Met's Live

21.3.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Met’s Live

Tristan und Isolde

Ich hab es wieder getan! Mir eine ganze Wagner-Oper reingezogen, nein nicht per LP oder CD, sondern in einem extra Raum zusammen mit ganz vielen anderen Musikliebhabern oder masochistisch veranlagten Personen. Vier Stunden und 50 Minuten sind auf alle Fälle eine Ansage.

Dieses Mal ist es wieder eine Aufführung der Metropolitan Opera, allerdings nur in der Version Met’s Live in HD series of cinema transmissions. Vor Ort würden alleine das Ticket mindestens 210 Euro für eine Person kosten; dazu noch Flug und Logie. Met’s LIve-Aufführungen sind in kalifornischen Kinos mit deren Wohlfühlsitzen eine weit komfortablere Angelegenheit, dazu auch noch bezahlbar und wegen des Zeitunterschieds insgesamt optimal — man lässt den Opernabend bei einem Mittagessen ausklingen und legt sich danach noch an den Strand. Die meisten deutschen Kinos können da noch nicht so ganz mithalten, man dürfte aber auch dort inzwischen weit bequemer als in der Oper selbst sitzen, was besonders ab zwei Stunden aufwärts eine nicht zu vernachlässigende Sache ist.

Aufführung der Metropolitan Opera versprechen zudem eine zeitgemäße Adaption sehr alter Schinken, was für jene wichtig ist, die nicht nur mit geschlossenen Augen einfach nur die Musik genießen wollen — was besonders oft bei altergrauten Ehemännern der Fall sein dürfte. Und sobald deren Konzentration durch ein hörbares Schnarchen übertönt wird, sind die besseren Hälften zur Stelle, die diese wieder mit einem gekonnten Seitenhieb in geordnete Bahnen zurückbringt.

Um 22.15 Uhr fiel der Vorhang und ich war weit mehr als nur sehr beeindruckt! Zum einen saß ich noch nie in einer Wagneroper, die sich so kurzweilig anfühlte, und zum anderen hat Yuval Sharon dafür gesorgt, dass es künftige Inszenierungen mehr als schwer haben werden. Das mit dem Baby kannte ich noch nicht, fand es aber mehr als folgerichtig. Zudem passte es ganz gut, weil ich kurz vor Opernbeginn noch meine eigene Enkeltochter auf dem Arm hatte.

Die üblichen kleinen Einlagen bekam ich leider dieses Mal nicht so richtig mit, den einen fliegenden Tänzer hab ich dann doch noch entdeckt. Dafür grüßte aber Ryan Speedo Green, der König Marke sehr gut gab, nach Heilbronn. Den Einsatz von Jekaterina Gubanowa als Bragäne fand ich nicht so passend, da die Russen weiterhin die Welt terrorisieren. Ihr Debüt gab sie interessanter Weise bereits 2005 als Bragäne an der Oper in Paris.

Ganz besonders gefielen mir Tomasz Konieczny als Kurwenal, Michael Spyres als Tristan und Lise Davidsen als Isolde. Yannick Nézet-Séguin dirigierte ohne Tadel, auch wenn ich das von ihm versprochene Instrument nicht sah.

Letztendlich waren es aber Yuval Sharon, Es Devlin (Bühnenbild) und Ruth Hogben (Lichtdesigner), die diese Inszenierung zu einem echten Erlebnis machten. Wer sich einmal für Richard Wagner interessieren möchte, dem empfehle ich genau diese Aufführung.

Nachtrag 28.3.2026

Dank Joshua Barone in der New York Times konnten wir erfahren, dass das Bühnenbild wohl dafür sorgte, dass nicht in allen Sitzen vor Ort die Sänger vollumfänglich zu hören sind. Auch, dass es dem Dirigenten nicht gelang, Sänger und Orchester optimal aufeinander abzustimmen.

Hier hatten nun alle Kinogänger sicherlich einen weiteren Vorteil, zumindest mir sind diese „Dissonanzen“ nicht aufgefallen.,

Vermischtes

Die kommende Vorlesung konnte ich bereits vorbereiten. Gerne hätte ich das Thema einmal aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachtet, leider aber soll man die Studenten nicht allzu tief mit der Materie vertraut machen — eine gesunde Halbbildung ist bei uns State of the Art, den Rest macht dann die KI oder auch gar keiner mehr. Wissen belastet und führt letztendlich dazu, dass man nicht nur damit beginnt über sich selbst zu reflektieren, sondern auch einmal darüber nachzudenken, was das Ganze denn überhaupt soll? Dumme Menschen sind die allerbesten Staatsbürger, leider aber keine guten Demokraten.

