagen gegenüber den Kunden nur dann einhalten, wenn diese vom Staat mit der Androhung drastischer Strafen dazu gezwungen werden.


Geburtstag des Tages

Georgius Agricola

Maskerade

23.3.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Barthel-Areal

Nach einem ersten Hoffnungsschimmer vor ein paar Jahren, wo uns ein 10 geschossiges Gebäude versprochen wurde, das zudem auch noch sehr attraktiv aussah, wird jetzt an dieser sehr prominenten Stelle ein Ersatzbau hingestellt, der architektonisch und größenmäßig selbst weit hinter dem alten Barthel zurückbleibt und diese Ecke nicht nur verunstaltet, sondern mit viel zu wenigen Parkplätzen auch noch weitere Probleme schafft; schon heute parken die Autos bis in den Kiliansplatz hinein.

Was hat unseren Gemeinderat bloß geritten, da noch zuvor damit geworben wurde, dass Heilbronn architektonisch nicht nur aufholen, sondern auch ganz neue Maßstäbe setzen soll. Ob im Zentrum der Stadt und dann noch in einer Sichtachse liegend ein Hotel mit Autohauscharakter und Garagencharme diese Absicht erfüllt, wage ich stark zu bezweifeln.

Die gestrige Diskussion der Gemeinderäte, ob eine Solaranlage auf dem Dach dort Sinn macht oder nicht, hätte man auch bleiben lassen können. So hoffe ich, dass künftige Stadträte dafür sorgen werden, dass solche Gebäude schnell wieder durch bessere und schönere ersetzt werden — vielleicht dann auch durch Gebäude, die einen Nachhaltigkeitsanspruch innovativ umsetzen.

100 Milliarden

Die jüngste Lüge von Olaf Scholz. Ich hatte es bereits vermutet, dass es die, der Bundeswehr noch dieses Jahr für Waffen, Gerät und Munition versprochenen, 100 Milliarden und die sofortige Einhaltung der 2% Regel für den Bundeswehretat nicht geben wird.

100 Milliarden für Banker, 100 Milliarden für die Großindustrie oder 100 Milliarden für Arbeit & Soziales ist bei uns kein Problem. Und wenn es nicht reicht, dann gibt es dasselbe einfach nochmals.

Wie wir seit gestern in den Medien verfolgen können, dann sind die zusätzlichen 100 Milliarden für die Bundeswehr genau die Gelder, die man ggf. zum eventuellen Einhalten der 2% Regel für den Bundeswehretat in den nächsten Jahren einsetzen möchte, wenn wieder einmal nichts dazwischen kommt und man diese 100 Milliarden nicht bereits wieder für alles andere verschwendet hat.

Und dass die Bundeswehr, so wie die meisten NATO Länder schon länger, endlich die schon öfters der Luftwaffe versprochenen US-amerikanischen F35 Jets bekommt, wage ich ebenfalls zu bezweifeln. Das hätte nur dann funktioniert, wenn die zuständigen Stellen und besonders die üblichen Firmen „entschädigt“ worden wären — heisst, diese hätte noch mehr Geld aber für überhaupt nichts bekommen.

Da es aber das Geld für die F35 Jets und für die „Entschädigungszahlungen“ der üblichen Verdächtigen nicht gibt, wird es auch keine Jets geben, so wie es auch keine Munition geben wird. Das macht aber nichts, da die Bundeswehr jetzt in die Flüchtlingsbetreuung einsteigt, dann im Sommer — während der Ferien — noch im Ahrtal aushilft, um dann zum Herbst die Verwaltungen wieder verstärkt bei COVID-19 zu unterstützen.

Dienstgrade für Dummies

Angesichts eines bevorstehenden Dritten Weltkrieges interessieren sich plötzlich viele Deutsche für militärische Dienstgrade. Ich nutze die Gelegenheit und stelle die militärische Hierarchie in der Bundeswehr kurz und sehr verständlich von oben nach unten vor.

