Blitz

1 111 4.8 (5)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Als ich gerade im Backend meines Blogs unterwegs war, durfte ich feststellen, dass sich dort inzwischen 1 111 Beiträge angesammelt haben. Was mich nun interessanterweise sofort an die verschiedensten Kilometerstände meiner Autos erinnert, die ich über die Jahrzehnte hinweg erreichte.

Ob ich mich heute noch über solche Meilensteine freue, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber 1 111 Blog-Beiträge sind doch noch eine Erwähnung wert — glaube ich zumindest einmal.

Davon, so das Backend, habe ich selbst über 1 000 verfasst, was ebenfalls eine Erwähnung wert ist.

Was mich nun aber weiter fragen lässt, wie viele Blog-Beiträge inzwischen von mir hier wieder gelöscht wurden oder gar bei einem der Umzüge auf ein neues Contentmanagement-System — letztmals 2017 — einfach von mir nicht übernommen wurden?

So ist die Zahl 1 111 zwar eine Schnapszahl, welche darüber hinaus nicht wirklich eine weitere Aussagekraft besitzt. Anders vielleicht die Tatsache, dass sich auf meinem Weblog nun über 1 000 Beiträge angesammelt haben, die den Lesern eine ganze Menge an Lesestoff und vielleicht auch Anlässe zu Diskussionen bieten.

Zum Schluss noch ein Dank an alle Gastblogger, die hier seit 2020 Beiträge veröffentlichen. Von diesen sind immerhin noch 85 vorhanden.

Zur Feier des Augenblicks hier noch als römische Zahl: MCXI


Europa böckelt

Europa bröckelt 5 (1)

Beitragsfoto: Zerfallende europäische Flagge | © Shutterstock

Am 9. Mai 2023 konnten wir ein letztes Aufbäumen der bekennenden Europäer beobachten, was schon alleine aufgrund der Größe des dort versammelten Häufchens nicht einmal mehr von der Lokalpresse zur Kenntnis genommen wurde. Einzig mit Guy Verhofstadt war noch ein nennenswerter Politiker vertreten.

Derweil hielten ein paar Spitzenpolitiker vor ihren jeweiligen Höfen die üblichen Sonntagsreden, wobei kein einziger von denen ein einziges Wort selber glaubt, geschweige denn bereit ist, diese Versprechen jemals in die Realität umzusetzen.

Schlimmer noch, sie holen zeitgleich ihren nationalistischen Werkzeugapparat aus der Mottenkiste, einzig um durch plumpen Populismus bei ihren Wahlvölkern zu glänzen. Europäische Lösungen werden seit über 70 Jahren meist und wenn nur irgend möglich gemieden, weil diese die jeweiligen Pfründe der amtierenden Amtsinhaber und ihrer Gefolgsleute gefährden, ja schlimmer noch grundsätzlich infrage stellen.

Und so ist es Europapolitik geworden, die bekannten tragfähigen Lösungen zwar zu versprechen, aber zeitgleich mit allen möglichen Mitteln bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag hinauszuzögern. Was nun dazu führt, dass die Gesamtsituation in Europa immer schlimmer und unerträglicher wird. Die Schuld daran wird gekonnt allerseits auf Europa abgeschoben und die Egoismen sorgen dafür, dass die angegangenen nationalen und völlig antiquierten Lösungsversuche immer kleinkarierter und kleinstaatlicher werden — bald streiten sich bei uns nicht nur die Bundesländer, sondern in Kürze auch noch die Kreise und Gemeinden um ihre letzten Hemden.

Und selbst die Europäischen Föderalisten befinden sich nach über 80 Jahren in der Auflösung, die schon immer bestehenden internen Gräben werden tiefer und viele verlassen enttäuscht unsere Bürgerbewegung. Manche Verbände bestehen nur noch auf dem Papier oder verlassen nun wie die Tschechen ganz offiziell und geschlossen den Verband.

