Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

20.5.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

Schmutzkampagne

Auch der netteste Mensch kann nicht in Ruhe leben, wenn es der böse Nachbar nicht will. Und dies war wohl schon immer so. Über die Jahre hinweg habe ich mir deshalb auch ein sehr dickes Fell zugelegt und überlege mir ganz gut, ob es Sinn macht oder gar notwendig ist, um auf eine Schmutzkampagne zu antworten.

Denn bei näherer Betrachtung ist es überhaupt nicht zielführend, sich mit dem einen oder anderen Menschen zu befassen, und manchmal ist man selbst als Adressat einer solchen Kampagne nicht einmal vom Initiator gemeint — manche Soziopathen sind bei der Auswahl „ihrer Opfer“ einfach wenig wählerisch.

Ich hatte diesbezüglich bereits einmal einen entsprechenden Blog-Beitrag geschrieben und diesen mit „die Müllabfuhrregel“ überschrieben.

Gestern erreichte mich allerdings eine Anfrage, wobei ich versprach, weil ich das Opfer der Kampagne selber kenne, einmal bei diesem nachzufragen. Josip Juratovic MdB muss sich aktuell mit sehr unschönen Dingen auseinandersetzen, denn er hatte zu einer Sache, die er aus eigener Erfahrung heraus sehr gut kennt, eindeutige Stellung bezogen. Seine Stellungnahme hat ganz offensichtlich nicht allen Mitbürgern gefallen und so kursieren nun die unmöglichsten Anschuldigungen durch die Sozialen Medien.

Und wie ich es mir bereits dachte, Josip Juratovic wird gerade mit einer waschechten Schmutzkampagne überzogen. Ich lasse hier einmal am einfachsten Josip gleich selber zu Wort kommen.

„Natürlich bin ich – wie schon immer – auch weiterhin für einen EU-Beitritt Bosnien-Herzegowinas. Und die Unterstellung, ich wäre für Putins Angriffskrieg kann ich nur aufs schärfste zurückweisen. Ich stehe unverrückbar für die Linie von Olaf Scholz, bei der wir klar an der Seite der Ukraine stehen und mit Waffenlieferungen und humanitärer Hilfe unseren Beitrag leisten. 

Es ist wahr, dass ich den Antrag zu Bosnien-Herzegowina der drei Ampel-Fraktionen noch ändern wollte. Ich halte nichts davon Izetbegovic als die pro-europäische Hoffnung zu inszenieren. In meinen Augen müssen wir die Demokraten in Bosnien-Herzegowina unterstützen. Deshalb gilt es nach wie vor die Nationalismen auf allen Seiten auf dem Westbalkan mit Namen zu benennen und zu bekämpfen und durch die aktive Unterstützung von Netzwerken der Demokraten in der gesamten Region, den lang versprochenen Weg in die Mitgliedschaft der Europäischen Union umzusetzen.

Dies habe ich deutlich gemacht und deshalb darauf gedrängt, den Antrag zu ergänzen, in dem ich verlangt habe, dass alle drei Nationalisten mit Namen erwähnt werden. Dagegen gibt es eine Organisation die der Meinung ist Izetbegović sei kein Nationalist und ich würde damit nur Separatisten unterstützen die putinfreundlich seien.

Wie üblich versucht jede Seite in Bosnien-Herzegowina dabei diejenigen zu diskreditieren, die nicht ihrer Meinung sind. In diesem Fall hat es mich getroffen und mir werden unhaltbare Unterstellungen gemacht.

Ich werde mich auch zukünftig für ein demokratisches Bosnien-Herzegowina einsetzen und mich durch solche Unwahrheiten nicht aufhalten lassen!

