Vandalismus bei Bauzaunbannern

Spaßbremsen 4.7 (14)

Beitragsfoto: Vandalismus bei Bauzaunbannern | © Herbert Burkhardt

Heute sind es noch 10 Tage bis zur Wahl und meines Wissens hat noch keiner verlautbart, dass es sich hierbei um mindestens eine super-duper Wahl handelt. Jene, die sich schon etwas länger mit Politik beschäftigen, die wissen um den Ernst — ja wir wählen in Heilbronn gleich zwei „Parlamente“ — beider Wahlen. Die etwas wissenschaftlicher Angehauchten unter uns diskutieren zusätzlich noch, ob beide Volksvertretungen überhaupt Parlamentscharakter besitzen, was allerdings die Bedeutung beider Wahlen keinesfalls schmälert.

Thema dieses Blog-Beitrages ist aber nicht die Bedeutung beider Wahlen, meine Leser kennen diese sicherlich, sondern ich möchte mich ein wenig über die Spaßbremsen unter uns auslassen, die keine 14 Tage vor der Wahl endlich halbwegs wach und dabei auch noch ziemlich aktiv werden. Ich kann mich nun kaum noch vor Gesprächsangeboten retten!

Allen Ernstes wurde ich gefragt, ob ich zur Diskussion „Kleinkinder erzählen Erwachsenen etwas über die Welt“ erscheine und mich entsprechend belehren lasse. Muss ich mich doch bereits mit jugendlicher Konkurrenz auseinandersetzen, die ohne Mami oder Papi nicht einmal das Rathaus findet. Gut, ich war in deren Alter ebenfalls politisch aktiv, hatte bereits eine Jugendorganisation mitbegründet und drückte selber noch die Schulbank, war dabei allerdings nicht so übergeschnappt, dass ich Erwachsenen die Welt erklären wollte. Und im Gegensatz zu diesen jugendlichen Politstars, hatte ich weder Probleme mit meiner Lehre, noch mit meinem Universitätsstudium, die ich beide erfolgreich hinter mich brachte.

Dafür erklären mir jetzt ein paar völlige Loser, die es nicht einmal fertig gebracht haben, ein soziales Jahr abzuleisten, wie man unsere Stadt nach vorne bringen oder gar besser machen könne. Bevor ich anderen erzähle wie die Welt funktioniert, sollte ich wenigstens eine Lehre oder vielleicht sogar einen Studienabschluss erfolgreich hinter mich gebracht haben und mich zudem ohne Partei ernähren können. Sobald diese Damen und Herren dann „ohne alles“ in unseren Parlamenten sitzen, schnappen sie völlig über und behandeln ihre Mitbürger wie Deppen — ok, jene, die sie gewählt haben, sind es auch!

Aber auch Bürger, die sich sonst nie für Politik und unsere Gemeinschaft interessieren, sind jetzt ganz plötzlich aktiv und fordern allen Ernstes von den Freien Wählern ein Wahlprogramm ein — wie es meine Leser wissen, haben Parteien Wahlprogramme, zumindest sollten sie neben ihren Grundsatzprogrammen welche haben. Der Charme der Freien Wähler ist es aber gerade doch, dass wir ohne Grundsatz- und Wahlprogramme Politik für unsere Mitbürger machen wollen! Damit bieten wir eine Alternative zu den durchaus wichtigen und für Demokratien notwendigen Parteien — wohlgesagt eine Alternative, wir haben nicht vor, Parteien zu ersetzen. Wir würden uns aber durchaus freuen, wenn diese zumindest etwas besser werden könnten, z. B. dadurch, dass sie verstärkt Kandidaten aufstellen, die auch selber etwas können und leisten.

Einer unsere lokalen Volksvertreter war jüngst richtig stinkig darüber, dass er zu wichtigen Gesprächen nicht mehr eingeladen wird, was ich durchaus verstehen kann, da er nichts zu sagen hat. Noch stinkiger waren ein paar völlig irre Mitbürger, die uns Freie Wähler aufforderten, u. a. die Renten zu erhöhen, die Asylanten und andere Mitbürger aus Deutschland zu entfernen und ansonsten dafür zu sorgen, dass die Wohltaten, die es wohl in der Russischen Föderation für Rentner gibt, auch bei uns einzuführen. Selbstverständlich hat man diese Forderungen mit einem Ultimatum versehen und dem Hinweis, dass wir unsere Antworten zusätzlich noch an völlig unbekannte Menschen schicken sollen.

