Blogger

17.7.02026 4.8 (16)

Beitragsfoto: Blogger | © cottonbro studio auf Pexels

Vermischtes

Gestern noch den Film „Get Duked!“ (2019) gesehen. Britischen Humor muss man mögen. Der Originaltitel „Boyz In The Wood“ spielt auf den Film „Boyz n the Hood“ (1991) an; eine Information für alle, die noch mit Ice Cube etwas anfangen können.

Ninian Doff liefert auf alle Fälle einen richtig schrägen Film ab, der mich meine Korrekturen einfach vergessen ließ. Selten kommen Bauern so sympathisch um die Ecke, die Polizisten bekommen wie üblich ihr Fett ab und wir Alten sollten die Aussage des Films tatsächlich einmal ernst nehmen!

Passend dazu Jens Spahn und seine unendlichen Eskapaden. Auf alle Fälle ist er die reine Personifizierung der Union: Wasser predigen und selber Champagner saufen.

Heute konnte ich eine Entrümpelungsaktion beenden. Mein Angebot ein paar Radio- und Fernsehgeräte an Museen abzugeben war nicht von Erfolg gekrönt.

Wegen der kommenden Hertensteiner Gespräche hatte ich das eine oder andere Gespräch mit Gemeinderäten, auf Thomas Aurich kann ich wie immer bauen. Wer nicht will, der hat gehabt. Jedenfalls kann ich den Mitgliedern sagen, dass ich mich bemühte.

Die Rolling Stones konnten mir meine Korrekturen tatsächlich erleichtern. Das neue Album nett aber nicht wirklich eine meiner favorisierten Platten.

Donald Trump erklärt schon einmal, dass, wenn er die kommenden Wahlen nicht gewinnt, dies alleine an den Chinesen läge. Die doofen Republikaner schlucken inzwischen wirklich alles. Dagegen kann kein Künstler mehr ansingen — nicht einmal eine Taylor Swift.

Meinungsfreiheit

Nico Brunjes hat mich heute auf ein Lied von Daniel Pongratz aufmerksam gemacht. Fast zeitgleich war es Thema zwischen meiner besseren Hälfte und mir, da die Entscheidung des ZDF den Sänger nicht in der Sendung „Die Anstalt“ auftreten zu lassen, die gesamte demokratische Presselandschaft etwas in Bewegung bringt. Wären unsere rechten und rechtsextremen Kreise tatsächlich Verfechter einer freien Meinungsäußerung, so müssten diese sich ganz aktuell nun ebenfalls für dieses Lied stark machen — nicht wegen des Inhalts, sondern alleine wegen der Freiheit sagen zu dürfen, was man gerne sagen möchte.

Ich binde nun das entsprechende Musikvideo hier im Blog ein und hoffe darauf, dass es nicht demnächst im digitalen Nirwana verschwindet.

Als Profi, der sich schon vor Jahrzehnten mit dem „Totalen Widerstand“ auseinandersetzte, habe ich tatsächlich so meine Bedenken, vor allem, ob dies auch das richtige Instrument für uns Demokraten ist. Und wenn es tatsächlich schon soweit gekommen ist, dann hilft nur die Mobilisation der Massen — krachende Niederlagen an den Wahlurnen für alle Antidemokraten!

Erst wenn wir das nicht mehr hinbekommen, müssen wir uns über die eigene „Militarisierung“ Gedanken machen, welche nicht ohne Folgen für uns alle sein wird. Die Vorschläge aus dem Lied sind zwar ganz nett, werden aber mit einer Gleichschaltung der Gewalten keinerlei Relevanz mehr haben. Und wahrscheinlich werden wir Demokraten zum Schluss erneut vor der Gewalt — selbst der eigenen — kneifen (Stichwort: Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold).

Die tatsächliche Lösung wäre die Bildung für möglichst alle von uns gewesen, was man sich zu Beginn unserer Demokratie so auch auf die Fahnen geschrieben hatte. Wie wir es alle wissen, haben die Antidemokraten jeglicher Couleur dies mit allen Mitteln zu verhindern gewusst und dafür gesorgt, dass bei uns Bauch statt Hirn wieder einmal zur Leitkultur wurde.

