Have questions?

Meinungen 4.9 (10)

Beitragsfoto: Have questions? | © Shutterstock

Heute bin ich über einen Blog-Beitrag „Meinungsstark“ von Detlef Stern gestolpert, der richtiger Weise darüber informiert, dass Meinungen weder Überzeugungen noch Wissen ersetzen können. Er geht sogar soweit, dass er Meinungen zwischen Wissen und Glauben ansiedelt.

Damit hat er mich eindeutig angestupst und zu einer ganz spontanen Antwort motiviert. Diese basiert weder auf ausreichend Wissen noch konnte ich in der Kürze der Zeit ausreichend darüber nachdenken.

Warum ich dennoch antworte, liegt zum einen an der eigentlichen Ursache von Meinungen und zum anderen an meiner Wertschätzung für seine Beiträge.

Wissen, Glaube und Überzeugungen sind schön und gut, dennoch muss es einen Grund für Meinungen geben. Und so erweitere ich dies sogleich noch um den Begriff Deutungsmuster, landläufig besser als Vorurteile bekannt.

Von Anfang an haben wir Menschen nicht immer die Zeit um ausreichend über uns oder die Dinge um uns herum nachdenken zu können. Oftmals war ein Apex predator wieder etwas schneller und aus war es mit dem Nachdenken.

Deshalb wurden Meinungen und Deutungsmuster geschaffen, um ausreichend schnell handeln zu können. Was sicherlich nicht immer half, aber zumindest eine Chance eröffnete, um selbst weiter existieren zu können.

Dabei ist sollte es jedem bewusst sein, dass Meinungen und Deutungsmuster wie auch Überzeugungen und Glauben das Wissen nicht ersetzen können. Sie helfen aber meist gut weiter, wenn kein ausreichendes Wissen erlangt werden kann — entweder aufgrund fehlender Zeit oder auch einfach wegen einem Mangel an verfügbaren Fakten.

Und so werden manche Menschen extra dazu ausgebildet und sogar darin geübt meinungsstark zu sein. Diese wissen dann aber auch immer um die Grenzen ihrer eigenen Meinung.

Und das Gute daran, was meines Erachtens erst sehr viel später erkannt wurde, ist, dass man dies beachtend und dabei die unterschiedlichsten Meinungen abwägend und gegenüber stellend schneller an das notwendige Wissen kommen kann als wenn man nur selbst über Probleme kontempliert.

Wie schon geschrieben, einfach nur meine „Fünfminutenantwort“ auf Detlef Sterns Blog-Beitrag. Selbstverständlich baue ich darauf, dass wir das Ganze demnächst bei einem Käffchen weiter vertiefen.


Konzert

Musikvideo zum Wochenende 4.6 (5)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Selbst wenn noch ein Blog-Beitrag von mir heute den einen oder anderen Leser nicht glücklich machen sollte, schreibe ich diesen trotzdem.

Der heutige Tag lässt mich einfach an Uriah Heep denken, nicht nur weil ich auf deren Musik bereits vor Jahrzehnten wunderbar tanzen konnte, was ich aktuell übrigens sehr vermisse, sondern weil diese Band schon immer sehr gute Musik spielte.

Uriah Heep gründeten sich 1969 in London. Deren zweite Platte „Salisbury“ (1971) war schon Kult als ich noch gar nichts von der Gruppe wusste.

Die Platte „Innocent Victim“ (1977) musste ich dann aber sofort haben, weil der obige Song „Free Me“ nicht nur in der Tanzschule hoch und runter gedudelt wurde.

Und seit dem Lied „Lady in Black“ weiß ich was ein „kleines Schwarzes“ ist, was wiederum nichts mit dem besagten Mantel zu tun hat. Zumindest in den 1970er-Jahren musste ein Frau nichts weiteres zum Anziehen haben, den Mantel aber nur wenn es tatsächlich kalt war.

„Thus having spoke, she turned away, and though I found no words to say
I stood and watched until I saw her black cloak disappear
My labor is no easier, but now I know I’m not alone
I find new heart each time I think upon that windy day
And if one day she comes to you, drink deeply from her words, so wise
Take courage from her as your prize, and say hello for me“

Auf alle Fälle aber freue ich mich nun darauf, mit meiner besseren Hälfte demnächst wieder ein paar Runden auf der Tanzfläche drehen zu können.

„Dieses schlichte Kleid wird eine Art von Uniform für alle Frauen mit Geschmack werden.“

Coco Chanel (1926)

Menschen im Park

Vorstands- und Gremienarbeit 4.9 (13)

Beitragsfoto: Menschen im Park | © Pixabay

Heute denke ich einmal über Dinge nach, die mich nach nunmehr fünf Jahrzehnten Vereinsarbeit immer mehr belasten, nämlich die Arbeit in Gremien und Vorständen. Nicht aber wegen der Arbeit an sich, sondern einzig und alleine wegen der Menschen, die sich immer öfters dort tummeln.

Ich war selbst sehr früh in Parteiarbeit eingebunden und übernahm dort bereits als Teenager Vorsitzendenfunktionen. Ohne Frage war ich zwar erfolgreich, aber doch unglücklich wegen der dort gemachten Erfahrungen. Dies führte dazu, dass ich mein Parteibuch abgab und mich in Folge davon politisch bei den Europäischen Föderalisten engagierte — überparteilich und überkonfessionell.

