Geburtstagskuchen

30.10.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Geburtstagskuchen mit Wunderkerze | © Shutterstock

Pünktlichkeit

Wenn es um diese Tugend geht, fragt man am besten schon immer die Bundesbahn. Einst war diese tatsächlich dafür bekannt, bevor man in den 1980er-Jahren damit begann, aus reinem Eigennutz heraus, die deutsche Infrastruktur abzuwirtschaften und auszuplündern.

Dafür schuf man neben der Deutschen Bahn, so wie dieser Verein zum Abwracken von Infrastruktur inzwischen heißt, weitere Unternehmungen und dies bis heute. Dennoch bleibt die Bahn weiterhin zumindest was die Pünktlichkeit angeht, sozusagen der Duden in unserer Gesellschaft. Seit den 1990er-Jahren definiert die Bahn immer wieder neu, was wir Deutschen unter Pünktlichkeit zu verstehen haben und lässt damit inzwischen sogar die Menschen vom afrikanischen Kontinent ehrfurchtsvoll erstarren.

Nun aber hat die Bahn ohne Wenn und Aber ihren Zenit erreicht! Das kann man nun wirklich nicht mehr übertreffen. Die Bahnverantwortlichen haben sich nun an die altbekannte Tatsache erinnert, dass eine kaputte Uhr immer zweimal am Tag die exakte Uhrzeit anzeigt, hingegen eine etwas nachgehende Uhr niemals.

Deren Fazit ist einfach bestechend, denn je weniger Züge fahren, umso pünktlicher wird die Bahn. Und sobald kein einziger Zug bei uns mehr fährt, sind wir alle wieder Pünktlichkeitsweltmeister!

Und wer nun glaubt, das gibt es nicht, der liest einfach den hier verlinkten Artikel: „Bahn erwägt Reduzierung des Zugverkehrs für mehr Pünktlichkeit“ (Spiegel, 30.10.2026, 10.09 Uhr).

Ich bin dann mal weg …

Flucht

Wenn es mit der eigenen Firma nicht mehr so klappt, dann flüchten Konzerne sehr gerne unter eine staatliche Obhut und versuchen mit allen möglichen Dingen, eine Art von Systemrelevanz vortäuschen zu können.

Dass eine lokale Firma, die ursprünglich mit dem Dosensuppenstapeln Erfolge erzielen konnte, schon etwas länger schwächelt, dürfte bekannt sein. Ob aus reiner Langeweile oder purer Notwendigkeit heraus, hat man schon länger versucht, sich zu diversifizieren. Wahrscheinlich aber wurde die Konkurrenz einfach immer stärker oder wirtschaftete bloß etwas nachhaltiger.

Und so kam es ganz gelegen, dass es mit der Künstlichen Intelligenz einen neuen Hype gibt, auf den man ohne Probleme aufspringen kann — machen doch andere auch. Aber da jeder Hype einmal vorbei ist und das mit der KI tatsächlich Milliardenlöcher — gut, dass bei uns der Staat dafür mit Steuermitteln gerade steht — reißen wird, muss man sehr schnell weitersuchen, um nicht bald wie Audi-NSU auch Geschichte zu sein.

Das mit einem Sportkonzern hatten wir dabei sicherlich noch nicht. Und wenn schon, dann muss es der Leistungssport sein, denn dafür fließen bei uns die Transferzahlungen garantiert; bei all den Leistungssportlern in unseren Behörden und Parlamenten.

Und auch für Heilbronn fällt dabei etwas ab, wir bekommen nach 50 Jahren eine Flutlichtanlage in unser Stadion.

Vermischtes

Aus gegebenem Anlass wurde ich von Detlef Stern darauf hingewiesen, dass es auch die Beatles noch gibt. „When I’m Sixty Four“ findet man auch auf dem Album „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ (1967).

Interessant dabei, dass Paul McCartney das Lied als 14-Jähriger schrieb. Damals war man noch mit 14 ein erfolgreicher, zumindest aber ein aufstrebender Jugendlicher, in manchen Regionen dieser Welt ist man mit 14 bereits ein sehr erfahrener Gruppenführer. Bei uns ist die aufstrebende Jugend, zumindest die politische meist zwischen 30 und 35 Jahren alt und darf dann mit 64 erstmals ohne Mama schwanzen gehen.

Vor Kurzem hatten wir es erst über Hubschrauber in Bosnien und schon ist wieder einer abgestürzt. Was mich wieder daran erinnert, dass man bei sämtlichen militärischen Bewegungen immer auch die eigenen Verlustzahlen im Kopf behalten muss — selbst zu Friedenszeiten.