Andere Europäische Föderalisten ziehen sich ebenfalls ganz uneuropäisch auf ihre jeweiligen Kreisverbände zurück und hoffen, die jüngsten nationalistischen Stürme in der „inneren Emigration“ überdauern zu können. Andere wiederum versuchen verzweifelt mit halb garen Verfassungsentwürfen und schnellen Appellen die Unionsbürger (besonders dabei die Volksvertreter) doch noch zu einem Bundesstaat bewegen zu können — was man in 70 Jahren nicht geschafft hat, wird man nun auch nicht mehr hinbekommen.

Und da hilft es auch nicht, dass man eigentlich den mehrheitlichen Bürgerwillen auf seiner Seite hat und dass sich selbst die Mehrheit der Abgeordneten im Europäischen Parlament für einen solchen Bundesstaat ausspricht, denn die dies entscheidenden Politiker werden es erneut und gekonnt zu unterdrücken wissen.

Wir hier in Heilbronn versuchen bis zuletzt die Stellung zu halten und als EUROPA-UNION Kreisverband durch den aufziehenden Orkan zu kommen. Zudem versuchen wir weiterhin mit allen noch Gleichgesinnten die Verbindung zu halten und weiterhin bei unseren Mitbürgern für einen föderalen europäischen Bundesstaat zu werben.

Auch wir wissen, dass man die meisten Dinge auf der lokalen Ebene lösen kann und muss. Aber im Gegensatz zu vielen Mitbürgern erkennen wir, dass man sich bei Dingen wie Klimakatastrophen und Weltkriegen weder wegducken noch diese lokal verhindern kann, geschweige denn, dass man deren Auswirkungen ganz alleine in den Griff bekommen wird.

Und deswegen hoffen wir bis zuletzt, dass möglichst viele Mitbürger aus Heilbronn und ganz Europa unser Gesprächsangebot am 23. September 2023 annehmen und zusammen mit uns über eine positive Zukunft Europas sprechen und gerne auch diskutieren.

Wenn wir es mehrheitlich nur wollten und auch dafür eintreten, dann könnten wir tatsächlich noch die Kurve bekommen!


„Wer in europäischen Dingen nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“

Walter Hallstein, zitiert in Karlheinz Koppe, Das grüne E setzt sich durch (1967: 164)

Habe beim Veröffentlichen festgestellt, dass ich bereits 2014 diesen Titel verwandte. Hat sich seither etwas gebessert?

Blick auf Heilbronn

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Beitragsfoto: Blick auf Heilbronn

Perioden

Unsere Parlamente und Gemeinderäte werden traditionell alle vier bis fünf Jahre neu gewählt. Der Deutsche Bundestag wird dabei von Anbeginn alle vier Jahre neu gewählt. Dessen Legislaturperiode dauert in der Regel vier Jahre. Sie beginnt mit der Konstituierung des neuen Bundestages, der spätestens am 30. Tag nach der Bundestagswahl zusammenkommen muss. Mit dem Zusammentritt des neuen Bundestages endet die Wahlperiode des vorangegangenen Bundestages. 

Nun soll der Bundestag nur noch alle fünf statt alle vier Jahre gewählt werden, wobei sich die Parteien einig zu sein scheinen. Ich halte diese Änderung gerade in der heutigen Zeit für unangebracht und freue mich darüber, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine bin.

130 000

Erstmals soll Heilbronn über 130 000 Einwohner haben. Und so wie Heilbronn vor ein paar Jahrzehnten nur deshalb Großstadt werden konnte, weil die meisten Neubürger aus dem Ausland in die Stadt kamen, so wird auch diese neue Marke — welche übrigens keinerlei Bedeutung hat — nur wegen eines weiteren Zuzugs von Menschen meist aus Krisen- und Kriegsregionen überschritten.

