Bäume

Über Besitz 5 (4)

Beitragsfoto: Bäume | © Joe auf Pixabay 

Stellen wir uns einmal vor, wir liefen durch einen mächtigen Eichenwald mit jahrhundertealten Eichen und weiteren mächtigen Bäumen und der Besitzer dieses Waldes erzählt uns ganz stolz von seinem Besitz. Nun könnte man sich einmal die Frage stellen, wie ein Mensch solche wunderbaren Geschöpfe überhaupt besitzen möchte, die schon da waren, als es ihn noch nicht gab und noch da sein werden, wenn sich außer den Bäumen vielleicht schon gar keiner mehr an ihn erinnert.

Dass so etwas überhaupt geschehen kann, liegt einzig und alleine an unserer eigenen Welt, die nur deshalb existiert, weil sich die darin enthaltenen Lebewesen gegenseitig verbrauchen. Ob dies nun eine gute Welt ist oder nicht, wird von ein paar wenigen Philosophen immer wieder einmal diskutiert. Letztendlich aber ist das Gute daran, dass es selbst unser eigenes Universum nicht juckt, ob es unser Sonnensystem überhaupt gibt oder nicht. Und so könnte man das Fazit ziehen, dass selbst die Menschheit in ihrer Gänze nur ein völlig unbedeutender Vogelschiss im Raum-Zeit-Kontinuum ist, außer für uns selbst natürlich!

Bei einem Spaziergang mit einem Kameraden über einen Fischmarkt in Neapel machte ich ihn auf die vielen kleinen Tintenfische aufmerksam, die sich allesamt bemühten, ihrem Schicksal noch zu entrinnen. Er stimmte mit mir darin überein, dass die meisten Tintenfische über mehr Intelligenz verfügten als so mancher Mitbürger. Auf meine Folgefrage, wie man dann solche Geschöpfe überhaupt essen könne, erwiderte er völlig zurecht, „ganz einfach, weil ich der Stärkere bin“.

Und so darf man es bereits als einen großen Erfolg der Menschheit ansehen, dass diese zu der Überzeugung gelangt ist, dass man wenigstens seine Mitmenschen nicht besitzen kann, geschweige denn essen. Bei den anderen Mitbewohnern unseres Planeten sind wir noch längst nicht so weit, denn diese besitzen wir weiterhin kraft Gesetz. Allerdings können wir uns diesen Besitz nur dann auch zu eigen machen, wenn wir diese Lebewesen verbrauchen, und so besitzt der stolze Waldbesitzer auch keine Bäume, sondern nur Festmeter an Holz.

Eine weitere Errungenschaft der Menschheit ist es, dass diese zumindest in den kultivierteren Teilen unserer Welt zu der Überzeugung gelangte, dass Eigentum verpflichtet. Denn damit werden dem Besitzer anderer Lebewesen mit seinem Besitz auch Pflichten auferlegt, nämlich indem er nur dann der rechtmäßige Besitzer ist, wenn er sich auch um seinen Besitz kümmert.

Und dies gilt selbstverständlich und ganz folgerichtig auch für toten Besitz, seien es Geld, Werkzeuge, Handelswaren oder anderes Eigentum. Und wenn man diese Tatsache nun etwas näher betrachtet, so wird der Besitz nicht nur durch die eigene Lebenszeit limitiert, sondern auch durch die Fähigkeit, sich um sein Eigentum kümmern zu können.

Und so ist es eigentlich ganz gut, wenn man Geld und anderer Verbrauchsgüter immer nur zum eigenen Verbrauch verwendet und damit immer wieder in den Kreislauf zurückgibt. Etwas anders ist es mit Werkzeugen und jenen Dingen, die man benutzt und auch kontinuierlich benötigt, und die sich, weil man sich darum kümmert, auch nicht so schnell abnutzen oder „verbrauchen“ lassen. Selbst hierbei macht dieser Besitz nur dann wirklich Sinn, wenn man diese Dinge tatsächlich auch benötigt. Und so könnte man sich wirklich einmal die Frage stellen, ob man z. B. als nicht im Handwerk Beschäftigter die Werkbank im Keller tatsächlich besitzen muss.

