Dom

Florenz 5 (6)

Beitragsfoto: Domblick

Florenz ist immer eine Reise wert. Das meinen zumindest täglich bis zu 70 000 Touristen, die durch die Innenstadt pilgern. Städte stehen und sterben mit ihren Besuchern von außerhalb, das dürfte schon immer so gewesen sein. Die Florentiner haben sich ganz gut mit ihren Besuchern arrangiert und dürften dabei auch noch den einen oder anderen Euro verdienen.

Dieses Mal bestand unsere Reisegruppe aus sieben Personen wobei die An- und Abreise von sechs erneut mit einem Bus absolviert wurde und die siebte Person den Luftweg wählte; Getrennt marschieren, gemeinsam schlagen (Moltke). Wir nutzten dabei erneut die Gelegenheit, um einen Kleinbus auf Herz und Nieren zu prüfen. Dieses Mal kam er aus Südkorea und überraschte auf ganzer Linie positiv. Die Ausstattung sehr zeitgemäß, die verbaute Technologie mir fast etwas zu schulmeisterlich. Das Nageln des Motors brachte dafür etwas Nostalgie zurück. In Florenz fanden wir dann heraus, dass es das gleiche Modell auch als E-Auto gibt. Unser Diesel musste je einmal zwischengetankt werden, was beim 2022 verwendeten Fahrzeug nicht nötig war. Interessant wäre zu wissen, ob beim E-Auto eine Tankfüllung gelangt hätte.

Die Alpenüberquerung dieses Mal ohne Schnörkel und der Aufenthalt in Florenz ohne weitere Abstecher, einmal vom traditionellen Fiesolebesuch abgesehen. Dafür gab es drei Tage lang Florenz pur, zu Fuß, mit dem Auto, mit dem Bus und mit der Straßenbahn.

Der Hintergrund unserer Fahrt war allerdings wieder ein ehrenamtlicher, denn wir transportieren Dokumente ins Archiv und trafen dort auf gute alte Bekannte. Da unsere diesjährige Gruppe noch nicht in Gänze das Archiv kannte, ergriff Dieter Schlenker die Gelegenheit und führte die Gruppe durch das Archiv und seine Gebäude. Erfreulich, dass Ruth Meyer die Gelegenheit nutzte und uns im Archiv traf.

Die Anfahrt zum Archiv etwas abenteuerlich. Wir nutzten die Fahrzeugnavigation und gaben dieses Mal die Adresse des offiziellen Eingangs ein. Der Navigation waren die Ausmaßes unseres Busses wohl nicht so ganz geläufig, aber wir kamen dann doch am richtigen Eingang an; die Jahre zuvor nutzten wir noch den alten Eingang, was uns immer eine Fahrt durch den Park ermöglichte.

Auf dem Gelände der Villa angekommen, bog ich einmal falsch ab und wir kamen fast bis in die Kantine. Die letzte Biegung hätte ich mit ein klein wenig Rangieren auch noch geschafft, allerdings waren die Türen dann doch für den Bus nicht breit genug.

Die Historischen Archive der Europäischen Union sind immer einen Besuch wert und dieses Jahr ganz besonders, weil das European University Institute sein 50-jähriges Bestehen feiert. Hierzu gibt es am 8. Mai 2026 einen Tag der offenen Tür, der es allen Interessierten ermöglicht, um auch einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können.

Zum Abschluss gab es dann noch eine Tour nach Fiesole, wo wir auf etruskischen, griechischen, römischen und langobardischen Spuren wandelten. Die Krönung der Abschluss in meiner Lieblingskneipe, wo wir auch den Sieg von Peter Magyar feierten.

Da unsere Gruppe ganz neu zusammengestellt war, u. a. mit Leonhard Reinwald und Semin Bristina, verließen wir ab dem folgenden Tag meine ausgetretenen Wege und fanden zumindest für mich doch noch Neues in Florenz, darunter eine Dachterrasse, die vielleicht noch mehr Charme hat als jene von den Uffizien — das Essen dürfte auf alle Fälle aber besser sein.

Da Florenz für jeden Geschmack etwas bieten kann, wurde es keinem Gruppenmitglied langweilig. Da mein für meine bessere Hälfte und mich geplanter Museumsaufenthalt sprichwörtlich ins Wasser fiel („geschlossene Gesellschaft“, was ich so auch noch nicht kannte), improvisierten Semin und ich ein wenig und besuchten ein anderes Museum, während meine bessere Hälfte ein paar Läden unsicher machte.

Von Semin inspiriert reaktivierte ich meine Google-Rezensionen und versuchte so ganz nebenbei mit ihm Schritt zu halten — ein vergebliches Unterfangen.

Neu für mich auch, dass unsere gemeinsamen Frühstücke immer damit begannen, was Donald Trump so in der letzten Nacht von sich gegeben hat. Erstaunlicher Weise schafft es dieser Mensch, sich jeden Tag erneut unterbieten zu können. Im Negativen scheint unsere Welt grenzenlos und unendlich zu sein. Wenn es ihn so oder so dereinst nicht mehr gibt, wird sich dies wohl wie das Ende der Truman Show (1998) anfühlen.

