Mann mit Helm

Erste Analyse des Angriffs 5 (4)

Beitragsfoto: Mann mit Helm | © Pixabay

Nachdem vor Kurzem die vermeintlich erste Staffel ihre Angriffsziele genommen hat, wird inzwischen die zweite Staffel eingeführt, um das, sich nun so langsam aber sicher zu erkennen gebende, Kriegsziel zu nehmen.

Auch ohne ausreichend relevante Informationen, welche auch nicht von anderer Seite aus bestätigt werden, wage ich dennoch eine erste Analyse des aktuellen russischen Angriffs auf die Ukraine.

Bereits im November 2021 waren ausreichend russische Truppen rings um die Ukraine herum in Stellung gegangen, um ein weiteres Stück der Ukraine besetzen zu können. Schon Jahre zuvor wurde gemutmaßt, dass die Russische Föderation zum einen eine Landbrücke hin zur Krim erobern wolle und zum anderen die beiden selbsternannten Republiken Donezk und Luhansk vollständig unter russische Kontrolle bekommen will.

Der russische Aufmarsch im November 2021 ließ dann allerdings weit Schlimmeres befürchten, denn man musste davon ausgehen, dass dies insgesamt nur die erste Staffel ist und damit die gesamte Ukraine als Angriffsziel angesehen werden konnte. Ich fragte im Februar 2022 bereits danach, ob es Erkenntnisse zur zweiten Staffel gibt.

Aus heutiger Sicht muss man annehmen, dass dieser russische Aufmarsch bewusst so gewählt war, um erstens massiv Druck sowohl auf die Ukraine als auch auf die restlichen Osteuropäer aufzubauen, dennoch aber der NATO ein begrenztes russisches Angriffsziel (für Militärs keine erkennbare zweite Staffel!) zu signalisieren, und damit zwar die Politiker allesamt zu erschrecken, zeitgleich aber die NATO Militärs zu beruhigen.

Der Angriff erfolgte dann am 24. Februar 2022 auf ganzer Breite (mit Ausnahme der weißrussischen Truppenteile — hier könnte der Grund dafür höchst interessant sein) und ließ alle westlichen Politiker das Schlimmste befürchten. Was ganz besonders in Deutschland zu Übersprungshandlungen der Politik führte.

Ich gehe inzwischen davon aus, dass es sich gerade mit dem Vorstoß auf Kiew um einen Scheinangriff handelte, um das Angriffsziels besser in den Griff zu bekommen („Motivation“) sowie eine, wenn auch nur geringe, Chance zu nutzen, dass die ukrainische Regierung zusammenbricht („Glück des Tüchtigen“) oder eher wahrscheinlich, dass Deutschland die Ukraine und die restlichen Europäer gezwungen hätte, wie bereits bei der Annexion der Krim zu verfahren („langfristige Investition in westliche Politiker“).

Auch wenn die Ukraine sich nicht ergeben und der Westen eine bisher nicht gekannte Solidarität gezeigt hat (oben erwähnte Übersprungshandlung), so muss man doch anerkennen, dass sich dieser Scheinangriff für die russische Seite sehr gelohnt hat.

Die Landbrücke zur Krim wurde bereits hergestellt (erste Staffel) und es ist absehbar, dass die zweite Staffel, welche durch Verschieben von Truppenteilen und weitere Truppenverstärkungen generiert wird, das Kriegsziel (Donezk und Luhansk vollständig unter russische Kontrolle zu bekommen) erreichen wird.

Kann die Russische Föderation auch diesen Krieg gewinnen?

Ich behaupte ja, denn die ukrainischen Truppen mussten wegen der Verteidigung Kiews und der weiteren Bedrohung im Norden des Landes essentielle Geländeverluste im Südosten hinnehmen, die sie nun so ohne Weiteres nicht mehr rückgängig machen können. Sie benötigen dazu nun selber eine gut fünffache Überlegenheit, die sie alleine nie haben werden.