Patrick Stewart ist tot, vor kurzem starb erst Walter Koenig, einer aus der ersten Besatzung der Enterprise. Aber William Shatner steht noch! Vor fünf Jahren erst flog er suborbital und zählt damit bis heute zu den ältesten Menschen im Weltall.

Gestern auf der inzwischen 103. „Geburtstagsfeier“ traf ich tatsächlich auf alte Bekannte und interessante Gesprächspartner. Und so ganz nebenbei setzten die zeitgemäßeren „Geburtstagskinder“ sehr positive Zeichen.

Nordkorea hat erneut zugeschlagen und ein Bankkonto geplündert. Erst letztes Jahr wurde bekannt, dass Nordkorea 1,5 Milliarden US-Dollar plündern konnte und nun sind es bereits 6,3 Milliarden US-Dollar, die geklaut werden konnten (NYT, 29.10.2026). Die Dunkelziffern dürften weit höher liegen.

Wenn das so weitergeht, dann wird Nordkorea ein sehr beliebtes Reiseziel von Politikern aus der gesamten Welt, denn irgendwie müssen diese Gelder wieder unter die Leute gebracht werden; Geldkoffer im Diplomatengepäck gehen dabei schon immer ganz gut.

Wenn man es allerdings mit der Deutschen Bank vergleicht und zudem an CumEx (mehr als 63 Milliarden US-Dollar) denkt, dann sind das alles nur Peanuts. Und wie es die Alten Römer bereits wussten, ab einem Vinculum ist eh alles nur noch relativ!

Nachtrag

Das muss nun doch noch sein, denn die New York Times (Oct. 30, 2026, 6:35 Uhr) stellt fest, dass alleine die Öl- und Gas-Kumpels von Donald Trump bis heute am Irankrieg 130 Milliarden US-Dollar verdient haben. Und da sind seine Kumpels aus der Tech- und Waffenindustrie noch nicht einmal aufgeführt.

Die GOP und der Trump-Clan plündern die USA aus, so wie noch nie ein Land zuvor ausgeplündert wurde. Da erblassen bis auf Wladimir Putin selbst die kriminellsten Politiker aus Europa vor Neid!


Blogger

26.10.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Elektroauto

Über 34 % der Neuzulassungen waren in diesem September bei uns in Deutschland Elektroautos. Und wenn man sich umguckt, dann sieht man tatsächlich immer öfter E-Autos auf unseren Straßen, wobei ich meine, dass dabei die Modelle aus Deutschland immer weiter ins Hintertreffen geraten — verdientermaßen.

Wenn VW aus dem jüngsten Schlamassel mit dem neuen Audi-Werk in den USA herauskommen möchte, dann wäre es doch eine sehr gute Idee, wenn man Donald Trump versichert, dass dort künftig sämtliche Verbrennermodelle der Firma entstehen werden. Wahrscheinlich sind deren Manager aber doch so schlau und bauen gerade dort die immer öfter nachgefragten E-Autos, damit wir später bei uns auf den alten Werken sitzenbleiben und diese weiter subventionieren müssen. Denn in den USA müsste man solche Werke einfach schließen.

Fast 90 000 neue E-Autos auf unseren Straßen alleine im September ist schon einmal eine Ansage! Und ich freue mich schon einmal darauf, eine E-Ente im Straßenverkehr erblicken zu dürfen.

Was ich überhaupt nicht verstehe ist, warum man in Neckarsulm nicht einfach einen E-Prinzen baut. Jede Wette, der würde zumindest im Unterland ein Renner werden, vorausgesetzt allerdings, man bleibt damit im Preisrahmen der E-Ente und ähnlicher Modelle.

Und wäre VW noch Volkswagen, dann gäbe es auf dem europäischen Markt künftig kein günstigeres Modell zu kaufen!

Vermischtes

Von der Zeitumstellung habe ich dieses Mal überhaupt nichts mitbekommen. Was daran liegen könnte, dass bei mir im Haus keine einzige Uhr die richtige Zeit anzeigt. Wenn ich diese wissen möchte, dann gucke ich auf mein Mobiltelefon oder auf den Rechner.

