Konzert

Musikvideo der Woche 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Am 6. September 2024 kam mit „Luck and Strange“ das fünfte Studioalbum von David Gilmour in den Verkauf. Zuvor gab es aber schon die ersten Single-Veröffentlichungen einzelner Lieder des Albums, wie etwa „Dark and Velvet Nights“. Das Besondere am Album dürfte wohl sein, dass Gilmours Frau Polly Samson die meisten Liedtexte geschrieben hat.

Als langjähriger Pink Floyd-Fan musste es sein, dass ich mir nun auch einmal eine David Gilmour-Platte zugelegt habe. Beim unten stehenden Musikvideo der Woche „Luck and Strange“, das auch für den Albumtitel genommen wurde, hat man das Keybordspiel von Richard Wright, der bereits 2008 gestorben ist, mit verwandt.

David Gilmour behauptet, dass sein Album das beste sei, das er seit „The Dark Side of the Moon“ (1973) veröffentlicht hat. Ich lass das einmal so stehen, werde nun aber sicherlich kein weiteres Album von Gilmour kaufen.

Zugelegt habe ich mir das obige Album allerdings, weil es einen richtig schönen morbiden Touch hat, der gerade ganz gut zu meiner eigenen Stimmung passt.


Blitz

Erkenntnis 5 (7)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Bei den Heilbronner Verantwortlichen im Rathaus und Gemeinderat dringt so langsam aber sicher durch, dass Saufen alleine einfach nicht glücklich macht.

Obwohl sie keine Kosten und Mühen scheuen, um möglichst große Feste und Gelage in der Stadt zu veranstalten, kommt es nun immer öfters vor, dass die erwarteten Mengen an Partygästen hinter den eigenen Erwartungen zurückbleiben.

Auch Heilbronn verändert sich, immer mehr Bürger würden sich eher über eine saubere Stadt mit gut funktionierender Infrastruktur freuen.


Kaffeegenuss

Zeit für ein Gedicht 4.3 (6)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss | © Pixabay

Heute muss es gar eine Ballade sein. Diese stammt von Eduard Mörike aus dem Jahr 1829 und passt ganz gut zum aktuellen Geschehen. „Die Geister am Mummelsee“ kennt vielleicht nicht jeder, aber der See selbst dürfte zumindest allen Baden-Württembergern gut bekannt sein. 

Die Geister am Mummelsee

Vom Berge was kommt dort um Mitternacht spät
mit Fackeln so prächtig herunter?
Ob das wohl zum Tanze, zum Feste noch geht?
Mir klingen die Lieder so munter.
O nein!
So sage, was mag es wohl sein?

Das, was du da siehest, ist Totengeleit,
und was du da hörest, sind Klagen.
Dem König, dem Zauberer, gilt es zuleid,
sie bringen ihn wieder getragen.
O weh!
So sind es die Geister vom See!

Sie schweben herunter ins Mummelseetal –
sie haben den See schon betreten –
sie rühren und netzen den Fuß nicht einmal –
sie schwirren in leisen Gebeten –
o schau
am Sarge die glänzende Frau!

Jetzt öffnet der See das grünspiegelnde Tor;
gib acht, nun tauchen sie nieder!
Es schwankt eine lebende Treppe hervor,
und – drunten schon summen die Lieder
hörst du?
Sie singen ihn unten zur Ruh.

Die Wasser, wie lieblich sie brennen und glüh’n!
Sie spielen in grünendem Feuer;
es geisten die Nebel am Ufer dahin,
zum Meere verzieht sich der Weiher. –
Nur still!
Ob dort sich nichts rühren will?

Es zuckt in der Mitten – o Himmel! ach hilf!
Nun kommen sie wieder, sie kommen!
Es orgelt im Rohr, und es klirret im Schilf;
nur hurtig, die Flucht nur genommen!
Davon!
Sie wittern, sie haschen mich schon!

Zuerst hatte ich an den etwas bekannteren „Erlkönig“ gedacht, mich dann aber doch für Eduard Mörike entschieden. Die Ballade wurde zudem von Hugo Wolf vertont.

Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen ließ sich ebenfalls durch den Mummelsee inspirieren und verknüpfte diesen in „der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“ (1669) mit Platons „Phaidon“.

Nach Sokrates’ Überzeugung hängt dabei das Schicksal der Seele nach dem Tod von ihrem Verhalten während des Lebens ab. Eine möglichst philosophische Lebensführung verhilft zu einer gelassenen Haltung und einem unbeschwerten Sterben, während Menschen hingegen, die sich zu Lebzeiten weniger kümmern und nicht einmal ein „anständiges“ Leben zu führen versuchen, an ihrem eigenen Ende tief betrübt sind und weinen.

„‚Lästig ist es, das Leben immer neu anzufangen.‘ [Epikur] …
nicht aber kann auf den Tod vorbereitet dastehen, wer gerade anfängt zu leben. …
Manche haben aufgehört zu leben, noch bevor sie begonnen haben.“

Seneca, 3. Buch, 23. Brief (2018: 163)