Wohnungen

24.10.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Wohnungen | © Shutterstock

Halbe Wahrheit

Als Vorsitzender der Freien Wähler wurde ich gebeten, zu einem Leserbrief Stellung zu nehmen, den der Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Holger Kimmerle, in der Heilbronner Stimme (22.10.2022: 10) jüngst geschrieben hat. Wohl immer noch darüber schockiert, dass seine Fraktion völlig zurecht kürzlich auf ein Aufsichtsratspöstchen verzichten musste, wobei er die Schuld dafür offensichtlich uns Freien Wähler gibt, hat er sich mit diesem Leserbrief wohl etwas Luft verschafft.

So schreibt er unter der Überschrift „Sammelbecken“ u. a. darüber, dass die Freie Wählervereinigung — der Verein der Freien Wähler Heilbronn — „ein Sammelbecken mit ehemaligen Mitgliedern aus CDU, SPD, AfD und Linke [wurde].“ Das ist nicht einmal die halbe Wahrheit, denn er schreibt ganz bewusst nicht darüber, dass von den 40 Heilbronner Gemeinderäte heute nur noch zwei Freie Wähler Stadträte sind, aber dafür noch zwei abtrünnige ehemalige Freie Wähler Gemeinderäte vorhanden sind, von denen niemand sagen kann, wo sie sich demnächst wiederfinden werden, und — dies wurde von Holger Kimmerle ganz bewusst unterschlagen — drei weitere Gemeinderäte ehemalige Freie Wähler sind, von denen heute zwei in einer staatstragenden und einer in einer weniger netten Partei sind.

Schlimmer noch, er unterstellt uns Freien Wählern, dass wir ein Sammelbecken von Antidemokraten wären. Und dies ist absolut die Unwahrheit — auf Deutsch eine ganz große Lüge! Die von Holger Kimmerle bewusst ins Feld geführten Personen haben die Freien Wähler bereits weit vor meinem Antritt als Vorsitzender der Freien Wähler verlassen, so dass ich aus voller und fester Überzeugung heraus sagen kann, dass sämtliche Mitglieder der Freien Wähler in Heilbronn voll und ganz mit beiden Beinen auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen; und ich kenne alle unsere Mitglieder persönlich.

Ob dies Holger Kimmerle von „seiner“ Partei oder gar Fraktion behaupten kann, wage ich stark zu bezweifeln!

Des Weiteren verwechselt Holger Kimmerle in seinem Leserbrief Bezirksbeiräte und Gemeinderäte und zieht daraus dann nicht nur eine völlig falsche Schlussfolgerung, sondern maßt sich auch noch an, unseren Ehrenvorsitzenden und langjähriges Gemeinderatsmitglied, Heiner Dörner, belehren zu wollen.

Was man wohl halt so als Heilbronner Gemeinderat macht, wenn man seine eigenen Pfründe gefährdet sieht — dies hat inzwischen bei den Heilbronner Grünen Tradition und zeigt, worum es diesen eigentlich geht. Und das ist Jammerschade!

Wohnen

Nach etlichen Jahren des Stillstands zeichnet es sich wieder einmal ab, dass so kurz vor Beginn der kommenden Wahlen zum Gemeinderat 2024 ein Thema wieder ganz aktuell sein wird — und jeder Gemeinderat wird wieder dazu etwas zu sagen haben. Und das ist auch kein Wunder, denn die Wohnungsnot ist bei uns schon seit längerem ein Thema, und warum sollte man das als Gemeinderat dann überhaupt ändern wollen?

Am 24. Mai 2019 hatte ich dazu, nach meinen eigenen Erfahrungen im Wahlkampf, einen entsprechenden Beitrag verfasst und dabei gehofft, dass unsere Gemeinderäte wenigstens dieses Mal — im Zeitraum 2019 bis 2024 — so schlau und verantwortungsbewusst sein werden, dass es zum nächsten Wahlkampf wenigstens kein so dringendes Thema mehr sein wird.

