10.8.02026

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Inhaltsverzeichnis

Hertenstein

Am Wochenende warb ich noch mit einem extra Rundschreiben für die kommenden Hertensteiner Gespräche. Inzwischen haben wir alle vorgesehenen Gesprächskreise mit Themen und Moderatoren besetzt und auch das Podium der gemeinsamen Diskussionsrunde dürfte feststehen. Beim Thema warten wir bis zum Schluss, um möglichst tagesaktuell zu sein.

Trotz erster Abmeldungen sind wir inzwischen bei 90 Teilnehmern angelangt und ich hoffe nun darauf, dass wir die 120 Teilnehmergrenze erreichen werden. Einen ganzen Tag lang mehr oder weniger aktiv mitzudiskutieren ist in der heutigen Zeit kaum noch vergnügungssteuerpflichtig. Auch dürften die jeweiligen Aufmerksamkeitsspannen dazu kaum noch ausreichen. Umso mehr ist es eine große Freude und zudem auch ein Signal, dass Demokratie bei uns doch noch ganz gut funktioniert, wenn so viele Menschen aus nah und fern zu diesen Gesprächen kommen und dann auch noch Freude daran haben.

Für uns Organisatoren sind zudem die Gespräche im Vorfeld sehr aufschlussreich. Spannend dabei auch wie sich die Themen Jahr für Jahr verschieben. Noch spannender für mich, wer über die anvisierten zwölf Jahre mitzieht. Auch spannend, wer sich inzwischen so alles verabschiedet hat. Bei manchen habe ich großes Verständnis, wie z. B. für Hans Müller, der heute seinen neunzigsten Geburtstag feiern kann und mir glaubhaft versichert, dass nun ein gesamter Tag der Diskussion zu viel für ihn ist. Weniger Verständnis habe ich für jene, die nur ihr eigenes Ego zur Schau stellen oder nur mit dabei waren, weil es ihre Wähler so wollten.

Für junge Menschen waren zwölf Jahre schon immer eine sehr lange Zeit, manche lassen sich davor auch viel zu schnell abschrecken. Für uns ältere Menschen sind zwölf Jahre nur ein kleiner Augenblick und wieder einmal viel zu schnell vorbei.

Vermischtes

Das Wochenende bot gleich mehrere gute Gespräche, wie zum Beispiel unser Europa-Kegeln; so ganz nebenbei hatte ich ein paar ganz gute Würfe. Gespräche kann man aber wesentlich verbessern, alleine dadurch, dass man diese auch verschriftlicht. Als erster Schritt können Blogs dienen, am Ende müssten es aber Bücher sein. Wobei Bücher immer mehr aus der Mode kommen, denn diese werden inzwischen wie viel zu viele Weblogs auch von einer KI geschrieben.

Man hat mir angeboten wieder einmal bei den Hertensteiner Gesprächen Protokoll führen zu wollen. Nette Geste, klappt aber auch nur dann, wenn alle Beteiligten mitspielen. Und bis auf die ersten Male hat es dann nicht mehr geklappt — die KI ist wohl noch nicht soweit, um hierbei aushelfen zu können.

Heute habe ich eine Website gefunden, die Daten gut aufbereitet zur Verfügung stellt. Das Niedrigwasserinformationssystem gibt einen bundesweiten Überblick und könnte damit auch interessierten Bürgern eine Hilfe sein. Auf alle Fälle aber finde ich es richtig und gut, wenn grundlegende Daten öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

Dass das Wasser nun auch bei uns knapp wird, interessiert uns alle nur soweit, weil die Wasserstände inzwischen die Lieferketten der Industrie gefährden. Wir bekommen unsere Getränke aus dem Supermarkt und damit ist die Welt für die meisten von uns in Ordnung. Auch verbieten unsere Regierungen rein aus wahltaktischen Gründen heraus noch nicht das Autowaschen, was so manche Regierungspartei in eine existentielle Krise führen würde. Aber mit der Gefährdung von ganzen Wirtschaftskonzernen, die ohne Transferzahlungen und Staatsaufträge schon lange nichts mehr gebacken bekommen, haben sie uns Staatsbürger wieder: die Lkw dürfen nun auch wieder sonntags fahren und mit dafür sorgen, dass wir noch schneller und noch weniger Grundwasser haben werden. Als nächstes dürfen die Landwirte die letzten Bäche leerpumpen, um ja ihre Exporte nach China am Laufen halten zu können.

Und damit unsere Wirtschaftspolitik so richtig gut wird, wirbt die zuständige Ministerin bald weltweit bei wasserintensiven Wirtschaftszweigen um eine Ansiedelung in Deutschland — entsprechende Subventionen gibt es obendrauf. Das dafür nötige Geld wird dazu mit neuen Steuern und Abgaben erwirtschaftet , wie z. B. einer Besteuerung von E-Autos, Solaranlagen und, damit man das Ganze auch nur halbwegs ein wenig Sinn macht, das Wasser für uns Bürger.

Pause

Eigentlich wollte ich ein Weile nichts mehr schreiben und habe mich sogleich in „Les Confessions“ von Jean-Jacques Rousseau vertieft, welche in ganz zufällig beim Entmisten einer Büchersammlung entdeckte. Das Buch liegt mir zwar nur in einer Übersetzung von Alfred Semerau vor, aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul. Die meisten anderen Bücher werden in Kürze im Altpapiercontainer landen.

„Wenn ich nicht besser bin, so bin ich wenigstens anders. Ob die Natur wohl oder übel daran tat, die Form zu zerstören, in die sich mich gegossen hatte, kann man erst beurteilen, nachdem man mich gelesen hat. “

Jean-Jacques Rousseau, Die Bekenntnisse (1782-1789)

Dann aber holte mich meine bessere Hälfte ins echte Leben zurück und wir guckten zusammen „Get Away“ (2024) von Steffen Haars an. Nick Frost ist wie immer sehenswert. Seit „Paul“ (2011) gefällt er mir eigentlich in all seinen Filmen. Auch nicht schlecht Aisling Bea und Maisie Ayres. Der Film wird Andreas Lochner sicherlich gefallen!

Während ich diese Zeilen schreibe, gucken wir uns einen weiteren Film mit einer Katze und Mark Wahlberg an. Könnte sein, dass ich darauf nochmals zurückkomme.

Aber wieder zurück zum nichts mehr Schreiben — zumindest temporär. Detlef Stern hat nach einem gemeinsamen Käffchen am Freitag mit seinen Wochenrandnotizen vom 8.8.2026 nachgelegt.

Auf alle Fälle vertiefe ich mich doch wieder lieber in ein paar Bücher — wenn man mich nicht wieder triggert.


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