Mit diesem Blog-Beitrag drücke ich mich gerade davor, ein paar Wahlprüfsteine zur Bildungspolitik zu beantworten, wobei die Verfasser eigentlich nur wissen möchten, was wir als Freie Wähler tun wollen, dass sie sich als Eltern noch weniger um ihre eigene Brut kümmern müssen.

Ich kann zwar selbst als Vorsitzender inhaltlich nicht für die Freien Wähler sprechen und habe deswegen einmal unsere in der Bildungs- und Schulpolitik ebenfalls versierten Mitglieder um deren Meinung gefragt, um dann doch noch höflich das eine oder andere kundzutun — man kann einfach nicht jedem Betroffenen mitteilen, dass er nicht „die hellste Kerze auf der Torte“ ist (dies habe ich gerade von Gerd Hofmann übernommen).

Aber ich kann als Freier Wähler sagen, dass ich es persönlich ganz gut fände, dass wir nicht nur einen Elternführerschein einführen, wobei Eltern nur mit einem gültigen Elternführerschein Kindergeld und sonstige Transferzahlungen erhalten, sondern gleich auch noch einen Wählerführerschein, der sicherstellt, dass alle Wahlberechtigten wenigstens ein bisschen Ahnung davon haben, was sie so alles mit ihren Kreuzchen anstellen.

Eigentlich wollte ich mich noch viel mehr und noch deutlicher hier in diesem Blog-Beitrag äußern, dann aber bat Herbert Burkhardt um Unterstützung, da einer unserer 30 Bauzäune nun bereits zum zweiten Mal von ein paar Mitbürgern aus seinen Verankerungen entfernt und ins Feld geworfen wurde. Unabhängig vom Schaden, der dabei entstand, müssten diese Randalierer doch wissen, welche Gefahr von einem nur so rum liegenden Bauzaun ausgehen kann. Und so nehmen es diese Menschen, wie übrigens die meisten weiteren Spaßbremsen auch, einfach so hin, dass ihre Mitbürger völlig unnötiger Weise an Leib und Leben gefährdet werden.


Hölle

Vereinsvorsitzender 5 (9)

Beitragsfoto: Hölle | © Amy auf Pixabay

Wenn man in Heilbronn Vereinsvorsitzender ist, benötigt man ein sehr dickes Fell. Wenn man sich dazu noch weigert, die in Heilbronn ganz normalen Spielchen mitzuspielen, dann sollte man zumindest gedient haben, denn sonst wird es sehr schnell äußerst unangenehm. Im Falle, dass man gleich noch einen zweiten ehrenamtlichen und unbezahlten Vorsitz innehat, kann man sich über unangenehme Erlebnisse wirklich nicht mehr beklagen. Und so freue ich mich heute doch ein wenig, dass ich an einem dritten Vorsitz gerade noch so vorbeigeschrammt bin, auch wenn ich das heutige Dahinsiechen meines von mir dereinst geliebten Vereines sehr bedauere. Ich bin übrigens lernfähig und lehne seither weitere diesbezügliche Angebote ab, denn man kann nicht alle retten.

Aktuell bedauere ich einen von mir sehr geschätzten Heilbronner Vereinsvorsitzenden, der es sich erlaubte, einmal eine Entscheidung zu treffen, die, wohl ganz untypisch für einen Sportverein, die Kreise einiger besonders wichtiger Heilbronner störte. Dies ist ganz besonders tragisch, da die meisten unserer Sportvereine auf städtische Almosen angewiesen sind — und deswegen wären Kriechen und Schmieren wohl die idealere Handlungsweisen.

Was mir wieder einmal vor Augen führt, welches Glück ich habe, dass die beiden von mir geführten Vereine keine Almosen benötigen, mehr noch, dass diese aus Mitgliedern bestehen, die entweder ebenfalls sehr leidensfähig sind oder mir einfach die eine oder andere weniger gute Entscheidung verzeihen können.

