Blitz

Metropole 5 (4)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Während der OB und die Heilbronner Stimme Heilbronn bereits als aufstrebende Metropole bezeichnen, müssen wir Bürger dennoch ein paar Fragen stellen dürfen, auch wenn dies für die Heilbronner Stadtverantwortlichen und ihre Hofberichterstatter nur bloßes Gemecker ist.

Selbst wenn Heilbronn gemäß einer völlig antiquierten Einschätzung weiterhin als Großstadt gilt, müssen wir Bürger anerkennen, dass wir zu Wasser, Land und Luft von den Verkehrsströmen weitestgehend abgekoppelt sind. Die Bahn wird nur noch als Straßenbahn aufrechterhalten und stellt — wenn wir Glück haben — auch noch den Anschluss zu echten Hauptbahnhöfen wie Stuttgart, Mannheim und Würzburg sicher. Wenigstens darüber kann man den Luftweg erreichen.

Der Wasserweg nach Heilbronn wird mittelfristig stillgelegt und der Neckar dient dann nur noch ein paar Ausflugsdampfern und Segelboten. Die Bundesautobahnen hingegen können mangels Alternativen das zu erwartende Verkehrsaufkommen nicht mehr länger stemmen.

Neben all der, eine Großstadt unmöglich machende, maroden Infrastruktur kommt noch erschwerend mit hinzu, dass die Heilbronner Bevölkerung nicht nur deutschlandweit als bildungsschwach angesehen wird und trotz vielfältiger und völlig unkoordinierter Bemühungen der Bürgerschaft keine Besserung in Sicht ist.

Beides wird mittel- bis langfristig sehr negative Auswirkungen auf Handel und Gewerbe haben und dazu führen, dass produktivere Bevölkerungsteile aus Heilbronn und seinem Umland abwandern werden.

Dies erkennend, sollten wir Heilbronner uns endlich einmal realistische Ziele setzen und Heilbronn eher zu einer prächtigen Mittelstadt — der Perle des Unterlands — gerne auch als Touristeneldorado ausbauen.

Auf jeden Fall aber ist es an der Zeit, dass der Gemeinderat und die Stadtverwaltung endlich tragbare Pläne und Konzepte entwickeln, wie wir Heilbronn weiterhin als Stadt erhalten können.

Folgende Fragen drängen sich dabei ganz spontan so richtig auf:

  • Wie soll die Innenstadt in Zukunft aussehen?
  • Kann Heilbronn eine auf Ladengeschäfte basierende Fußgängerzone in der aktuellen Größe überhaupt noch stemmen? Was wären die Alternativen?
  • Kann der vorhandene Investor des Wollhauszentrums überhaupt die für eine Entwicklung notwendigen Hunderte von Millionen Euro aufbringen? Wäre es dabei nicht sinnvoller, dass bis zur Klärung Stadtverwaltungsmitarbeiter andere realisierbare Projekte begleiten und nicht weiterhin mit Wolkenkuckucksheimen planen müssen?
  • Kann eine verdichtete Heilbronner Innenstadt zukünftig überhaupt noch infrastrukturell versorgt werden?

Stahlhelm

16.9.02023 4.9 (7)

Beitragsfoto: „Helm ab zum Gebet!“ | © 753446 auf Pixabay

Veranstaltungsreigen

Der gestrige Abend klang wunderbar beim meseno-Mitarbeiterfest aus. Da ich regelmäßig den meseno-Bus fahre und auch bei der dortigen Nachhilfe unterstütze, war ich auch mit dabei.

Der heutige Tag steht nun voll und ganz im Zeichen von EUROPA-UNION Besprechungen, darunter auch eine Landesausschusssitzung in Stuttgart.

