Thank You

Gedicht zum gestrigen Tag 5 (1)

Beitragsfoto: Danke | © Oberholster Venita from Pixabay 

Das heutige Gedicht stammt von Henry Timrod, auf den ich erst aufmerksam wurde, als man Bob Dylan vorwarf, von Henry Timrod abgeschrieben zu haben. Timrod hätte sich bestimmt darüber gefreut, wenn Dylan seine Gedichte tatsächlich „vertont“ hätte.

Sonnet: I Thank You

I thank you, kind and best beloved friend, 
With the same thanks one murmurs to a sister, 
When, for some gentle favor, he hath kissed her, 
Less for the gifts than for the love you send, 
Less for the flowers, than what the flowers convey; 
If I, indeed, divine their meaning truly, 
And not unto myself ascribe, unduly, 
Things which you neither meant nor wished to say, 
Oh! tell me, is the hope then all misplaced? 
And am I flattered by my own affection? 
But in your beauteous gift, methought I traced 
Something above a short-lived predilection, 
And which, for that I know no dearer name, 
I designate as love, without love’s flame.

Henry Timrod, Collected Poems of Henry Timrod: A Variorum Edition (2007)

Sehr viel schöner kann man sich wohl kaum bedanken und so nutze ich das Gedicht von Timrod, um den gestrigen Abend, welcher zumindest für mich bis ca. um 4 Uhr ging, nochmals Revue passieren zu lassen.

All jene, die ich gestern nicht namentlich begrüßt habe, bitte ich darum, mir dies nachzusehen. Und jene, die mich schon etwas länger kennen, werden mir dies sicherlich auch verzeihen.

Auf jeden Fall war es ein sehr gelungener Tag, und mein Dank geht deshalb auch an Kerstin und Klaus Brenner mit ihrem Team sowie an Corina Stoll und ihre Mitarbeiter.

Tanzpaar | © Thomas Heiligenmann

Kontrollraum eines Senders

5.11.02022 5 (3)

Beitragsfoto: Kontrollraum eines Senders | © Shutterstock

Ein Gedicht

Fritz Singer ist bereits seit Jahren mit einem Gedicht gleich auf der Startseite dieses Weblogs zu finden. Vielen Mitbürgern ist er wenig bekannt, obwohl seine Gedichte stets aus dem vollen Leben heraus geschrieben sind und damit bei den Lesern nicht nur Verständnis finden, sondern auch zum Schmunzeln führen. Inzwischen sind seine Gedichte allesamt weit über 100 Jahre alt aber dennoch sehr aktuell.

Klage

Schlaffe Lider, welke Wangen,
Graue, dünngesäte Haare
Bilden schon seit Adams Zeiten
Das Gefolg’ der reifern Jahre.

Alle diese Herbsteszeichen
Will ich ohne Murren tragen;
Nur das Eine trifft mich härter
Als ein Dutzend Altersplagen:

Dass der Frauen, die mir hold sind,
Immer weniger auf Erden,
Während jetzt die Ehemänner
Immer liebenswürd’ger werden.

Fritz Singer, aus Die zehnte Muse (1904: 108)

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Eigentlich schon immer ein Thema dieses Weblogs. Zum letzten Mal habe ich im August darüber geschrieben. Und auch wenn ich den Zustand des ÖRR, wie so viele andere unserer Institutionen auch, z. B. Parteien, Kirchen, Verwaltungen, für völlig abgewirtschaftet erachte, halte ich diese Institutionen dennoch für unsere Demokratie überlebensnotwendig.

Ich wiederhole mich bestimmt, wenn ich behaupte, dass an diesem untragbaren Zustand hauptsächlich die Berufspolitik Schuld ist, die es in dieser Qualität und vor allem Quantität in Demokratien eigentlich gar nicht geben dürfte! Und so wird auch der ÖRR von Berufspolitikern an die Wand gefahren, die bestenfalls nur dumm und faul sind.

Gerne aber lasse ich auch andere Meinungen zu Wort kommen und freue mich deshalb sehr, dass sich Jan Böhmermann gestern diesem Thema ebenfalls angenommen hat.

Jan Böhmermann im ZDF Magazin Royale von 4.11.2022

Gespräche

Gute Gespräche sind einfach durch nichts zu ersetzen, und so konnte ich gestern doch so Einiges für meine künftigen Projekte erfahren. Zum Beispiel konnte ich mit Detlef Stern über die jüngsten Entwicklungen im Projektmanagement sprechen, bevor wir uns weiter über mein derzeitiges Lieblingsprojekt eines digitalen Zettelkastens austauschten. Und wie so oft, wenn ich mich mit Detlef Stern zu einem Kaffee treffe, gibt es hinterher für mich erst so richtig etwas zu tun, denn gute Gespräche verdienen es, dass man sie auch nachbereitet.

Gerade als ich diesbezüglich neue Zettel erstellen wollte, bekam ich weiteren Besuch, wobei zwei langjährige Freunde ihren Aufenthalt in Heilbronn u. a. dazu nutzten, um mich zu überraschen. Die daraus resultierenden Gespräche dienten in erster Linie dazu, um uns wieder übereinander auf dem Laufenden zu halten. Zusätzlich bekam ich noch sehr nützliches Feedback zu meinem Weblog; sehr verständlich dabei, dass sich nicht alle Leser — vor allem dann, wenn sie nicht selbst aus Heilbronn kommen — für Heilbronner Interna interessieren.