Viele Mitbürger sehen diese Art von Besitz, was gerne als Eigentum definiert wird, wohl als Teil der Vermögensbildung und häufen damit Dinge an, die sie eigentlich selbst nicht benötigen, aber dem Gebrauch durch andere Menschen entziehen. Es sei denn, diese Dinge werden als „Kapital“ anderen Menschen gegen Miete, Gebühren oder andere Vergünstigungen wieder zur Verfügung gestellt. So oder so, auf jeden Fall wird damit letztendlich mehr Besitz geschaffen als eigentlich notwendig, was wiederum den Gesamtverbrauch erhöht.

Und dies ist in allen unseren Gesellschafts- und Wirtschaftssystemen der Fall, selbst in jenen, die dem Kapital, dem Besitz oder dem Eigentum ganz offiziell abschwören. Deren Versuche führen interessanterweise allesamt nur zu einer Verknappung sämtlicher — selbst der immateriellen — Güter, was vermuten lässt, dass wir das mit dem Besitz noch nicht so richtig und in Gänze verstanden haben oder aber auch nur, dass wir als menschliche Gesellschaften nicht in der Lage sind, um uns zum Wohle aller zu organisieren — hierbei scheinen uns die Bäume viel vorauszuhaben.

„Es gehört zur Moral, nicht bei sich selber zu Hause zu sein. Darin zeigt sich etwas an von dem schwierigen Verhältnis, in dem der Einzelne zu seinem Eigentum sich befindet, solange er überhaupt noch etwas besitzt.“

THEODOR W. ADORNO, MINIMA MORALIA (14. AUFLAGE 2022 [1951]: 43)

Zerstörte Gebäude

22.2.02023 5 (1)

Beitragsfoto: zerstörte Gebäude | © Angelo Giordano auf Pixabay 

Vom Glück des Gebens

Ein Gedicht von Bertolt Brecht

Höchstes Glück ist doch, zu spenden
Denen, die es schwerer haben
Und beschwingt, mit frohen Händen
Auszustreun die schönen Gaben.

Schöner ist doch keine Rose
Als das Antlitz des Beschenkten
Wenn gefüllet sich, o große
Freude, seine Hände senkten.

Nichts macht doch so gänzlich heiter
Als zu helfen allen, allen!
Geb ich, was ich hab, nicht weiter
Kann es mir doch nicht gefallen.

Ernüchterung

Die letzten Tage hatte ich zahlreiche Gespräche, einige davon zusammen mit Herbert Burkhardt, die meine jüngsten Bemühungen etwas mehr Schwung in die Stadt zu bekommen, sehr schnell wieder relativierten. Ich muss nunmehr zugeben, dass ein großer Wurf doch nicht so einfach umzusetzen ist, wie ich es bisher eigentlich gewohnt war — andere Städte, andere Sitten.

Auf jeden Fall aber bin ich sämtlichen Gesprächspartnern sehr dankbar, dass sie mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben. Jetzt werde ich versuchen, einfach mit kleineren Brötchen zu backen, was durchaus nicht schlecht sein muss. Beruhigend dabei ist für mich, dass es nicht nur alleine mir so geht, sondern, dass selbst ausgewiesene Profis an den städtischen Strukturen scheitern und dies obwohl diese sogar über die besten Beziehungen in die erlauchtesten Kreise verfügen.

Und so kann ich wieder einmal feststellen, dass Strukturprobleme letztendlich ausnahmslos alle Bürger treffen — bis auf jene, die sich routinemäßig in der dritten Dimension fortbewegen. Und da dies inzwischen auch viele andere erkennen, wäre es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn man einmal darüber nachdenkt, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen und frischen Wind in die Stadt hineinzulassen.