Während ich an diesem Blog-Beitrag schreibe, liegt auf dem Plattenteller „Bloody Tourists“ (1978) von 10cc. Und ich schwelge dabei in Erinnerungen an eine Bar, die heute ein Friseurladen ist — was bei uns kein Friseurladen ist, das ist inzwischen ein Döner oder ein Nagelstudio. Nun träume ich von einer Zukunft, wo aus Friseurläden wieder Bars und Diskotheken werden.

Ein Albtraum, dass inzwischen sogar Ursula von der Leyen als Bundespräsidentin gehandelt wird. Auch wenn bei uns ein Bundespräsident inzwischen völlig überflüssig geworden ist und außer Geld zu kosten nichts mehr gebacken bekommt. Dann aber muss ich daran denken, dass diese Frau als Kommissionspräsidentin nur Schäden verursacht und die EU so schlecht dastehen lässt wie noch nie zuvor. Also ist es nur ein Frage, wo diese Frau möglichst keine Schäden anrichtet ohne zukünftig unter Brücken schlafen zu müssen. Da dürfte das Bundespräsidentenamt tatsächlich die beste Wahl sein und der Rest Europas wäre uns sogar einmal dankbar. Es ist aber weiterhin ein Albtraum, denn wenn jemand im Amt des Bundespräsidenten Großschäden verursachen kann, dann diese Ursula!

Und wenn es nach Donald Trump ginge, dann soll Victor Orban UN-Generalsekretär werden. Was mich nun fragen lässt, ob sich Ursula von der Leyen ein Mar-a-Lago-Gesicht zulegen würde, um auch für dieses Amt in Frage zu kommen. Victor Orban hat ganz offensichtlich den richtigen GOP-Hintern, von denen der US-Präsident jüngst verstärkt faselt.

Eine Freundin ganz überrascht zur anderen: „Was ist denn aus Deinem fetten Arsch geworden?“

„Der sitzt zu Hause und schaut fern.“

Anon

Wahlsiege

Viele, auch die EUROPA-UNION Deutschland, feiern aktuell den Wahlsieg einer Studentenliste in Serbien, ich finde etwas zu voreilig; auch wir sollten langsam aber sicher von unseren eigenen Fehlern lernen. Auf alle Fälle ist es gut, dass Aleksandar Vucic kein weiteres Mal an der Macht ist. Das dürfte aber auch das Einzige sein.

Erinnern wir uns an 1989, als unsere Brüder und Schwestern aus der Ostzone und dies wohl selbst davon überzeugt von einem demokratischen Wandel sprachen, eher aber Sozialstaat und Urlaubsreisen meinten. Und auch wir im Westen sind keine Musterdemokraten, wie man es aktuell besonders in den USA, Frankreich und ganz besonders bei uns selbst sehen kann.

Selbst nach über 30 Jahren haben wir das ehemalig sowjetisch besetzte Mitteleuropa noch nicht richtig resozialisiert, von Osteuropa ganz zu schweigen. Einzig die Balten dürften aus nackter Angst vor einer erneuten russischen Besetzung heraus etwas schneller westliche Werte verinnerlichen.

Der Balkan hingegen, einmal Griechenland und Slowenien ausgenommen, hat noch mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen. Dort feiert der Panslawinismus, ähnlich wie bei uns Faschismus, Nationalsozialismus und die vielen Nationalismen neue Höhenflüge. Hinzu kommt noch, dass dort ebenfalls allerorten der Nationalismus wieder aufflammt und zudem der Islamismus (dies habe ich vor Kurzem erst miterleben dürfen) wie auch der Turanismus immer mehr Einzug halten.

Und so muss man auch in Serbien erst einmal etwas näher hinschauen, was die siegreiche Liste eigentlich ausmacht. Der Listenführer der Studentenbewegung, Ilija Srdanovic, erklärte noch in der Wahlnacht, dass er stolz auf seine Mitbürger sei und in ein zivilisierteres und besseres Serbien schreiten möchte.

Das Elf-Punkte-Programm der Studentenliste verspricht die Wiederherstellung von Rechtsstaat und Demokratie sowie die Verfolgung von Korruption und Kriminalität. Auf den Wahlkampffeiern waren allerdings auch Plakate eines Großserbiens zu sehen, was zumindest die Nachbarn Serbiens etwas vorsichtiger machen dürfte.

Sicherlich wäre es schön, wenn sich Serbien weiter der Europäischen Union nähert. Bevor wir dieses Land aber in unsere Reihen mit aufnehmen, sollten wir dieses Mal etwas genauer hinschauen, was die Serben unter Europa, Demokratie, Föderalismus und Rechtsstaatlichkeit verstehen — und vor allem, ob sie auch dazu bereit sind, um in einem größeren Ganzen aufzugehen.