Unsere Wirtschaft kollabiert, scheiß egal! Die Regierung schickt zwei Polizisten zur Grenzkontrolle und unsere Welt ist wieder völlig in Ordnung. 50 Grad Celsius im Schatten, scheiß egal! Die Regierung erhöht die Renten um 0,5 % und unsere Welt ist wieder völlig in Ordnung. Es gibt keine Wahlen mehr, scheiß egal! Die neue Regierung sagt, die Juden seien schuld und unsere Welt ist wieder völlig in Ordnung!

Klausur

Es ist vollbracht, die Klausuren sind korrigiert. Ein Student, der nicht zur Klausur erschienen und mir auch im dritten Versuch noch nicht persönlich bekannt ist, hat nun geschoben und versucht sich ein anderes Mal zum letzten Mal. Ein weiterer hat hiermit ganz ohne letzten Versuch sein Studium beendet. Der Rest der Nichtschreiber hat zumindest bis dato nur eine (weitere) Klausur verschenkt.

Von den 93 Studenten, die sich versucht haben, haben erfreulicher Weise mehr als üblich gut bis sehr gut abgeschlossen, was mich sehr freut! Erfreulich auch, dass ein Drittversuch doch noch diese Hürde nahm und gleich mehrere Zweitversuche zeigten, dass sich Lernen und die Vorlesungen besuchen auszahlt.

Weniger erfreulich, das manche ganz offensichtlich auch noch im Drittversuch Lotto und Totto spielten. Da meine Lehrinhalte keine Raketenwissenschaft sind, besteht bei meiner Kontrollgruppe, jene, die die Klausur schreiben ohne meine Vorlesungen zu besuchen, durchaus die Chance die Klausur zu bestehen. Meist aber nur gerade so. Wobei sich sicherlich wenige die Frage stellen dürften, was sie bei mir hätten alles lernen können.

Letztendlich ist die Klausur nur sekundär, ein notwendiges Übel. Tatsächlich geht es darum, nicht nur fürs Studium, sondern auch fürs spätere Leben von mir etwas zu lernen. Manche Studenten haben dies erkannt, ein paar sich sogar bedankt und zum ersten Mal seit ich hier lehre einer sogar schriftlich.

Am Ende haben wie immer bei mir gut 20 % die Klausur nicht bestanden, was allerdings mit meiner Kontrollgruppe zusammenhängt. Ohne die Kontrollgruppe wäre das Nichtbestehen schon grenzwertig gering.

Man wird es nie wissen können, ob meine letzte Klausur nun zu leicht war oder ob sich die Studenten etwas mehr bemühten — wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Auf alle Fälle wird mir ein Student in Erinnerung bleiben, denn dieser hat es geschafft, nur solche Punkte zu erzielen, die ich immer wieder einmal den Studenten anrechne. Und er muss es gewusst haben, denn sein letzter Satz in der Klausur spricht Bände. Solche Späße können sich eigentlich nur Studenten leisten, die mit einer überdurchschnittlichen Intelligenz ausgestattet sind.

Schon alleine deswegen fand ich es von Vorteil, dass wir Studenten zu meinem eigenen Studienbeginn mit gleich mehreren Intelligenztests konfrontiert wurden — damit war eine Selbstüberschätzung so gut wie ausgeschlossen. Und ich bin mir sicher, dass dies auch heute noch die Ausfallquoten im Studium signifikant reduzieren würde. Das Kasperletheater fände dann außerhalb des Campus statt.

All jene Studenten, die bei mir mindestens 80 % der möglichen Punkte erreicht haben, werden ihr Studium sicherlich mit Bravour abschließen — und darüber freue ich mich am meisten, denn damit besteht doch noch Hoffnung!


JEF Treffen 2007

Junge Hüpfer 4.2 (44)

Beitragsfoto: JEF Treffen 2007 | © Bettina Kümmerle

Meine Leser dürften es bereits wissen, ich bin allergisch gegen alles und jeden, der meint und dies auch sehr höflich ausgedrückt, mir den Mund verbieten lassen zu müssen. Für die freie Meinungsäußerung und ich behaupte dabei nicht, selbst die Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben (!), habe ich schon des öfteren sehr große eigene Nachteile in Kauf genommen.

Selbst wenn ich inzwischen ein alter weißer Mann bin, war ich auch einmal ein junger Hüpfer und ein sehr dummer noch dazu. Noch bevor ich mein Abitur in der Tasche hatte, war ich Mitbegründer und lokaler Vorsitzender einer politischen Jugendorganisation und zudem bereits bei den Erwachsenen etabliert.