Es sei denn, man macht es sich in der beschaulichen Gemütlichkeit so richtig kuschelig. Und so habe ich einfach zu Tagesbeginn über die Niveacreme, Schweiß und mit Haarspray geschwängerten Hindernisse im Schwimmbecken hinweggesehen und mir zum Abschluss der heutigen Präsenzveranstaltungen meinen ersten Affogato al caffè des Jahres in der Sülmerstraße gegönnt.

Spenden

Ohne Frage, das Spenden ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken und die Summen, die dabei weltweit gespendet werden, sind astronomisch hoch. Interessant dabei ist, dass Menschen in demokratischen Ländern mehr spenden als in Diktaturen, und wohl bereits seit Jahrzehnten die US-Amerikaner in der Summe weltweit die spendabelsten Menschen sind.

Ebenfalls ohne Frage, diese Spendenbereitschaft hat einen ganz eigenen Markt geschaffen, der ausschließlich von der Spendenbereitschaft anderer Menschen lebt. Und auch die Organisierte Kriminalität hat sich in diesem Geldkreislauf ganz gut etabliert und es würde mich nicht sehr wundern, wenn dort inzwischen mehr verdient wird als im Drogen-, Menschen- oder Waffenhandel.

Wenn man spendet, was ich jedem Bürger nur ans Herz legen kann, dabei bitte aber nicht als neue Form des Ablasshandels, sondern aus der Überzeugung heraus, dass der etwas hat, immer auch etwas davon abgeben kann — außer natürlich in dem Fall, wo der Staat bereits alles vorab abkassiert.

Was wiederum dafür spricht, dass in funktionierenden Demokratien nicht grundsätzlich spendablere Menschen leben als in den anderen Ländern, sondern diese Menschen am Ende des Monats einfach selber mehr Geld übrig haben.

Und so könnte man meines Erachtens von der Spendenbereitschaft der Bürger auf die Demokratiefähigkeit ihrer jeweiligen Länder schließen — was selbstverständlich noch zu beweisen wäre.

Auf jeden Fall aber macht es keinen Sinn, als Bürger einfach nur so zu spenden, denn damit läuft man Gefahr, dass man nur „Profibettlerorganisationen“ und die Organisierte Kriminalität nährt und damit durch die eigenen Spenden die Welt nicht besser, sondern tatsächlich noch viel schlimmer macht.

Und gerade jene Bürger, die das Spenden als modernen Ablasshandel sehen, seien davor gewarnt, einfach nur so an jeden x-beliebigen zu spenden, denn damit sichern sie sich geradezu ihren ganz eigenen Sonnenplatz in der Hölle und nicht wie gewollt im Himmel!

Deshalb muss man als Spender immer genau darauf schauen, an wen man spendet und vor allem auch über wen man heute spendet. Meiner Erfahrung nach ist es immer am besten, direkt an die Betroffenen zu spenden und wer das nicht kann, der hat die Schwierigkeit, eine vertrauenswürdige Organisation zu finden. Und so ist es auch leichter, im eigenen Umfeld zu spenden, denn da kann man selber nachschauen, wer sich um die Spenden kümmert und was diese Organisation daraus macht.

Beruflich bedingt hatte ich in den letzten Jahrzehnten sehr, sehr schlechte Erfahrungen — auch gerade mit sehr prominenten Hilfsorganisationen — gemacht und meine Spendenbereitschaft an solche Organisationen eher gegen null gefahren, dafür aber immer wieder direkt vor Ort gespendet. Und selbst dann noch, wenn ich mit ansehen musste, wie schlecht die Spendenempfänger damit umgingen; auf alle Fälle war so aber sichergestellt, dass der Spendenempfänger zumindest eine Chance hatte, um aus meinen Spenden etwas zu machen.

Heute bin ich sehr froh darüber, dass ich Organisationen wie meseno kennenlernen durfte, wo ich selbst sehen kann, wie jede Spende an den Empfänger kommt und diesen sogar noch geholfen wird, das beste daraus zu machen — zugegebener Maßen hilft das auch nicht immer, aber wesentlich besser als an anderen Stellen.