Und selbst wenn künftig alles in die richtige Richtung laufen sollte, dann wird es noch gut 30 Jahre dauern bis die ehemalige DDR in Deutschland angekommen ist, gut 60 Jahre für den Rest Mittel- und Osteuropas und für den Balkan müssen wir mit gut 100 Jahren rechnen.

Menschen und ganz besonders Menschengruppen verändern sich nur sehr langsam zum Besseren. Das Bessere ist es aber wert, dass wir in diesen Prozess der europäischen Einigung weiter investieren. Sämtliche dort investierten Gelder werden sich zukünftig mehr als auszahlen. Und das ist das eigentliche Problem, nämlich, dass wir Menschen kaum in Dinge investieren möchten, von denen wir selbst keinen Nutzen mehr ziehen können!

Und so möchten die serbischen Studentenlistenwähler, wenn sie tatsächlich für eine Demokratie plädieren, auch den Sozialstaat und die Urlaubsreisen jetzt sofort und nicht erst für ihre eigenen Enkel — das ist leider nur allzu menschlich.

Aus der Wiedervereinigung sollten wir alle gelernt haben, wie man einen Mittelweg finden kann, der die Neuzugänge bei der Stange hält ohne dabei aber den Altbestand zu sehr zu überfordern.

Und dies dürfte die wahre Kunst einer jeden Demokratie sein!

Übrigens, in Brasilien hat Lula da Silva gewonnen. Und auch hier wird sich zeigen müssen, ob der Wahlsieger die Bedürfnisse und Wünsche seiner Wähler befriedigen kann, ohne aber die Wähler Flávio Bolsonaros allzu sehr zu verprellen.

Das Land Berlin hat dafür eine ganz andere Lösung gefunden, denn dort überschüttet man sämtliche Wähler mit Geld bis zum Gehtnichtmehr. Das Praktische daran, die Berliner müssen das alles auch nicht selbst bezahlen. Die leben dort weiterhin auf einer Insel der Glückseligen. Und dies offenbart auch ein weiteres allzu menschliches Problem: Es kann nie und nimmer so viel Geld geben, um nur einen einzigen Tunichtgut zu finanzieren!


Blogger

7.10.02026 4.6 (5)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Demokratieumbau

Während Tennessee eine erfolglos hingerichtete Mörderin wieder aufpäppelt, damit sie im Drittversuch endlich getötet werden kann, ein Donald Trump wieder einmal vom Bürgerkrieg träumt, wenn die Midterms nicht seinen Erwartungen entsprechen, in Ohio der Wahlkampf Tiefen erlebt, die es so vorher noch nie gegeben hat, wird auch bei uns die Demokratie still und heimlich umgebaut.

Wie bereits geschrieben ist eines unserer eigenen Bundesländer nun gesichert rechtsextrem, wobei die dortigen demokratischen Parteien sehr willig den Blockparteistatus übernommen haben. Mindestens vier Abgeordnete aus demokratischen Parteien haben einen Nazi an die Macht gebracht. Mindestens, da wir es nicht wissen können, ob auch alle AfD- und BSW-Abgeordnete „richtig“ abgestimmt haben.

Die örtliche CDU hat sich schon einmal selbst die Schelle angehängt und sucht bereits nach vier Abtrünnigen. In Berlin ist man da schon etwas weiter und erfüllt eine AfD-Wahlkampfforderung nach der anderen: der Umweltschutz ist längst passé, der Tankrabatt wieder da und das Verbrenneraus nur noch eine Frage von Tagen. So ganz nebenbei wurde Schengen voll und ganz beerdigt und man prüft bestimmt schon, ob mit einer Rückkehr zur D-Mark zumindest die bereits bestehenden Schuldenberge versteckt und verschleiert werden können.

Und so ganz nebenbei wundern sich Donald Trump wie auch Friedrich Merz darüber, warum die von ihnen geführten Regierungen so unpopulär sind. Vielleicht kommt es nicht bei allen Bürgern so gut an, wenn man nur noch Politik für den hässlichen US-Amerikaner („The Ugly American“, 1958) oder den hässlichen Deutschen macht?

Uns Ältere stört dabei der Demokratieumbau, der eher einem Ausverkauf gleichkommt, nicht, zumindest so lange wir von einer Aida-Kreuzfahrt zur nächsten wechseln und vom Staat das Geld bekommen, um unsere 12-Zylinder weiterhin so richtig brummen lassen zu können. Und sollte das alles nicht mehr möglich sein, lassen wir uns bestimmt auch mit der einen oder anderen Hinrichtung abspeisen.

