Loulou Damenboutique

Loulou Damenboutique 4.4 (17)

Beitragsfoto: Loulou Mode

Ich ärgere mich immer wieder darüber, wenn manche Mitbürger behaupten, dass sie in Heilbronn nicht einkaufen können. Dabei gibt es in unserer Stadt viele kleine und auch größere inhabergeführte Geschäfte, die einem das Einkaufen versüßen.

Eigentlich ist Mode nicht so mein Ding, aber ich begleite hin und wieder meine bessere Hälfte, wenn sie selber shoppen geht. Vor allem dann, wenn das Geschäft attraktiv ist und die Mitarbeiter durch Kompetenz und Freundlichkeit überzeugen. Ein solcher „Geheimtipp“ ist in Heilbronn die Loulou Damenboutique.

Bereits seit 1989 gibt es das Loulou Modegeschäft am Jörg-Ratgeb-Platz 1 in Sontheim. Die gute Seele des Geschäfts ist seit 2016 die Inhaberin Renate Riedl. Und wer etwas länger in der Boutique stöbert, der findet in den hinteren Räumen vielleicht auch die zweite gute Seele des Geschäfts, Elli, ein Airedale Terrier.

Die sehr freundliche und äußerst ruhige Elli versteckt sich ganz hinten, nur um ja keine Kundin beim Einkauf zu stören. Stammkunden, die um Elli wissen, können sogar ein leichtes Geräusch vernehmen, wenn Elli mit ihrem Schwanz wedelt und dabei den Boden berührt.

Für geduldige Ehemänner gibt es einen Stuhl im hinteren Bereich, wo man sehr bequem darauf warten kann, bis die eigene bessere Hälfte mit dem Einkauf fertig ist. Das Schöne dabei, Kaffee oder ein Glas Wasser wird einem sehr schnell angeboten, und wenn die eigene bessere Hälfte keine Beratung benötigt, kann man zudem sehr viel über Hunde im Allgemeinen und Airedale Terrier im Besonderen erfahren.

Und da ich Renate Riedl schon etwas länger kenne, mangelt es nicht an weiteren Themen — bei mir aber alles ohne Modebezug, denn da kann ich einfach nicht mitreden. Nur so viel, dass mir persönlich das wechselnde Angebot der Boutique gefällt, manchmal sogar Erinnerungen hervorruft und ich auch nichts dagegen habe, wenn meine bessere Hälfte das eine oder andere Kleidungsstück erwirbt — was meine bessere Hälfte sicherlich nicht als Auswahlkriterium gelten lässt.

An Mode Interessierte finden in der Loulou Damenboutique hauptsächlich Mode von soulmade, Micha, Rosa Rosie und Vanessa sowie das dazu passende Accessoire. Das Ganze wird mit kleinen Kunstwerken garniert und wer ganz genau hinschaut, der findet sogar ein Paar Texasstiefel in der Größe 44. Für meinen nächsten Besuch habe ich mir vorgenommen, einfach einmal nach dem Hintergrund der Stiefel zu fragen.

Die Loulou Damenboutique hat keine eigene Website, aber man kann Renate Riedl gut über Telefon +49 7131 572181 oder über E-Mail info@loulou-mode.de erreichen.

Die Boutique hat montags bis freitags von 10.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Mittwochnachmittags ist geschlossen.


Schloss Lehrensteinsfeld

Tanzschule Brenner 4.5 (11)

Beitragsfoto: Schloss Lehrensteinsfeld

Die Tanzschule Brenner feierte am Samstag ihr 25jähriges Bestehen. Und Klaus Brenner fand dazu das passende Ambiente in Lehrensteinsfeld. Interessanter Weise kannte ich dieses Dorf aus meiner eigenen Tanzschulzeit, denn eine meiner Tanzpartnerinnen lebte dort. Die letzten Jahrzehnte fuhr ich bestimmt auch einmal durch „Lärimmi“, so wie die US-Soldaten diese Gemeinde nannten, hindurch und dürfte dabei wohl auch am dortigen Schloss vorbeigekommen sein, aber gesehen hatte ich es bisher noch nie.

Und so fand ich es sehr spannend, dass Kerstin und Klaus Brenner dort ihren Jubiläumsball ausrichteten. Noch spannender als ich erfuhr, dass der Ball im Garten stattfinden wird.

Meine Tanzschulzeit begann auf der Allee beim Wolf; dort hatten schon meine Eltern das Tanzen gelernt. Als dann ein neuer Tanzlehrer Ernst H. Boppel die Schule übernahm, zog diese nun „wolf-boppel“ genannt in die Paulinenstraße 15. Dort beendete ich meine Karriere als Tänzer bereits wieder Ende 1980. Wohl um diese Zeit herum starteten dort Kerstin und Klaus Brenner ihre Karriere als sehr erfolgreiche Tanzlehrer. Wobei deren Krönung vor 25 Jahren stattfand, nämlich als beide eine eigene Tanzschule eröffneten, welche sich mit ihrem Hauptsitz nun in der Wilhelmstraße 23 befindet.

