Deutscher Bundestag

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Beitragsfoto: Reichstagsgebäude | © Christian Ader, Getty Images

Überraschung

Es gibt sie noch, Überraschungen. So zum Beispiel heute an der Hochschule. Bis auf Detlef Stern gab es wohl keinen, der etwas mit dem Pi-Tag anzufangen wusste. Und selbst als ich den Studenten mit einem Bild eines Kuchen weiterzuhelfen versuchte, stieß ich nur auf völliges Unverständnis. Und sogar meine englischsprachige Anspielung mit Pi und Pie wurde dabei nicht verstanden.

Und dies führte in einem späteren Dozentengespräch mit ein paar netten Kollegen dazu, dass ich mich an die IT Crowd erinnerte — Dinosaurier halt unter sich.

Die Serie IT Crowd gehörte zwischen 2006 und 2010 zu meinen Pflichtsendungen, vor allem weil ich von 2002 bis 2006 selber solch eine Abteilung verantworten durfte und ich davon überzeugt war, dass irgendwer dort einfach nur eine Kamera mitlaufen lassen hatte.

Mein absoluter Favorit ist aber weiterhin die Folge „Series 3 Episode 4: The Internet“, die vielleicht nur noch durch die direkt folgende Sendung übertroffen werden kann.

Tunnel

Es zeichnet sich nun doch ab, dass eine Lösung für die Bundesstraße 27 in Neckarsulm gefunden wird. So können wir heute in der Heilbronner Stimme (14.3.2023: 23) lesen, dass sich der dortige OB für eine Tunnellösung ausspricht.

Seit ich mit dem meseno-Bus im nördlichen Teil des Landkreises unterwegs bin, nutze ich selbst die B27 durch Neckarsulm und kann bestätigen, dass eine Fahrt durch einen Tunnel die bessere Alternative wäre; auf jeden Fall aber böte ein Tunnel für alle Nutzer den attraktiveren Ausblick. Und für die Neckarsulmer bestünde die Chance, den Stadtteil um die dann ehemalige B27 besser zu entwickeln.

Und jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob ich es noch erleben werde, selbst durch diesen Tunnel fahren zu können.

Ruhetag

Gestern ließ ich es etwas ruhiger angehen, denn das Wochenende war wohl doch etwas zu anstrengend gewesen — man merkt halt so langsam, dass ich keine 50 mehr bin. Und als ich mich dann gegen Abend doch etwas erholt hatte, nutzte ich die Gelegenheit, um meine heutige Vorlesung vorzubereiten und die aufgestaute Post zumindest einmal zu sichten.

Negativ ist es mir dann doch aufgestoßen, dass die Vergewaltigung eines guten Buches von Erich Maria Remarque in Hollywood so gut abgeschnitten hat. Das passt aber zur jüngsten Lektüre Theodor Adornos, der seine eigene Meinung zu Film und Fernsehen hat. Sätze wie „Ihre Massengesellschaft hat nicht erst den Schund für die Kunden, sondern die Kunden selber hervorgebracht.“ (2022: 168), „Ihr Produkt ist gar kein Stimulus, sondern ein Modell für Reaktionsweisen auf nicht vorhandene Reize.“ (2022: 229) oder „Sobald Noth und Leiden dem Menschen eine Rast vergönnen, die Langeweile gleich so nahe ist, daß er des Zeitvertreibs nothwendig bedarf.“ (2022: 199) dürfen als Hinweise gesehen werden.