Stadtumbau

Gesa von Leesen schreibt in der Wochenzeitung Kontext (810, 7.10.2026) über den Stadtumbau Heilbronns mit Dieter Schwarz — übrigens ein Beitrag, den man so oder ähnlich nie in der Heilbronner Stimme finden würde.

Eigentlich ist es drollig mitzuerleben wie manche Heilbronner noch daran glauben, dass es einen erfolgreichen Bürgerentscheid gegen die Hintermänner der Dieter Schwarz Stiftung geben kann. Vor allem dann, wenn bereits ein Fraktionsvorsitzender ganz unumwunden zugibt, dass ihm selbst die Meinungen und Ansichten der eigenen Parteimitglieder völlig egal sind. Und auch die restlichen Fraktionsvorsitzenden im Heilbronner Gemeinderat haben längst den Bezug zur Stadt und uns Bürgern verloren.

Der amtierende OB und seine Gemeinderäte bauen weiterhin in Heilbronn Potemkinsche Dörfer und opfern dabei sehr gerne die noch bestehende Infrastruktur der Stadt. Keiner der Verantwortlichen fragt sich, was geschieht, wenn die Blase der Künstlichen Intelligenz platzt oder woher die vielen Professoren und Studenten für einen Universitätskomplex überhaupt kommen sollen und schon gar nicht, was wir Heilbronner in unserer Stadt tatsächlich benötigen.

Kein einziger Heilbronner denkt auch nur daran, was geschieht, wenn Dieter Schwarz nicht mehr ist, seine Stiftung nach Berlin abwandert und in Heilbronn nur noch einen Briefkasten hinterlässt. Und so wie Audi nur noch durch Transferzahlungen in Neckarsulm gehalten werden kann, sehr viele Heilbronner Traditionsunternehmen längst verschwunden sind, wird es auch diese Heilbronner Handelskette nicht ewig geben — das Kaufland zerfällt bereits schon etwas länger.

Letztendlich werden ehemalige Filetgrundstücke der Stadt mit nutzlosen Prachtbauten garniert an die Meistbietenden verramscht werden. Und der künftige Gemeinderat wie auch die künftigen Heilbronner werden dabei kein Mitspracherecht mehr haben — Ausverkauf wäre die geeignetere Überschrift gewesen!

Vermischtes

Sowohl die gestrige Kreisvorstandssitzung als auch der Europastammtisch waren ungewöhnlich schlecht besucht. Ersteres lag wohl an den Nachwehen der letzten Veranstaltungen. Das Letztere blieb selbst mir unverständlich. Wobei das Ganze sich zu einem außergewöhnlichen Vorteil entwickelte, denn die Anwesenden ließen ihren Gedanken freien Lauf und so konnten sich ganz neue Ideen und Gedanken in den Köpfen festsetzen.

Spannend, dass dabei eine meiner bereits etwas älteren Ideen wieder aufs Tableau kam und nun modifiziert vielleicht sogar die Chance auf eine Realisierung haben wird. Näheres dazu wird es hier erst geben, wenn die weiteren Details mit den dabei betroffenen Menschen abgestimmt sind.

Spannend auch, dass man sich gleich von mehreren Seiten aus für unsere letzte Reise interessierte. Ein wenig traurig, dass die inzwischen bereits älteren Mitglieder bedauerten, dass sie nicht mehr selbst an unseren Reisen teilnehmen können. Dafür ließen sie sich jedes Detail der letzten Fahrt von den anwesenden Mitfahrern schildern.

Unsere Reisen sind kein Selbstzweck, da sie einem größeren Ganzen dienen und immer auch etwas Langfristiges bewegen wollen. Auf alle Fälle sage ich mir dies immer wieder selbst, vor allem dann, wenn man völlig umsonst über mehrere Jahrzehnte hinweg Jugendfahrten veranstaltet und subventioniert. Das völlige Desinteresse des allergrößten Teils unserer heutigen Jugend wurde nur ein einziges Mal übertroffen, nämlich als wir einen Stimme-Journalisten auf eine Fahrt mitnahmen und dieser keine fünf Jahre später mehr wusste, was unser Verein ist oder überhaupt so macht. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Journalisten, wenn diese nicht einmal ein Fußballspiel kommentieren können, in die politische Redaktion wechseln.