Straßburg

24.10.02025 5 (6)

Beitragsfoto: Straßburg

Welttanztag

Da meine bessere Hälfte und ich seit Kurzem wieder des öfteren das Tanzbein schwingen, wurden wir auf den diesjährigen Welttanztag zugunsten der NCL-Stiftung im Kampf gegen Kinderdemenz aufmerksam.

Das Ziel ist es, mindestens 50 Tanzeinrichtungen mit je mindestens 25 Paaren zu gewinnen, die am 8. November 2025 um 20:30 Uhr zeitgleich starten und einen kompletten Song durchtanzen (dieser wird in einer speziellen Weltrekordversion zur Verfügung gestellt).

Auch die Tanzschule Brenner macht dabei mit, und Klaus Brenner trainiert sogar vorab die interessierten Wettbewerbsteilnehmer.

Die teilnehmenden Paare lernen spätestens am Wettbewerbstag ab 20:00 Uhr Bachata tanzen und dies in einer speziellen Weltrekord-Choreografie.

Meine bessere Hälfte und ich sind auf jeden Fall mit dabei und wer von den Lesern teilnehmen möchte, der kann sich gerne bei mir melden. Alle Teilnehmer werden gebeten, mindestens 15 Euro für die NCL-Stiftung zu spenden.

Gaskraft & Bildung

Die Schlote wachsen in die Höhe und wir können unsere beiden neuen Gaskraftwerke so langsam aber sicher in voller Blüte bestaunen. Mindestens eines wird dabei immer im Betrieb sein. Der Hinweis, dass eins davon auch mit Wasserstoff betrieben werden kann, wird sich wohl erst mit dem Bau der Folgekraftwerke realisieren lassen. Dafür aber ist das Kohlekraftwerk noch lange nicht weg, es fehlt aktuell nur noch die Begründung für dessen Betrieb über 2029 hinaus.

Man könnte aber auch Nägel mit Köpfen machen und auf dem Gelände des Kohlekraftwerks das von Friedrich Merz gerne auch in Deutschland gewünschte Rechenzentrum ansiedeln und gleich daneben mit einem dritten Gaskraftwerk den dafür nötigen Strom liefern. Dazu noch einen gewaltigen Batteriespeicher und es wäre für eine Stadt der Zukunft sicherlich eine feine Sache.

Die neuen Gebäude für Bildung sprießen schon dank Dieter Schwarz aller Orten in die Höhe. Für mich neu dabei, dass man nun die Keller mit zu den Stockwerken zählt. Was seinen Charme hat, wenn plötzlich sämtliche Bungalows der Stadt zu zweigeschossigen Gebäuden werden. Und dies dabei auch noch praktisch ist, wenn man nun die ehemaligen Kellerflächen als Wohnungen in der Tiefetage vermieten kann.

Vermischtes

Für manche Dinge hat man in unserer Stadt immer Geld, z. B. gut 250 000 Euro für Zufahrtssperren auf dem Weihnachtsmarkt. Schade nur, dass man bei anderen Dingen, vor allem dann, wenn es der Stadtgesellschaft insgesamt hilft, weniger spendabel ist. Und ich möchte das Fass mit unseren weiterhin zerfallenden Schulen, Spielplätzen und Sportanlagen erst gar nicht aufmachen.

Eigentlich aber alles selbsterklärend, denn in einer Rentnerrepublik wird wirklich alles für uns Rentner getan; da hilft es auch nicht, dass man das Wahlalter auf 16 senkt, denn von denen gibt es nicht mehr so viele. Die Teenager dürfen dafür ihre Smartphones behalten, damit sie von ihrem eigenen Elend weiterhin abgelenkt werden.

Heute ein etwas längeres Gespräch mit Detlef Stern, wobei wir beide ein Käffchen hatten. Es ging dabei u. a. um Browser und deren Nutzer. Auf dem Weg zum Käffchen wurden wir beide fast von einem E-Bike zermahlen; der Fahrer erzürnt, dass wir ihn auf den Radweg gleich daneben hinwiesen. Nein, ich schreibe jetzt nicht über Heilbronner Radwege — ebenfalls nur noch zum Heulen!

Dann gab es auch noch einen Geburtstag zu feiern und ein online Meeting zu administrieren. Nebenher die ersten Aufgaben von Studenten bewertet.

