Blitz

Verwaltung 5 (3)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Wenn man in Vereinen tätig ist, dann bleibt es nicht aus, dass man sich mit Verwaltungen, Banken und Versicherungen herumärgern muss. Wahrscheinlich ist dies der maßgebliche Grund dafür, warum sich immer weniger Menschen in Vereinen engagieren möchten.

Die letzten beiden Tage hatte ich zwei entsprechende Telefonate der ganz besonderen Art. Meine bessere Hälfte schüttelte dabei als ausgewiesene Fachkraft nur noch den Kopf. Und der notwendige elektronische Schriftverkehr mit den betroffenen Vorstandskollegen lies mich dieses Mal erstaunlicher Weise als Mediator tätig werden — die anderen waren vom Geschehen eindeutig schockierter als ich.

Dabei ist es eine Binsenweisheit, dass jede Verwaltung und dies ohne Ausnahme ab einer bestimmten Größe zum Irrenhaus wird. Deswegen darf man das Ganze einfach nicht persönlich nehmen und muss nur immer wieder Wege finden, wie man aus der gerade aktuellen Misere am besten herauskommt.

So gehen wir das aktuelle Problem ab kommender Woche zu dritt und persönlich vor Ort an — was man halt so als Ehrenamtlicher macht: die Bespaßung von völlig gelangweilten Bürohengsten oder -stuten.

Danach gehen wir einen Trinken, denn wir haben das Ganze nun mit einer Wette garniert und wer diese verliert, der bezahlt den Abend.


Platine

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Beitragsfoto: Prozessor mit Platine | © Gerd Altmann auf Pixabay

Kehraus

Wenn wir etwas zum Besseren in unserem Land verändern wollen, dann müssen wir dringend sämtliche Entscheidungsprozesse verkürzen. Damit dies geschehen kann, müssen wir auch die jeweiligen Entscheidungsketten auf das notwendige Minimum bringen; dabei könnte die Digitalisierung und künstliche Intelligenz durchaus hilfreich sein.

Auch werden wir um einen notwendigen Kehraus nicht umhin kommen und sollten so schnell wie möglich sämtliche Verwaltungen, öffentlich wie privatwirtschaftlich, verschlanken. Ich gehe einmal davon aus, dass wenn man anfänglich die Hälfte sämtlicher Mitarbeiter freisetzt, die Verwaltungen wieder einen Chance haben, um zu funktionieren. Da dies sicherlich gesellschaftliche Verwerfungen mit sich bringt, kann man damit beginnen, dass man die eigentlich zu Entlassenen einfach nur zu Hause lässt und dies verbunden mit dem Versprechen, dass diese nicht versuchen werden, sich an ihrem ehemaligen „Arbeitsplatz“ nützlich zu machen.

Im Falle, dass man später feststellt, einen Mitarbeiter fälschlicher Weise freigesetzt zu haben, kann man diesen auch wieder zurückholen. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies unserer Wirtschaft und Gesellschaft den notwendigen Schub zum Besseren gibt.

Gespräche

Hansbernhard Mistele weist in einer gestrigen Stellungnahme zurecht nochmals darauf hin, dass die jüngste Partnerstadtswahl Heilbronns weniger von Vernunft und Verantwortung getragen wurde, sondern eher ganz und alleine deshalb, um der Stadtspitze und dem Gemeinderat ein weiteres kostenfreies Ausflugsziel zu bieten. Schade nur, dass unsere neuen Partner aus Noworossijsk seither weiterhin voll und ganz mit einem Angriffskrieg beschäftigt sind und unseren Gemeinderäten aktuell kaum noch weitere Siegesfeiern zu bieten haben. Ehrlicher wäre es, den Bewohnern Noworossijsk mitzuteilen, dass in den kommenden Jahren sicherlich keine Zusammenarbeit möglich sein wird und diese von Anfang an sehr unglückliche „Partnerschaft“ wieder zu beenden.

Highlight des gestrigen Tages war dann aber ein ausführliches Gespräch mit Detlef Stern, welches sich um Computer, Software und Zettelkästen drehte. Aber auch die Social Media kamen nicht zu kurz, wobei wir uns hierbei in unserer Einschätzung immer mehr annähern. Und dazu gab es auch ein Käffchen, was möchte man mehr? Schade nur, dass das von uns gewählte Café in der Innenstadt keinen Service mehr anbietet.

TSMC 

Der Weltmarktführer in der Computerchip-Produktion kommt aus Taiwan. Seit langem gilt diese Hochtechnologie bei den Taiwanern als Existenzgarantie ihres Landes, da auch der Westen auf diese Chips angewiesen ist. Bei einer chinesischen Besetzung der Insel käme es sicherlich zumindest zu einem Engpass und der Westen wäre danach China auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Die Taiwaner bauen inzwischen nicht nur die meisten, sondern auch die besten Chips in ihren 300-mm-Wafer-Werken und haben dabei eine Fertigkeit erreicht, die außerhalb Taiwans nicht vorhanden ist. Aus diesen beiden Gründen war es den US-Amerikaner auch lange nicht möglich, um die Taiwaner zu weiteren Fabriken in den USA zu bewegen.