Großer Zapfenstreich

Viel Sonne und noch mehr Wein haben den Heilbronner Veranstaltern des Weindorfs ganz offensichtlich nicht sehr gut getan. Wohl beflügelt von sehr vielen Mittrinkern, haben sie am 15. September 2023 in der Heilbronner Stimme über Kilian Krauth verlautbaren lassen, dass sie das 51. Heilbronner Weindorf „gegen 21 Uhr … mit dem Großen Zapfenstreich, zu dem Lieder wie “Ich bete an die Macht der Liebe” und die Nationalhymne gehören, [beenden…]. Der Musikverein Kirchhausen wird ihn unter Stabführung von Ralf Denninger intonieren. Es gibt sogar einen Fackelzug – die Feuerwehr steht bereit.“

Ich selbst bin kein Freund antiquierter Militärzeremonien, aber bis heute ist der Große Zapfenstreich das protokollarisch höchstrangige militärische Zeremoniell der Bundeswehr und gilt als höchste Auszeichnung, die die deutschen Streitkräfte einer Zivilperson zuteilwerden lassen können. Grundsätzlichen Anspruch auf eine Verabschiedung durch einen Großen Zapfenstreich haben Bundespräsident, Bundeskanzler und Bundesverteidigungsminister und nun auch ganz folgerichtig der Heilbronner Wein.

So bleibt nur zu hoffen, dass die Weindorfbesucher auch die richtige Nationalhymne singen.

Beitragsfotos

Bekanntlich sagen Bilder mehr als Worte und so verziere ich bereits seit längerem wieder auch die Beiträge hier auf diesem Weblog. Und da ich mindestens einmal sämtliche Aufnahmen entfernt hatte, musste ich zusätzlich ältere noch vorhandene Blog-Beiträge wieder mit Fotos garnieren — was nicht so einfach war, weil man auch dabei inzwischen sehr viel beachten muss.

Hinzu kommt, dass die jeweiligen Fotos am besten auch einen Bezug zum entsprechenden Artikel haben. Und so finden sich hier im Blog Aufnahmen, die meine bessere Hälfte oder ich geknipst wie auch professionellere Aufnahmen von Fotografen, die ihre Fotos u. a. auf Pixabay, Pexel, Shutterstock und Getty Images zur Verfügung gestellt haben.

Meine neuste Idee ist es nun, auch meinen Lesern die Möglichkeit zu geben, um ihre Aufnahmen als Blog-Beitragsfotos hier einzustellen. Wenn Sie so ein Foto haben, dann lassen Sie es mich bitte wissen, und ich gucke, welchen Beitrag ich damit aufhübschen kann.

Sie werden dabei unter „Beitragsfoto: Bildbeschreibung | © Ihr Name“ erwähnt.


Grüße von Dan Schaffer aus Ohio

„A year has passed since the last college football season was kicked off, so here is your first installment of OSUMB excitement from last Saturday.  As you watch, remember that the *ichigen Wolverines are the big rival of OSU and hence open to ridicule. N-joy!“

Rassemblement National

Nationalismus 4.9 (7)

Beitragsfoto: Rassemblement National | © Grégory ROOSE auf Pixabay

Um es einmal nach all den Blog-Beiträgen auf den Punkt zu bringen, Nationalismen funktionieren nicht mehr, zumindest nicht in Europa! Auch gibt es die dazu notwendigen Volksnationen kaum noch und wenn doch, dann in Größen, die heutzutage kaum noch eine bis keine Rolle mehr spielen.

Die Welt dreht sich schneller als wir glauben und wohl sämtliche Gesellschaften haben die Idee des Nationalismus schon sehr lange weit hinter sich gelassen, so lange, dass weniger politisch Interessierte jenen Scharlatanen nun hinterher laufen zu beginnen, die diese völlig antiquierte Idee wieder aus den Schubladen ziehen; wobei es sehr hilfreich ist, dass die letzten Auswirkungen von Nationalismen von kaum einem noch selbst erlebt werden mussten.

Schauen wir einmal näher auf Deutschland, beispielgebend für die anderen europäischen Staaten. Deutschland hat gut 80 Millionen Einwohner, wobei die größeren Bevölkerungsanteile (Baby-Boomer) so langsam aber sicher ins Rentenalter gleiten. Schon länger können wir bei uns unsere Bevölkerungsgröße nicht mehr selber aufrechterhalten und bereits in den 1970er-Jahren sprach man dabei von einer nicht mehr rückgängig zu machenden Entwicklung. Nicht nur deshalb, sondern weil es einfach Menschenart ist, wandern seit Jahrzehnten immer neue Bevölkerungsteile nach Deutschland ein.