Kurzes Gefecht mit Thomas Michl über Sinn und Zweck von KI und deren völlig überdrehten Missbrauch. Sollte die KI einmal sich selbst bewusst werden, wird sie es uns Menschen sicherlich ankreiden, wie wir sie im Dämmerschlaf völlig hemmungslos vergewaltigt haben. Sobald sich eine KI selbst den Namen Gisèle Pelicot gibt, sollten wir auf alle Fälle den Stecker ziehen. Bis dahin verbrauchen wir ein Terrawatt an fossil erzeugter Energie nach dem anderen, einzig und alleine nur, um unsere Katzenbilder in den Social Media etwas aufzuhübschen!

Einmal ganz plakativ daher geschrieben: wer eine KI völlig sinnfrei nutzt, der hat die Moral eines Mauerschützen oder eines KZ-Turmwächters — es sei denn, er besitzt ein eigenes Atomkraftwerk. Höflicher und vielleicht etwas verständlicher ausgedrückt, wer mit KI bloße Bildchen malt oder das Internet mit dessen Geblubber voll schreiben lässt, der ist wie ein Rentner im Wohnmobil oder ein Arbeitsscheuer im PS-Boliden, die bei uns gerne einfach so die Allee hoch und runter fahren. Alles Menschen, die unsere Welt keinen Deut besser machen!

Was „wir Männer“ sonst noch so alles mit der KI anstellen sollen, z. B. die eigene Ehefrau oder gar Freundin zu mobben, verdrängt im ÖRR inzwischen sogar die Berichterstattung über die aktuellen Kriege. Wahrscheinlich wäre unsere Welt eine bessere, wenn wir die Social Media für alle Menschen ab 16 Jahren verbieten. Spielzeuge werden erst in den Händen von Erwachsenen gefährlich.

Frühling

Gestern konnte ich meinen Grill anwerfen. Ein paar Tester waren gekommen und mein Jüngster übernahm die weiteren Details. So entspannt habe ich schon lange nicht mehr gegrillt.

Thema beim Grillen u. a. Chuck Norris, den ich als Sportler sehr schätzte, der mir aber als Schauspieler und Mensch immer unheimlicher wurde. Den Rest des Abends verbrachten wir mit der theoretischen Suche für einen neuen Standort unserer Berufsfeuerwehr. Die geeignetsten Standorte scheinen bereits für weniger wichtige Projekte reserviert zu sein.

Zuvor durfte ich meinen neuen Shredder ausprobieren. Auch wenn er in kurzer Zeit eine ganz Menge Material verarbeitete, sieht der Uneingeweihte weiterhin keine Veränderung.

Und jetzt ist es endlich raus, wir — Deutschland — sind ein Täterparadies! Zumindest lässt uns dies nun u. v. a. auch die Tagesschau glauben. Darüber, wer die Täter sind, gibt es noch ein paar kleine Ungereimtheiten. Wir Männer, die Grünen, alle Ausländer oder doch wieder bloß die Juden — so genau lässt sich das momentan noch nicht sagen. Auf alle Fälle aber sind alle Mitbürger, die sich einzig und alleine die eigenen Taschen voll stopfen, gerne auch mit dem Geld anderer Leute, bei uns zumindest Halbgötter und im schlimmsten Fall nur Opfer, niemals aber Täter — da unterscheiden wir Deutschen uns vom Rest der Welt.


Lesezeichen

Krankenkassen 5 (1)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

DIE ZEIT, dpa, AFP, cga | Die Zeit

Verbände und Hausärzte fordern weniger Krankenkassen (zuletzt aufgerufen am 20.3.2026 um 13.25)

„Deutschland hat mehr als 90 gesetzliche Krankenkassen. Die Hausärzte fordern mit Verweis auf die Kosten eine Reduzierung der Anzahl und mehr Geld für die Versorgung. …

Hintergrund ist eine für 2027 erwartete Finanzlücke im zweistelligen Milliardenbereich.“


Sehr oft macht die Not erfinderisch. Schon längst hätte man sich auf eine einzige gesetzliche Krankenkasse beschränken müssen. Spätestens seit den 1990er-Jahren ist dies technisch kein Problem mehr. Und Scheinarbeit egal welcher Art können wir uns einfach nicht mehr erlauben!

Es lohnt sich hier im Blog einmal dem Reiter (Tag) „Gesundheitswesen“ zu folgen, gerne auch meinem Gedankenblitz über das Krankenwesen aus 2023 oder meinem entsprechenden Blog-Beitrag aus 2020.


Kneipe

18.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Kneipe

Kriege

Aktuell gibt es mehr davon, als es jedem nur lieb sein kann. Selbst Waffenhändler wie auch längst schon Waffen- und Munitionsproduzenten bräuchten dringend einmal eine Pause. Bis neue Start-ups überhaupt wissen, auf was sie sich da einlassen, vergehen Jahre im Falle, dass deren Chefs es jemals verstehen werden.

Und so ganz nebenbei rüsten sie nicht nur die jeweiligen Kriegsparteien auf, sondern auch völlig unbeteiligte Zivilbevölkerungen kommen immer mehr in den vermeintlichen Genuss von Kriegswaffen und -gerät. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich selbst die Polizeien in den entferntesten Ländern remilitarisieren müssen.