Inzwischen haben die Taiwaner nachgegeben und bauen zumindest zwei solcher Fabriken in den USA. Und wie ich jüngst las, waren die US-Amerikaner dazu gezwungen, ihre eigenen Fachkräfte nach Taiwan zur Ausbildung und Weiterbildung zu schicken. Und bis heute weiß niemand, ob es den Taiwanern gelingt, auch in den USA solche Hochwerttechnologie wie in Taiwan zu produzieren, denn das dazu notwendige Personal wurde über Jahrzehnte hinweg in Taiwan geschult und ausgebildet.

Jüngst konnten auch die Japaner nachziehen und erhalten ebenfalls ein 300-mm-Wafer-Werk. Nun macht TSMC auch in Deutschland Schlagzeilen, denn die Taiwaner werden dort ebenfalls und zusammen mit den Firmen Bosch, Infineon und NXP ein neues Werk mit 2 000 bis 3 000 Mitarbeitern betreiben — mehr oder weniger freiwillig.

Dabei liegt die Investitionsgröße mit gut 10 Milliarden Euro auf ähnlichem Niveau wie in den beiden Werken in den USA und dem in Japan. In Deutschland wird die Summe allerdings nur zur Hälfte von den beteiligten Firmen aufgebracht. Den Löwenanteil der Kosten trägt der deutsche Steuerzahler — mindestens 5 Milliarden Euro kommen von uns alleine in Dresden mit hinzu. Insgesamt werden wohl sogar für die beiden neuen Chip-Fabriken (Magdeburg und Dresden) gut 15 Milliarden Euro Steuergelder fällig. Weitere und wohl ähnlich hohe Steuergelder fließen nach Arnstadt und Grünheide.

Das größere Problem liegt aber ganz woanders, denn im Falle, dass TSMC auch in Deutschland ähnlich hohe Qualität produzieren möchte, bräuchte es gut 3 000 qualifizierte Fachkräfte und diese wird man sicherlich kaum ausreichend in Sachsen finden, zumal bereits eine weitere Chip-Fabrik in Sachsen-Anhalt geplant ist, die ebenfalls Fachkräfte benötigen wird.

Wenn es uns nicht gelingt, um in spätestens drei Jahren diese gut 5 000 neue Fachkräfte zu generieren, dann müssen diese extern, z. B. aus China oder Indien, angeworben werden. Als Folge davon benötigen wir wohl eine ganz Menge an zusätzlichen Sicherheitskräften, damit die Sachsen ihre arbeitswilligen Neubürger nicht durch die Straßen hetzen.

Wahrscheinlich kommt es uns aber nur darauf an, dass auch im Wahlkreis des aktuellen Bundeskanzlers, wie bereits auch im Wahlkreis seiner Vorgängerin, Milliarden an Steuergeldern völlig sinnlos verbraten werden. Aber auch dieser Versuch, nämlich die Bürger der neuen Bundesländer mit noch mehr Subventionen und Transferzahlungen mehrheitlich zu Demokraten zu machen, dürfte scheitern.

Vielleicht merken unsere Politiker dann, dass man sich Demokratie und Demokraten nicht kaufen kann. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte man es im Westen noch mit Bildung und Kultur versucht, was nachweislich besser funktionierte.

Übrigens, die Hochwert-Chips werden weiterhin und dies über Jahre hinweg aus Taiwan, den USA und Japan kommen, zumindest so lange wie wir unsere Chip-Fabriken nicht dort ansiedeln, wo bereits hochqualifizierte und arbeitswillige Mitarbeiter vorhanden sind und auch sehr gerne dort leben.


Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

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Beitragsfoto: Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

Termine

Gerade stehen zwei Termine an, die mir ganz besonders am Herzen liegen. Am Mittwoch, 6. September 2023 findet um 19.00 Uhr im Ratskeller Heilbronn ein Vortrags- und Diskussionsabend zur künftigen Windenergienutzung im Heilbronner Stadtgebiet statt. Der Freie Wähler Altstadtrat, Windenergieexperte und Dozent an der Universität Stuttgart Heiner Dörner stellt in seinem Vortrag, die Möglichkeiten einer Windenergienutzung vor. Danach steht er für Fragen und eine Diskussion zur Verfügung.

Ein Thema, das bestimmt auch sehr viele Heilbronner interessieren könnte. Demnächst werden Herbert Burkhardt und ich noch ein paar Plakate aufstellen, um möglichst viele Heilbronner ansprechen zu können.

Der andere Termin sind die inzwischen 7. Hertensteiner Gespräche, die am Samstag, 23. September 2023 ganztägig im Parkhotel stattfinden werden. Diese Gespräche bewerben wir Föderalsten bereits seit einem Jahr, und so müssten politisch oder gar an Europa interessierte Heilbronner den Termin bereits kennen. Auch die dortigen Themen sollten eigentlich alle Heilbronner, ob jung oder alt, interessieren.