Man möge es mir verzeihen, aber die Zeiten, wo ich hätte z. B. über Paris, Brüssel, Montpellier, Straßburg, Stettin, Berlin, Chemnitz, Köln, Hamburg, Hannover, Stuttgart, München, Ulm oder gar Mostar, Sarajevo oder Kampala schreiben können, die sind definitiv vorbei. Aber auch Heilbronn bietet ausreichend Themen, um darüber weiterhin berichten zu können. Und wer weiß, vielleicht ist auch das eine oder andere Thema dabei, das für die Bewohner anderer Städte interessant sein könnte; öffentliche Toiletten sind es sicherlich nicht, denn „die hat man einfach und spricht nicht weiter darüber“. Als Heilbronner wäre ich froh, wenn das auch bei uns so wäre.


Radweg

4.11.02022 5 (3)

Beitragsfoto: Radweg | © Shutterstock

Interessen

Ganz ohne Frage, Demokratie ist die beste Regierungsform, um unterschiedliche Interessen auszugleichen und unter einen Hut zu bringen. Und je vielfältiger Gesellschaften werden, umso komplizierter wird auch die Demokratie. Wohl deswegen hat man auch sehr früh unterschiedliche Demokratiemodelle entwickelt und sich meist auch von der direkten Demokratie verabschiedet.

Bis vor ein paar Jahren konnten sich die meisten Menschengruppen mit der Demokratie anfreunden, vor allem jene, die gesellschaftlich bessergestellt sind, da damit ihre eigenen Interessen am einfachsten zu sichern waren; notfalls hat man sich die dazu notwendigen Stimmen gekauft.

Inzwischen sieht es nun so aus, dass einige etablierte und gesellschaftlich besser gestellte Gruppen ihre Felle langsam aber sicher davonschwimmen sehen. Am Beispiel der US-Republikaner (Hans Müller berichtet hier im Weblog regelmäßig darüber) können wir nun sehen, wie diese, nachdem sie ihre US-Demokratie nicht so anpassen konnten, wie sie es zu benötigen glauben, um noch ihre Interessen wahren zu können, sich langsam aber sicher von der Demokratie abwenden. Gerade tingeln republikanische Senatoren durch die USA und erklären ihre Wählern, dass die USA eine Republik aber keine Demokratie seien! Und die US-Demokraten damit eigentlich Staatsfeinde sind — zumindest meines Erachtens kann es irrer nicht mehr gehen!

Und so können wir in Deutschland noch froh darüber sein, wenn unsere Oligarchen uns über ihre Medien wissen lassen, dass jene, die anders als von ihnen erwartet wählen, einfach nur „krank“ oder „aktuell unpässlich“ sind.

Radwege

Eigentlich auch nicht mein Thema, da ich zum einen bis heute noch keine Karte über Heilbronner Radwege gefunden habe und zum anderen auch schon sehr lange nicht mehr mit dem Rad fahre. Ein toter und ein schwer verletzter Klassenkamerad sowie ein eigener Radunfall haben mir sehr früh das Radfahren abgewöhnt. Spätere Versuche außerhalb von Heilbronn konnten mir dann das Radfahren auch nicht mehr schmackhaft machen.

Und so höre ich nur immer wieder davon, wie katastrophal Heilbronner Radwege noch heute sind — was aber keine Entschuldigung dafür ist, dass man nun Fußgänger auf dem Gehweg oder gar in der Fußgängerzone an- oder überfährt.

Gestern habe ich dann aber doch einmal so einen Radweg und zwar den Radweg vom Knorr kommend übers Arbeitsamt bis hin zur Kreuzung Südstraße bestaunt. Selbst wenn man das verstehen möchte, kann man es nicht! Geschweige denn, dass man dort fahren kann, ohne Fußgänger zu belästigen, von Kinderwagen ganz zu schweigen.

Aber das haben vor mir bereits andere Bürger festgestellt, wie z. B. 2017 Dr. Ulrich Baumann, der sogar Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrs in Heilbronn gemacht hat.

Vielleicht wäre es ganz gut, wenn man sich in der Heilbronner Stadtverwaltung erst einmal ein paar vernünftige Gedanken über Radwege machen würde, diese in einer Karte festhält und schaut, ob das Ganze dann auch wirklich Sinn macht. Und dieses stimmige Konzept könnte man im Anschluss auch umsetzen, zum Wohle aller Heilbronner, ob zu Fuß, mit dem Auto oder gerne auch mit dem Rad.

Verstörend

Ich hatte mir fest vorgenommen, nichts über dieses deutsche Relikt einer Zwangsmitgliedschaft namens „Industrie und Handelskammer“ zu schreiben, nun aber hat sich der Heilbronner Hofberichterstatter Uwe Ralf Heer darüber echauffiert, dass offensichtlich einige der Heilbronner Zwangsmitglieder anders abgestimmt haben, als es von den Lokaloligarchen eigentlich vorgesehen war.

„Nun kann und muss man an einigen Wählern zweifeln. Man kann es aber auch so sehen: Die IHK Heilbronn-Franken wird als wichtige Stimme und bedeutendes Organ nicht mehr wahrgenommen.“

Uwe RAlf Heer, Heilbronner Stimme (4.11.2022: 25)

Ich sehe das so, dass anders als wir üblichen Heilbronner, die alles wählen, was ihnen „von der Obrigkeit“ so vorgesetzt wird, doch einige Heilbronner IHK-Zwangsmitglieder einfach nur von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben.

Ich habe erst gar nicht gewählt, weil ich prinzipiell etwas gegen Zwangsmitgliedschaften habe, attestiere den vermeintlichen „Falschwählern“ aber einen guten Menschenverstand und zolle ihnen meinen Respekt.

Verstörend das Fazit von Uwe Ralf Heer, das zumindest in der IHK Heilbronn-Franken freie und geheime Wahlen „eigentlich unmöglich sein sollte[n].”

Rücksicht nehmen