Blitz

500 4.9 (9)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Gerade kursiert wieder der folgende Spruch durch das Netz: „Warum sollten 500 Millionen Europäer 300 Millionen Amerikaner bitten, sie vor 140 Millionen Russen zu beschützen? Das können wir Europäer selber!“

NEIN, das können wir seit 1945 nicht mehr!

Im Gegensatz zu den USA sind wir Europäer in zwei Weltkriegen im wahrsten Sinne des Wortes ausgeblutet. Und im Gegensatz zu den USA frischen wir Europäer uns nicht neu auf, sondern schotten uns lieber ab und überaltern derweil auch noch.

Hinzu kommt noch, dass wir in Europa schon länger eine „Einsohnpolitik“ fahren und damit schon alleine de facto kriegsunfähig sind.

Und wem das noch nicht als Begründung reicht, den darf ich darauf hinweisen, dass Europa im Gegensatz zu den USA ganz bewusst der Sozialpolitik vor der Verteidigungspolitik den Vorzug gegeben hat. Man kann die Steuergelder nicht zweimal ausgeben. Dies sagen uns die US-Amerikaner schon seit Jahrzehnten und haben uns immer wieder gebeten, die Verteidigungshaushalte entsprechend zu erhöhen, was wir immer wieder ablehnten, um unsere Sozialhaushalte nicht zu gefährden. Und so ist es ein Faktum, dass wir Europäer für gut 50 % der Sozialausgaben in der Welt gut sind, während die USA mehr als gut 50 % der Verteidigungsfähigkeit bereitstellt.

Und zu allem Übel kommt noch mit hinzu, dass eine europäische Verteidigung alleine schon durch die Kleinstaaterei in Europa mit ihren vielfältigen Fürstenhöfen, Abhängigkeiten und rechtlichen Hürden unmöglich ist.

Last but not least, verdrücken sich die meisten Europäer lieber in die USA oder andere Länder als ihr eigenes Europa gegen einfallende Russenhorden zu verteidigen — das sollen bekanntlich immer die anderen machen!

Nachtrag:

Ich behaupte zudem, dass die Russische Föderation schon längst hätte aufgeben müssen, wenn nicht Hunderttausende Ukrainer ihr Land verlassen hätten. Denn damit wurde die Ukraine so geschwächt, dass sie kaum noch ihre Streitkräfte unterhalten und auch die weiteren Aufgaben im Land nur noch halbwegs bewältigen kann.

Und so müssten wir dringend dafür sorgen, dass zumindest die wehrfähigen Ukrainer wieder in ihr Land zurückkehren. Und dies noch bevor wir unsere eigene Jugend dort völlig plan- und ziellos verheizen. Das jüngste Beispiel Afghanistan müsste uns doch zu denken geben!

Nachtrag 2:

Allen, die jetzt so gerne mit Atombomben um sich schmeißen möchten, empfehle ich meinen Beitrag vom 13. Februar letzten Jahres zur Lektüre.

Und alle, die plötzlich so richtig wilde Europamilitärs — zumindest mit dem Mund in den Social Media — sind, die weise ich gerne darauf hin, dass man heute wie damals in Spanien auch sofort in die Ukraine ziehen kann, um dort an der Seite der ukrainischen Soldaten seinen Worten auch Taten folgen zu lassen. Zumindest ein Ernest Hemingway fände das sicherlich echt männlich!

Nachtrag 5.9.2025

Wie wir es seit Kurzem nun bestätigt bekommen haben, können die Russen auf weitere 28 Millionen Nordkoreaner, 1,3 Milliarden Chinesen und wahrscheinlich auch noch auf 1,3 Milliarden Inder zählen. Damit steht schon fast eine Mehrheit der Menschen hinter den Russen.

Addieren wir weitere Länder wie den Iran und ein paar Afrikaner oder Südamerikaner mit dazu, dürfte es bereits die Mehrheit sein.

Wir müssen dabei aber dringend mit betrachten, dass die Mehrheit selten auch richtig liegt! Denn sonst kommen unsere GroPaZe auf die Idee, dass es richtig und demokratisch wäre, mit den Russen gemeinsame Sache zu machen.


Wandkalender

Kalenderwoche 9 3.9 (10)

Beitragsfoto: Wandkalender | © Pixabay

Vermischtes

Auch diese Woche kämpfe ich noch mit einer Männergrippe, dabei war es sicherlich nicht zielführend gleich drei Impfungen nachzuholen — jetzt hänge ich so richtig in den Seilen und ärgere mich über mein eigenes Schwächeln.

Eigentlich sind Krankenhäuser, Altenheime und Beerdigungsinstitute nicht so mein Ding, ganz im Gegensatz zu Friedhöfen, die ich schon immer mochte. Seit ein paar Monaten bewege ich mich wieder verstärkt zwischen dem Heilbronner Krankenhaus und einem Altenheim hin und her. Und seit dieser Woche ist auch ein Beerdigungsinstitut mit dabei. Auch wenn die Gründe für meine Besuche keine erfreulichen sind, so kann ich dennoch feststellen, dass die Menschen, denen ich dabei begegnen durfte, größtenteils nicht nur sehr kompetent, sondern auch sehr freundlich sind.

