Maskerade

17.5.02021 5 (2)

Regierung XXL

Schlechte Minister und Staatssekretäre werden nicht dadurch besser, dass man noch mehr prekäre Parteimitglieder in Ämter hebt. Auch wenn ich es allen Mitbürgern gönne, dass sie sich dumm und dämlich verdienen, sollte man aber gerade als Landesregierung mit unseren Steuergeldern umsichtiger umgehen. Nur wieder einmal gemeinsam das Lied der „Schwarzen Null“ zu intonieren, rettet unsere Haushalte nicht.

Europaheuchelei

Notiz am Rande: der explosionsartigen Vergrößerung von Regierung und Beamtenapparat fiel das Europaministerium zum Opfer. Beide Parteien wollten sich wohl wenigstens von einer Heuchelei verabschieden. Ab morgen bis zur Bundestagswahl werden sich aber beide Parteien erneut uneingeschränkt zu Europa bekennen — sie verlassen sich weiterhin voll und ganz auf die Gedächtnisschwächen ihrer Wähler.

Lektüre

Heute mal eine etwas leichtere Lektüre. Amartya Sens „Identität und Gewalt“ aus dem Jahr 2006 ist sehr flüssig zu lesen und passt thematisch ganz gut zu meinem eigenen Buch; auch sind seine dort vertretenen Vorstellungen jenen der europäischen Föderalisten sehr ähnlich. Vielleicht auch deshalb, weil er u. a. Schwiegersohn von Eugenio Colorni ist.


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

15.5.02021 5 (4)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Weltall

Die Erkenntnis von Lyndon B. Johnson „Wer das Weltall beherrscht, beherrscht auch die Welt.“ ist wirklich nichts Neues. Neu ist aber, dass der Burgfrieden, welcher seit 1990 im All herrschte und Hoffnung gab, dass die Menschheit gemeinsam die unendlichen Weiten erkundet, nunmehr begraben ist. China lässt keinen Zweifel daran, dass es nichts unversucht lässt, um die Welt zu beherrschen und damit ganz folgerichtig auch den Weltraum für sich entdeckt hat.

Inzwischen lässt sich der Westen immer öfters und noch weiter auseinander dividieren, man könnte fast meinen, dass Russland und China — die Vertreter einer totalitären Weltordnung — genau die richtigen Leute geschmiert haben. Zudem lässt er sich immer mehr in den Bann von Auseinandersetzungen meist unbedeutender Staaten, Länder und Randlagen ziehen, reagiert zunehmend auf die kleinsten Drohungen von Westentaschendiktatoren und vergisst ganz dabei, dass es die großen Herausforderungen sind, die gelöst werden müssen.

Reissack

Vielleicht würde diese Konzentration auf das Wesentliche auch dazu führen, dass die Palästinenser, Taliban und Kim Jong-uns dieser Welt erkennen, dass ihre Probleme für die Menschheit genau so bedeutend sind, wie wenn in China ein Sack Reis platzt. Mit dieser Selbsterkenntnis wären sie dann vielleicht sogar bereit, nach konstruktiven Lösungen zu suchen.

Kisten schleppen

Plötzlich ging alles ganz schnell, als ich ankam, herrschte bereits Trubel, denn Klaus’ neue Familie war schon sehr früh aus dem Ruhrpott angereist. So blieb mir nur noch ein paar Kisten zu schleppen, bis ich feststellen musste, dass ich keine 50 mehr bin, um mich dann in aller Schnelle von Klaus zu verabschieden.

Über all die Jahre hinweg, ist mir dieser Sachse richtig ans Herz gewachsen, und nun zieht es ihn weiter — es ist halt nicht jedem gegönnt, in Heilbronn zur Ruhe zu kommen.


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

14.5.02021 4.7 (3)

Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

Keeping Mum

Keeping Mum ist ein britischer Film aus dem Jahr 2005. Ca. 100 kurzweilige Minuten, um einmal auf ganz andere Gedanken zu kommen. Auch wenn die Kritiker den Film nicht so gut wegkommen lassen, hatten wir unseren Spaß damit — was mir ausreicht, um auf diesen Film hinzuweisen. Weitere Filmhinweise gibt es übrigens hier.

Europaplatz

Europaplatz, das ist in Heilbronn ein sehr gerne vernachlässigter Verkehrskreisel mit einem einzigen Straßenschild. Ein paar Heilbronner bleiben aber weiterhin darum bemüht, dass dort wenigstens zu Europatagen oder gar an Feiertagen eine Europaflagge gehisst wird.

Wahlen

Am 26. September 2021 finden in Deutschland Bundestagswahlen statt und bereits im April 2022 soll in Frankreich der kommende Präsident gewählt werden. Deshalb muss man sich auch nicht wundern, wenn schon jetzt vermeintlich glühende Verehrer einer europäischen Einigung damit beginnen, mit Nationalismen und entsprechenden Vorschlägen um sich zu werfen. Auch Michel Barnier läuft sich schon warm und tritt jetzt für einen Einwanderungsstopp sowie eine Verstärkung der Schengen-Grenzen ein — man könnte fast glauben, dass er sich gegen Marine Le Pen selbst Chancen einräumt.

Wir erinnern uns: der derzeitige Präsident Emmanuel Macron wurde zwar aufgrund einer temporären Europabegeisterung der Franzosen gewählt, aber seine europäischen Ideen und die französische Europabegeisterung wurde unseren Nachbarn sehr schnell wieder im Zuge der deutschen Bundestagswahl 2017 ausgetrieben.

Bis heute bestimmen leere Versprechungen die Europapolitik, und was die eine Hand in Richtung eines europäischen Bundesstaates unternimmt, wird durch die andere rückgängig gemacht. Auch werden bereits anfangs erzielte Erfolge langsam aber sicher renationalisiert, wobei auch sämtliche Gründe für ein gemeinsames Europa völlig außer Acht gelassen werden.