„Im kommenden Wahlkampf möchte ich nicht mehr darüber streiten müssen, ob und warum Wohnraum knapp ist oder wer an der ganzen Misere Schuld trägt, sondern darüber, wie wir am besten und schnellsten unsere gemeinsam festgelegten Zielvorgaben erreichen können.“

Heinrich Kümmerle, 24.5.2019

Und so freut es mich doch ein wenig, dass nun die Heilbronner Stimme (24.10.2022: 1) beginnt, sich über die Problematik etwas mehr Gedanken zu machen und deren Redakteure anfangen, den Sachverhalt aus verschiedenen Perspektiven heraus zu hinterfragen.

Man stelle sich nur vor, der OB hätte bereits 2019 mit dem Gemeinderat zusammen eine Projektgruppe geschaffen, die sich den Herausforderungen stellt und ein abgestimmtes Konzept entwickelt — wir wären schon heute einen ganzen Schritt weiter.

Tanzen und mehr

Dieses Wochenende konnte ich gleich zweimal das Tanzbein schwingen. Und wie ich dabei erfahren durfte, nicht einmal auf einem „Oktoberfest“, denn dieser Begriff ist wohl nun rechtlich geschützt. Was mir aber dann doch nicht die Lust am Tanzen nahm; ich wunderte mich nur noch ganz kurz über die aktuellen Auswüchse eines wohl inzwischen immer verwahrlosteren Justizsystems. Dazu passt auch, dass immer mehr Rechtsanwaltskanzleien nur noch davon leben, dass sie unschuldige Mitbürger aus den belanglosesten Gründen heraus abzocken, und deren Kollegen als gewählte Volksvertreter dazu auch noch die legalen Voraussetzungen schaffen.

Für ein weiteres Highlight sorgte Detlef Stern, der nicht nur den Zettelstore in neue Höhen führte, sondern mir auch noch daran erinnerte, dass man etwas erst so richtig kann, wenn man es auch mindestens einmal gelehrt hat — was übrigens ein Grundprinzip jeglicher militärischen Ausbildung bestätigt.

Und somit stehe ich nun vor einer ganz neuen Herausforderung und bin selbst einmal gespannt darauf, wie ich mich schlagen werde.


22.10.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Öffentliches Interesse | © Shutterstock

Reim-Areal

Seit Langem nicht nur ein Thema der Freien Wähler, sondern auch eines von mir. Ich hatte damit schon Anfang 2018 meinen Wahlkampf zum Gemeinderat 2019 eingeleitet und mich später darüber gefreut, dass die Freien Wähler 2019 erneut einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat einbrachten, auch wenn dieser wieder einmal von den anderen Fraktionen abgelehnt wurde.

Und so freut es mich heute in der Heilbronner Stimme (22.10.2022: 23) lesen zu können, dass sich die Stadt endlich das Vorkaufsrecht für das letzte Stückchen dieses Areals gesichert hat, welches eigentlich schon lange nicht mehr diesen Namen tragen sollte. Neu für mich ist dabei, dass sich die Stadtverwaltung dieses Filetstückchen für eine weitere „Beamtenburg“ sichern möchte, nicht mehr ganz so neu, dass sich die CDU jetzt die Idee einer Markthalle auf die eigenen Fahnen schreibt. So lange dort dann tatsächlich eine Markthalle oder zumindest ein ähnlich attraktives Gebäude erstellt wird, kann ich gut damit leben, wenn sich unser Gemeinderat — wer auch immer dort — diesen Erfolg für sich verbucht.

Schlimm wäre es aber, wenn es dort nun zu einer weiteren Rathauserweiterung kommt und zum Schluss dann die gesamte Innenstadt nur noch von dann wohl gut 5 000 Stadtverwaltungsmitarbeitern bevölkert wird, die höchstens bei gutem Wetter und innerhalb der Regeldienstzeiten die dortigen Cafés aufsuchen.

Lebensqualität

Man muss keine Studien zitieren, um festzustellen, dass Heilbronn an sich eine hohe Lebensqualität hat. Auch wissen wir Heilbronner, zumindest die meisten von uns, was wir an Dieter Schwarz und weiteren Sponsoren, die lieber eher im Hintergrund bleiben, für unsere Stadt leisten — auch wenn doch das eine oder andere Engagement etwas mehr hinterfragt werden könnte.