Meine ersten politischen Niederlagen musste ich erleiden als ich die Altersgrenze bei Jugendorganisationen auf 21 Jahre festzurren wollte und dies beginnend in der eigenen Partei. Sehr schnell hatten auch dort die Grenzalter (30 – 35 Jahre) das Sagen und richteten in Folge davon zumindest „meine“ damalige Parteijugend zugrunde. In diesen Jahren gab es auch bei uns bereits eine JEF, welche damals nur noch aus sehr alten Männern und Frauen bestand, die gerne reisten.

Erst meine heutige bessere Hälfte konnte als junge Dame die JEF vor Ort wieder zu einem schlagkräftigen Jugendverband machen, der es auch verdiente, eine politische Jugendorganisation zu sein. Und zu meinem völligen Erstaunen zeigte sie mir, dass man auch in seinen Zwanzigern noch politische Jugendarbeit machen kann. In dieser Zeit rückte ich tatsächlich von meiner selbstgesetzten Obergrenze ab, was ich heute bedauere.

Meine jahrzehntelange Erfahrung zeigt mir, dass es auch in Jugendorganisationen Ausnahmen geben muss und kann, diese aber nur dann gezogen werden dürfen, wenn die Alternative die Auflösung des betroffenen Verbandes wäre. Zwei Beispiele hierfür: meine bessere Hälfte verblieb bei der JEF bis zum Endalter in der Funktion als Landesschatzmeisterin, nur um den Untergang des Landesverbandes zu vermeiden. Sie war in dieser Zeit schon sehr lange fester Bestandteil des Kreisvorstandes der EUROPA-UNION. Der aktuelle JEF-Kreisvorsitzende, ebenfalls fest im Kreisvorstand der EUROPA-UNION verankert, hält die Stellung, nur um die JEF vor Ort zumindest papiermäßig am Leben zu erhalten.

In all den Jahrzehnten lernte ich in der JEF und ich kenne diese von der Orts- bis auf die Europaebene, ab der Landesebene aufwärts nur drei weitere JEF kennen und schätzen, denen ich eine ehrliche und auch erfolgreiche Jugendarbeit attestieren kann. Ansonsten meist nur selbstverliebte Ausbläser mit Hoffnung auf vermeintliche Bürgermeister- oder Abgeordnetenkarrieren.

Inzwischen staune ich nur noch Bauklötze darüber, wie sich ewig pubertierende Grenzalter und dies ganz besonders in den politischen Jugendorganisationen und -parteien aufplustern und den echten Erwachsenen die Welt erklären möchten!

Worüber ich mich zugegeben bei einem 17-Jährigen noch so richtig freuen würde, mich spätestens aber bei einem Endzwanziger fragen muss, was dieser überhaupt die ganze Zeit selbst gemacht hat? Und ganz besonders darüber, was ein Grenzalter überhaupt mit Minderjährigen zu tun haben möchte? Als 17-Jähriger fand ich es einfach nur widerlich, wie sich ein 34-Jähriger an uns Jungs heran wanzte — für eine eigene Karriere, nicht einmal in einem ehrenamtlichen Verband, reichte es ihm auch später nicht.

Dass meine Einschätzung nicht nur eine Einzelmeinung ist zeigt der Zustand unserer JEF ganz deutlich auf, wo sie vor Ort kaum noch junge Menschen mit beiden Füßen auf dem Boden gewinnen kann.

Meine beiden Söhne, seit ihrem 14. Lebensjahr selbst JEF, haben sich entgegen dem Engagement der eigenen Eltern immer der JEF gegenüber höflich distanziert verhalten — beide stehen aber auch mit beiden Beinen auf dem Boden und hatten mit spätestens 20 ihre Pubertät bereits hinter sich, auch politisch.

Die wenigen jungen Erwachsenen, die sich in unserem EUROPA-UNION Kreisverband aktiv einbringen, sind eigentlich nur JEF, weil es ein Doppelmitgliedschaftsabkommen gibt. Und sie sind im Kreisvorstand verankert, weil sie sich engagieren, nicht weil sie JEF sind. Bei uns im Verein spielt das Alter aber auch nur eine einzige Rolle: ab 14 Jahren darf man bei uns als vollwertiges Mitglied mitmachen und mit spätestens 80 Jahren muss man alle eigenen Vereinsfunktionen abgegeben haben.