Meinem Vorsitzendenkollegen kann ich nur ans Herz legen, das Angebot und die Hinweise aus dem Heilbronner Gemeinderat anzunehmen. Und wenn er dann noch Lust auf Vereinsarbeit hat, ich kenne gleich zwei Vereine, die engagierte ehrenamtliche Mitarbeit sehr schätzen.

Sehr geehrte Mitglieder des Vorstandes,

im Namen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN möchte ich mich den Ausführungen der Kollegen Hinderer und Randecker anschließen und ergänze, dass ich auch als Beitragszahler bereits den massiven Auftritt der Freien Wähler bei der Bewirtung an Christi Himmelfahrt irritierend fand.

Auch kann ich nicht erkennen, in welchem Zusammenhang die beworbene Felderrundfahrt mit dem SV am Leinbach steht.

In seiner Satzung distanziert sich der Verein vom Handeln nach parteipolitischen Gesichtspunkten. Das sollte auch oder gerade in dieser Zeit gelten.

Mit freundlichen Grüßen
Holger Kimmerle

E-Mail vom 19. Mai 2024 15:37 Uhr

Um ein Missverständnis aus der Welt zu schaffen, die vom Leiter des Event-Teams der HSG Heilbronn Handball, Michael Kuhn, zum Vatertagsfest eingeladenen Freien Wähler haben allesamt ihre Rechnung bezahlt und alleine damit schon für den Verein Gewinn erwirtschaftet.

Sehr geehrter Herr Epple, sehr geehrte Vorstände des SV Heilbronn am Leinbach,

nach Rücksprache mit meinen Kolleg*innen aus der SPD-Fraktion, aber auch im Austausch mit den Fraktionsvorsitzenden der anderen demokratischen Parteien im Gemeinderat, schließen wir uns der Stellungnahme des Kollegen Thomas Randecker ausdrücklich an und begrüßen, dass er klar und deutlich darauf hinweist, was auch wir unter der gebotenen Neutralitätspflicht im Wahlkampf für geboten halten. 

Da ich mir persönlich nicht vorstellen kann, dass eine derart offensichtlich einseitige Positionierung im Sinne der Mehrheit ihrer Vereinsmitglieder ist, bitte ich Sie, die vorliegende Korrespondenz den Mitgliedern des SV-Vorstandes zur Kenntnis zu geben – unsererseits verbunden mit der Hoffnung, dass von dieser Seite eine Klarstellung des Sachverhaltes erfolgt. Vielen Dank vorab dafür.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Hinderer
Vorsitzender SPD-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat

E-Mail vom 9.5.2024 um 11:20 Uhr

Diesen Belehrungsreigen hat meines Wissens der CDU-Vorsitzende begonnen. Zum Abschluss gab noch ein weiterer, ganz besonders wichtiger Gemeinderat und Gruppenvorsitzender seinen Senf dazu; Heilbronner Fraktions- und Gruppenvorsitzende fallen einfach gerne im Rudel über uns Bürger her. Da ich Letzteren selbst noch nie ernst genommen habe, führe ich dessen unabdingbare Rücktrittsforderung auch nicht mit auf.

Sehr geehrte Vereinsverantwortliche, sehr geehrter Herr Epple, lieber Lars,

offenbar haben sich die Verantwortlichen des SV nun doch entschieden, sich öffentlich durch Plakatwerbung für einen Bewerber im Rahmen der Kommunalwahl zu positionieren. 

Wir als CDU-Fraktion halten eine gemeinsame öffentliche Veranstaltung mit einer Partei/Gruppierung in der Schlussphase des Kommunalwahlkampfes  im Rahmen der gebotenen Neutralitätspflicht gegenüber allen polit. Parteien und Bewerberinnen und Bewerber für falsch.

Ein Verein der im Rahmen der Sportförderung Mittel der Stadt Heilbronn erhält, die im Übrigen im Rahmen der HH-Beratungen vom gesamten Gemeinderat der Stadt Heilbronn beschlossen werden müssen, sollte sich in Zeiten von Wahlkämpfen politisch neutral verhalten. 

Ich begrüße es außerordentlich, daß sich auch Vereinsvorstände für polit. Ämter bewerben, – im Gegenteil das ist sogar richtig und notwendig. Nur muß man das eigene politische Engagement von sonstigen Ehrenämtern trennen. Andere Vereinsvorsitzende aus verschiedensten Bereichen haben sich in der Vergangenheit immer fair daran gehalten. Ich denke da nur beispielsweise an Herbert Tabler, der nie die SPD in die öffentliche Nähe zur TG Böckingen gebracht hat, oder an meinen verstorbenen Kammerpräsidenten Hackert, der das regionale Handwerk politisch neutral nach außen vertreten hat.