Und so wundert es mich auch nicht, dass gestern Thomas Zimmermann in der Heilbronner Stimme eine Datenbank, die den deutschen Wohnungsmarkt bewertet, zitiert und Heilbronn gleich nach München die höchste Lebensqualität in Deutschland bescheinigt — damit aber das Ganze völlig ins Lächerliche zieht.

Kurz darauf wundert sich Thomas Zimmermann, dass um den Bollwerksturm herum die Stadt eher trostlos wirke und verweist auf die „besseren“ Teile in Richtung Süden der Stadt — dies machen Stimme-Journalisten bereits seit Jahrzehnten so, damit wundert mich dies auch nicht mehr.

Dabei wäre es doch so einfach gewesen, man hätte die Turmstraße schon längst zur Fußgängerzone umwandeln, so wie auch den Rest der nördlichen Innenstadt weiter verkehrsberuhigen können. Das Ganze noch mit der einen oder anderen neuen Idee versehen, wie zum Beispiel das Kirchhöfle zum Studententreff auszubauen, und schon wäre die nördliche Innenstadt genau das Quartier, welches die hohe Lebensqualität Heilbronns bestens zur Schau stellen könnte.

Leider aber stehen die persönlichen Interessen oder auch nur die fehlenden persönlichen Interessen der Heilbronner „Entscheider“ dieser Entwicklung schon seit Jahrzehnten entgegen — und dies so heftig, dass sie dabei sogar diesbezügliche Vorhaben von Dieter Schwarz torpedieren.

Öffentliches Interesse

Die „unabhängige“ Staatsanwaltschaft Stuttgart hat kürzlich entschieden, dass es an der gerade aktuellen Causa Thomas Strobl kein öffentliches Interesse gibt und deswegen die Ermittlungen gegen eine Geldauflage von 15 000 Euro eingestellt. Dieser Vorgang wäre bestimmt so auch völlig in Ordnung, wenn es neben mir nicht noch ein paar wenige andere Bürger dieses Landes gäbe, die durchaus daran Interesse haben, ob Mitglieder der Landesregierung nun kriminell, nur senil sind oder vielleicht sogar eine reine Weste haben?

So muss man sich zudem fragen, ob unsere Justiz doch parteiisch ist oder vielleicht sogar Staatsanwälte bedroht oder gar erpresst werden — an gekaufte Staatsanwälte möchte ich gar nicht denken wollen!

Aber auch dies ist uns völlig egal: deswegen finden unsere beiden Regierungsparteien das Ganze weiterhin mehr als in Ordnung und verlegen wohl demnächst auf Staatskosten mit ihren Familien in eine verlängerte Winterpause an sonnigere Orte — zumindest so lange, bis die Strom-, Gas und sonstige Versorgung in Baden-Württemberg wieder gesichert ist.

Lied des Tages

Ein Cover des Radiohead Songs Creep (1973/1992) von Sebastian Schaffer (2022)

Aufenthalt im Open Campus |

20.10.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Aufenthalt im Open Campus

Post-Rock

Eine Musikrichtung, die wohl bereits in den 1980er bis 1990er-Jahren entstanden ist und wohl völlig an mir vorbeiging, zumindest habe ich deren Bands nicht als eigene Stilrichtung wahrgenommen.

Und wahrscheinlich wäre ich wohl auch nie näher damit in Berührung gekommen, wenn ich nicht an doch so einigen Videokonferenzen teilgenommen hätte. Schon von Anfang an habe ich mich darüber gewundert, warum so viele Teilnehmer und dann auch immer mehr Kopfhörer bei den Konferenzen trugen; da ich heutzutage in den meisten Konferenzen eher als Zuhörer mit dabei bin und diese passive Rolle so richtig genieße, gucke ich meist auf die Teilnehmer und die dargebotenen Hintergründe — vor allem dann, wenn sie noch real sind. Man kann übrigens sehr viel dabei lernen.

Die Erklärung für die Kopfhörer ist eine bessere Kommunikation untereinander, ähnlich wie bei den Hubschrauberpiloten. Eine weitere Möglichkeit ist dabei aber auch das Einspielen von Hörbüchern oder … Musik, wobei wir wieder beim Thema wären. Ich selber nutze dazu meine Hörgeräte, die seit ein paar Jahren ebenfalls solch eine Möglichkeit bieten — kam aber dann zur Überzeugung, dass mir aufgrund meiner Hörschwäche bei Videokonferenzen dann doch zu viel entgeht.

