Lesezeichen

Orbans Traum 4.7 (6)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Andrew Higgins | The New York Times

Orban’s Dream of an Illiberal Pan-European Alliance Is Fading (zuletzt aufgerufen am 8.11.2023, 18.18 Uhr; meine Leser können den Beitrag übrigens kostenfrei lesen).

„The Hungarian leader’s efforts have been undermined by setbacks for some of his political allies across Europe and deep divisions over the war in Ukraine.“

Higgins zitiert im Artikel auch Peter Kreko, den Direktor von Political Capital, eines eher liberalen Budapester Think Tanks: „He [Orban] tries to depict himself as the future leader of Europe. But most of his expectations have proved wrong.“


Interessanter Artikel über Victor Orbans „Freak-Demokratie“ und seine Bestrebungen Herrcher von Paneuropa zu werden. Lustig auch zu erfahren, dass Donald Trump Orban jüngst als Führer der Türkei gepriesen hat, was eigentlich nicht erstaunt, da sich alle Diktatoren sehr stark ähneln.


Lesezeichen

Gelobtes Land 4.7 (6)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Rainer Hermann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

In heiligen Angelegenheiten kann niemand nachgeben – Geschichte des Nahostkonflikts (zuletzt aufgerufen am 8.11.2023, 09.23 Uhr) 

„Schon Herodot kannte eine Region namens ‚Palästina‘, heute gehört der größte Teil davon zu Israel. Friedlich blieb es in all den Jahrhunderten nur selten.“


Rainer Hermann gibt in seinem Artikel einen guten Überblick über den seit Jahrtausenden schwelenden Konflikt zwischen den verschiedenen Ethnien und Religionen vor Ort.

Dies ist umso erstaunlicher, da sich sämtliche involvierten Religionen dem Weltfrieden und der Brüderlichkeit verschrieben haben. Man darf dies auf alle Fälle als Anzeichen dafür sehen, dass diese Religionen nicht für uns Menschen gemacht wurden oder aber stets von uns Menschen ad absurdum geführt werden — was letztendlich auf dasselbe hinausläuft.

Rainer Hermanns Fazit ist dabei simpel: „Heiliges lässt Kompromisse schwerlich zu.“

The Kid Should See This

Um meine Leser heute in keine Depressionen zu stürzen, füge ich noch ein weiteres Lesezeichen mit an. Nämlich eines zu der Website TKSST, die seit 2011 von Rion Nakaya in Kalifornien mit Liebe gemacht wird.

Dort finden Sie kuratierte und werbefreie Videos, die Sie selbst Kindern problemlos zum Durchstöbern und Anschauen freigeben können. Diese Website verkörpert sicherlich den besseren Teil des WWW.

Um Ihnen das Ganze noch schmackhafter zu machen, erlauben Sie mir den Hinweis, dass sämtliche inzwischen weit über 6 000 Videos kostenfrei anzuschauen sind.


Handschlag

Verlässlichkeit 5 (16)

Beitragsfoto: Handschlag | © olia danilevich auf Pexels

Zivilisationen werden in erster Linie auf der Verlässlichkeit ihrer Bewohner aufgebaut. Ohne Verlässlichkeit zerfallen sie auch allesamt wieder. Unsere Geschichte bietet dafür genügend Beispiele. Man behauptet dann gerne, dass diese oder jene Kultur sich einfach überlebt hat und Neuem Platz schuf. Manche führen für diese Niedergänge externe Faktoren wie Umweltveränderungen oder Völkerwanderungen ins Spiel, wobei die innere Ursache in beiden Fällen gerne ausgeblendet oder einfach nur unter einem Zerfall der Moral und sämtlicher guter Sitten subsumiert wird.

Dabei ist es immer wieder die Verlässlichkeit, mit der jede Gemeinschaft steht und fällt. Die banalste Form der Verlässlichkeit ist dabei die Pünktlichkeit, eine Eigenschaft, die sich selbst der dümmste Mitbürger zu eigen machen könnte.

Verlässlichkeit führt zur Zuverlässigkeit, zur Vertrauenswürdigkeit, zur Glaubwürdigkeit und last but not least zur Funktionstüchtigkeit einer ganzen Gesellschaft.

Längst sind bei uns die Zeiten Vergangenheit, in denen man jede Angelegenheit mit einem Handschlag besiegeln konnte und der Schriftkram nur eine sinnvolle Ergänzung (ein einfaches Mittel gegen die Vergesslichkeit, die auch den Willigsten unter uns zuteilwerden kann) des Ganzen war.

Schlimmer noch, die Pünktlichkeit wurde bei uns bereits so weit degradiert, dass man diese nur noch von Bittstellern erwartet. Und kaum wird ein Mensch ein klein wenig von seinen Mitbürgern herausgehoben, signalisiert er dies, indem er hinfort alle anderen warten lässt. Und je höher sich diese Menschen erhoben fühlen, umso länger muss man auf sie warten — man kann bereits die Uhren danach stellen.

Am schlimmsten aber ist inzwischen die selbst auf Bundesregierungs-, Ministerpräsidenten- und Ministerebene grassierende Unzuverlässigkeit, die unser gesamtes Land fest im Griff hat: „Die, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“-Politik.

In Deutschland wurde die Unzuverlässigkeit zur einzigen Maxime erhoben, die wir noch haben. Und dies ist wohl das einzig Verlässliche, was es bei uns noch gibt!

Und darauf sind wir allesamt so richtig stolz! Das einzige Gesetz, das bei uns noch universelle Gültigkeit hat, ist, dass jedes deutsche Gesetz mit der Bekanntgabe sofort wieder ungültig ist — wenn es nicht bloß noch zum Heulen wäre, könnte ich sogar darüber lachen.