Schnappschuss

20.4.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Bulgarien

Ein Land das ich selber nur aus dem Erich von Manstein-Buch „Verlorene Siege“ her kenne. Auch wenn ich schon einmal einen Botschafter aus Bulgarien bei einer Veranstaltung begrüßen durfte, hat es mir dieses Land auch nicht viel näher gebracht. Nun haben die Bulgarien gewählt, wieder einmal. Und so dürfte nun ein Ex-Politiker ein Ex-Ex-Politiker sein, was das auch immer für diese Land bedeuten mag.

Man kann es vielleicht sogar positiv sehen, dass Rumen Radev General ist. Dann aber muss man zur Kenntnis nehmen, dass er aus der Sowjetzeit stammt und wie diese Generale denken und agieren, sehen wir aktuell in der Ukraine ganz gut.

Ob das mit Bulgarien jemals etwas werden wird, darf durchaus bezweifelt werden. Selbst die Europäische Union hat sich nun schon ein paar Jahrzehnte daran die Zähne ausgebissen. Auf alle Fälle aber werden die Bulgaren immer weniger und so löst sich auch dieses Problem demnächst rein biologisch.

Vermischtes

Gestern noch ganz spontan eine Runde Siedler von Catan gespielt; da ich gewonnen habe, war der Einstieg in diese Woche etwas weniger unangenehm. Wann für mich die Montage beginnen, darüber habe ich hier im Blog schon öfters geschrieben. Meinen Sieg feierte ich damit, dass ich mir nochmals „Secuestro a domicilio“ (2009) anschaute — ich fand sogar noch weitere Dinge, über die ich mich im Film köstlich amüsieren konnte. Auch Andreas Lochner hat den Film inzwischen angeschaut.

Heute morgen eine Runde mit dem meseno-Bus, wobei dieser von mir wieder halbleer zurückgegeben wurde — ist einfach nicht meine Woche. Positiv betrachtet, ich musste weniger schleppen. Realistisch betrachtet, werden wir die Kosten für die heutige Tankfüllung nicht hereinfahren können. Nun bin ich einmal gespannt darauf, ob mir künftig die nette Dame an der Tanke eine Schachtel Pralinen überreicht oder ob es andere Benefits für Premiumkunden gibt — ein bloßes Lächeln ist da viel zu wenig und könnte durchaus als Grinsen missverstanden werden.

Die schlaueren Bundesbürger oder auch jene mit einem dickeren Geldbeutel sehen auch hierbei wieder das Ganze etwas entspannter. Diese fahren nämlich schon länger staatlich subventionierte E-Autos, die sie mit staatlich subventionierten Solarpanelen betreiben. Jetzt schon kann man es absehen, dass sobald die Macht des Faktischen hemmungslos zuschlägt und alle Autofahrer E-Autos fahren und alle Hausbesitzer auf Wärmepumpen umsteigen müssen, es keine staatlichen Subventionen mehr geben wird.

Ungefähr seit Anfang der 1980er-Jahre haben wir das Transfersystem so umgestellt, dass dieses schwerpunktmäßig den schlauen oder reichen Bundesbürgern dient und sind damit wieder in die guten alten Zeiten zurückgekehrt, die wir eigentlich nicht mehr wollten. „Back to the Future“ oder vorwärts in die Vergangenheit haben schon länger die Politik der „Rin in de Kartüffeln, rut ut de Kartüffeln abgelöst“.

Man könnte auch unumgängliche Veränderungen erkennen und konstruktiv begleiten, dazu müsste man aber das eigene Hirn benutzen.

Ok, jetzt joggen sogar Roboter schneller als wir Menschen! „Mein Roboter joggt schneller als deiner“ wird wohl in Kürze „Meine KI schreibt längere Blog-Beiträge als deine“ ersetzen. — wir Menschen ändern uns wohl nie und dürften damit demnächst völlig obsolet sein. Dazu passt es ganz gut, dass die Sache mit dem Sex und der Reproduktion langsam aber sicher in den Hintergrund tritt — aufs Mobiltelefon starren ist da viel zeitgemäßer.

„Hast Du jetzt eigentlich eine feste Freundin?“

„Nein, immer noch die Schwabbelige.“

Gleich morgen gibt es erst ein Nichtkäffchen mit Detlef Stern und danach geht es in die Vorlesung. Nun bin ich gespannt darauf, ob mich die Studenten diese Woche ein wenig aufheitern können.