Im Nachgang — nicht in Chat — einer solchen Besprechung, das möchte ich hier betonen, kamen wir auf eine Musikgruppe zu sprechen, die ich überhaupt noch nicht kannte und dem Post-Rock zugesprochen wird. Und so höre ich, dank des Internets, diese Gruppe gerade hoch und runter: Do Make Say Think.

Ich habe noch keine abschließende Meinung zu dieser Gruppe und schon gar nicht zur Musikrichtung selbst, mir zum Leidwesen meiner besseren Hälfte aber schon einmal die aktuelle Platte gekauft.

https://youtu.be/1UtqoUvg0lk

Nachtrag

Einer meiner Leser teilte mir mit, dass er selber diesbezüglich noch „The Sea and Cake“, „Tortoise“ und auch „Mogwai“ gerne höre.

Bundestagswahl 2.0

Dass die Berliner nicht einmal mehr korrekte Wahlen veranstalten können, wissen wir schon etwas länger. Am 26. September 2021 versuchte man in Berlin neben dem Bundestag auch das Abgeordnetenhaus und die zwölf Bezirksparlamente neu zu wählen. Es kam bei sämtlichen Wahlen zu so gravierenden Mängeln, dass eigentlich Wahlbetrug und -fälschung nicht mehr ausgeschlossen werden können.

Nach längerem Hin und Her entscheidet nun der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin am 16. November 2022 zur Gültigkeit der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus sowie zu den Bezirksverordnetenversammlungen. Aber wie allseits bekannt, „vor Gericht und auf hoher See …“

Und auch der Bundeswahlleiter kam nach sehr langem Hin und Her zu der Überzeugung, dass die Bundestagswahl in sechs der zwölf Berliner Wahlkreise komplett zu wiederholen sei. Wobei die zwölf Berliner Wahlkreise in insgesamt 2 256 Wahlbezirke unterteilt sind.

Nach weiterem Geschacher kamen die Parteien — über die Bundestagswahl entscheidet der Bundestag selbst — nun darin überein, dass man die Wahl in Berlin nunmehr in 431 Wahlbezirken wiederholt — damit tut man keinem weh und es bleibt alles so, wie es bereits ist.

Das wirklich Schlimme daran ist, dass völlige Inkompetenz oder noch gefährlicher, eine „gespielte Inkompetenz” von offensichtlichen Antidemokraten, inzwischen demokratische Wahlen massiv manipuliert.

Webex

Gestern konnte ich dieses Videokonferenz-Tool gleich zweimal ausgiebig testen. Bisher hatte ich es nur aus dem Browser heraus gestartet, nun habe ich es auch auf einem meiner Rechner installiert. Jetzt bin ich einmal darauf gespannt, ob ich dann bei der nächsten Sitzung auch hinter dem nun dafür geeigneten Rechner sitze.

Unabhängig davon lohnten sich beide Sitzungen, wobei mir erstere allerdings mehr zusagte, denn das dortige Thema fand ich insgesamt und aus ganz aktuellem Anlass spannender. Der Ausblick auf die kommenden Sitzungen der letzteren Runde lässt aber durchaus darauf hoffen, dass es für mich ganz neue Einblicke zum Thema Zettelkasten geben wird.

Nach nunmehr fast drei Jahren mit COVID-19 haben sich bei mir gleich drei entsprechende Tools etabliert, zum einen das alte Skype und zum anderen neben GoTo nun auch Webex. Dank COVID-19 gibt es noch viel mehr solcher Tools, die sich bestimmt ebenfalls sehr großer Beliebtheit erfreuen, sich aber bei mir nicht durchsetzen konnten. Ein Tool, auf das ich gleich zu Beginn von COVID-19 gebaut hatte, weil ziemlich innovativ, blieb dabei aber „auf der Strecke liegen“. Dieses Tool ist Virbela, welches sich sowohl mit seinem Open Campus als auch mit seinen Private Spaces für Konferenzen aller Art bestens eignet.

Und so wird es wohl noch einer weiteren Pandemie bedürfen, bis sich auch diese Technologie bei der Mehrheit der Nutzer durchsetzen wird.