Hinzu kommt, dass inzwischen kein deutscher Politiker mehr befürchten muss, dass er wegen der Unterstützung eines Angriffskrieges in Haft genommen wird, und zusätzlich allen Beteiligten die Gesamtkosten eines solchen Krieges bewusst werden — man spricht inzwischen von mindestens einer Billion Euro.

Deswegen werden spätestens im Mai (wenn Vladimir Putin Recht behält, dann genau am 8. Mai 2022) die Deutschen die Ukraine und ihre noch verbliebenen europäischen Verbündeten motivieren, dass die Ukraine erneut auf Gebiete und Menschen „zugunsten des Weltfriedens“ verzichtet. Und der Ukraine wird wohl nichts anderes übrig bleiben als erneut klein beizugeben.

Darf die Russische Föderation auch diesen Krieg gewinnen?

Nein, denn es ging noch nie in diesen, von Vladimir Putin geführten, Kriegen um Vladimir Putin, sondern, und dies macht die ganze Sache so gewaltig und existenzgefährdend, um Freiheit oder Knechtschaft der gesamten Menschheit.

Putins engster Verbündeter ist Xi Jinping, zurzeit der lachende Dritte und selber bereits auf seine eigene Gunst der Stunde wartend. Und in Russland ist, entgegen der (Schutz)Behauptung von Olaf Scholz, Putin kein einsamer Diktator, sondern Chef einer größeren und mächtigen „Clique“ mit sehr guten weltweiten Beziehungen.

Und was Putin so mächtig und gefährlich macht, sind seine Verbündeten in Europa, darunter die europäische Linke, die europäische Rechte, Teile der S&D sowie auch der EVP; letztere wohl eher, weil viel zu viele Politiker in dessen Lohn und Brot stehen (Gerhard Schröder ist nicht die Ausnahme).

Das bedeutet, wenn die Ukraine auch dieses Mal klein beigeben muss, dass

  • Joe Biden, der nicht nur erneut amerikanische Soldaten für Europa opfert, sondern auch Hunderte von Milliarden Dollar für Europa ausgibt, wohl der letzte europäisch gesinnte US-Präsident gewesen sein wird,
  • sich die Amerikaner notgedrungen und von Europa zurecht verraten fühlend (u. a. erfüllt Deutschland schon wieder nicht einmal die 2 %) dem Pazifik zuwenden werden,
  • sich die Ukrainer zukünftig mit der Russischen Föderation einigen werden,
  • sich die Türken ebenfalls dazu gezwungen sehen,
  • spätestens, wenn Putin erneut und dieses mal im Baltikum ansetzt, die EU wie eine Kartenhaus auseinanderfällt und die Russische Föderation nur noch die Bruchstücke aufklauben muss.

Mein Fazit

Das Einzige, was die freie Welt jetzt noch retten wird, ist ein langwieriger Ukrainekrieg, der die Russische Föderation und die Europäische Union zwingt, sich vom „System Putin“ zu verabschieden.

Die eindeutigen Opfer sind dabei die Ukrainer, denen man bei Erfolg nicht nur die Mitgliedschaft in der EU sondern auch in der NATO anbieten muss.

Die weiteren Opfer des „System Putin“ sind wir Europäer allesamt, die neben den US-Amerikanern die Zeche für diesen Krieg zahlen werden. Und dabei ist noch lange nicht gesichert, dass unsere Demokratien oder gar Europa dies überleben werden.

Die Gewinner des Krieges werden, so wie damals wir Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg auch, die Menschen in der Russischen Föderation sein, die die Chance erhalten Teil der freien Welt zu werden.

„Als der Krieg aus war, kam der Soldat nach Hause. Aber er hatte kein Brot. Da sah er einen, der hatte Brot. Den schlug er tot.
Du darfst doch keinen totschlagen, sagte der Richter.
Warum nicht, fragte der Soldat.” 