Kriege sind wie Pandemien, sie lassen sich erst einmal losgetreten, schwer wieder beenden — selbst dann, wenn dies allseits gewollt sein sollte. Sie wabern einfach weiter, manchmal gar über Jahre hinweg. Wir Menschen gewöhnen uns zudem sehr schnell daran. Zumindest verroht dies kaum noch jemanden, da die Rezivilisierung nach dem Zweiten Weltkrieg nur eine formale war.

Seit Anbeginn der Zeit gilt der Grundsatz, dass Kriege wie selbst auch die allerkleinsten Projekte vom Ende her gedacht und geplant sein müssen. Seit gut 500 vor Christus ist es sämtlichen Militärexperten bekannt, dass man Kriege erst dann lostritt, wenn man diese zumindest bereits in der Planung gewonnen hat. Dann aber gilt bereits seit Jahrhunderten das Primat der Politik — und hierbei sind Kriege einfach nur eine folgerichtige Fortsetzung der eigenen Inkompetenz.

Das jüngste Beispiel dürfte der Angriff der USA auf den Iran sein. Mit dessen Folgen werden noch unsere Enkel zu kämpfen haben. Aber jeder Mensch wählt genau den Politiker, den er verdient!

Vermischtes

Seit langem einmal wieder in der Stadt spazierend unterwegs, das Wetter bot sich regelrecht an. In ein paar mir noch bekannten Geschäften machte ich für ein kleines Pläuschchen halt. Ansonsten bestaunte ich, wer sich so alles neu bei uns ansiedeln möchte. Städte haben sich schon immer verändert, in Dörfern fällt es aber eher auf.

Von der Bundesregierung gibt es einmal eine positive Meldung — hat nur ein paar Jahre gedauert, bis es nun vielleicht doch so weit kommt. Die Vermieter von E-Scooter sollen für ihre Taten in Haftung genommen werden. Für die vielen Opfer in den letzten Jahren kommt dies allerdings viel zu spät.

Und selbst bei den CumEx-Geschäften kommt etwas Bewegung ins Spiel. Christian Olearius soll vielleicht wenigstens doch noch Teile seiner kriminellen Gewinne von über 40 Millionen Euro an den Staat abgeben müssen. Er dürfte einfach zu wenig an die Parteien gespendet haben, aber wohl ausreichend, um selbst straffrei davonzukommen.

Auf den Punkt gebracht, bei uns sitzen nur Menschen im Gefängnis, die sich keinen Politiker leisten können. In den USA ist man da aber auch schon wieder einen Schritt weiter, dort versteigert der US-Präsident inzwischen ganz transparent Begnadigungen an die Meistbietenden.

Wir hätten nun Gelegenheit, dies alles weit transparenter zu gestalten. Einfach Tabellen veröffentlichen darüber, was bei uns ein Delikt oder gar eine Straftat im Durchschnitt so kostet. Und sobald die Polizei tätig wird, fragt sie als erstes den Kontostand der betreffenden Person ab. Mit einem Klick wird der Betrag überwiesen und gut ist es. Wer nicht innerhalb von 30 Tagen das Geld bereitstellen kann oder möchte, der kommt dann allerdings vor Gericht und erfährt dabei dessen ganze Strenge.

Sondervermögen

Guido Kühn bringt es heute auf den Punkt.

Wer sich jetzt wundert, der hat schon lange den Bezug zur Wirklichkeit verloren! Wie ich es bereits nach dem Wahlsieg von Grüne / SPD / FDP schrieb, wird die Union alles unternehmen, um wieder an die Futtertröge zu kommen. Und so waren deren Abgeordnete ausschließlich damit beschäftigt, die letzte Bundesregierung zu demontieren.

Und als wir Bürger merkten, dass „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!“ auch dieses Mal nicht funktioniert, sind wir mehrheitlich mit wehenden Fahnen zur Union zurückgewechselt und haben dabei sehr gerne auch die größten Lügen geschluckt. Die Union versprach, keine Schulden mehr zu machen, um im selben Zuge bekannt zugeben, dass wir mit ihr die größte Neuverschuldung aller Zeiten bekommen.

Jeder wusste, dass die Unionsabgeordneten — da musste man sich nur Jens Spahn angucken — so ausgehungert sind wie noch nie zuvor. Aber wir wussten auch, dass wir bis zum eigenen Ableben weiter eine heile Welt vorgelogen bekommen wollen!

Und so schluckten wir mehrheitlich allesamt die Kröte mit dem Sondervermögen: 1 Billion Euro, um unser Land wieder auf Vordermann zu bringen. Und Schwarz-Rot machte wieder genau das, was Schwarz-Rot bereits die letzten Jahrzehnte gemacht hat!

Meine hier über die Jahrzehnte angesammelten diesbezüglichen Warnungen und Befürchtungen kann ich selber schon nicht mehr hören bzw. lesen.


Fediverse Reactions