Ich hoffe, ich konnte damit etwas Licht ins Dunkel bringen. Solltest Du noch weitere Fragen haben, melde Dich bitte einfach.“ 

Josip Juratovic, E-MAil vom 20. Mai 2022

Auch ich kenne den Balkan ein wenig und pflichte Josip unumwunden bei, denn wenn ich eines als Konfliktbeteiligter auf dem Balkan gelernt habe, dann, dass es dort keine Seite gibt, die sich einer weißen Weste rühmen könnte. Und Alija Izetbegović ist in meinen Augen keinen Deut besser als die anderen damals Beteiligten. Deshalb kann ich Josip Juratovics Antrag nur unterstützen und bedauere es sehr, wenn sich die anderen MdB von einer einzelnen Seite einvernehmen lassen.

Nieselregen

Alle paar Jahre erlebe ich in Kalifornien mal wieder etwas Regen, und seit heute Morgen einen leichten Nieselregen. Was mich allerdings nicht davon abhält, um das Jacuzzi weiterhin ausgiebig zu nutzen — ich drehe einfach die Temperatur etwas höher.

Das Beste an meiner Auszeit ist allerdings, dass sich mein Bücherstapel etwas lichtet, und ich mich so richtig gerade in jene Bücher vertiefen kann, für die ich bereits zuvor mehrere Anläufe benötigt hatte.

Und so genieße ich das Leben nach bestem Wissen und Gewissen und lasse die meisten unschönen Dinge einfach an mir abtropfen. Deshalb bitte ich auch um Verständnis dafür, dass ich aktuell Telefonanrufe nicht entgegennehme.

Geburtstage des Tages

John Stuart Mill und Honoré de Balzac


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

17.5.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

Abendessen

Einen ereignisreichen Tag konnte ich zusammen mit meiner besseren Hälfte bei einem gemeinsamen Abendessen in Frankfurt beenden. Mein Dank gilt allen, die dies, wenn nun auch sehr kurzfristig, möglich gemacht haben.

Und jetzt schaue ich sehr zuversichtlich auf den kommenden Tag, blättere noch ein wenig in der Heilbronner Stimme von morgen und erspare mir dabei auch den einen oder anderen Kommentar.

Wenn alles gut geht, dann wird es doch noch etwas mit der beabsichtigten — wie auch notwendigen — Auszeit.

Zur Kasse

Das „Schöne“ am Krieg ist, dass es jeden Beteiligten dazu zwingt, tatsächlich auch zur Kasse zu treten. Und dann holt einen die blanke Realität schneller ein, als es den meisten lieb ist. Und jene, die weniger Fehler als die anderen gemacht haben, können darauf hoffen, nicht als Verlierer vom Platz gehen zu müssen.

Wie wir es in der Ukraine erneut mit ansehen müssen, sind es die sozialistischen Systeme, die eine Konfrontation mit der Realität am wenigsten gut vertragen. Man könnte nach all den Jahrzehnten auch seine Lehren daraus ziehen und es wäre bestimmt auch keine schlechte Idee, um einmal von den Fehlern anderer zu lernen.

Leider gucken wir uns das Ganze erneut nur vom Seitenaus an, versuchen höchstens dabei noch selbst Kasse zu machen, ohne uns wenigstens auch nur halbwegs zu bemühen, aus den Fehlern der anderen zu lernen.

So wird die Robotik weiterhin verteufelt werden, und man erklärt uns allen zudem, dass jede knapp 50 Kilogramm schwere oder auch nur völlig „adipositive“ Person — am besten jene, die man sonst nirgends unterbringen kann — eine der künftigen „Generalissimi“ ist.

Eignung, Leistung und Befähigung sind auch bei uns inzwischen nur noch reine Verhaltensauffälligkeiten, die zudem jede Karriere zerstören.

Vladimir Putins wundert sich gerade darüber, dass seine „Spezialoperation“ so unrund läuft. Seien wir dabei doch alle froh, dass es bei uns noch zu keinem Krieg gekommen ist, denn auch wir kämen aus dem Wundern und Staunen nicht mehr heraus.