Was aber überhaupt nicht geht, ist, dass man Unsummen an Spendengeldern in ausgewiesene Diktaturen schickt, gerade ganz aktuell in jene Länder, wo sich die Potentaten sehr gerne Paläste der tausend Zimmer in Naturschutzgebieten erstellen lassen. Da wäre es tatsächlich viel besser, wenn man gemeinschaftlich Luxussportwagen aller Art kauft und diese direkt an die unehelichen Söhne und Vettern dieser Potentaten übergibt. Denn das erspart den armen Menschen vor Ort zumindest, dass sie später von neuen, wieder von Kriminellen erstellten, Gebäuden erschlagen werden.


„Aber Nietzsche selber hat den amor fati gelehrt, ‚du sollst dein Schicksal lieben.‘ Das, heißt es im Epilog der Götzendämmerung, sei seine innerste Natur. Und es wäre wohl die Frage zu stellen, ob irgend mehr Grund ist, das zu lieben, was einem widerfährt, das Daseiende zu bejahen, weil es ist, als für wahr zu halten, was man sich erhofft.“

THEODOR W. ADORNO, MINIMA MORALIA (14. AUFLAGE 2022 [1951]: 110)
Berliner Mauer

20.2.02023 5 (2)

Beitragsfoto: Berliner Mauer | Peter Dargatz auf Pixabay 

Briefkasten

Nein, es geht hier nicht darum, dass die Deutsche Post das Klassensystem wieder einführen möchte, sondern um die altbekannte Tatsache der Selbstvermehrung von Verwaltungen. Da wollte ein Bürgermeister einen Briefkasten vor dem Rathaus, wo der Bürger seine Ideen und ggf. auch Kritik einwerfen könne.

Ein paar Jahre später hat die Gemeinde einen eigenen Amtsleiter für Bürgeranliegen, ein neues Amt für diesen Herren, gleich mit mehreren Abteilungen, alleine wegen der Bedeutung des Ganzen, was wiederum dazu führte, dass man von der Personalabteilung angefangen, die meisten anderen Ämter und Abteilungen ebenfalls erweitern musste, um die neuen und auch alten Mitarbeiter besser verwalten zu können. Selbstverständlich führte dies auch zur Gründung von aktuell zwei Gewerkschaften und der permanenten Beauftragung einer Consulting Firma, die die neuen Gegebenheiten analysiert und sämtlichen Angestellten der Verwaltung assistiert. Inzwischen mussten auch originäre Verwaltungsaufgaben ausgelagert, ergo an zivile Dienstleister vergeben werden, um als Verwaltung für den Bürger noch voll und ganz präsent sein zu können.

Zwar gibt es noch heute den besagten Briefkasten nicht, aber der Gemeinderat debattiert heftig darüber, wo der notwendige Neubau des Rathauses hin soll und wie man am besten an entsprechende Subventionen kommt — eine ganz neue Abteilung im Rathaus soll sich nun darum kümmern.

Täterschutz

Ein sowjetischer Diktator darf seit spätestens 2008 morden und vergewaltigen (lassen) wie er möchte und kann sich dabei immer auch der Sympathie und Unterstützung seiner Heilbronner „Genossen“ sicher sein. Und selbst wenn er eine Städtepartnerschaft mit Heilbronn will, dann bekommt er diese auch.

Aber sobald es zu einem Unfall unserer amerikanischer Verbündeten kommt, wird dies bis hin zu einem imperialistischen Atomkrieg hochstilisiert. Dieses Mal gab es Gott sei gedankt keine Toten. Und es waren auch wie beim ersten Mal auf der Waldheide keine Atomsprengköpfe involviert. Dennoch werden wieder einmal alle Register gezogen, und wir können sogar in einem Leserbrief der heutigen Heilbronner Stimme Ungeheuerliches lesen.

„Es ist an der Zeit, dass die US-Armee ihre todbringenden Raketen und Bomben beseitigt und verschrottet.“

Konrad Wanner, Leserbrief in der Heilbronner Stimme (20.2.2023: 21)

Wenn es aber um den Schutz ihrer eigenen Genossen geht, dann finden diese Menschen sogar Entschuldigungen für Massen- und Völkermord — aus deren Sicht morden und vergewaltigen die Russen wohl gerade in der Ukraine nur deshalb, um die Welt vor den US-Imperialisten zu retten.