Nachtrag (20.3.2023):
Und auch für diesen aktuellen Fall findet Adorno die richtigen Worte:

„Die Schwäche aller traditionellen Kunst außerhalb ihrer Tradition liefert den Vorwand, sie zu verbessern und damit barbarisch zu verschandeln.“

THEODOR W. ADORNO, MINIMA MORALIA (14. AUFLAGE 2022 [1951]: 255)

Aber es ging noch schlimmer, denn unsere Berufspolitiker versuchen mit sämtlichen Mitteln, egal ob illegal oder illegitim, ihre eigenen Versorgungsposten auf ewig zu sichern. Zwar wurden sie bereits vor Jahren von den Gerichten verpflichtet, um zumindest wieder zu den 598 Abgeordneten im Bundestag zurückzukehren, was immer noch locker 398 Berufspolitiker alleine Im Bundestag zu viel wären, verschleppten diese Gerichtsurteile aber so lange wie nur irgend möglich und kommen jetzt mit einem 630 Abgeordnetenvorschlag um die Ecke, der sofort auch wieder von allen Seiten torpediert wird.

Ach wie wäre die Welt bloß in Ordnung, wenn sich unsere Politiker für den Klimawandel, die Bildungsmisere und weitere Katastrophen so ins Zeug legen würden, wie für die sehr bequemen und äußerst lukrativen Plätze im Reichstagsgebäude.

„Wer sich nicht mit Politik befaßt, hat die politische Parteinahme, die er sich sparen möchte, bereits vollzogen: er dient der herrschenden Partei.“

 Max Frisch, Tagebuch 1946 – 1949 (1985: 290)

Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

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Beitragsfoto: Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

Landesversammlung

Dass Politik auch anders geht, das können alle bei der diesjährigen Landesversammlung der EUROPA-UNION Baden-Württemberg ganz gut beobachten, denn dort treffen sich zum aller größten Teil Ehrenamtliche und auch ein paar Abgeordnete, um über die Zukunft der Europäischen Föderalisten und der Europäischen Union zu debattieren.

Dieses Mal waren Dr. Hans-Ulrich Rülke und Rudolf Rentschler mit dabei; Letzteren schätze ich seit Jahren sehr. Besonders freute es mich aber, dass der Kreis Heilbronn mit Leonhard Reinwald, Oliver Durst und Semin Bristina wieder sehr gut vertreten war, von meiner besseren Hälfte muss ich erst gar nicht reden.

Seit gut zwei Jahrzehnten sind für meine bessere Hälfte und mich die Landesversammlungen ein Quell der Motivation, um weiterhin ehrenamtlich für den Verband zu arbeiten. Einmal im Jahr trifft man dort auf Mitmenschen, denen Europa ebenfalls sehr am Herzen liegt und die zumindest Teile ihrer Freizeit damit verbringen, sich darüber Gedanken zu machen, wie man zusammen die Welt ein wenig besser machen kann.

Und so war für mich der heutige Tag Motivation pur! — dies reicht nun wieder für ein paar Wochen. Der Dank geht an die gut 75 anderen Föderalisten, die sich heute um unseren Verband verdient gemacht haben.

Lokalpolitik

Manche von uns erinnern sich noch gut daran, erst reduziert man die Polizei über Jahre hinweg, und dies so lange, bis das notwendige Minimum längst unterschritten ist, und erst dann macht man so richtig lautstark Politik damit, dass die Polizei unbedingt personell besser ausgestattet werden muss — solche Politik funktioniert bei uns immer wieder und sorgt für stabile Mehrheiten.

In Heilbronn hat man dieses Konzept nun auch verwirklicht. Erst sperrten sich CDU, FDP und SPD jahrelang gegen eine Markthalle in Heilbronn und haben auch sämtliche entsprechende Anträge — zuletzt den der Freien Wähler 2019 — im Gemeinderat abgelehnt, nur um jetzt mit dem so langsam aber sicher beginnenden Gemeinderatswahlkampf gemeinsam eine Markthalle für Heilbronn zu fordern.

Und so können wir heute in der Heilbronner Stimme (11.3.2023: 28) lesen, dass genau diese drei Parteien Ende März einen solchen Antrag im Gemeinderat einbringen möchten. Unisono sprechen sie nun davon, dass sie „vielfältige Angebote“, „abwechslungsreiche Gastronomie“ und „eine attraktive und lebendige Innenstadt wollen.“ — was das alles mit einer Markthalle zu tun hat, können wohl nur ausgefuchste Lokalpolitiker verstehen.