Jedem der Mitfahrer fiel und dies ganz ungefragt auf, wie sauber die gesamte Stadt ist. Die Florentiner haben erkannt, dass dies nicht nur für sie selbst viel angenehmer ist, sondern auch mit zum guten Renommee der Stadt beiträgt. Für uns Deutsche wohl unverständlich: Städte müssen nicht dreckig sein.

Auch bemerkenswert wie man den öffentlichen Nahverkehr für alle, ob Einheimische oder Fremde, sehr bequem gestaltet hat. Man steigt in den Bus oder die Straßenbahn und hält seine Debit- oder Kreditkarte an einen kleinen Automaten und das war es schon. Gäbe es das bei uns, würde ich auch ab und zu mit dem Bus fahren.

Noch besser, einfach nur Google aufmachen und man weiß, wann der benötigte Bus kommt, wo er gerade fährt und welchen Bus oder welche Bahn man als nächstes besteigen muss — keine einzige App oder sonstigen Programme sind vonnöten.


Fediverse Reactions
Schienen

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Beitragsfoto: Schienen und Menschen | © Mohamed Nuzrath from Pixabay

Versprechen

Aktuell ist wieder einmal weltweit die Zeit der Versprechen angebrochen. Gerade jene Regierung, die einzig und alleine durch Lügen eine Regierung abgelöst hat, weil diese sich an Reformen versuchte, will nun selbst Reformen einleiten und zeitgleich auch noch uns Bürger entlasten — lügen ohne rot zu werden!

Wir machen uns derweil über den notorischen Lügner Donald Trump lustig und verdrängen damit ganz, dass wir längst selbst nur noch jene Politiker wählen, die uns doll und dreist anlügen. Die kommende Wahl gewinnt jene Partei, die uns das ewige Leben und noch vor der eigenen Pubertät 72 Jungfrauen verspricht (im Falle, dass man auch wieder die Jugend gewinnen möchte) … oder aber die AfD, denn da langt es voll und ganz, dass die Nazis sind.

Die NASA ist nun nach gut 50 Jahren gekommen um zu bleiben. Zumindest aber haben sie vier Astronauten einmal um den Mond herum transportiert; eine Leistung, die ich uns allen schon lange nicht mehr zugetraut habe. So lange aber noch kein Mensch drei Monate lebend auf dem Mond verbrachte, verbuche ich auch dies als reines Versprechen. Sehr gerne lasse ich mich hierbei positiv überraschen, was ich allerdings leider nicht mehr miterleben werde.

Die Ungarn haben mehrheitlich versprochen wieder zur Demokratie und nach Europa zurückzukehren. Was man verstehen kann, denn keinem Volk hat man in den letzten drei Jahrzehnten mehr Geld in den Hintern geschoben als den Ungarn — ok, lassen wir die DDR mal außen vor.

Morgen Abend wissen wir, was wir zumindest von diesem Versprechen halten können. Wenn die Ungarn ihr Versprechen wahr machen, hoffe ich, dass dann Victor Orban nicht gleich ganz auf Trump oder Putin macht und weiterhin im Amt bleibt. Und wenn es so kommen sollte, hoffe ich noch mehr darauf, dass unsere Politiker nicht einer nach dem anderen Victor Orban in den Hintern kriechen.

Nachtrag

Im Volksverpetzer gibt es eine gute Analyse von Matthias Meisner mit dem Titel „Orbáns Propagandisten für die AfD: Ungarns langer Arm bis Deutschland“.

Und die Tagesschau stellt Peter Magyar vor.

Vermischtes

Gestern ein Käffchen zusammen mit Detlef Stern. Schwerpunktmäßig ging es dabei um Mathematik und PHP (“hello, world”). Aber auch die Studenten kamen nicht zu kurz.

Gleich heute nach der Übernahme eines Kleinbusses für unsere Fahrt nach Florenz das monatliche Europäische Frühstück. Dieses Mal mit einer alten Bekannten, die allerdings zum ersten Mal mit dabei war. So ganz nebenbei das Vereinsleben als Thema. Ich meine, dass dieses nicht nur aus Rosinenpickerei bestehen kann, denn damit hält man keinen einzigen Verein am Laufen, geschweige denn am Leben.

Spannend dabei wie Vereine diese Problematik unterschiedlich lösen. Im Fußball gibt es die Ultras ohne die so mancher Fußballverein schon länger nur noch ein Belustigungs- oder Spekulationsobjekt für Oligarchen wäre. Bei uns im Verband gibt es die militanten Föderalisten, wobei ich auch hierbei der Bezeichnung Ultras etwas Positives abgewinnen könnte — zumindest so lange man sich keine Flagge oder das aktuelle Vereinslogo auf den Hintern tätowieren lassen muss.

Ich möchte heute die Stimmung nicht dadurch weiter anheizen, indem ich nun kundtue wer bei uns im Verband die Rolle der Oligarchen erfüllt.