So würde es mich auch nicht mehr wundern, wenn diese Täter-Versteher während des „Heißen Herbstes“ bei den Autos meiner Kameraden und mir die Radmuttern gelöst und Bremsschläuche durchschnitten haben, wohl alleine nur deshalb, um Deutschland vor den eigenen Wehrpflichtigen zu retten.

Berlin

Ohne Wenn und Aber Berlin ist längst zu einem untragbaren Zustand geworden. Es mag dabei eine Rolle spielen, dass diese Stadt mindestens zweimal die Hauptstadt von Unrecht- und Terrorstaaten war und noch bis heute Totalitaristen aus allen Ländern anzieht. Hinzu kommt sicherlich, dass diese Stadt wohl noch nie alleine lebens- und überlebensfähig war und seit ihrer Gründung von den Zuwendungen erst aus dem Umland und nun bereits aus dem gesamten Bundesgebiet und der Europäischen Union lebt.

Dies alles führte zu einer einzigartigen Verfilzung innerhalb der Stadt und zu einem unvergleichlichen Politik- und Verwaltungsversagen. Wie wir heute wissen, sind die Berliner zwar immer noch in der Lage, in Kneipen Honecker und die anderen Mitglieder seiner Verbrecherbande hochleben zu lassen, aber nicht mehr dazu, freie und geheime Wahlen sicherzustellen. Dafür zeichnet sich ehrenamtliches bürgerliches Engagement fast nur noch bei Krawallen aller Art aus; und selbst dabei kann man sich nicht sicher sein, ob die Randalierer selbst dafür bezahlt werden.

Da wir alleine aus Kostengründen unser Parlament und die Bundesregierung nicht mehr nach Frankfurt umziehen können, müssen wir dringend andere Maßnahmen ergreifen. Das Bundesland Berlin gehört noch dieses Jahr aufgelöst und die Stadt dem Bundesland Brandenburg zugeschlagen. Die Stadt Berlin selbst gehört unter Bundesaufsicht und die gesamte Verwaltung auf das unbedingt Notwendige reduziert. Zudem müsste eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft die gesamten Vorgänge der letzten Jahre aufarbeiten.

Aber auch Berlin kann zu etwas gut sein, nämlich zur Warnung, wohin es führt, wenn man Filz, Vetternwirtschaft und Inkompetenz nicht nur fördert, sondern mit Subventionen aller Art zu einer Melange macht, die weltweit ihres Gleichen sucht.

Und so müssen wir in allen unseren Städten genau darauf achten, dass wir nicht in den Berliner Teufelskreis gelangen. Wir müssen frühzeitig städtische Seilschaften, die inzwischen gerne selbst über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten, transparent machen und ihre negativen Auswirkungen auf unsere Verwaltungen und sämtliche Betriebe und Institutionen, die im städtischen Umfeld tätig sind, aufdecken. Die Frankfurter haben vor Kurzem damit begonnen, und auch wir Heilbronner wären sicherlich gut beraten, nicht immer nur wegzuschauen, zumindest so lange reichere Bürger die schlimmsten Auswirkungen mit ihren Geldzuwendungen auszugleichen versuchen. Denn damit bekommen wir langsam aber sicher Berliner Verhältnisse, deren Folgen dann plötzlich nicht mehr zu beheben sein werden.

„Der linke Optimismus wiederholt den tückischen bürgerlichen Aberglauben, man solle den Teufel nicht an die Wand malen, sondern sich ans Positive halten. ‚Dem Herrn gefällt die Welt nicht? Dann muss er sich eine bessere suchen.‘ — das ist die Umgangssprache des sozialistischen Realismus.“

THEODOR W. ADORNO, MINIMA MORALIA (14. AUFLAGE 2022 [1951]: 130)