Nachtrag

1991 äußerte sich Helmut Schmidt über die Zukunft Europas und der Welt. Zeit, um sich seine Aussagen nochmals auf der Zunge zergehen zu lassen.

Oops Upside Your Head

Heute muss es einfach ein Hit aus 1979 sein. Wer kennt eigentlich noch The Gap Band? Diese Woche wird schwierig werden und dies sogar mit vorheriger Ankündigung — plötzliche Katastrophen gefallen mir eindeutig weit besser! Jene, die sich über Monate vielleicht sogar über Jahre hinweg an einen heranschleichen ohne dass man dabei wirklich und auch nur ein klein wenig ändern kann, sind zumindest für mich das Unangenehmste, was es so geben kann. Da reichen die Beatles nicht (kleiner Insider). Und so müssen nun stärkere Geschütze ran.

Ursprünglich hieß der Song noch „I Don’t Believe You Want to Get Up and Dance (Oops!)“ und ist auf der Platte „The Gap Band II“ (1979) zu finden.

Noch passender dazu The Sequence mit „Funk You Up“ (1979)! Die New York Times macht heute damit auf, dass Gwendolyn Chisolm verstorben ist, mit einem Song, den ich schon damals als „Fuck You Up“ wohl völlig missverstand.

Auf alle Fälle bin ich froh darüber, dass ich ausreichend „Munition“ habe, um auch die unangenehmsten Zeiten mit passender Musik begleiten zu können.


Fediverse Reactions
Lesezeichen

Spiel mit der Bande 5 (1)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Alexander Haneke | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Warum hat Viktor Orbán so verdächtig schnell aufgegeben? (zuletzt aufgerufen am 19.4.2026, 11.25 Uhr)

„In Budapest jubeln die Unterstützer von Peter Magyar. Nur den reibungslosen Machtwechsel finden sie verdächtig: Was, wenn Orbán schon an seiner Rückkehr arbeitet? …

In der Propaganda zeigte sich das alte Prinzip: Wenn kein Wettbewerb der Ideen herrscht, sondern Loyalität vor Leistung geht, kann keine Qualität entstehen. …

So wurde es möglich, dass Magyar in einer Wahl triumphieren konnte, die zwar alles andere als fair, aber immerhin frei war. Nun muss der Neugewählte schnell zeigen, dass es den Leuten in einem klassisch liberalen System besser geht, sonst könnte die Wählergunst bald wieder umschwenken. Dass Orbán seine Niederlage so schnell eingestand, erschien vielen Ungarn verdächtig. „Orbán denkt bereits an den nächsten Zug“, vermutete ein junger Mann in der Wahlnacht. „Er tritt freimütig ab, damit er bald als ordentlicher Demokrat zurückkehren kann.““


Auch wenn ich mich über den Wahlausgang sehr freue und mich selber gewundert habe, wie schnell Viktor Orbán abgetreten ist, zeigt auch diese Entwicklung wieder ganz gut, dass wir insgesamt ein echtes Demokratieproblem haben.

Vor gut zehn Jahren fragte ich mich bereits in einem Blog-Beitrag, ob wir Europäer überhaupt demokratiefähig seien? Ich glaube, dass dieser Beitrag ganz gut die jüngste Entwicklung in Ungarn erklären kann.


Fediverse Reactions
Jammern

19.4.02026 5 (9)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Jugendwahn

Angeregt von ein paar Diskussionen der letzten Tage, wobei ich sowohl mit alten Herren wie auch mit jüngeren Menschen sprach, komme ich wieder auf ein unschönes Thema zu sprechen: politische Jugendorganisationen. Die meisten Menschen unterliegen einem Jugendwahn. Menschen, die älter als ich sind, versuchen mit allen Mitteln, jugendlich zu sein und machen sich dabei selbst zum Narren. In Florenz konnte ich über 70-Jährige schmunzeln, die wie Zwanzigjährige gekleidet, in Begleitung von 30-jährigen Damen in oder aus Autos stiegen, die selbst Teenagern Probleme bereiten würden. Aber jeder so, wie er es möchte.

Echte Probleme bereiten mir die Mittelalten in „meinem“ Verband, die auf Teufel komm raus als Jugendliche gelten wollen. Auch wenn ich Verständnis dafür habe, dass sie unbedingt Karriere machen möchten, so habe ich kein Verständnis dafür, dass sie dies auf Kosten anderer versuchen.