Aufgrund eigener früherer Erfahrungen werde ich mich mit Krankenhäusern nicht mehr anfreunden können, aber für mich sehr überraschend, fühle ich mich in einem Altenheim als regelmäßiger Besucher ganz wohl. Auf der letztjährigen Suche nach einem passenden Altenheim hatten wir sicherlich viel Glück und eines gefunden, das den Begriff „Altenheim“ für mich neu definiert. Dabei bewundere ich die Engelsgeduld der dort Beschäftigten.

Diese Engelsgeduld wird nur noch von der Geduld der US-Amerikaner übertroffen, die es einfach so hinnehmen, dass mit Donald Trump, JD Vance und Elon Musk drei waschechte Nazis im Weißen Haus sitzen und einen anständigen Menschen nach dem anderen fertig machen. Dass dabei auch immer mehr GOP-Angehörige mit unter die Räder gelangen, dürfte für niemanden ein Trost sein.

Und wer jetzt glaubt, das kann nur den dummen US-Amerikanern passieren, dem empfehle ich dringend in einem Jahr wieder hier im Blog vorbeizuschauen — länger wird es auch bei uns nicht mehr dauern.

Landtag XXL

Nachdem die Parteien in einer konzertierten Aktion sämtliche Bemühungen der Bürger, den Wildwuchs im Landtag von Baden-Württemberg auch nur etwas einzudämmen, zu Nichte gemacht hatten, kommt nun die FDP um die Ecke und macht mit einer Verkleinerung des Landtages bei den Bürgern gute Stimmung.

Nach der Bundestagswahl steht die FDP auch im Land vor dem Aus und so sind deren Bemühungen nur ein weiterer Versuch, um beim Wähler zu punkten. Damit läutet die FDP schon jetzt den Wahlkampf zur Landtagswahl 2026 ein.

Sollte die FDP im kommenden Jahr erneut in den Landtag einziehen, könnten die FDP-Abgeordneten doch auf ihre Mandate verzichten und damit den Landtag zumindest ein wenig überschaubarer machen [Schwarzer Humor]. Schon jetzt aber ist es absehbar, dass wir 2026 ein Monsterparlament erhalten werden und dann mit gut 30 % Nazis sogar im doppelten Sinne.

Die „Stimmung im Land“ ist einfach so, Nazi sein zu dürfen ist wieder voll schick. Und wer aus irgendwelchen Gründen auch immer kein Nazi sein möchte, der begnügt sich einfach damit bodenständiger Faschist zu sein, wobei ich der Einfachheit halber die Kommunisten und Sozialisten mit hinzuzähle. Die „Stimmung im Land“ ist einfach so, dass Europa, Demokratie und Eigenverantwortung nicht mehr gefragt sind.

Jan Böhmermann fragte gestern zurecht, wer macht eigentlich die „Stimmung im Land“? Die Antwort ist einfach: jene, die sie schon immer gemacht haben. Unabhängig davon war es auch schon immer so, dass einem schlechte Chefs wie auch schlechte Volksvertreter die Stimmung so richtig verhageln.

Die wichtigere Frage wäre meines Erachtens aber, was wir Bürger dagegen machen wollen? Einfach nur und dies möglichst bei gutem Wetter gemeinsam ein Liedchen zu trällern, hat noch nie so richtig geholfen.

Skype

Ab Mai 2025 dürfte nun auch Skype Geschichte sein. Zuletzt hatte auch ich diese eigentlich ganz gute Software nur noch aus alter Gewohnheit im Gebrauch. Zu Beginn noch vor Microsoft war es das von mir am meisten genutzte Tool überhaupt. Beruflich und privat nutzte ich Skype täglich mehrfach und es gehörte einfach zum Alltag mit dazu. „Wir skypen dann“ war der gängige Gruß.

Da ich noch Guthaben bei Skype habe, gehe ich davon aus, dass dieses nun im digitalen Nirwana verschwinden wird. Auch habe ich noch keine Ahnung, was mit meinen etlichen freien monatlichen Telefonminuten geschehen wird — Microsoft wird mich sicherlich nicht dafür kompensieren.

Aber Schwamm drüber, Skype war zu seiner Zeit eine richtig gute Sache und bekanntlich gehen die besten zuerst. Ob ich jetzt aber zu Microsoft Teams wechseln werde, wage ich zu bezweifeln, denn auch ich habe mich weiterentwickelt und kaum noch Bedarf für solche Tools. Und so denke ich nun mit etwas Wehmut an meine eigene Software zurück, die ich vor Jahren einmal als Skype-Ersatz zusammengebastelt und auch genutzt hatte. Damals war der Haken dabei, dass meine Freunde und Bekannten diese Software auch nur deshalb nutzten, um mir ab und zu einen Gefallen zu machen. Und ich weder das Geld noch ausreichend Kompetenz hatte, um mit Skype und weiteren ähnlichen Produkten konkurrieren zu können. Irgendwann hatte ich dann nur folgerichtig meine eigene Software eingestellt, bin wieder zu Skype zurückgekehrt und erlebe nun mit, dass auch das Original keine Marktchancen mehr hat.

Auch Software unterliegt dem Modetrend und wer außer mir möchte schon mit einer Hose oder einem Hemd herumlaufen, die noch aus dem vergangenen Jahrzehnt stammen — es muss bei uns immer der „neuste Scheiß“ sein! Ob das letztendlich auch zielführend ist, sei einmal dahingestellt.