Ganz oben in der Hierarchie stehen die „Gottgleichen“, was dem Primat der Politik geschuldet ist. Diese gliedern sich in sämtliche Politiker vom Ortsvorsteher der Freien Wähler über den allerletzten Hinterbänkler der Union bis hin zum Bundespräsidenten der Linken und bilden die militärpolitische Führung — die militärische Elite der Bundeswehr sozusagen. Die Dienstgradgruppe der Gottgleichen wird noch durch das zivile Gefolge der Politiker ergänzt, welches sich u.a. aus Fahrern, Kofferträgern, Prostituierten, Beratern, Journalisten, Entwicklungshelfern und Politikstudentinnen zusammensetzt. Manche Experten gehen davon aus, dass der liebe Gott irgendwo dazwischen einzuordnen ist. Ich hingegen bin der Überzeugung, dass dieser die Bundeswehr schon sehr lange verlassen hat — von einem Kriegsdienstverweigerer konnte man auch nichts anderes erwarten.

Die Aufgabe dieser Dienstgradgruppe ist die Führung der Bundeswehr, was sich ganz grob formuliert auf die Sicherstellung des eigenen Wohlbefindens begrenzt.

Nach der Dienstgradgruppe der „Gottgleichen“ kommt die Dienstgradgruppe der „Versorgungsfälle“. Diese Gruppe setzt sich aus den zivilen Mitarbeitern der Bundeswehr zusammen. Deren Aufgabe ist sehr schnell erklärt. Diese Dienstgradgruppe ist einzig und alleine dazu da, um dem Rest der Bundeswehr das Leben möglichst schwer und die Einsätze zur Hölle zu machen. Da dies eine sehr wichtige Aufgabe ist, dürfte diese Dienstgradgruppe inzwischen die zahlenmäßig größte sein.

Nach der Dienstgradgruppe der „Versorgungsfälle“ kommt die Dienstgradgruppe der „Uniformträger“. Diese Dienstgradgruppe ist sehr leicht auch optisch zu erkennen. Sobald Sie sich fragen, wie kommt dieser Mensch überhaupt in eine Uniform, hoffentlich platzen nicht gleich die Nähte oder was macht dieser Mensch eigentlich mit solch einer Kleidung überhaupt, dann haben Sie einen Angehörigen dieser Dienstgradgruppe vor sich.

Die Aufgabe dieser Dienstgradgruppe ist neben dem bloßen Dasein das Auftragen sämtlicher dienstlich beschaffter Uniformen. Aber ohne diese Dienstgradgruppe würde die Bundeswehr wohl kaum noch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Last but not least, kommen dann die Soldaten. Von denen die einfachen Soldaten das absolut untere Ende dieser militärischen Nahrungskette darstellen. Und obwohl sie die zahlenmäßig kleinste Dienstgradgruppe in der Bundeswehr ist, müssen die Soldaten die schwierigsten Arbeiten übernehmen.

Sobald sie aus den Einsätzen zurückkehren, werden sie in Verwaltungen eingesetzt oder für andere Aufgaben verwendet, die keiner in der Bundesrepublik mehr machen möchte. Und wenn sie diese erfüllt haben, dann dürfen sie wieder in die Einsätze zurückkehren.

Das wirklich Interessante daran ist, dass die Dienstgradgruppe der Soldaten — obwohl absolute Mangelware — weiterhin als Mengenverbrauchsgut gilt, das man ohne Einschränkungen und ganz nach Belieben verheizen darf wie man will.

Weiß doch jeder Deutsche, dass Soldaten die einzigen echten Zivilversager in Deutschland sind, die nichts gelernt haben, nichts können und denen man ungestraft auch Mord und Totschlag unterstellen darf. Und sollte ein Soldat ums Leben kommen, dann ist dieser immer selber Schuld — er hätte doch etwas anderes werden können, z. B. Politiker.


Geburtstage des Tages

Wernher von Braun und Lale Andersen