Es wird wohl Vorständen und Mitgliedern anderer Vereine ähnlich ergehen, dass man selbst für Dinge und Sachen Werbung machen muss, die man seinen Mitbürgern schenken möchte. Auf jeden Fall aber sind es beide Veranstaltungen wert, dass möglichst viele Heilbronner davon auch Gebrauch machen werden.

Jetzt bin ich einmal sehr gespannt darauf, wie viele Heilbronner zu den beiden Termine kommen werden.

Sommerzone

Sehr gefreut habe ich mich über einen Leserbrief von Franz Wagner in der Heilbronner Stimme (9.8.2023: 24), der nochmals das Thema Sommerzone aufgreift. Er bringt es dabei voll und ganz auf den Punkt:

„Autos kaufen nicht ein

Zur Sommerzone in Heilbronn, „Händler schicken Brandbrief“.

Die AfD-gesteuerte „Petition“ gegen die Sommerzonen ist von Kurzsichtigkeit und Mief alter Zeiten getragen. In der üblichen Situation ohne Sommerzone sind Turmstraße und insbesondere die Lohtorstraße arg abstoßende Orte: sinnloser Parkplatzsuchverkehr, rangierende SUV-Panzer, Dieselgestank. Da will man weder einkehren noch einkaufen. Welch einen erfreulichen Unterschied machen da bereits die temporären Sommerzonen-Installationen. Heilbronn braucht mehr davon.“

Franz Wagner, Heilbronn

Leider und weniger erfreulich werden solche „Petitionen“ gegen eine positive Entwicklung unserer Stadt von der Stadtverwaltung gerne genutzt, um weiterhin nichts für eine schon sehr lange notwendige Verbesserung unserer Innenstadt unternehmen zu müssen. Wie von mir vor Kurzem noch befürchtet, die Turmstraße wird, ähnlich wie die Saarlandstraße, weit über sieben Jahrzehnte warten müssen — Generationen von Gemeinderäten haben damit noch ein Thema, um sich lebenslang ohne größere Anstrengungen profilieren zu können.

Dabei wäre eine möglichst attraktive Innenstadt für das Überleben nicht nur unserer Ladenbesitzer und Geschäfteinhaber mehr als notwendig. Schön zwar, dass die Heilbronn Marketing GmbH Events aller Art in die Innenstadt holt und ebenfalls gut, dass es weiterhin Feste und Märkte in der Stadt gibt. Das alles wirkt sich aber nur dann aus, wenn auch das restliche Umfeld stimmig ist. Und deshalb muss die Fußgängerzone dringend erweitert und in ein städtisches Gesamtkonzept eingebunden werden. Wenn zudem Ordnung und Sauberkeit nach Heilbronn zurückkehren, dann kommen auch wieder die Kunden, schlendern durch die Straßen und entdecken dabei immer mehr neue und alte Geschäfte. Und davon profitiert auch das gesamte Umfeld.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es noch heute viele alteingesessene Betriebe und Läden in Heilbronn gäbe, wenn wir ein stimmiges Gesamtkonzept hätten. Aber so verschlafen wir weiterhin unsere Zukunft und erzählen dabei jedem, dass wir eigentlich eine Weltraum- und Forschungsstadt auf Weltniveau seien.

Gemeinderat

Vor Kurzem bemerkte der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Heilbronner Stimme, dass andere Gruppierungen oder gar Fraktionen, die weniger als die SPD in Heilbronn zu sagen hätten, nur Vorschläge machen, weil sie diese nicht umsetzen müssen. Dies wäre natürlich, wenn dem dann so ist, keine gute Sache.

Schlimmer ist es aber, wenn man als in Heilbronn zumindest mitregierende Fraktion und Federführer der „Heilbronner Einheitspartei“ immer nur Dinge permanent verspricht, wie ganz aktuell eine Sozialquote im Wohnungsbau, und diese dann doch nicht realisiert.

Wie ich es bereits erwähnt hatte, wäre zumindest beim derzeitigen Heilbronner Gemeinderat eine Mehrheit für eine Sozialquote möglich. Aber dennoch geht die SPD wieder mit einer Sozialquote im Gepäck in den kommenden Wahlkampf — mit acht Gemeinderäten, die seit Jahren entweder keine Sozialquote auf die Reihe bekommen oder diese nur zu Wahlkampfzwecken missbrauchen. Und so muss man erneut befürchten, dass selbst die von Rainer Hinderer so erhofften zehn SPD-Gemeinderäte keine Sozialquote realisieren werden.

Besser wäre es, wenn die SPD noch mit diesem Gemeinderat eine Sozialquote beschließt, denn dann müssten kleinere Fraktionen oder Gruppierungen eine solche auch nicht mehr fordern. Mit den Freien Wählern wäre ein Sozialquote auf alle Fälle bis zu 30 % umsetzbar.