Erfreulich die Bemerkung von Vincent Klink in seinem Brief an Laura: „Deko gibt es bei uns nicht, denn das braucht man nur wenn die Qualität nicht stimmt.“

Frankenbahn

Wenn selbst die Hofberichterstatter der Heilbronner Stimme damit aufmachen, dass der „Ausbau der Bahnstrecke Stuttgart-Heilbronn-Würzburg stockt“, dürfte diese Misere nunmehr allen ganz klar und deutlich vor Augen liegen. Der seit 80 Jahren stets allseits prämierte und gelobte Investigativjournalismus dieses Lokalblatts weiß inzwischen auch warum: „kein Geld, keine Planer“.

Was uns unsere deutsche Katastrophe gut erklären kann. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben es die Verantwortlichen erst aus politischen Gründen und später dann aus reiner Inkompetenz nicht geschafft, die europäische Magistrale Berlin-Mailand zumindest wieder auf Vorkriegsniveau zu bekommen. Man bevorzugte erst andere Trassenführungen und vergaß ganz dabei, dass funktionierende Systeme über Redundanzen verfügen müssen. Und als später dann unsere Infrastruktur wieder halbwegs funktionierte, entfremdete man die Infrastrukturgelder für andere und vor allem auch für persönliche Zwecke — was man halt in Bananenrepubliken so macht.

Und keinen stört es, zumindest so lange die Renten weiterhin sicher sind und der kommende Urlaub bereits gebucht ist. Man muckte nur dann ein wenig auf, wenn wieder einmal bekannt wurde, dass z. B. eine Hinterbänklerin im Bundestag eine eigene Autobahnauffahrt bekam oder wenn wegen eines kleinen Streckenausfalls ganze Bahnstrecken mangels Alternativen über Monate hinweg gesperrt werden mussten.

Kein Bürger fragt sich wie oft z. B. Rathäuser oder andere Tempel der Scheinarbeit neu gebaut, saniert und modernisiert wurden während man notwendige Straßen oder Schienen nicht ein einziges Mal auf Vordermann brachte. Wir setzen seit Jahrzehnten die falschen Schwerpunkte!

Und sobald das Geld und die Planer zur Frankenbahninstandsetzung (Blog-Beitrag aus 2006) vorhanden sein werden, werden diese auch wieder zweckentfremdet. Einzig und alleine wofür dürfte noch nicht bekannt sein; wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass diese Planungen bereits fix und fertig in den Schubladen unserer Bürokraten liegen.


Fediverse Reactions
Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Die etwas älteren Leser werden es noch kennen, Geha oder Pelikan, Berge oder See, Cord oder Jeans … man könnte diese „Lebensentscheidungen“ bis zum heutigen Tage weiter fortsetzen. Und so gab es auch einmal in den 1960er- und 1970er-Jahren die Beatles oder die Rolling Stones.

Manchen ist es bis heute noch nicht aufgefallen, dass es dabei nie geheißen hat „entweder … oder …“, sondern es schon immer nur ein einfaches „oder“ war, was in der deutschen Sprache auch das „und“ mit beinhalten kann. Jene, die gerne in ihren Texten „und/oder“ schreiben, werden dies wohl auch künftig nicht verstehen wollen.

Zugegeben, der Geldbeutel der meisten Eltern sorgte dafür (Macht des Faktischen), dass es entweder nur das eine oder das andere gab. Spätestens beim eigenen Musikgeschmack hätte aber jeder auf die Idee kommen können, dass man sowohl die Beatles als auch die Rolling Stones hören und genießen kann.

Detlef Stern ist auf alle Fälle ein ausgewiesener Beatles-Fan und bisher habe ich noch nicht danach gefragt, ob er nicht auch die eine oder andere Platte von den Stones besitzt. Ich weiß aber schon länger, dass er sich mit den Beatles das Korrigieren von Klausuren versüßt. Ein guter Tipp, der mich auch schon die eine oder andere Korrektur überstehen ließ.

1969 veröffentlichen die Beatles das nun folgende Album „Abbey Road“, welches bis heute zu den meist gehörten Alben insgesamt gehört.

Welches Beatles-Album mein Favorit ist, das hängt tatsächlich von meiner eigenen Stimmungslage ab. „Rubber Soul“ (1965) dürfte ich allerdings am öftesten auf dem Plattenteller liegen gehabt haben.

Und so gibt es nun zum Schluss auch noch, nein, nicht „Norwegian Wood“, sondern den „Nowhere Man“.

Nachtrag

Was mich nun an meine Zeit in Schwabing erinnert, wenn unser Lieblingswirt fragte: „Was darf es heute sein, Pizza, Pasta oder Schnitzel?“ Und unser Kraftsportler antwortete: „Ja und genau in der Reihenfolge.“

Nachtrag 10.4.2026

Dank eines Käffchens weiß ich nun auch, dass Detlef Stern zwar keine Platte der Rolling Stones besitzt, dafür aber eine CD.