Wolfgang Borchert, Alle Werke, alle Schriften (2021:221)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

11.4.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

Bundeswehr

Nachdem nun sichergestellt war, dass die US-Amerikaner mehr kampfbereite Truppen zum Schutz Europas verlegt haben als die Bundeswehr jemals in der Lage sein wird selbst zu stellen und die US-Amerikaner zur Rettung der europäischen Demokratien zudem richtig viel eigene Steuergelder aufwenden, haben unsere Parteien stillschweigend die Zeitenwende wieder abgesagt.

Jetzt dürfen auch die „Russlandversteher“ in Regierung und Bundestag wieder ganz offen an der Abschaffung unserer Demokratie weiterarbeiten, jene Politiker, die uns fast in den Abgrund gestürzt haben, erhalten nunmehr gut dotierte Auskommen auf Lebenszeit, und man macht sich insgesamt wieder daran, sämtliche Nachbarn zu belehren, wie man alles richtig macht.

Apropos Bundeswehr. Die Soldaten werden jetzt halbwegs mit zeitgemäßen Uniformen ausgestattet, wobei diese Ausrüstung weiterhin schwerpunktmäßig für truppenbesuchende Politiker und Journalisten bereitgehalten wird. Durchsetzungsstarke Politiker dürfen demnächst auch wieder das eine oder andere unnötige Rüstungsprojekt einweihen, das ihrer eigenen Klientel zum Geldverdienen verhilft.

Übrigens, die ominösen 100 Milliarden Euro Sondervermögen werden auf die Jahrzehnte hinweg gestreckt und dürfen — dabei sind sich alle Parteien im Bundestag einig — für alles ausgegeben werden, nur nicht für Dinge, die der Bundeswehr helfen würden.

Dass die Einhaltung der „2 %“ auch weiterhin nicht beabsichtig ist und zudem die Soldaten der Bundeswehr weiterhin schwerpunktmäßig zur Verfügung stehen, um z. B. überforderten Verwaltungsbeamten zu helfen oder Straßen zu fegen, muss ich schon gar nicht mehr erwähnen.

Und wir machen allesamt mit, denn es gibt nun Bezingeld und Heizungsgeld für alle sowie für die systemrelevanten Menschen unter uns Milliarden Euro Steuergelder an Zuschüssen, damit sie ihre eigene Relevanz so richtig zur Schau stellen können.

Spannende Woche

Detlef Stern schreibt seit Kurzem unter der Überschrift „lange Woche“ über die Erlebnisse seines Professorendaseins; auch für Nicht-Akademiker eine immer wieder informative Angelegenheit.

Ich schaue heute mit viel Zuversicht auf eine spannende Woche und bin mir dabei sicher, dass die Florenzfahrt für viele Dinge, die sicherlich diese Woche wieder einmal geschehen werden, entschädigt. Derzeit ist es überhaupt nicht mehr schön, der „großen Politik“ bei der Arbeit zuzusehen, und immer mehr Mitbürger vermuten so langsam, dass unsere Volksvertreter aus unserem Land fast schon eine Bananenrepublik gemacht haben.

Ich weiß, es sind nicht alle, und sehr viele versuchen tatsächlich auch, unser Land wieder aus dieser großen Misere zu retten, in die uns die Grokos, eine nach der anderen, allesamt gebracht haben. Letztendlich zählt aber das Ergebnis und dieses sieht zurzeit sehr miserabel aus.

Und „wir haben uns geirrt oder getäuscht“ ist als Entschuldigung nicht ausreichend. Wenn unsere Politiker unsere Demokratie noch retten wollen, dann müssen langsam aber sicher „Köpfe rollen“ — möglichst jene von unseren, für die Misere auch verantwortlichen, Politikern.

Ein paar Jahre Knast für den letzten Verkehrsminister Andreas Scheuer wären schon einmal ein guter Anfang.

Meinungsbeitrag des Tages

Christoph von Marschall analsiert im Tagesspiegel (10.04.2022: 13:31 Uhr) die „Zeitenwende“ für die Bundeswehr unter der Überschrift „Scholz hat seine Zusagen schon wieder einkassiert“.

