Untergang

Rote Pille 4.3 (6)

Beitragsfoto: Untergang | © Gerd Altmann auf Pixabay

Auch wenn ich es nicht wollte, heute musste ich die rote Pille schlucken. Aber nicht die, welche gerne von Schwurblern und sonstigen Irren gereicht wird, sondern einfach nur jene, die in der Matrix-Trilogie Verwendung findet.

Bereits 1801 soll Heinrich von Kleist, der in Heilbronn etwas bekannter sein dürfte, das Folgende geäußert haben: „Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün … So ist es mit dem Verstande. Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es uns nur so scheint.“

Aber auch dann, wenn es eine und schon gar nicht die Wahrheit gibt und im Falle dass doch, diese nur Gott bekannt ist, wurden heute zumindest und dies nicht nur mir die Augen geöffnet.

Und schon sind wir wieder bei Matrix, wobei sich wohl auch Neo nach der Pille nicht gerade wohl fühlte. Die Realität ist letztendlich aber vor allem für jene grausam, die ihr noch nie in die Augen schauen wollten!

Aber nun wieder zurück — ganz andere Baustelle (!) — zu den „Schlafschafen“, welche die Schwurbler so gerne zitieren, die nehmen nämlich tatsächlich die blaue Pille und wählen AfD (was hier auch ganz gut passt) und neuerdings sogar das BSW.

„Der Liebe, die bewegt die Sonn und die Sterne!“

Dante Alighieri, Die Göttliche Komödie, letzter Satz

Wald

Practical Stoic 5 (3)

Beitragsfoto: Wald | © Joe from Pixabay

Überraschungen sind eigentlich eine feine Sache. Dann aber gibt es auch jene von der Sorte, die man nicht haben möchte. Aktuell muss ich nicht einmal den „Daily Stoic“ oder die „Briefe an Lucillus“ bemühen, um mich in der Stoa üben zu können.

Eins nach dem anderen wird nun abgearbeitet und dabei geguckt, was noch so alles geschehen kann. Schön dabei zu erfahren, dass man nicht alleine in der Welt unterwegs ist, sondern dass es auch andere Individuen gibt, die einen auf dem Weg begleiten. Und es sind immer wieder diese gemeinsamen Wegstrecken, die das Leben schön und erinnerungswert machen.

Damit man aber nicht beginnt, sich auf sein ganz eigenes direktes Umfeld zurückzuziehen, gibt es Dinge, die man einfach macht, weil sie inzwischen mit dazu gehören. Und so gucke ich schon jetzt auf den Beginn des Wintersemesters und ganz besonders auf die 8. Hertensteiner Gespräche. Hierbei können sich jene freuen, die ich situationsbedingt nun einmal weniger auf diese hinweise.

Schön wäre es, wenn es dennoch weitere Interessenten gibt, die ganz von alleine auf die Idee kommen und sich noch zu diesen Gesprächen am Samstag, 21. September 2024 anmelden. Denn letztendlich sind es diese gemeinsamen Austausche, die das eigene Leben lebenswerter machen.

Und solche Gelegenheiten sollte man nutzen, so lange man es noch kann.

Für mich persönlich gibt es schon jetzt ein sehr positives Fazit, egal wie es auch aussehen oder „wie schlimm“ das Leben auch sein mag, man findet Situationskomik wirklich überall und so wurde im Familienkreis das „Happy Kadaver Weekend“ aus der Taufe gehoben.

Und bei nächstbester Gelegenheit schaue ich mir wieder einmal den Film „La vita è bella“ (1997) von Roberto Benigni an.


Blitz

Ossiland 4.6 (10)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Wer noch alle Tassen im Schrank hat und laufen kann, der verlässt lieber so schnell wie möglich die Ostzone. Wir müssen endlich die gut 30 Jahre an Transferzahlungen und Aufbauhilfe als Sunk Costs abschreiben und nun retten, was noch zu retten ist.

Wer jetzt noch in den neuen Bundesländern investiert, dem ist weder zu helfen noch sollte er grundsätzlich als voll geschäftsfähig angesehen werden.

Im Bestfall können wir das Ossiland als Pufferzone gegen künftige Bedrohungen aus dem Osten halten. Wenn wir schlau sind, nehmen wir diese Bundesländer als Ausgleichsflächen und renaturieren das Ganze wo wir es nur können.

Und damit die wirklich allerletzten Ossis nicht auch noch in den Westen rübermachen, hübschen wir weiterhin die Dörfer und Kleinstädte auf und schicken beständig ausreichend Sozialhilfe, Wodka sowie Pornofilme dorthin. Am besten auch alles, was wir bei uns noch an Nazi- und DDR-Devotionalien finden können.

Wenn wir ganz schlau sind, dann machen wir einen Zaun d’rum und verkaufen Eintrittskarten. Das wird die größte Touristenattraktion weltweit! — das hat schon einmal nicht schlecht funktioniert.

Nachtrag 3.9.2024

Den Begriff „Ossiland“ habe ich in Anlehnung an ein altes Kinderlied gewählt. Soziologen heute würden die neuen Bundesländer eher als „Sundown States“ bezeichnen.