Gerade die Verantwortlichen des SV, die in Mitten wichtiger Entscheidungen stehen, haben sich in der Vergangenheit auf die Unterstützung aller polit. Parteien und Gruppierungen im Heilbronner Gemeinderat verlassen können, diese breite Unterstützung wird aus meiner Sicht auch nach dem 09.06.2024 notwendig sein und sollte nicht leichtfertig verspielt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Thomas Randecker
CDU-Stadtrat u. Fraktionsvorsitzender

E-Mail vom 18. Mai 2024 09:27 Uhr

Die Ursache für diesen ganzen Schlamassel war wohl eine Felderrundfahrt, die Herbert Burkhardt seit Jahren regelmäßig für das Ortskartell Neckargartach, die Freien Wähler und weitere Vereine und Verbände durchführt. Dies meist in Neckargartach und so kam bei einer der Fahrten die Idee auf, dass man auch Frankenbach einmal mit einbeziehen könne. Und sofort fanden sich CDU-Mitglieder, die diese Idee gut fanden und unterstützten. Wohl deswegen erklärte sich der Sportvereinsvorsitzende, welcher Frankenbach und Neckargartach mit im Revier hat, dazu bereit, ebenfalls mitzumachen.

Jetzt kann man tatsächlich über das Timing streiten, aber den meisten Teilnehmern dürfte es völlig egal gewesen sein, welche Partei, Wählergemeinschaft oder Verein das Ganze nun organisiert. Auch ich war mit dabei und vermute, dass sehr sehr viele Teilnehmer, wenn nicht CDU-Mitglieder, dann sicherlich CDU-Wähler waren. Zudem hatte ich fest mit weiteren Kandidaten der FDP, SPD und, da das Thema Biodiversität war, auch von den Grünen gerechnet — leider vergeblich.

Um aber nochmals auf die Vereinsarbeit zurückzukommen. Wenn ein Verein halbwegs funktioniert, dann nur weil sich mindestens der Vorsitzende, meist aber noch weitere Vorstandskollegen und aktive Mitglieder für „ihren“ Verein unermüdlich abarbeiten und dabei bestimmt auch den einen oder anderen Fehler machen.

Wie man mit solchen Fehlern umgeht, zeigt den Charakter eines Menschen ganz gut!

Apropos, die besagte Plakatwerbung machte für keinen Bewerber Werbung, und die Veranstaltung hat auch den anwesenden SV und CDU-Mitgliedern sehr gefallen.

„Zum guten Schluss nach gutem Brauch“ nun doch noch ein Musikvideo, welches meine aktuelle Stimmung ganz gut wiedergibt.


Grillen

Endspurt 4.3 (11)

Beitragsfoto: Grillen in Frankenbach

In 14 Tagen werden die Heilbronner über ihren neuen Gemeinderat entscheiden. Auch wenn bereits sehr viele Mitbürger kundgetan haben, dass sie schon längst per Briefwahl gewählt haben, möchten wir Freien Wähler nichts unversucht lassen und kämpfen weiterhin um jede Stimme. Wenn wir in Heilbronn etwas zum Positiven verändern möchten, dann bedarf es einer möglichst großen Freie Wähler-Fraktion im Gemeinderat.

Als Vereinsvorsitzender habe ich Herbert Burkhardt gebeten, diese Fraktion erneut im Gemeinderat anzuführen. Auf seine Erfahrung möchten und können die Freien Wähler nicht verzichten. Schön wäre es, wenn ich mich auch mit Herbert Burkhardt im Gemeinderat inhaltlich auseinandersetzen könnte. Bekanntlich verteilt man aber das Fell des Bären erst wenn dieser auch erlegt wurde. Wie es Heiner Dörner gestern bei einer Veranstaltung so schön ausdrückte, wir Freien Wähler stehen als Verein so gut da wie noch nie in Heilbronn — am 9. Juni 2024 müssen dies aber auch die anderen Heilbronner so sehen und zudem mit ihren Stimmen untermauern. Spätestens am 12. Juni 2024 sind wir dann alle etwas schlauer.

