Sonnenuntergang

2.7.02022 5 (3)

Beitragsfoto: Sonnenuntergang | © Bettina Kümmerle

Landesversammlung

Aufgrund von COVID-19 mussten die Feierlichkeiten anlässlich 75 Jahre Hertensteiner Programm auf dieses Jahr verschoben werden. Und so treffen sich heute die Europäischen Föderalisten aus Baden-Württemberg, alt und jung zu den beiden Landesversammlungen in Künzelsau.

Dem Anlass entsprechend finden die Landesversammlungen wie auch der nachzuholende Festakt im Carmen Würth Forum in Künzelsau statt. Zum sehr großen Bedauern aller findet die diesjährige Landesversammlung nun aber angesichts eines absolut unnötigen und die gesamte Welt bedrohenden Angriffskrieges der Russischen Föderation auf die Ukraine statt.

Dies wird sicherlich auch sehr starke Auswirkungen auf den gesamten Tag einschließlich des heutigen Festaktes haben.

Kirchenglocken

Wo Kirchenglocken noch die Nacht hindurch läuten dürfen, dort ist die Welt in Ordnung. Heute Nacht hatte ich das Vergnügen, um eine kurze Zeit lang den viertelstündlichen Erinnerungen zu lauschen. Dies brachte mich ins Sinnieren, allerdings mehr über Gott als über die Welt.

Bereits vor Jahrzehnten ordnete man in Heilbronn an, dass die Kirchenglocken erst ab 7 Uhr in der Früh läuten dürfen, was u. a. dazu führte, dass ich meinen ersten Wecker bekam. Und da ich damals gleich schräg gegenüber von den Glocken der Nikolaikirche wohnte, hatte bis dahin das 6 Uhr Geläut verlässlich dafür gesorgt, dass ich immer rechtzeitig geweckt wurde.

Aber nicht nur zur generellen Zeitansage sind die Kirchenglocken eine praktische Angelegenheit, vielmehr erinnern sie uns Menschen verlässlich daran, dass es weit mehr gibt, als man in seiner kleinen eigenen Welt oftmals so annimmt.

Zeitmanagement

Wenn schon eine Arbeitsbesprechung am Ende der Welt, dann aber in einem möglichst angenehmen Umfeld. Und so genoss ich den Abend sehr. Zudem sorgte ein Gesprächspartner dafür, dass ich das eine oder andere an Neuem für mich mit nach Hause nehmen kann.

Auf jeden Fall aber stimme ich mit diesem voll und ganz darin überein, dass Zeitmanagement immer auch eine Wertefrage ist! Vor allem den jüngeren Lesern dieses Weblogs lege ich ans Herz, über diese Aussage ein bisschen mehr nachzudenken.

Sei es aber wie es ist, für mich ist der Start in dieses Wochenende eine mehr als gelungene Angelegenheit — man muss nur das eine mit dem anderen richtig verknüpfen können.


Dame mit Hut

1.7.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Dame mit Hut | © Shutterstock

Bahn-Provinz

Alexander Hettich von der Heilbronner Stimme kommentierte bereits am 28. Juni 2022 die dilettantischen Versuche unserer für die Misere verantwortlichen Politiker Heilbronn wieder halbwegs vernünftig an das Bahnnetz anzuschließen.

„Die neu Realität heißt: Verbesserungen der jahrzehntelang vernachlässigten Infrastruktur sind möglich und wohl auch finanzierbar. Sie haben aber bei Weitem nicht die Strahlkraft eines ICE- oder IC-Anschlusses. Vielmehr sollen sie das bringen, was der Fahrgast jetzt schon erwarten dürfte: einen Bahnverkehr ohne ständige Verspätungen. Besonders ernüchternd ist, dass auch mit schwindelerregend hohen Investitionen die Züge nur minimal schneller werden.“ 

Alexander Hettich, Heilbronner Stimme (28. Juni 2022, 21:42 Uhr) 

Jetzt rächt es sich, dass unsere Volksvertreter uns zwar jahrelang diesbezüglich das Blaue vom Himmel versprochen, aber in Stuttgart, Bonn und Berlin immer ganz anders abgestimmt haben.

Aber selbst wenn man jahrzehntelange Untätigkeit mit „schwindelerregend hohen Investitionen“ beheben würde, käme ein anderes Problem auf uns zu, nämlich dass das Heilbronner Hauptbahnhöfle und sein Umfeld sowie sämtlichen Zu- und Abfahrtstraßen längst nicht mehr für einen solchen Verkehr ausgelegt sind.

Um dies zu korrigieren, benötigen wir noch weit mehr Finanzmittel und Jahrzehnte für den Um-, Aus- und Neubau der entsprechenden Infrastruktur — die bisher für eine stolze Autostadt und heutige Fahrradstadt ausgelegt ist oder noch wird.

Versorgungsposten

Gestern haben sich nur 9 von 40 Stadträten gegen eine Weiterbeschäftigung von Agnes Christner als Heilbronner Bürgermeisterin ausgesprochen. Damit hat sich ihre Aussage wieder einmal bestätigt, dass „es … die beste Entscheidung meines Lebens [war], nach Heilbronn zu kommen“. Dies mag zwar für sie persönlich zutreffen, für Heilbronn war und ist es allerdings kein Gewinn.

Und so bleibt mir nur die neun Stadträte für ihre Entscheidung zu beglückwünschen. Und auch den zwei Enthaltungen darf man wohl einen Rest an Gewissen zusprechen.

Agnes Christner wird dies alles sicherlich nicht weiter stören, auch nicht, dass sie nach acht Jahren Aufenthalt in Heilbronn nur 27 Stadträte für sich gewinnen konnte. Für uns Bürger wäre es dabei sehr interessant zu wissen, wie viele Stadträte gegen ihre eigene Überzeugung votierten.

Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass durch den Gemeinderat damit erneut einer weiteren Vergreisung der Stadtspitze Vorschub geleistet wurde — wie man dadurch Studenten für Heilbronn gewinnen oder gar begeistern möchte, bleibt weiterhin ein sehr großes Heilbronner Geheimnis.

Bildungscampus

Nachdem ein Aldi-Markt einer geplanten Erweiterung des Bildungscampus am Europaplatz im Norden im wahrsten Sinne des Wortes im Wege stand, kommt jetzt gemäß einem Bericht in der Heilbronner Stimme (01.07.2022: 30) eine sogenannte Westerweiterung. Und dazu soll nun der Media-Markt verschoben werden. Auch könnte es eine neue Brücke über den Neckar in Richtung Neckarbogen geben, die man übrigens bereits auf älteren Plänen des Neckarbogens schon einmal gesehen hat. Wenn ich den Zeitungsbeitrag von Tanja Ochs richtig verstanden habe, soll es zusätzlich auch eine Brücke hin zum Bestandscampus geben.

Auf jeden Fall aber wird im neuen Campusteil das Wohnen, Einkaufen und Feiern möglich sein, womit man versuchen möchte, auch nach den Vorlesungen und am Wochenende etwas mehr Schwung in den Bildungscampus zu bekommen — ob dies letztendlich die Studenten dazu bewegt, auch außerhalb der Vorlesungszeiten in Heilbronn zu verweilen, bleibt abzuwarten.

Sicherlich aber werden weitere 7 000 Studenten und die zu ihrer Betreuung notwendigen Campus-Beschäftigten ein Gewinn für Heilbronn sein.


Sonnenaufgang in den Karpaten

30.6.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Sonnenaufgang in den Karpaten | © Vitalii Bashkatov auf Shutterstock

Wunschzettel

Nachdem ich in den letzten Tagen immer wieder Schreiben lesen darf, die ganz offensichtlich von einem, bei uns lizenzierten Rechtsanwalt verfasst werden, und sämtliche Leser — auch mich — ziemlich fassungslos zurücklassen, wünsche ich mir nicht nur viel mehr nette Menschen, sondern habe sogar eine große Bitte an unseren Schöpfer: „Herr, lass endlich Hirn vom Himmel regnen!“

Auch gibt es inzwischen die einen oder anderen geneigten Leser, die mir signalisieren, dass sie mir gerne eine Freude machen wollen, dabei aber meinen Kaffeekonsum nicht unnötiger Weise weiter erhöhen möchten.

Da sie mir alle — wohl ohne Ausnahme — meinen Wunsch nach mehr netten Menschen oder mehr Hirn nicht erfüllen können, und gerade jene Menschen, die gerne blödsinnige und völlig unnötige Briefe verfassen, wohl auch zukünftig nicht von selber nett werden möchten oder vielleicht auch gar nicht können, muss ich wohl oder übel meine Wunschliste auf erfüllbarere Dinge reduzieren.

Und so trifft es sich ganz gut, dass ich beim Stöbern in anderen Weblogs eine Wish list gefunden habe, die der dortige Blogger bei Amazon erstellt hat. Diese Idee habe ich nun einfach einmal übernommen und hier gleich einen eigenen Wunschzettel online gestellt.

Alternativlos

Das unmöglichste Wort in unserem derzeitigen Wortschatz und in seinen alternativen Anwendungen mindestens genau so schädlich. So meint Katrin Pribyl gleich auf Seite eins der heutigen Heilbronner Stimme (30.06.2022:1), dass es „zur Geschlossenheit der NATO und zur Aufrüstung … keine Alternative [gibt].“

Es gibt immer Alternativen, aber auch immer Menschen, die anderen Menschen glauben machen wollen, dass es nicht so sei. Freuen wir uns aber, dass sich die NATO offiziell geeinigt hat und es jetzt möglich ist, dass nun auch Schweden und Finnland ganz offiziell Mitglied werden können.

Und wie wir dabei erfahren dürfen, hat Deutschland der NATO eine Division versprochen, übrigens dieselbe, die Deutschland bereits der EU versprochen hat, gerade jene, die ganz selbstverständlich zur „nationalen Vorsorge“ vorgehalten wird und die ganz genau aus gerade jenen Soldaten besteht, die beständig in irgend welchen Landratsämtern die überforderten Beamten und Angestellten entlasten, wenn sie nicht gerade Waldbrände austreten, Flutkatastrophen beseitigen oder weitere „alternativlosen“ Dinge verrichten müssen.

Man merke sich, es gibt immer Alternativen. Man muss diese nur machen wollen.

Software

Gestern hatte ich das Vergnügen, neue bzw. verbesserte Versionen von Ulysses und Moleskine einzuspielen, und zudem hat sich Detlef Stern grundsätzlich dazu bereit erklärt, mir bei einem Experiment mit dem Zettelstore zu helfen.

So war der Tag auch meine Computer und ihr Umfeld betreffend, ein sehr guter. Dieser wurde dann noch im Rahmen eines „echten“ Treffens mit Herbert Burkhardt zu einem für alle Beteiligten hervorragenden Abschluss gebracht.

Und so sitze ich heute Morgen in meinem Schaukelstuhl, gucke der Sonne beim Aufgehen zu und probiere einmal die neuen Funktionen der gestern eingespielten Software aus. Bin jetzt einmal gespannt darauf, wann der obligatorische Morgenmuffelkaffeetweet von Thomas Michl in meiner Timeline erscheint.