Und wenn ich schon einmal beim Lästern bin, dann gleich noch ein paar Erlebnisse mit der JEF aus meiner Zeit als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION.

Mit der Übernahme meines Amtes musste ich feststellen, dass die JEF inzwischen eine Zeitung „Treffpunkt Europa“ vermarktet, dessen Namen unser Verein seit Jahren offiziell nutzte und nun auch — neue Besen kehren bekanntlich gut — für ein eigenes Mitgliedermagazin nutzen wollte. Und so wandte ich mich 2005 ganz offiziell an die Herausgeber, um eine für beide Seiten gangbare Lösung zu finden. Auf die Antwort warte ich noch heute!

Als gewählter UEF-Delegierter musste ich feststellen, dass eine junge Dame aus „meinem“ Kreisverband, die ich nur vom Papier her kannte, an allen Ebenen und Beschlüssen vorbei plötzlich dort in Brüssel tätig wurde. Sie verschwand dann auch wieder so wie sie gekommen war.

Als Kreisvorsitzender wurde ich auf einer eigenen Veranstaltung von einer stolzen Mutter (kein Mitglied) darauf angesprochen, dass ihre Tochter eine wichtige Rolle im JEF-Bundesvorstand spielen würde. Noch heute weiß ich nicht, wie diese junge Dame dorthin kam. Auf alle Fälle aber war sie nicht auf lokaler Ebene präsent oder gar engagiert. Schräg wurde es aber dann, dass mir nun diese Mutter nicht nur die Welt erklären wollte, sondern auch wie ich einen EUROPA-UNION Kreisverband zu führen hätte.

Als ich sowohl für den Kreisverband als auch für den Landesverband eine Lösung für unsere Websites gefunden hatte, lag mir die JEF in den Ohren, dass man dies viel moderner und besser machen könne. Ich lies mich überzeugen und wechselte alles auf WordPress, weil dann die JEF nach deren eigenen Worten diese Arbeit mit übernehmen könnte. Auch darauf warte ich noch heute!

Als ich für mein Buch „Europa ist für alle da!“ recherchierte, durfte ich sehr deutlich zur Kenntnis nehmen, dass JEF-Bundesvorstandsmitglieder mit einfachen Kreisvorsitzenden der Mutterorganisation nicht verkehren — nur mit Bundesvorstandsmitglieder, am besten mit Mandat im Europäischen Parlament.

Schlimm dabei aber nur, dass die JEF-Bundesebene seit spätestens 2018 völlig von der Kreisebene abgehoben agiert und nur dann von sich Reden macht, wenn die JEF auf EUD-Bundesebene halbgare Ideen durchgesetzt bekommen möchte und diese dann am liebsten von oben herab auf die Kreisebene zur Umsetzung befohlen werden sollen.

Seit dieser Zeit brilliert die JEF auch nur noch dann, wenn das „Gendern“ für alle zur Pflicht werden soll oder sie selbst jemanden kennen, der gerne ein neues Verbandslogo gestalten und verkaufen möchte.

Als wir echten Erwachsenen endlich mit Florenz eine gute und europäische Lösung für unsere Vereinsarchive gefunden hatten, schoss die JEF in Baden-Württemberg dazwischen und beschloss für sich eine nationale Lösung — nun muss man zumindest das JEF Archiv unseres eigenen Kreisverbandes als verschollen abschreiben.

Inzwischen gehe ich als Kreisvorsitzender davon aus, dass es nur noch eine Zusammenarbeit mit der JEF gibt, wenn sich einzelne JEF-Vorstandsmitglieder davon einen persönlichen Vorteil versprechen — z. B. Redezeiten oder andere Gelegenheiten zur Selbstvermarktung.

Der JEF geht es schon länger nicht mehr um die Sache oder gar die Europäische Idee. Deshalb findet man die JEF immer weniger auf der Kreisebene, wo tatsächlich weiterhin die Basisarbeit und auch der Austausch mit der Mutterorganisation wie auch mit der Bevölkerung stattfindet.

Wenn sich die JEF noch in die Niederungen verirrt, dann ganz offensichtlich nur, wenn es große bis großartige Kampagnen gibt, wo die Hoffnung besteht, dass man als „Germany’s Next Top Modell“ entdeckt werden kann, zumindest aber eine möglichst große Partei auf einen aufmerksam wird.