Und wie schon öfters geschrieben, der Wahlkampf hat mir auch dieses Mal sehr gut gefallen, auch wenn ich es noch besser gefunden hätte, weiterhin einfach nur so als einfacher Wahlkämpfer mitzumachen — man kann aber nicht alles haben. Positiv wurde ich davon überrascht, dass die „alten Haudegen“ bis heute mitziehen und wir zudem ein paar jüngere Freie Wähler gewinnen konnten, die hoffentlich nach dieser Wahl ebenfalls ein positives Fazit für sich ziehen werden und in Folge davon den Freien Wählern erhalten bleiben.

Schön war es wieder, dass meine bessere Hälfte und dieses Mal sogar als eigene Kandidatin an meiner Seite steht. Schön auch, dass sich ein paar Freunde dazu durchringen konnten, mich bei meinem Wahlkampf aktiv zu unterstützen — auch wenn sie sich selber in einer Partei verorten.

Erfreulich, dass zumeist jüngere Konkurrenten die Bälle, die ich in deren Feld geworfen habe, gerne aufgenommen hätten — leider wurden sie dann von ihren eigenen Mitstreitern daran gehindert. Als Beispiel möchte ich eine kleine Heilbronner Eigenart ansprechen, die noch in meiner Jugend so schön gespielt wurde: „die Besten, die Allerbesten, die Allerallerbesten usw. und sofort“. So hatte ich mich schon darauf gefreut, als eine Partei, der ich selbst einmal vor Jahrzehnten angehörte und für die ich doch so einige Wahlkämpfe gefochten hatte, mit „die Besten“ plakatierte. Ich konnte meine eigenen Mitstreiter dafür gewinnen, dass wir nun selbst mit „die Allerbesten“ antworteten.

Weniger erfreulich, wie gestern ein Fraktionsvorsitzender reagierte, den ich selbst noch aus dem Konfirmationsunterricht kenne, als er den folgenden Zeitungsartikel in der Heilbronner Stimme zur Kenntnis genommen hatte — absolut unprofessionell.

Dieser Zeitungsartikel ist nicht einfach so aus den Wolken gefallen. Über Wochen hinweg habe ich versucht, diesbezüglich mit den Fraktionsvorsitzenden und dem zuständigen Bürgermeister zu sprechen — die haben sich, wie üblich bei unangenehmen Bürgeranfragen, nur tot gestellt. Und so haben wir Joachim Friedl gebeten, sich unsere Sorgen einmal anzuhören. Zugegeben, ich hätte nie daran gedacht, dass er so einen gelungenen Artikel daraus macht.

Weniger tot stellten sich die Fraktionsvorsitzenden als es um die gestrige Veranstaltung der Freien Wähler mit einem anderen Verein ging. Sobald sie davon Wind bekommen hatten, scheuten manche nicht einmal davor zurück, dem Vereinsvorsitzenden auch noch schriftlich zu drohen. Ich kann es verstehen, dass bei manchen im Wahlkampf die Nerven etwas blank liegen, aber wie wenig seriös sie sich dann dabei benehmen können, lässt nichts Gutes für unsere Zukunft erahnen. Der Vereinsvorsitzende wollte selbst keine Anzeige riskieren und auch nicht, dass die Parteien den von ihm vertretenen Verein nicht weiter unterstützen, und knickte ein. Ich gehe einmal davon aus, dass dieser Verein auch künftig keine ausreichende Unterstützung erhalten wird, denn dazu müsste der Verein schon einen Gemeinderat mit Parteibuch in den Vorstand holen — das funktioniert in Heilbronn ganz gut.

Dies alles bleibt sehr vielen Heilbronnern allerdings nicht verborgen und so war ich gestern überrascht, wie deutlich solches Verhalten von den Bürgern angesprochen und bewertet wurde. Besonders gefallen hat es mir, als ein langjähriges Mitglied einer Partei erklärte, dass man unsere Stadtverwaltung nicht nur sehr stark ausdünnen müsste, sondern dazu auch noch die Mitarbeiter viel besser für deren eigentliche Aufgaben und Tätigkeiten qualifizieren — einschließlich einer zeitgemäßen Digitalisierung.