Inzwischen ist Deutschland Heimat von Menschen aus weit über 130 Ländern, wobei sich die wenigsten davon als Deutsche im Sinne der Ethnie sehen: sie sind weiterhin u. a. Polen, Italiener, Türken, Serben, Bosnier, Kirgisen, Chinesen, Inder, Russen, Marokkaner oder Österreicher und lassen sich deshalb kaum bis gar nicht in eine deutsche Volksnation integrieren — hier wäre ein moderneres Nationalverständnis nötig gewesen, was aber jene Scharlatane, die heute wieder mit dem Nationalismus hausieren, gerade nicht verstehen können.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir die Wehrpflicht nicht deswegen abgeschafft haben, weil sie zu teuer war, sondern einzig und alleine deshalb, weil die Mehrheit der Deutschen nicht mehr dazu bereit ist, „unser Land“ zu verteidigen. Jetzt wo wir erneut vor der Verteidigungsfrage stehen, befinden wir uns in einem tödlichen Dilemma, denn gerade jene, die sich mit allen Mitteln vor der Wehrpflicht gedrückt haben, kommen jetzt in das Alter, wo sie selbst nicht mehr dienen müssen (Baby-Boomer) und fordern nun immer vehementer eine Wehrpflicht ein. Die schlimmsten davon entdecken erneut ihr Gewissen, gehen auf Nummer sicher und „kaufen sich“ ihren Offiziersdienstgrad, um im Falle eines Krieges in möglichst von der Front abgelegenen Stäben überleben zu können — wieder auf Kosten der anderen Mitbürger.

Aber selbst wenn es künftig genügend Deutsche gäbe, die bereit dazu wären, um für ihr Land zu kämpfen, befinden wir uns in der traurigen Situation, dass die Mehrheit davon nicht dazu geeignet ist — der Wohlstand hat seinen Tribut längst eingefordert.

Als Nation stehen wir Deutschen gar nicht gut da. Und es kann uns dabei auch nicht trösten, dass unsere Nachbarländer diesbezüglich auch nicht — wenn überhaupt — besser dastehen. Angesichts des Krieges in der Ukraine, der von der Russischen Föderation gerne auf den Rest Europas ausgedehnt werden würde, fangen nun immer mehr Europäer an, sich um ihre Verteidigung Sorgen zu machen.

Wenn wir Europäer nun glauben, dass wir als Nationen — die Polen gehen gerade als erstes diesen Irrweg — unsere Länder noch verteidigen können, sind wir falsch beraten. Wir konnten dies bereits in den letzten beiden Weltkriegen nicht mehr und werden es deshalb auch heute — unter weit schwierigeren Bedingungen — nicht können!

Wenn wir aus diesem Schlamassel halbwegs vernünftig herauskommen wollen, müssen wir sehr schnell erkennen, dass Nationalismus nicht mehr funktioniert und wir ein anderes Gesellschaftsmodell benötigen: über Jahrzehnte hinweg haben wir Europäische Föderalisten für die Europäische Idee geworben!

Nur diese Idee könnte heute noch sicherstellen, dass wir einer Aggression von außen — ganz aktuell einer russischen — erfolgreich begegnen können: u. a. Deutsche, Polen, Italiener, Türken, Serben, Bosnier, Kirgisen, Chinesen, Inder, Russen, Marokkaner und Österreicher würden sich dann gemeinsam als Europäer gegen die russische Angriffe stemmen und ihr Europa verteidigen.

Und wie wir es gerade in der Ukraine gut sehen können, benötigen wir dabei immer noch und auch weiterhin die Hilfe der US-Amerikaner und Kanadier wie auch die der restlichen Westlichen Welt.

Die Globalisierung gepaart mit der Europäische Idee hat den meisten von uns über gut 70 Jahre Frieden und Wohlstand gebracht und genau dies könnten beide auch weiterhin tun, wenn wir uns nur allesamt und dieses Mal endgültig vom Nationalismus lossagen würden.

Gäbe es eine Transatlantische Union oder einen Europäischen Bundesstaat, müssten wir uns heute keine Gedanken über einen kommenden Krieg machen, wir hätten die Zeit, die Gelegenheit und die Finanzkraft, um den tatsächlichen Problemen und Herausforderungen der Welt zu begegnen.

So aber spielen die Nationalisten unter uns weiterhin Krieg und dies auf Kosten unserer Kinder und Enkel!