Und dabei zeichnet es sich immer mehr ab, was übrigens nur ganz folgerichtig ist, dass die „bereits heimische“ Bevölkerung zur Minderheit wird. Um dies zu ändern, hätten wir Deutschen spätestens in den 1970er-Jahren massiv für mehr eigenen Nachwuchs sorgen müssen — was wir, egal wie der Staat auch das Kindergeld erhöhte — einfach nicht taten. Und wie die Heilbronner Stimme gestern bekannt gab, zieht es nun wohl zudem viele „heimische“ Heilbronner in die Randgebiete, und die Innenstadt selbst wird dabei immer internationaler — was ebenfalls nur folgerichtig ist.

Um künftig ein modernes und zeitgemäßes Heilbronn zu erhalten, müssen wir dringend an mindestens zwei Stellschrauben drehen. Erstens muss Bildung und Ausbildung für alle möglichst gleich zu erreichen sein — wir müssen die öffentlichen Schulen wieder in den Schwerpunkt und Fokus sämtlicher Bildungsbemühungen stellen und Bildungsverweigerung muss schleunigst sanktioniert werden.

Zweitens müssen wir den ebenfalls in den 1970er-Jahren begangenen strukturellen Fehler beheben und die Heilbronner Randgebiete endlich eingemeinden: Neckarsulm (26 000 Einwohner), Erlenbach (5 000 Einwohner), Weinsberg (13 000 Einwohner), Untergruppenbach (8 000 Einwohner), Flein (7 000 Einwohner), Talheim (5 000 Einwohner), Nordheim (9 000 Einwohner) und Leingarten (11 000 Einwohner).

Damit würde Heilbronn locker die 210 000er-Marke überschreiten und wäre nicht nur für professionelle Verwaltungsfachleute so langsam, aber sicher eine sehr attraktive Stadt, sondern könnte manche dringend notwendige Infrastrukturmaßnahme besser angehen, finanziert und in den Griff bekommen.

Und auch das Land könnte eine adäquate Schienenanbindung Heilbronns nicht mehr verhindern.

Parken

Ich gehöre zu jenen Heilbronnern, die, wenn sie in der Stadt mit dem Auto unterwegs sind, auch Parkhäuser nutzen. Und so mache ich immer wieder die unterschiedlichsten Erfahrungen, komme aber bis heute nicht umhin, mein Missfallen gerade gegenüber jenen Bürgern auszudrücken, die die gut 5 000 öffentlichen Parkplätze in Heilbronn wie der Teufel das Weihwasser scheuen und lieber minutenlang durch die Innenstadt kurven, um dort einem Anwohner einen kostenfreien Parkplatz wegzunehmen.

Am liebsten sind mir jene Heilbronner, die gleich in der Fußgängerzone oder gar auf sämtlichen Gehwegen parken und dies werden dank der blinden Mitarbeiter des Ordnungsamtes oder auch einer höheren Weisung der Stadtspitze von Jahr zu Jahr mehr. Selbst unsere wenigen Grünflächen sind inzwischen die optimalen Abstellplätze für Fahrzeuge aller Art. Und dabei haben wir doch schon die Neckarhalde verkleinert, damit man seine unnützen Fahrzeuge möglichst billig dauerparken kann.

Ganz Wagemutige stellen inzwischen ihre Autos zwischen den Straßenbahnschienen in der Moltkestraße ab und es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis die ersten SUV die Treppen zur Harmonie erklimmen.

Vor Kurzem musste ich nach Bad Wimpfen und mir dort einen Parkplatz suchen. Den habe ich auch schnell gefunden, wobei ich nach dem Parken nur mein Kfz-Kennzeichen an einem Automaten eingeben musste und schon wieder weiterfahren konnte. So ein einfaches System könnte man ohne Weiteres bei uns in der gesamten Stadt einführen. Damit dürfte wohl das letzte Hindernis für notorische Parkplatzverweigerer wegfallen, denn was diese in anderen Städten hinbekommen, sollte ihnen auch in Heilbronn gelingen.