Diese Stadträte könnten auch einmal mehrheitlich dafür sorgen, dass das Ordnungsamt seine Arbeit macht, die Stadtreinigung so langsam in die Puschen kommt und vor allem, dass einmal unsere Straßen in der Kernstadt, wie z. B. die Turmstraße oder die Lohtorstraße, saniert werden und wir zudem ein tragfähiges und zukunftsorientiertes Innenstadtkonzept bekommen — dazu gehört auch eine Markthalle.

Immer nur erst abwarten, bis Dieter Schwarz Geld in die Hand nimmt, ist keine gute Stadtpolitik.

Schwerpunkte

Unsere Stadtverwaltung hat schon immer ihre Schwerpunkte, vor allem den eigenen Mitarbeitern muss es ganz besonders gut gehen. Schon lange können diese auf eine eigene Tiefgarage zurückgreifen, wohl schon länger auch sehr günstig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und jetzt, da das Fahrrad auch in Heilbronn etwas populärer wird, bekommen die Mitarbeiter neue großzügige Umkleiden mit Duschen, damit sie sich von der Fahrt mit dem E-Bike standesgemäß erholen können.

Das Ganze soll uns Bürger in einer ersten Schätzung fast 400 000 Euro kosten, und dabei sind die laufenden Unterhaltskosten und die Ausfallzeiten der städtischen Mitarbeiter, denn die veranschlagten sechs Duschen wollen doch auch genutzt werden, nicht mit eingerechnet. Man hätte sich auch ein Beispiel am jüngst erstellten Bildungscampus nehmen können, denn da gibt es so etwas nicht — im Bildungscampus sind aber auch keine städtischen Mitarbeiter beschäftigt.

Und wer sich jetzt fragt, wo die 400 000 Euro überhaupt herkommen sollen, den kann ich beruhigen, denn dafür bekommt die Grünewaldschule die dringend benötigten neuen Fenster nicht.


Blitz

Taka-Tuka-Land 4.7 (3)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Gerade spülen mir die Social Media Meldungen in die Timeline, die ich besser nicht zur Kenntnis nehmen sollte. Deutschland fiebert mit seinem Königspaar der Herzen, Harry und Meghan, deren Kinder jetzt ebenfalls Prinzen etc. sind — Damit kamen die Briten wohl einer bayerischen Kriegserklärung zuvor, da Markus Söder als bekennender britischer Monarchist das nicht mehr viel länger geduldet hätte.

Und auch die SPD, die sich in Berlin weiterhin an den besten Futtertrögen festklebt, hat nichts besseres zutun als einer nachweislich völlig untragbaren Berufspolitikerin, Christine Lambrecht, einen großen Zapfenstreich zu gewähren. Und so können wir gespannt darauf sein, welche Bundesbehörde Lambrecht nun geschenkt bekommt oder ob sie gar Botschafterin im Vatikan wird.

Übrigens, der Name Taka-Tuka-Land ist eine Anlehnung an den Ort Larantuka, wo im 16. und 17. Jahrhundert viele Deserteure des portugiesischen Kolonialreichs ein freies Leben führen durften. Wir Deutschen haben dafür bekanntlich Berlin mit seinen Parlamenten, die ganz legal nicht nur Drückebergern und Kriegsdienstverweigerern, sondern auch Fahnenflüchtigen freie Kost und Logis bieten. Diese werden nach ein paar Jahren Parlamentarismus allesamt über Nacht deutsche Stabsoffiziere, wie z. B. Christian Lindner, oder sie verkaufen junge Männer, wie einst die deutschen Fürsten, in die ganze Welt — denn Deutschland wird bekannter Maßen nicht nur am Hindukusch verteidigt.