Geburtstag des Tages

Sergei Prokofjew


Berg

9.4.02022 5 (2)

Skizze eines Berges | © Pixabay

Spieleabend

Zum Abschluss eines ereignisreichen Tages holte dann noch ein Familienmitglied die Karten heraus, und so endete der Tag in Harmonie, denn jedem gelang es ein Spiel für sich zu entscheiden.

Später noch ein wenig Archivarbeit in Vorbereitung der kommenden Florenzfahrt und das Wochenende kann beginnen.

Foren

Seit ein paar Wochen hat dieses Weblog auch ein eigenes Forum. Ich habe dieses Forum nach einem ersten Foren-Versuch „Europastammtisch“ genannt und hoffe damit zumindest die ehemaligen Foren-Benutzer gewinnen zu können.

Zudem möchte ich die Weblog-Leser zum Foren-Schreiben anregen. Nicht jeder schreibt gerne ganze Blog-Beiträge oder hat, wenn er dies doch gerne täte, auch Zeit dafür. Und hin und wieder einen Kommentar zu einem Blog-Beitrag zu hinterlassen, ist manchen dann doch zu wenig.

Auch gelangen immer mehr, einst eifrige, Microblog-Schreiber, wie z.B. bei Twitter, zu der Auffassung, dass solche Microblogs doch nicht das Gelbe vom Ei sind.

Und so glaube ich, dass es inzwischen doch eine ausreichende Menge an Foren-Schreibern geben, die das Forum zu einem echten Mehrwert für viele machen könnte.

Bereits auf dem Weblog registrierte Nutzer können sich jederzeit im Forum betätigen. „Neue“ müssen mir einfach nur eine E-Mail zukommen lassen und ich schalte diese dann für das Forum frei.

Eine meiner Erfahrungen aus dem ersten Foren-Versuch ist, dass es für niemanden von Vorteil ist, wenn auch Gäste im Forum Beiträge schreiben können. Dies führte bisher nur dazu, dass mehr Bots, Spammer und Trolle im Forum unterwegs waren als ich als Foren-Admin überhaupt bewältigen konnte.

So bitte ich die Foren-Leser um Verständnis, dass sie sich vorab registrieren lassen müssen, um auch eigene Beiträge verfassen zu können.

Burg Steinsberg

Seit ich vom Gaffenberg herunterblicke, möchte ich die eine am Horizont sichtbare Burgruine besuchen; dieser Wunsch besteht inzwischen schon seit ein paar Jahrzehnten. Später dann konnte ich die Burgruine auch der Burg Steinsberg im Kraichgau zuordnen und erinnerte mich auch manchmal an mein Vorhaben, wenn ich auf der Autobahn an Sinsheim vorbeifuhr.

Später dann, wenn ich mit meiner besseren Hälfte am Gaffenberg unterwegs war, konnte diese es nicht mehr hören, wenn ich mal wieder die Burg am Horizont erblickte und mich an meinen Wunsch erinnerte.

So zogen die Jahre ins Land und es hätte sich bestimmt nichts geändert, wenn ich heute nicht zu einem kurzen Spaziergang zur Burg Steinsberg eingeladen worden wäre.

Und jetzt ist es vollbracht, meine imaginäre „Bucket List“ ist nun um einen Eintrag leerer. Und das Schöne daran ist die Burg Steinsberg, die man nicht nur gut erwandern, sondern auch ganz gut besichtigen kann.

Es war zwar heute sonnig, dennoch sehr kühl und sehr windig, so kann ich es auch ganz gut nachvollziehen, dass sich der letzte Burgbewohner, Georg Friedrich von Venningen, 1718 versehentlich erschoss.

Im Jahr 1972 verkaufte die Familie von Venningen die Burgruine an die Stadt Sinsheim, die diese Ruine zu einem Kleinod machte. Und so hat man von dort aus nicht nur einen guten Blick auf den Gaffenberg, sondern man kann dort auch ganz gut essen.

Dieses Mal wird es nicht so lange dauern, bis ich wieder einmal dort vorbeischaue.

Geburtstag des Tages

Charles Baudelaire