Seit meine bessere Hälfte herausfand, dass es in unserer Nähe eine Tanzschule gibt, lernen wir beide wieder das Tanzen und so schließt sich für uns der Kreis, denn auch meine bessere Hälfte hatte in den 1980er-Jahren das Tanzbein bei Wolf-Boppel geschwungen.

Und so war es für uns beide selbstverständlich, dass wir der Einladung von Kerstin und Klaus Brenner nach Lärimmi ins Schloss folgten. Und ich war sofort vom Ambiente begeistert, das mich an Manöverbälle aus den 1980er-Jahren und an ein eigenes Fest erinnerte, welches ich mit „meiner“ damaligen Kompanie in unserer Patengemeinde ausrichten durfte. Schnell hatten wir den besten Platz ergattert und genossen auf einer Parkbank sitzend Schloss und Park. Von dort aus konnten wir auch ganz gut mit anschauen, wie sich so langsam aber sicher alle Ballgäste einfanden. Ich finde es noch heute ganz gut und schick, wenn sich Menschen für einen Ball in Schale werfen; leider gibt es dazu immer weniger Gelegenheit.

Für meine bessere Hälfte und mich war es schon alleine eine Augenweide die vielen schönen Kleider und Anzüge anzugucken. Klaus Brenner kam standesgemäß und ganz professionell im Smoking, was mir zeigte, dass ich völlig außer Übung und an diesem Abend wohl „underdressed“ bin — was meine bessere Hälfte aber mit ihrem Kleid wieder ausglich.

Dem Schlossgarten geschuldet gab es zwei Tanzflächen, von denen eine den Tanzpaaren etwas mehr Geschick beim Tanzen abverlangte. Man hat wohl erst so richtig gekonnt Tango getanzt, wenn man diesen zumindest einmal bergauf und dann wieder bergab tanzte. Was für die Walzertänzer wiederum keine Herausforderung darstellt, da kleine Unebenheiten des Tanzbodens zu einem Wiener Walzer einfach mit dazugehören, so wie Wiener Walzer weiterhin ein fester Bestandteil eines jeden guten Fests sein sollten.

Sehr lobenswert auch die Tanzkapelle des Abends Happyness Voice von und mit Andreas Cranen, die jedem zeigte, dass man zur Live-Musik einfach viel besser tanzen kann als zur bloßen Musik aus der Konserve. Der Jubiläumsball wurde zudem von den Ballerinen, die von Kerstin Brenner ausgebildet und trainiert werden, abgerundet. Mich fasziniert es dabei immer wieder, wie die jungen Damen auf ihren Fußspitzen stehen und tanzen.

Alles in allen war es erneut ein sehr gelungener Abend der Tanzschule Brenner. Meiner bessere Hälfte und mir hat er rundherum gefallen, auch wenn wir bereits etwas früher nach Hause gefahren sind.

Wir beide sind nun wieder motiviert, um im April 2024 erneut den Versuch zu starten, einen Europa-Ball in der Heilbronner Harmonie zu etablieren. Wir glauben beide daran, dass die Harmonie das richtige Umfeld ist, welches zudem ausreichend Tanzfläche bietet, um auch die tanzbegeistertsten Paare außer Atem zu bekommen.


Moschee in Abu Dhabi

Moschee 4.2 (6)

Beitragsfoto: Moschee in Abu Dhabi | © Jörg Peter from Pixabay

Auch in Heilbronn gibt es Moscheen und zwar schon ziemlich lange. Diese wurden und werden von den meisten Heilbronnern aber nicht wahrgenommen, wobei viele Muslime selber gerne in einer Art Parallelgesellschaft leben und es sich dort inzwischen sehr bequem gemacht haben.

Manchmal versuchen sich Muslime mit ihrem Glauben in unsere Gesellschaft einzubringen, leider aber werden diese Versuche entweder falsch verstanden oder sie sind von Anfang an falsch gemeint. Hinzu kommt, dass türkische Flaggen vor Moscheen und lautes Wahlkampfgetöse für ausländische Diktatoren kaum dazu beitragen, dass in einer offenen Gesellschaft eine durchaus befremdliche und sicherlich auch sehr rückständige Religion Akzeptanz findet.

Ich selbst bin mit Türken aufgewachsen und habe noch heute türkische Freunde. Der sehr nette Nachbar von nebenan ist ein Türke, allerdings auch der weniger nette. Die meisten dieser türkischstämmigen Heilbronner sind Muslime. Und auch wenn es arabische und Balkan-Muslime in Heilbronn gibt, so wird der Islam in Heilbronn doch eher als türkisch wahrgenommen — diese Wahrnehmung wird u. a. von den besagten türkischen Flaggen, türkischen Ladengeschäften und türkischen Religionsbeamten in den Moscheen sicherlich nicht entkräftet.