Inzwischen mehren sich die Aussagen von Mitgliedern unter 35 Jahren, dass sie keine Angehörigen unserer „Jugendorganisation“ sein möchten. Was ich sehr gut verstehen kann, denn auch ich wollte spätestens als 19-Jähriger voll und ganz zu den Erwachsenen zählen. Inzwischen dürfen 16-Jährige wählen und zählen damit politisch betrachtet ganz offiziell zu den Erwachsenen. Leider gibt es aber in meinem Verantwortungsbereich schon lange keine Jugendlichen mehr. Für potenzielle Mitglieder zwischen 14 und 21 Jahren stellen wir aber sehr gerne einen Jugendbeauftragten zur Verfügung; wobei meine Erfahrung zeigt, dass dieser nicht älter als 34 Jahre sein darf.

Was aber das Problem unserer Mitglieder unter 35 Jahren nicht löst, die schon immer inklusiv denken und als vollwertige Mitglieder handeln und agieren. Denn unser Verband sieht für diese ganz automatisch eine Zwangsmitgliedschaft bei den JEF vor.

Wie wir inzwischen sehen können, hilft diese Zwangsmitgliedschaft unserem Verband nicht mehr so richtig, sie dient einzig und allein nur noch dazu, um Karrieristen auf Kosten anderer Mitglieder ein Podium zu bieten. Unser Jugendwahn hat schon längst dafür gesorgt, dass die echte Jugend unter den Tisch gekehrt wurde oder verständlicherweise mit alten Menschen, die sich als Jugendliche gerieren, einfach nichts anzufangen weiß — sich wahrscheinlich sogar vor diesen ekelt.

Wir müssen dringend unseren Jugendwahn beenden — das wäre inklusiv gedacht (!) — und uns dafür wieder mehr um unsere eigene Jugend kümmern! Selbstverständlich auch bereits zuvor um unsere Kinder!

Durch dieses Kümmern werden diese Menschen zu engagierten Erwachsenen, die es überhaupt nicht nötig haben als Mittdreißiger auf der Jugendwelle zu reiten und schon gar nicht, um sich später mit Ende 50 an 20-Jährige heranzuwanzen.

Vermischtes

Gestern durfte ich ein paar guten Gesprächen beiwohnen, wobei ich aber, wenn ich näher darüber nachdenke, bei der einen oder anderen Diskussion völlig anderer Meinung bin. Wer in Gremien mitarbeiten möchte, der muss auch Verantwortung übernehmen! Die jüngst angedachte Lösung, Verantwortung auf möglichst viele Schultern zu verteilen, um selber keine mehr übernehmen zu müssen, ist ein Holzweg! Entscheidungen haben immer Konsequenzen, auch für einen selbst. Wer dies verneint, der soll und darf keine Entscheidungen treffen.

Im Anschluss noch kurz entschlossen die Enkeltochter besucht. Heute geht es dann wieder an die Vorbereitung der kommenden Vorlesung.

Erfreulich, dass es inzwischen auch mit den Koalitionsverhandlungen vorangeht. Spannend ist für mich dabei, wie man Europa im Koalitionsvertrag verankern möchte.

Gratulation

Als ich gestern Abend wieder von einer spontanen Tour de Pfalz zurück war, fand ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „20 Jahre“ von Detlef Stern in meiner Timeline. Die Zeit fliegt, so sagt man zumindest; es könnte aber auch sein, dass es diese gar nicht gibt und wir mit diesem Konstrukt nur Ordnung in unsere eigenen Gedanken und Vorstellungen bekommen möchten.

Gedanken in Blogs zu fassen, dürfte auch noch künftig eine gute Sache sein, zumindest so lange es noch die eigenen Gedanken sind. Manche Blogger haben bereits selbst das eigene Denken einer sogenannten KI überlassen.

Sehr schade wäre es, wenn es keine lange Woche mehr gäbe; von mir aus darf es gerne auch eine kurze (kleiner Insider) sein. Darüber, warum Effizienz das Denken töten soll, könnte man bestimmt einen Blog-Beitrag schreiben. Einig dürften wir uns aber darin sein, dass künstliche Intelligenz das Denken gerade jener tötet, die schon lange mit dem Denken aufgehört haben, vorausgesetzt, dass diese Menschen jemals damit begonnen haben.

Die Auffassung einiger Blogger, dass KI einfach nur ein weiteres Tool sei, kann ich auf alle Fälle nicht teilen.