Gestern war ich ganztägig in Straßburg unterwegs. Wir begleiteten dieses Mal zu dritt die 10. Jahrgangsstufe eines Gymnasiums, einschließlich zwei sehr engagierter Lehrer. Das Schülerverhalten ließ insgesamt zu wünschen übrig, da half es auch nicht mehr, dass ein Schüler die Doppelhelixwendeltreppe im Europäischen Parlament sofort erkannte. Was mich zwar sehr freute, aber den völlig unnötigen Ärger nicht mehr wettmachte.

Seit gut 20 Jahren nutze ich die Fahrzeit im Bus, um die Schüler über die Hintergründe der Fahrt und die weiteren Abläufe wie z. B. die bevorstehende Kontrolle im Parlament zu informieren. Gewohnt bin ich es, dass manche Schüler den politischen Inhalten nicht folgen können oder wollen und im Parlament dann gerade jene Fragen stellen, die bereits zuvor beantwortet wurden. Da tröstet es nur wenig, wenn die Lehrer versichern, dass dies bereits auch Thema im Unterricht war.

„History teaches, but it has no pupils.“

Antonio Gramsci, in einem Brief aus dem gefängnis (21.6.1919)

Neu für mich aber war es, dass die Schüler ganz offensichtlich auch nicht die organisatorischen Hinweise zur Kenntnis nahmen oder im Anschluss nicht umsetzen konnten. Und so durften wir unnötig viel Zeit bei den Kontrollen und den obligatorischen Toilettengängen verbringen.

Erfreulich unser gemeinsames Mittagessen im kleinen Kreis und der Busfahrer, mit dem wir bereits einige Fahrten zusammen erleben durften. Deswegen nutzen wir auch die Gelegenheit zu einer kleinen Stadtrundfahrt, was nicht viele mit einem 15 Meterbus hinbekommen.

Noch erfreulicher als mich eine Lehrerin darauf hinwies, dass sie bereits als Schülerin mit uns nach Straßburg gefahren sei, damals allerdings ganz hinten im Bus.

Die Bayern haben ein Problem, denn deren Polizisten schießen inzwischen nicht nur auf Welse, sondern nun auch auf die eigenen Soldaten. Man könnte nun vermuten, dass dort nur noch schießwütige Deppen als Polizisten geworben werden können — auch eine Art von Fachkräftemangel.

„Allerdings, … kann der Geist nicht irren, da, wo keiner vorhanden ist.“

Heinrich von Kleist, Über das Marionettentheater (1810)

Blitz

Zu Ende gedacht 5 (4)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Noch vor Jahren führte ich heftige Diskussionen mit Ewiggestrigen, wobei diese zu meinem großen Erstaunen selbst des öfteren über eine eigene Zuzugsgeschichte verfügten.

Am besten verliefen solche Diskussionen, wenn ich ihnen plötzlich völlig recht gab und wir gemeinsam die „Straßenbild“-Diskussion zu Ende dachten.

Also erst einmal die auffälligen Ausländer aus unserem Land entfernen. Dann jene, die keiner profitablen Arbeit nachgehen. Hierbei kamen meinen Ewiggestrigen schon die ersten Bedenken, sobald ich Friseure und sonstige überflüssige Berufe gleich mit einbezog.

Wieder im Boot hatte ich sie aber, wenn es um all jene Migranten ging, die Transferzahlungen beziehen, also auch raus aus unserem Land. Heftig dann die Diskussionen wann ein Sozialhilfeempfänger nicht mehr als Migrant zu zählen ist. Kaum einer wollte auf seine eigene Oma verzichten, die erst im Rentenalter nach Deutschland kam. Spannend auch dabei, dass sich weder Österreicher, Russen, Franzosen, Italiener oder Griechen selbst als Migranten sahen, von den -skis einmal ganz zu schweigen.

Wenn wir dann aber rein hypothetisch alle unproduktiven Menschen mit Zuzugsgeschichte entfernt hatten, war es schon richtig einsam um uns herum.

Richtig heftig wurde es aber dann, wenn ich die Frage stellte, warum wir bereits jetzt mit dem Aussieben aufhören sollen, denn es gab weiterhin doch noch viel zu viel unproduktive Mitbürger im Land.

Die Betroffenheit dann groß, wenn wir nicht nur die Kranken und Bescheuerten insgesamt in Frage stellten, sondern auch jene, die nicht wirklich in ein Land Goethes und Schillers passen.

Völlig kleinlaut dann alle, wenn ich zum Schluss die kaiserliche Frage stellte: „Wo haben Sie denn gedient?”