Geburtstag des Tages

Eithne Patricia Ní Bhraonáin

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

16.5.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Idee

Heute sprühe ich nur so vor Ideen, muss wohl am Hustensaft liegen. Man könnte doch die Nichtwähler ausdrücklich von Anfang an mit in der Auszählung berücksichtigen und danach auch die „Partei“ oder Wählergruppe der Nichtwähler mit aufführen.

Und damit wieder etwas Leben in unsere Demokratie kommt, bekommt die Wählergruppe gemäß ihrer Stimmenanzahl Parlamentssitze zugesprochen. Und diese Parlamentssitze werden dann per Losverfahren zwischen allen passiv Wahlberechtigten vergeben.

Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Demokratie völlig neu aufblühen und künftige Regierungspolitik sicherlich nicht schlechter werden wird. Aber mit soviel Demokratie werden unsere Berufspolitiker wohl kaum noch umgehen können!

Lufthansa

Für einen erfreulichen Wochenstart sorgte ein Telefonat meiner besseren Hälfte mit einer Lufthansa-Mitarbeiterin; unbekannter Weise ein großes Lob von mir an diese.

Da ich immer noch mit den Nachwirkungen einer Männergrippe zu kämpfen habe, müssen meine bessere Hälfte und auch ich noch etwas flexibler als sonst sein. Das Erfreuliche daran ist, dass die Lufthansa mit so viel Flexibilität keine Probleme hat, und meine bessere Hälfte nach all den Jahren mit Männergrippen umgehen kann.

Und so bleibt es weiterhin spannend, und ich gucke mal, was der Tag oder die Woche noch so alles an Überraschungen zu bieten hat.

Obwohl ich eigentlich mit den Überraschungen, die mich alleine gestern Abend noch per E-Mail erreicht haben, voll und ganz beschäftigt wäre. Dabei ist das wirklich Spannende, ob und wie ich dies jemals als eigenständigen Blog-Beitrag öffentlich machen kann, ohne dass ich von Winkeladvokaten belästigt werde?

Nichtwähler

Inzwischen sind die Nichtwähler mit 44,5 % aller Wahlberechtigten die größte Partei in NRW, danach kommt der Wahlsieger, die CDU, mit 35,7 % [19,8 % der Wahlberechtigten]. Als Gewinner der Wahl kann man allerdings die Grünen bezeichnen, die mit 18,2 % [10,9 % der Wahlberechtigten] die größten Zuwächse zu verbuchen haben und wohl auch die einzige Partei sind, die noch Nichtwähler für sich gewinnen konnte.

Die SPD wurde für ihre Inhaltslosigkeit belohnt und die FDP für ihre Minister, was wiederum Christian Lindners Aussage bestätigt: „Lieber nicht als schlecht regieren.“ Auch durften wir erfahren, dass kleine Skandale einer Partei eher nutzen als schaden, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass viele Wähler inzwischen schon froh darüber sind, wenn sie es nur mit „kleineren Verbrechern“ zu tun haben.

Das Gute an der Wahl war, dass die Linke marginalisiert wurde und auch die Nazi-Partei Federn lassen musste — aber auch hier besteht weiterer Verbesserungsbedarf.

Und das wirklich Interessante an der Wahl wird die kommende Regierungsbildung sein. Das Gute daran, dass die Wähler wie auch die Nichtwähler damit die kommenden Jahre leben werden müssen — vielleicht motiviert das dann den einen oder anderen, um das nächste Mal wieder wählen zu gehen.

[Ich habe die echten Prozentsätze mit hinzugefügt, um einmal die Herausforderung besser zu verdeutlichen, vor der wir Demokraten eigentlich stehen. Einfach nur schönreden und auszählen, wie es am besten aussieht, hilft dabei nicht weiter. Und der Vollständigkeit halber, auch noch die SPD: 14,8 % und die FDP: 3,2 %]

Geburtstag des Tages

Liberace