Meine Auseinandersetzung mit dem Islam, zumindest mit seiner sunnitischen wie auch schiitischen Variante, konnten mich nicht von dieser Religion überzeugen und meine selbst gemachten Erfahrungen lassen mich stark daran zweifeln, ob Christen und Muslime tatsächlich an ein und denselben Gott glauben. Aber wir leben in einem Land der Religionsfreiheit und so darf jeder glauben, was wer möchte, allerdings nur so lange wie er sich mit seinem Glauben auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung befindet!

Nun aber wieder zurück zu der Moschee in Heilbronn — einer von mehreren. Diese war erneut Thema in Heilbronn und letzten Donnerstag wurde wieder einmal im Gemeinderat über einen entsprechenden Bauantrag zum Neubau der bereits an dieser Stelle vorhandenen Moschee abgestimmt. Und wie schon gesagt, es ging dabei nicht um den Islam an sich oder darum, ob sich dort eine Parallelgesellschaft etabliert (hat), die uns Heilbronnern noch sehr gefährlich werden könnte, sondern ob man der dort bereits etablierten Moscheegemeinde einen Neubau zugesteht.

Technisch betrachtet ging es um eine Genehmigung, dort ein etwas größeres Gebäude zu erstellen und dabei weniger Parkplätze vorzuhalten als es sonst bei Gewerbebauten üblich ist. Dies auch deshalb, weil die Moschee nicht nur Gebetsräume, sondern auch Ladengeschäfte und Schulungsräume beherbergt.

Diese Abstimmung im Gemeinderat wurde dort bereits im Vorfeld, wie auch bei doch so einigen Heilbronnern auch, zu einer Abrechnung mit dem von diesen empfundenen Islam im allgemeinen und der türkischen Parallelgesellschaft in Heilbronn im besonderen. Unabhängig davon wie ich selbst zum Islam stehe, haben mich diese Diskussionen erneut erschüttert, denn die dabei geäußerten Meinungen und Überzeugungen sind kaum besser als die von den übelsten muslimischen Fundamentalisten.

Was mich nun vermuten lässt, dass auch einige alteingesessene Heilbronner in ihrer ganz eigenen Parallelgesellschaft leben und nur noch getriggert von besonderen Ereignissen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, das sie selbst schon sehr lange nicht mehr verstehen oder gar noch verstehen wollen.

Am Donnerstag hat nun der Gemeinderat mehrheitlich den Bebauungsplan für die Moschee (Kulturzentrum) auf den Weg gebracht. Dazu gab es am Montag in den Fraktionen doch so einige Seelenmassagen und es wurde wieder einmal massiv vom Fraktionszwang Gebrauch gemacht. Die Freien Wähler hingegen haben es ihren beiden Stadträten frei gestellt, wie sie entscheiden — denn das ist genau das Prinzip der Freien Wähler!

Zu meinem Bedauern hat sich Eugen Gall gegen den Bebauungsplan entschieden, aber Herbert Burkhardt dafür. Und wie schon gesagt, es ging dabei um einen Bebauungsplan und nicht um die türkische Parallelgesellschaft in Heilbronn. Wenn die Baupläne nun wie gezeigt verwirklicht werden, dann ist das neue Gebäude ein städtebaulicher Gewinn.

Leider aber werden, wie wir es heute in der Heilbronner Stimme (29.4.2023: 28) lesen können, die Diskussionen weiterhin nur um fehlende Parkplätze und eine verstärkte Verkehrsbelastung geführt. Denn nachdem man der Moscheegemeinde seitens des Gemeinderats und der Stadtverwaltung jahrelang falsche Versprechungen gemacht hat, wohl nur deshalb, weil man vermutetet, dass die Gemeinde nie das Geld für einen Neubau zusammenbekommt, man jetzt dort nur noch einen Neubau verhindern kann, wenn man mit fehlenden Parkplätzen argumentiert. Ich hatte dies letztes Jahr bereits wie folgt kommentiert: Das hat auch etwas mit „Arsch in der Hose“ zu tun!

Und so wird das Thema Moschee, eigentlich Türken und vielleicht auch Islam, in Heilbronn weiterhin in den Hinterzimmern, den Fraktionsräumen und einigen Stammtischen heftig diskutiert werden. Besser wäre es, wenn man diese Diskussionen auch mit den betroffenen Mitbürgern führte! Und vor allem ganz transparent und damit zumindest von den interessierten Heilbronnern nachvollziehbar.

Dann bekäme man vielleicht sogar in der Weinsberger Straße nicht nur ein sehr attraktives Moscheegebäude und ein neues Kulturzentrum, sondern damit auch ein noch attraktiveres Stadtteilzentrum, das allen Heilbronnern — egal welcher Religionsanschauung auch immer — offen steht.

Und der dann auch deutsche Islam könnte zeigen, dass er locker mit den christlichen Religionen mithalten kann, sich für alle Menschen einsetzt und als Teil einer offenen Gesellschaft ein großer Gewinn für unser Land und unsere Stadt ist!

„What kind of a god is it that’s upset by a cartoon in Danish?“

Salman Rushdie, BILL MOYERS ON FAITH & REASON (23.6.2006)