Und so freue ich mich schon aufs kommende Wochenende, wo mir bestimmt wieder ein paar pubertierende Drückeberger erklären möchten, dass unsere richtige Jugend Wehrdienst leisten muss!

Als Jugendlicher forderte ich selbst noch die Erhöhung der Wehrpflichtzeiten und leistete danach auch ganz folgerichtig meinen Wehrdienst ab! Viele von der damaligen politischen Konkurrenz forderten dies auch, drückten sich mit allen Mitteln vor dem Wehrdienst und profilieren sich noch heute als Polit-Promis, die sehr gerne andere in den Tod schicken.

Wer nun am Wochenende und dies ganz besonders im JEF-Grenzalter wieder einmal große Töne spuckt, der sollte sich doch erst einmal überlegen, was er im echten Leben so machen möchte, anstatt anderen Erwachsenen und mir wieder einmal die Zeit zu stehlen.

Es gibt keinen einzigen für unseren Verband sinnvollen Grund, warum JEF-Vertreter beim EUD-Bundeskongress sein müssen. Wer ein echter Bundesdelegierter sein möchte, der kann sich gerne in den jeweiligen Landesverbänden zur Wahl stellen. Nur zum Schaulaufen und um künftig sehr einfach in den Bundesvorstand (Präsidium) aufzurücken, nur weil man bereits einmal im JEF-Bundesvorstand war, ist erbärmlich und schreckt Jugendliche mit echtem Potenzial nur ab!

Wer ganz oben mitspielen möchte, der sollte zuerst einmal auf Kreisebene nachgewiesen haben, dass er willens und auch fähig ist, sich mit den Mitgliedern vor Ort, unserer Basis, auseinanderzusetzen und Erfolge für unseren Verband einfahren zu können. Unsere Teenager dürfen sich dabei gerne bei der JEF üben, die dann Erwachsen gewordenen sollten aber besser bei der EU einsteigen.

Die ewig Pubertierenden haben schon zu meiner Zeit nur Schäden angerichtet!

Übrigens, ich warte noch heute auf die gleich mehrmals so großspurig versprochene Realisierung der Europawahlkampagne 2024! — die kommenden Wahlen zum Europäischen Parlament finden erneut 2029 statt, nicht das es noch heißt, ich gäbe keinem eine zweite Chance.

Nachtrag 12.10.2025

Wer meint, mit Anfang 30 noch jung zu sein, der möchte bestimmt auch mit Mitte 30 in den Vorruhestand. Als ich mit einem Kameraden, beide damals so um die 30, während eines Lehrgangs für ein Bier in eine Dorf-Disco wollte, meinten die jungen Damen vor Ort lapidar: „Jetzt kommen die schon zum Sterben hierher.“

„Aus diesem Morast deutschbeseelter Bräsigkeit heraus steigt gerade eine hirntotgeborene Generation von nazisstischen TikTok-Arschgesichtern mit Ansprüchen bis zum Mond bei gleichzeitiger plakativer Ungebildetheit, die in verkrustete Unternehmen einsteigt, deren Charaktermasken im Management sich gegenseitig immer noch die gewohnten Regenwaldduschen aus Boni, Tantiemen und Optionen zuschanzen und die in ihrer abgehobenen Selbstzufriedenheit eher an volkseigene DDR-Betriebe erinnern als an globale Wettbewerber.“

Betonflüsterer (26.10.2025)

Spruch

Redefreiheit 4.5 (8)

Beitragsfoto: Spruch

Nun wird so langsam aber sicher ein Mythos zu Grabe getragen, nämlich jener, dass es eine Redefreiheit gäbe. Wie wir heute erfahren mussten, wurde inzwischen sogar in den USA die Jimmy-Kimmel-Show verboten. Jimmy Kimmel war dabei in seinen Äußerungen stets abwägend, juristisch gut beraten und selten unter der Gürtellinie.

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
mit Pulver und Blei:
die Gedanken sind frei.

Ich denke, was ich will,
und was mich beglücket,
doch alles in der Still,
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

Ich liebe den Wein,
mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein
am besten gefallen.
Ich bin nicht alleine
bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei:
die Gedanken sind frei.

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei.

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
die Gedanken sind frei.

Volkslied

Schon immer musste man sich die Freie Rede auch leisten können!

„Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!“ — eine uralte deutsche Weisheit, auf die ich nie stolz war. Aber der sicherlich gut gemeinte Hinweis meiner Mitbürger, dass bei uns nur der sagen darf, was er möchte, der auch das Sagen hat!

Bereits in frühester Jugend lernen wir, noch lange vor dem Kindergarten, den Mund zu halten oder den anderen nach dem Mund zu reden. Jene, die dies am besten können, machen noch vor einem eigenen Schulabschluss die größten Karrieren. Nicht nur unsere Parlamente sind voll davon, gucken Sie sich nur einmal Ihre eigene Chefetage an.

Ganz ohne Frage, es gab sie immer, jene Mitbürger, die sich nicht den Mund verbieten ließen, aber nie sehr lange. Im besten Fall erreichten sie einen Narrenstatus und wurden damit doch nicht gehört.

Dies erkennend kultivierte man beginnend mit der Aufklärung die Farce der Rede- und Meinungsfreiheit, wobei man den Gutgläubigen versprach, dass jeder das denken, sagen und schreiben dürfe, was er möchte. Alles aber immer auch nur in bestimmten Grenzen und damit letztendlich unfrei.

Eine Diskussion darüber gab es einmal im Vereinigten Königreich und im Ansatz in den USA. Die Speakers’ Corner am nordöstlichen Ende des Hyde Parks gilt noch heute als bekanntester Versuch.

Und selbst auf diese Grenzen ist für jene, die sich daran wagen kein Verlass. Das mussten unter anderem die Journalisten von Charlie Hebdo bitterbös selbst erfahren.

Unsere Neuzeit kippt nun — eigentlich nur folgerichtig — schon einmal die vermeintliche Redefreiheit für alle, außer jene, die das Sagen haben und natürlich jenen, die diesen nach dem Munde reden.

Was vorerst offiziell bleibt, ist die Meinungsfreiheit, diese dürfen wir noch so lange behalten wie sie uns keiner nachweisen kann!

Aber auch dies ist falsch gedacht, denn zumindest jeder Social Media Nutzer erfährt über kurz oder lang, dass der Mob im sagt, was er gerade gemeint hat und richtet ihn auch sogleich dafür. Inzwischen muss man bei uns sehr gut und genau aufpassen, dass man nicht den Eindruck erweckt, überhaupt eine ganz eigene Meinung zu haben.

Und so ist es nicht nur gut, sondern für unsere Gesellschaften absolut lebensnotwendig, dass es weiterhin und immer wieder Mitmenschen gibt, die trotz Repressalien an ihrem Menschenrecht der Rede- und Meinungsfreiheit festhalten. Aber damit auch — weil wir alle Menschen sind — mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben müssen — man muss sich schon immer, auch heute und zukünftig seine eigene Meinung leisten können!

Jammerschade nur, dass es inzwischen in den USA — bei uns Gott sei dank (noch) nicht (!) — soweit ist, dass man seine eigene Meinung nicht mehr ohne Gefahr vom eigenen Staat verfolgt zu werden, äußern darf.

Nun müssen selbst die traditionell freiheitsgewohnten US-Amerikaner lernen, wie man mit einer Diktatur umzugehen hat. Und so werden sie auch einmal sehr schmerzhaft lernen müssen, dass man Diktatoren nicht mehr durch Wahlen wegbekommt.

Wir Deutschen haben es hier sehr viel einfacher, erstens leben wir allesamt (noch) in einer funktionierenden Demokratie und zweitens sind wir Weltmeister darin, anderen nach dem Mund zu reden.

Auch kann uns noch keiner nachweisen, ob wir überhaupt und wenn ja, was wir tatsächlich denken.

Auf alle Fälle wäre die Welt viel besser, wenn alle, die eigene Gedanken haben, diese artikulieren und ihren Mitbürgern zur Diskussion stellen. In einer guten Welt würden diese Gedanken aufgenommen, bewertet, verworfen oder angenommen werden — und dies zum Wohle von uns allen!

Wir Menschen sind ein einziger Kommunikationsraum und entwickeln uns nur bei einer funktionierenden Kommunikation weiter. Wer dies zu unterbinden versucht, der ist ein Menschenfeind!

Nachtrag 19.9.2025

Manchmal muss man etwas deutlicher werden, damit es die eigenen Zeitgenossen auch verstehen. Hier finden Sie ein Cartoon von Guido Kühn.