Heilbronn wäre letztendlich eine Kleinstadt geworden, eher aber ein Dorf.

Einig waren wir uns aber allesamt bis zum Schluss, dass es immer die anderen sind, die „die Schuld“ auf sich nehmen müssen. Ein christliches Menschenbild konnte ich dabei nie finden.


US Flagge

21.10.02025 5 (8)

Beitragsfoto: US Flagge | © Pixabay

Born in the USA

Wenn man in einer US-amerikanischen Garnisonsstadt groß geworden ist und dazu auch noch Familie in den USA hat, dann gibt es zwei Sänger, um die man einfach nicht herum kommt. Zum einen Bob Dylan und zum anderen Bruce Springsteen. Letzterer konnte bei mir mit seinem Album „Born to Run“ (1975) punkten. Aber mit seinem Album „Born in the U.S.A.“ (1984) begann ich alle seine Alben zu sammeln.

Mein Vetter Kenneth blieb allerdings bis zu seinem frühen Tod Dylan-Fan. Damit ist es aber geklärt, the Boss ist Bruce Springsteen.

In Kürze bringt Scott Cooper den Film „Deliver Me From Nowhere“ (2025) in die Kinos.

Nun hoffe ich einmal, dass man den Film auch bei uns zu sehen bekommt.

Nachtrag 22.10.2025

Heute erinnert die Tagesschau an Bob Dylan: Auch mit 84 Jahren noch der fahrende Sänger.
Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn man weiß, dass man aufhören sollte.

Gestapo, Stasi und ICE

Alle Diktaturen benötigen einen Apparat, der die eigenen Bürger unterdrückt. Die gewöhnlichen Polizeien und das Militär reichen dazu nicht aus.

Wir Deutschen, ob nun gute oder böse (Ossi-Talk), haben da unsere ganz eigenen Erfahrungen. Manche Deutsche können sich sogar noch sehr gut daran erinnern.

Die US-Amerikaner gewöhnen sich gerade erst daran. Und dann sehen diese dunklen ICE-Gestalten nicht einmal so schick aus wie ihre deutschen Vorbilder, zumindest jene vor 1945.

Gemäß Paula Clamor von Netzpolitik.org will das ICE nun auch die Sozialen Medien überwachen. Wer nun glaubt, dass sich die US-Demokratie wieder per Wahlen erholen kann, der wird schon in diesem November eines Besseren belehrt.

Und so ist es auch nur noch eine Randnotiz, dass Donald Trump nun auch ganz offiziell in die Staatskasse greift; das Justizministerium wird seine sämtlichen Justizskandale bezahlen und ihn dazu auch noch entschädigen.

Die älteste Demokratie der Welt — was bisher als völlig unmöglich angesehen wurde (!) — mutiert sozusagen über Nacht zu einer waschechten Diktatur.

Vermischtes

Nach einem kurzen Gespräch mit Detlef Stern ging es in die Vorlesung. Diese war weniger besucht als sonst, dafür gab es von mir ein paar gute Tipps an die Studenten. Wer nicht kommt, der ist selber schuld. Etwas ärgerlich, dass die avisierten Klausureinsichten ebenfalls nicht alle wahrgenommen wurden.

Dass die Tagesschau auch bissig kann, erstaunte mich dann doch. Auch zu sehen, wer schon einmal einen Spaten in der Hand hatte.

„Das baden-württembergische Heilbronn ist bislang nicht gerade als Zentrum für irgendetwas in Europa in Erscheinung getreten. Am ehesten vielleicht noch im Einzelhandel, steuert doch von hier der Lidl- und Kaufland-Magnat Dieter Schwarz sein Discount-Imperium.“

tagesschau, Spatenstich für KI-Zentrum (21.10.2025 18:55 Uhr)

Am Abend ging es noch in die Tanzschule. Völlig entspannt ein paar Runden drehen, was möchte Mensch mehr.

Apropos ‚Nice to Know‘ (kleiner Insider), die Spinnerdichte in Wien war 1913 bis 1914 unschlagbar. Earthly Mission hat herausgefunden, dass Adolf Hitler, Josef Stalin, Leo Trotzki und Sigmund Freud zu dieser Zeit quasi Nachbarn waren. Dass Hitler dabei meist auf der Straße schlief, dürfte seinen Kommunistenhass erklären. Dass dies auch Auswirkungen auf sein Sexualleben hatte, könnte man wohl Freud anrechnen.