Nach fünfzehn Jahren der aktiven Mitarbeit, wobei ich es geflissentlich vermied, ein offizielles Amt anzunehmen, wurde ich gebeten, den Kreisvorsitz der EUROPA-UNION Heilbronn anzunehmen. Gut zwei Jahre später konnte ich dann Beruf und Berufung miteinander verbinden und übernahm den Kreisvorsitz.

Und kaum hatte ich den Kreisvorsitz inne, wurde ich von Parteisoldaten zweier Volksparteien gefragt, ob ich nicht gleich auch noch stellvertretender Landesvorsitzender werden möchte. Ich lehnte, dies ist nun auch schon wieder 20 Jahre her, ein Amt im Landesvorstand ab, aber half immer mit, wenn es tatsächlich etwas zu tun und arbeiten gab — was ich leider von viel zu vielen Mitgliedern des Landesvorstandes über all die Jahre hinweg nicht behaupten kann.

Schuld daran ist meines Erachtens das Sowjetsystem unserer Volksparteien. Und das ist schnell erklärt: nehmen wir einen x-beliebigen Sowjetgeneral, der bekommt seinen ersten Orden, weil er noch keinen hat und die unzählig folgenden Orden, weil er schon einen hat.

Eigenes Können, Leistung und Verantwortung sind dabei nicht gefragt, einzig und alleine müssen sie Soldaten verheizen können und wollen — jeder Parteisoldat, der nichts selbst General werden möchte, kann dies bestätigen.

Inzwischen schaue ich bereits auf zwanzig Jahre Kreisvorsitz zurück und darf auch hierbei behaupten, dass ich erfolgreich war. Trotz aktuellem Federlassens ist unser Kreisverband immer noch viermal so stark wie vor meiner ersten Wahl. Und auch politisch konnten wir so einiges bewegen.

Leider aber drängen nun die Sowjets aus den Parteien immer stärker in Ämter unseres Verbandes, wobei sie — und dies ist nachweisbar — einzig und alleine nur Schäden hinterlassen. Meist wird der Verband nur dann vor ihnen gerettet, wenn sie aufgrund eines Amtes bei uns nun auch ein weiteres Amt in ihrer Partei erhalten und feststellen, dass sie dort noch weit bequemer und darüber hinaus noch bezahlt Karriere machen können.

Zugegeben, es gibt sehr positive Ausnahmen! Aber diese sind dann auch für ihre jeweiligen Parteien ein echter Gewinn und so würde ich diese Föderalisten auch nie mit einem Sowjet vergleichen. Schmerzlich ist es aber, wenn diese in ihren Parteien dann verzweifeln und als Folge davon auch bei uns kürzertreten.

Und so habe ich gleich einen Tipp für Europäische Föderalisten, die keine Sowjets sein möchten!

Arbeit gibt es in Vereinen und Verbänden mehr als genug. Man kann auch als einfaches Mitglied damit anfangen, sich zu engagieren und zu helfen, wo Hilfe benötigt wird.

Manche Mitglieder sehen dabei von selbst den Staub in der Ecke, manche nicht einmal dann, wenn sie einen Besen in die Hand gedrückt bekommen.

Wer einmal als Mitglied ein Amt anstrebt, aber nur dann, wenn er zuvor schon mitgeholfen hat, der sollte geflissentlich darauf achten, dass er dem Verein auch zur Verfügung steht. Nur heute habe ich gerade einmal nichts anderes vor und will nun die Welt bewegen, ist der absolut falsche Ansatz!

Nur ein Mitglied, das gebraucht wird und zur Verfügung steht, qualifiziert sich für ein Amt!

Ganz von alleine wird man dann gefragt, ob man nicht einmal für ein Amt kandidieren möchte. Wer nicht gefragt wird, der sollte eigentlich von ganz alleine erkennen können, dass er noch weit davon entfernt ist, ein Amt übernehmen zu können.

Leider aber drängen immer mehr Sowjets in unsere Reihen, wobei sich die jeweiligen Parteisoldaten genötigt fühlen, diese auch noch zu unterstützen! Schlimmer noch, man versucht gerade jene Sowjets bei uns zu entsorgen, die man in der eigenen Partei nicht genug betüddeln kann — aber auch das wird seine Gründe haben.

Schade finde ich es dabei, dass diesen Parteien unser Verband inhaltlich und ideenmäßig inzwischen völlig egal ist. Sie sehen diesen nur noch als Müllhalde für unliebsame Parteimitglieder oder als Sprungbrett für Sowjets, die noch keine Ämter in der Partei erhalten konnten.

Nach all den Jahrzehnten Ehrenamt frage ich mich immer öfters, warum ich mir so etwas überhaupt noch antue? Wahrscheinlich bin ich inzwischen so altersmilde, dass ich einem Sowjet nicht sage, was er tatsächlich ist, nämlich ein Nichtsnutz zum Schaden unseres Verbandes.

Da es aber weiterhin um eine sehr gute Sache geht, muss man wohl wieder etwas deutlicher werden. Schön dabei wäre es, wenn es nicht immer ich sein müsste, der der Katze die Schellen umhängt.